16. Juli 2013
Sport und Sex – die perfekte Kombination

Sport und Sex – die perfekte Kombination

Vor dem Fitnesstraining noch ein Quickie? Oder senkt das meine Leistung? Fest steht: Sex und Sport beeinflussen sich. Wir erklären, wie...

Junges Paar treibt gemeinsam Sport
© Fuse/Thinkstock
Junges Paar treibt gemeinsam Sport

Sex vor Sport, das lass sein - Sport vor Sex, das rat ich dir? Ganz so einfach ist es nicht! Wie also hängt das zusammen: Sport und Sex? Fest steht, dass sich Leibes- und Liebesübungen gegenseitig beeinflussen. Aber welche Einflüsse sind das? Wir haben uns auf die Suche gemacht und Überraschendes entdeckt!

Mehr Lust durch Sport?

An der Universität von Arkansas ist 2005 eine Studie erschienen, die besagt, dass Ausdauersportler mehr Sex haben. Warum? Weil sie sich selbst einfach unwiderstehlich finden! Findet das andere Geschlecht das denn auch? Umfragen ergeben: Ja! Sowohl Frauen als auch Männer stehen drauf, wenn der Partner oder die Partnerin sich körperlich ertüchtigt. Dabei stehen für die Frauen schwimmende und Fußball spielende Männer besonders hoch im Kurs, bei den Männern Turnerinnen und Eiskunstläuferinnen. Obendrein wirkt eine gewisse Sportlichkeit, so sagt die Wissenschaft, lindernd bei psychischen Problemen - und zwar über den Sex! Der Sport sorgt für besseren Sex, und der bessere Sex sorgt für die gesündere Seele. Wenn das keine gute Nachricht ist!

Zudem machen neue Studien Hoffnung für's Alter. Einer Gruppe von Harvard-Forschern zufolge sind 60-jährige Menschen, die regelmäßig Sport treiben, noch genauso aktiv im Bett wie mit 40, und Männer, die regelmäßig Sport treiben, haben ein 30 Prozent geringeres Impotenzrisiko. Wissenschaftler aus Großbritannien haben in einer Studie gezeigt, dass Jogger mehr Sex haben als Nicht-Jogger. Wegen der besseren Durchblutung - aller Körperteile! - empfinden sie größere Lust. Und beim Sport werden Sexualhormone ausgeschüttet.

Auch bei Sport und Sex gilt: Viel hilft nicht immer viel

Aber: Bloß nicht übertreiben! Denn zu viel Sport kann die Lust hemmen. Je nach gesundheitlicher Konstitution der Probanden sank das sexuelle Bedürfnis schon bei drei bis 18 Stunden Sport pro Woche.

Außerdem ist nicht jede Sportart geeignet, das Sexleben zu verbessern. Radfahren kann schon ab vier Stunden in der Woche die männliche Potenz mindern; bei Frauen können sich Orgasmusschwächen oder Taubheitsgefühle im Genitalbereich entwickeln. Kraftsportarten können, insbesondere im Zusammenhang mit Muskelaufbaupräparaten, sexuelle Funktionsstörungen auslösen.

Insgesamt also gilt im Sport wie überall: Auf die Dosierung kommt es an!

Junges Paar treibt gemeinsam Sport
© Fuse/Thinkstock
Junges Paar treibt gemeinsam Sport

Absolutes Sexverbot: Während einer Fußball-WM ist häufig zu hören, die Spielerfrauen dürften ihre Männer am Abend vor dem großen Spiel nicht sehen. Denn Sex vor dem sportlichen Wettkampf sei schlecht für die Leistung. Stimmt das wirklich?

Der israelische Sportarzt Alexander Olshanietzky behauptet das Gegenteil. Er befragte Sportlerinnen bei den Olympischen Spielen im Jahr 2000 in Sydney. Sein Ergebnis: Frauen, die in der Nacht zuvor einen Orgasmus hatten, konnten am Wettkampftag schneller laufen und höher springen. Forscher der Universität Oxford kommen zu ähnlichen Erkenntnissen. Sie wollen herausgefunden haben, dass Sex zu einer um fünf Minuten besseren Zielzeit tags darauf beim Marathon führt. Für diese Erkenntnis werteten sie die Daten von 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Londoner Marathons aus.

Die Hormone machen den Unterschied

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Geschlechtsverkehr wirkt sich insbesondere auf die Leistung von weiblichen Kurzstreckenläuferinnen förderlich aus. Ursache sei der beim Laufen angestiegene Testosteronspiegel, was die Aggressivität der Frauen erhöhte. Übrigens: Der Testosteronspiegel der Männer stieg beim Laufen nicht. Andere Studien zeigen aber, dass Sex die Leistungsfähigkeit senkt, insbesondere wenn für die ausgeübte Sportart Schnelligkeit und Kraft benötigt wird. Die Begründung ist so simpel wie einleuchtend: Ein Orgasmus wirkt beruhigend. Die ausgeschütteten Glückshormone wirken auf das vegetative Nervensystem. Das entspannt den Körper. Demgegenüber wird durch regelmäßigen Sex die Hormonproduktion des Körpers angeregt und der Muskelaufbau unterstützt. Bei Männern steigt beim Sex der Testosteronspiegel, was zu aggressivem Verhalten führen kann. Gut für Kampfsportarten! Auch bei Wettkämpfen mit einem hohen Anspruch an die Konzentration kann diese Aggressivität Vorteile haben. So bei Schießsportarten.

Grundsätzlich gilt für all diese hormonellen Einflüsse aber: Die Effekte sind bei Freizeitsportlern gering und machen sich eher im Hochleistungsbereich bemerkbar.

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