Geheime Sex-Wünsche Was Frauen beim Sex wollen

Ausgekuschelt! Sex mit Fremden, Pillen für die Lust und gute Pornos gucken - jetzt kommt die sexuelle Revolution. Wir verraten euch die geheimen Sex-Wünsche der Frauen und was sie beim Sex wirklich wollen.

Was Frauen wollen

Schluss mit der Langeweile!

Das war's dann mit der falschen Scham: Warum wir es gern mal mit Fremden treiben.

Revolutionen lösen sich nicht von selbst aus. Sie entstehen, wenn eine signifikante Zahl von Menschen ein Bedürfnis teilt. In diesem Fall reden wir von dem Bedürfnis nach sexueller Erfüllung, die die Revolution entfacht. Aber brauchen wir die wirklich für unsere Bedürfnisse? Wir haben doch schon alles: Sex vor der Ehe, Sex mit wechselnden Partnern, mit Frauen und nur für eine Nacht – das ist doch alles gar kein Thema mehr. Wir befriedigen uns selbst. Wissen, was sich gut anfühlt und wo wir den Dildo in der richtigen Farbe bekommen. Auch unseren (Sex-)Partnern ist klar, dass unser Orgasmus kein Zufallsprodukt ist. Wenn nicht, machen wir sie darauf aufmerksam. Was genau soll uns denn noch fehlen im Liebesleben? Ein neues Buch gibt darauf eine drastische Antwort: mehr Sex mit mehr Partnern. Ohne Nähe, ohne Liebe. Oder anders gesagt: Lust haben wir. Bloß öden uns Männer schnell an.

Frauen wollen keine Monogamie

„What Do Women Want?“ („Die versteckte Lust der Frauen“, Knaus, 256 S., 16,99 Euro) heißt das Buch von Daniel Bergner. Der Autor arbeitet für die „New York Times“, recherchierte acht Jahre lang für sein Werk. Seine Ergebnisse brechen mit den Konventionen: Frauen, so Bergner, gelten zwar als die bewahrende Kraft in der Partnerschaft, aber nur wenige von uns sind geschaffen für die Monogamie. Wird die Ehe zur verkehrsberuhigten Zone, ist nicht die Libido schuld. Es ist die Langeweile. Frauen, glaubt Bergner, sind das promiskere Geschlecht. Doch Erziehung und Sozialisierung bringen uns dazu, unseren Trieb zu unterdrücken. „Das weibliche Verlangen in seinem ganzen Ausmaß und seiner Gewalt ist eine unterschätzte, nicht entfesselte Kraft – selbst heute noch, in einer Zeit, in der Sex so allgegenwärtig und ohne Tabus zu sein scheint.“

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Sex ohne Liebe? Liebe ohne Treue?

Bergner gibt uns Einblick in die Intimsphäre der Forschungslabore. Beschreibt, wie Frauen, die Sexfilme sehen, messbar von Szenarien erregt werden, die bei Männern keine Wirkung zeigen. Dann zum Beispiel, wenn Affen kopulieren. Gut – dass keine der getesteten Frauen dies zugeben wollte, verwundert jetzt nicht wirklich. Für Bergner ist das wiederum ein Indiz dafür, wie wenig Zugang wir zu unserem Verlangen haben. Monogamie ist eine der tragenden Wände, die unsere Gesellschaft stützen. Sie sorgt dafür, dass nicht alles in sich zusammenbricht. Oder wir glauben zumindest, dass sie das tut. Man stelle sich nur mal vor: Barbara Becker, die in der Besenkammer eines Restaurants Sex mit einem Model hat; Angelika Brüderle, die den Hintern eines anwesenden Journalisten kommentiert; Hillary Clinton, die ihren Praktikanten unter dem Schreibtisch Überstunden machen lässt. Ist es das, was in uns steckt? Lehnen wir solche Bilder ab, weil wir Nähe und Treue brauchen, um Lust zu bekommen? Oder weil wir Angst vor den damit verbundenen Machtverhältnissen haben? Aber wie dem auch sei: Bergners Buch liefert genug Informationen, um einfach mal darüber nachzudenken und nicht alles als gegeben hinzunehmen, was uns Tag für Tag als normal präsentiert wird. Und darum, dass Mädchen in absehbarer Zeit auf dem Schulhof Pornohefte lesen, während ihre Mütter den Spielern der örtlichen Fußballmannschaft an die Wäsche gehen, muss sich wohl niemand Sorgen machen. Manchmal tut es auch einfach nur gut, darüber zu reden.

Was ist der Reiz am Casual Dating Trend?

Online zum Sex verabreden – ohne lange Freundschaftsfloskeln auszutauschen. Wir wollten wissen, was Frauen daran finden – und wo sich wer im Netz herumtreibt.

„Nur weil ich Single bin, will ich auf guten Sex nicht verzichten“, sagt Anke, 39. Vor einem halben Jahr hat sich die Chefin einer Werbeagentur deshalb bei secret.de – einem Ableger von friendscout24.de für Leute mit eindeutigen Absichten – angemeldet. Vier Männer hat sie sich seitdem geangelt. Was ist das Besondere an diesen Portalen? Ganz einfach: Man tauscht sich von vornherein unverblümt aus. Über die eigenen Absichten, Fantasien und Vorlieben. Und die Wahrscheinlichkeit, jemanden zu treffen, den man aufregend findet, ist hier deutlich höher als abends in einer Bar, in die man auch nicht unbedingt geht und einfach einen Mann anspricht. Ähnlich direkt wie bei secret.de bändelt man bei c-date.de an: Die größte Casual-Dating-Plattform der Welt hat allein in Deutschland 2,6 Millionen registrierte Mitglieder. Täglich kommen 25.000 hinzu. Wer annimmt, es handele sich dabei vor allem um triebgesteuerte Schmuddelkandidaten, irrt: Eine internationale Studie von Trend Research im Auftrag von c-date.de ergab jüngst, dass vor allem besser gebildete und erfolgreiche Frauen zwischen 30 und 50 den Casual Sex als „perfekte Ergänzung zu einem selbstbewussten und urbanen Lebensstil“ empfinden. Jede Dritte törnt es an, dem Fremden im Bett auch gleich zu verklickern, wie sie es gern hätte. Userinnen-Befragungen bei secret.de ergaben darüber hinaus, dass 80 Prozent gern mit Sex-Toys experimentieren – und am liebsten jemanden daten, der „die komplette erotische Klaviatur spielen kann“. Das sind doch mal ganz neue Töne, oder?

Dinge, die Frauen beim Sex wollen

Sex ist eine der schönsten Sachen im Leben. Genau deshalb wäre es schade, wenn dieser nur so mittelmäßig wäre. Wir haben zusammengefasst, was Frauen beim Sex wirklich wollen – und ja, auch Frauen wollen manchmal einfach nur Sex und eine heiße, unverbindliche Nummer. Natürlich sind unsere Geschmäcker verschieden und jeder lebt seine Sexualität anders aus, aber ein paar Punkte sind garantiert dabei, die auch für uns und ein erfolgreiches Liebesleben gelten. Übrigens: Männer und Frauen haben zwar oftmals andere Erwartungen an Ihr Sexleben, für beide Geschlechter steht aber im Vordergrund, ihren Partner zu befriedigen.

Küssen und Kuscheln: Das ist ausnahmsweise kein Klischee – viele Frauen brauchen Liebe und Zärtlichkeit, bevor es so richtig zur Sache geht. Wir mögen es, wenn wir sanft gestreichelt werden und der Mann mit zarten Küssen beginnt, uns zu verwöhnen.

Blick in die Augen: So ein tiefer Blick in die Augen, die sagen: Ich will dich…

Anfassen: Wir mögen es, wenn Männer unser Gesicht in die Hand nehmen und uns leidenschaftlich küssen. 

Cunnilingus: Werden wir mit Mund und Zunge verwöhnt, kennen wir vor lauter Erregung kein Halten mehr. Der Cunnilingus ist für uns ein absoluter Orgasmus-Boost. Also Männer: Ihr wollt Oralsex? Wir auch!

Fantasien: Auch wir Frauen haben Fantasien und würden gerne mal etwas Neues in Sachen Erotik ausprobieren. Wir müssen uns nur trauen, mit unserem Liebhaber über unsere Vorlieben zu reden.

Abwechslung: Wir mögen Abwechslung beim Sex. Schließlich essen wir ja auch nicht jeden Tag exakt das Gleiche. Wenn etwas besonders lecker schmeckt, können wir das aber gerne wiederholen. Immer eine gute Möglichkeit, frischen Wind ins Bett zu bringen: Ein Stellungswechsel! Neben der Missionarsstellung lieben wir besonders den Doggy Style und die Reiterstellung.

Spiel und Spaß: Sextoys? Immer her damit. Viele Frauen sind viel experimentierfreudiger als so mancher denkt. Vibrator und Dildo lassen sich perfekt ins Lustspiel integrieren und sind häufig eine Orgasmus-Garantie. Was wir besonders lieben: Toys, die unseren G-Punkt und unsere Klitoris sanft massieren.

Körperpflege: Ja, richtig gelesen. Manchmal kann es so einfach sein, uns glücklich zu machen.

Ein sauberes Bett: Und wenn wir schon beim Thema Sauberkeit sind: Macht doch bitte auch euer Bett! Krümel im Rücken und ein dezenter Geruch nach Schweiß sind nicht gerade besonders erregend…

Hilfe beim Höhepunkt: Die richtige Stimulation ist das A und O und nichts ist frustrierender, als wenn der Mann krampfhaft versucht, uns zum Orgasmus zu bringen. Der Fahrstuhl kommt auch nicht schneller, je häufiger der Knopf gedrückt wird. Und das kann vor lauter Frust schnell mal passieren. In diesem Fall ist es völlig ok, an dieser Stelle zu unterbrechen und das Ganze – im wahrsten Sinne – selbst in die Hand zu nehmen.

Begehren: Was unsere Leidenschaft so richtig entfacht? Wenn wir begehrt werden und das nicht nur spüren, sondern auch zu hören bekommen.

Dirty-Talk: Nicht nur Männer stehen auf Dirty-Talk – auch wir haben unsere Bedürfnisse und mögen es, wenn unser Partner uns versaute Dinge ins Ohr flüstert. Übrigens würden wir an der Stelle gerne mit dem Klischee aufräumen, dass Männer häufiger an Sex denken, als wir Frauen. Können wir aber nicht! Männer denken tatsächlich laut aktuellen Studien um die 34 Mal am Tag an Sex, Frauen nur an die 20 Mal. 1:0 für die Männer!

Brüste berühren: Ja, wir lieben es, wenn ihr unsere Brüste berührt! Egal ob mit den Fingern oder mit der Zunge – für uns ist es Erregung pur, in sämtlichen Stellungen an dieser empfindlichen Stelle liebkost zu werden.

Komplimente: Komplimente bekommen wir doch alle gerne, oder? Das gilt auch beim Sex! Sagt ihr uns, wie toll ihr unseren Körper findet oder wie sehr wir euch gerade anmachen, vergessen wir unsere Selbstzweifel und können uns viel besser entspannen.

Dinge, die Frauen beim Sex NICHT wollen

Es gibt auch einige Sachen, auf die die meisten Frauen so gar nicht stehen. Um unangenehme Situationen (für beide Seiten) zu vermeiden, hier ein paar Dinge, auf die Frauen garantiert KEINE Lust haben:

Unflexibilität: Ihr gefällt etwas anderes, als den Frauen, die er bisher so kannte? Das kann vorkommen! Bitte nicht einfach strikt nach Plan weiterschrauben und rubbeln, wenn das nicht ankommt.

Respektlosigkeit: Grenzen überschreiten? Das ist ein No Go! Ganz egal, ob die beim Analsex oder schon beim Blasen liegen – ein Nein ist immer zwingend zu akzeptieren.

Egoismus: Wer mag das schon? Wenn er sich einfach nur drauf legt und rein und raus ackert, bis er zum Höhepunkt kommt, haben wir Frauen nicht sonderlich viel davon. Das geht besser!

Gummihasser: Jede von uns hat schon einmal die Ausrede gehört, mit Kondom würe er nicht so viel spüren. Das ist nicht nur ein absolutes No Go und totaler Quatsch, sondern kann auch böse Folgen nach sich ziehen (sexuell übertragbare Krankheiten, ungewollte Schwangerschaft). Also – wer sich noch nicht lange kennt, immer rüber mit dem Gummi!

Sorgen um die Penisgröße: Liebe Männer, uns ist es wirklich egal, wie groß oder eben klein euer Penis ist. Auf die Performance kommt es an! Also entspannt euch – alles andere wirkt leider ziemlich abtörnend.

Behaarter Rücken: Auf einen behaarten Rücken stehen wir ebenfalls so gar nicht. Auch unter den Achseln dürft ihr euch gerne rasieren – und etwas Deo auflegen.

Interview mit Sex-Bloggerin Ms Naughty

„ICH DREHE GERNE PORNOS MIT ECHTEN PAAREN“ - Die australische Sex-Bloggerin Ms Naughty, 40, bewertet in ihrem Blog Pornofilme und dreht selbst welche, die die weiblichen Vorlieben in den Fokus rücken (brightdesire.com)

petra: Wie kommt man als Frau eigentlich zum Thema Porno?

Ich erinnere mich an den Moment, als ich zum ersten Mal Nacktfotos in einem Männermagazin gesehen habe. Da war ich 9 oder 10 Jahre alt. Es hat mich erregt – obwohl darin nur Bilder von Frauen waren. Seitdem hat mich diese Vorliebe begleitet.

petra: Etwa 30 Prozent der Pornokonsumenten sind weiblich. Was gucken Frauen am liebsten?

Die unterscheiden sich da kaum von Männern. Die Bandbreite dessen, was Frauen antörnt, ist erstaunlich. Manche bevorzugen Softcore und Romantik – das, was die Medien unter „Frauenpornos“ verstehen. Andere mögen auch richtig harte Nummern. Das Problem ist, dass die meisten Produktionen Frauen als Zielgruppe gar nicht in Betracht ziehen.

petra: Und wie dreht man weibliche Pornos?

Indem man Frauen das Recht zugesteht, sich an einem männlichen Körper zu ergötzen. Wir werden ja in dem Glauben erzogen, dass der nackte männliche Körper nichts Bewundernswertes ist. Aber ich bin da ganz anderer Meinung! Meine Abnehmerinnen wollen Filme mit weiblichem Standpunkt – und attraktive Männer sehen.

petra: Was macht Ihre Filme besonders?

Ich möchte den Kopf genauso ansprechen wie die Pussy. Deswegen drehe ich gern mit echten Paaren. Wenn ich einen Mann und eine Frau vor der Kamera habe, die ineinander verliebt sind, kann ich die Intimität einfangen, die in Mainstream-Filmen keine Rolle spielt. Richtige Paare kichern, sind spielerisch, gehen aufeinander ein. Andere Pornos sind auf die Genitalien fixiert oder darauf, den Zuschauer schnell zum Höhepunkt zu bringen.

petra: Ist der Erfolg von „50 Shades of Grey“ ein Zeichen dafür, dass Frauen jetzt offensiver zu ihrer Lust stehen?

Das Buch ist durchschnittlich, aber ich finde es fantastisch, dass ein Werk, das sich nur mit dem weiblichen Begehren befasst, zum meistverkauften aller Zeiten wurde. Jetzt bekommen die weibliche Sexualität und die damit verbundenen Fantasien endlich mehr Beachtung. Es wird ja auch wirklich Zeit, dass unsere Gesellschaft ein entspanntes und selbstbestimmtes Verhältnis zur Sexualität entwickelt – ohne Einschränkungen.

petra: Wünschen sich alle Frauen ein ausgiebiges Vorspiel?

Das Vorspiel ist ein wichtiger Punkt beim Thema Sex. Für die einen ist es der beste Part am Liebesakt und für die anderen völlig unnötig. In vielen Fällen ist es so, dass Frauen das Vorspiel wichtiger ist, als dem Mann. Männer sind zielorientiert und das Ziel ist klar: Sex und dann zum Höhepunkt kommen. Für Frauen sieht die Sache schon anders aus. Sie mögen es häufig lieber langsamer. Wir sehnen uns nach Sicherheit, Stabilität und Nähe – diese können wir bei einem ausgiebigen Vorspiel genießen und kommen so erst so richtig in Stimmung. Jedoch sollten wir dies nicht zu sehr verallgemeinern. Zum einen gibt es laut Umfragen viele Männer, die sich ein längeres Vorspiel wünschen und zum anderen haben auch Frauen unterschiedliche Vorlieben. Es gibt Frauen unter uns, denen der Orgasmus und Abwechslung im Bett viel wichtiger sind, als stundenlange sanfte Berührungen. Prozentual gesehen ist es jedoch so, dass sich die meisten Frauen ein ausgiebiges Vorspiel wünschen.

Datum: 16.04.2020

Autor: Christin Kaufmann

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