3. Dezember 2021
Hundeblick: Was WIRKLICH hinter dem süßen Blick steckt

Hundeblick: Was WIRKLICH hinter dem süßen Blick steckt

Wenn Hunde ihren berühmten Blick aufsetzen, dann sind wir Wachs in ihren Händen. Soll das vielleicht so sein? Was WIRKLICH hinter dem Hundeblick steckt, haben japanische Forscher herausgefunden.
 

Du kommst nach Hause und stolperst über deine Lieblings-High-Heels – zerkaut, der Absatz hängt nur noch am seidenen Faden. Oder das Wohnzimmer gleicht einem Schlachtfeld? Und inmitten des Chaos sitzt dein geliebter Vierbeiner und schaut dich an – mit diesem magischen Hundeblick, unschuldig, den Kopf zur Seite gelegt ... als ob ihn kein Wässerchen trüben könnte? Und du nimmst ihn wie fremdgesteuert mit einer halbherzigen Ermahnung in den Arm, streichelst ihn – und beseitigst wortlos das Chaos? Dieses Szenario können sicher viele Hundebesitzer so oder so ähnlich unterschreiben. Aber woher kommt diese magische Kraft?

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Hundeblick: Was japanische Wissenschaftler herausgefunden haben

Das Hormon Oxytocin, auch als "Kuschelhormon" bekannt, wird ausgeschüttet, wenn Hunde diesen Blick auf uns werfen. Das passiert auch, wenn Hunde Blödsinn angestellt haben und uns (schuldig) unschuldig ansehen. 

In einer Studie haben die Forscher der Azabu Universität von Hunden und ihren Besitzern vor und nach intensiven Streicheleinheiten Urinproben genommen. Bereits nach 30 Minuten intensiver Interaktion wie Ansprechen des Hundes, ihn streicheln und gegenseitiges Ansehen wurde das Hormon bei beiden verstärkt im Körper nachgewiesen.

Vor allem der Blickkontakt soll dabei den Ausschlag gegeben haben. In einer zweiten Testrunde haben Hunde das Hormon via Nasenspray zu Schnüffeln bekommen, was dazu führte, dass der Blickkontakt sich steigerte und intensiver wurde. Danach war das Hormon bei Mensch und Tier nochmals stärker nachweisbar! Das spannende Fazit:  Der Hund löst offenbar starke chemische Effekte bei uns aus – und umgekehrt.

Hunde und Menschen kommunizieren mit den Blicken

Im Gegensatz zum Wolf hat der Hund spezielle Gesichtsmuskeln, mit denen er spielen kann. Das haben Forscher der Uni Portsmouth herausgefunden. Sie können damit die Augen größer und das Gesicht kindlicher wirken lassen. Auch das intensive Heben der Brauen ist etwas, das nur Hunde machen, Wölfe so gut wie gar nicht. Das Ergebnis: Im Laufe der Domestizierung hat der Hund Augenbrauenmuskeln entwickelt – und gelernt, sie einzusetzen. Das ist quasi eine Überlebensstrategie geworden, denn mit einem niedlichen Gesicht können und konnten sich die Vierbeiner beispielsweise besser vor Schlägen schützen.

Gleichzeitig haben sie gelernt, dass sie aber auch mehr Leckerchen und Streicheleinheiten damit bekommen. Und wenn sie Blödsinn gemacht haben, dann wissen sie, dass wir ihnen einfach nicht böse sein können. Sie wissen also um die Wirkung und setzen die Macht des Blicks gezielt ein. Und ja, wir gestehen: Auch wir sind Wachs in ihren Händen, äh Augen. 

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