15. Februar 2012
Die a-capella-Band basta im Interview

Die a-capella-Band basta im Interview

Schon seit elf Jahren ist die a-capella-Band "basta" mit wortwitzigen Texten und Ohrwurm-Melodien erfolgreich. Jetzt haben die Kölner ihr fünftes Album veröffentlicht und touren damit durch Deutschland. Petra.de sprach mit Band-Mitglied William Wahl über musikalische Einflüsse, die neue Platte und seine Solopläne.

Petra.de: Wann habt ihr eigentlich eure Leidenschaft zur Musik entdeckt?
William Wahl: Das ist ganz unterschiedlich. Viele schon im Elternhaus, manche später in der ersten Teenie-Band. Ich bin beispielsweise ab der 7. Klasse auf ein musikalisches Gymnasium gegangen.

Ihr habt alle unterschiedliche Berufe erlernt. Wie seid ihr zur Musik und schließlich zu basta gekommen?
Das lief einigermaßen zufällig. Wir kennen uns schon sehr viel länger, als es die Band gibt. Wir haben sechs, sieben Jahre lang zusammen musiziert, bevor wir die erste Platte herausgebracht und eigene Songs geschrieben haben. Und es gab viele verschiedene Besetzungen, bevor sich die Leute gefunden haben, die jetzt die Band basta bilden.

A-capella-Musik ist ja eine spezielle Musikrichtung. Wie kam diese Entscheidung zustande?
Das hatte rein praktische Gründe. René Overmann und ich haben die Gruppe gegründet. Damals waren wir noch keine reine a-capella-Gruppe. Wir sind mit einer Kontrabassistin oder einer Gitarre auf die Straße gegangen, um unser Taschengeld aufzubessern. Die a-capella-Richtung stellte sich dann als das Effektivste herraus, um Leute zu begeistern.

2006 hattet ihr eine eigene TV-Show „...und basta!“. Wie sah diese Sendung aus?
Den größten Teil haben wir mit unseren Songs bestritten. Aber wir hatten auch immer einen prominenten Gast, mit dem wir gemeinsam Musik gemacht haben.

Ist so ein Fernsehprojekt für Euch auch in Zukunft wieder vorstellbar?
Auf jeden Fall! Es war zwar etwas anstrengend, weil wir so gar nicht aus dem Fernseh-Milieu kommen und immer sehr nervös waren. Inzwischen hat aber Thomas Aydintan häufiger als Moderator gearbeitet, so dass wir einige Erfahrungen sammeln konnten. Konkrete Pläne gibt es momentan aber nicht.

Eure Liedtexte sind ziemlich originell. Wer von Euch schreibt sie und woher kommen die Ideen dazu?
Es gibt immer mal wieder Songs, die wir gemeinsam schreiben, der Hauptteil ist aber von mir. Lieder, die eine Geschichte erzählen, kann man einfach nicht zusammen schreiben. So eine Geschichte schlummert in einem persönlich und will auch von der einen Person erzählt werden. Lieder dagegen, die eher Pointen aneinanderreihen, wie unser WM-Song „Gimme hope Joachim“, die schreiben wir auch schon mal zusammen.

Das heißt, es gibt eine klare Aufgabenteilung bei euch: Einer schreibt, der andere komponiert usw.?
Normalerweise sind unsere Aufgaben schon klar verteilt. Meistens schreibe ich die Musik zu meinen Texten. Aber es gibt auch Ausnahmen wie auf der aktuellen Platte. Da hat Thomas zum ersten Mal einen Titel getextet und ich hab die Musik dazu geschrieben. Andreas Hardegen, unser Mann am Bass, kümmert sich dagegen um alles Organisatorische, Finanzen und diese furchtbaren Steuererklärungen.

Gibt es eine Kernaussage, die ihr mit eurem neuen Album "basta macht blau" vermitteln wollt?
Ich befürchte, so etwas haben wir nicht. Ein „Konzept-Album“ hatten wir noch nie. Wir schreiben die Lieder, nehmen sie auf und dann war es das auch schon.

Inwieweit habt ihr euch im Laufe eurer Karriere verändert ? Und haben auch eure Lieder eine Entwicklung durchgemacht?
Ganz sicher, ja! Die Entwicklung betrifft vor allem unsere Texte. Ich glaube, die waren am Anfang sehr davon geprägt, dass es unsere ersten Versuche waren. Bei den späteren Alben, gerade bei den letzten beiden, ist schon sehr viel deutlicher ein Band-eigener Stil zu hören. Im Nachhinein bin ich auch mit einigen Songs unserer ersten Platten nicht so wahnsinnig glücklich. Heute ist das anders.

Wie ist euer CD-Titel „Basta macht blau“ zu verstehen?
Naja, wir waren noch auf der Suche nach einem Titel, auf dem Album gibt es ein Stück, das „Mach blau“ heißt, das ergab eine ganz hübsche Geschichte. Noch dazu hatten wir diese Idee für das Cover-Foto, auf dem wir auf diesem Boot liegen. Wir hatten eine leise Vorstellung davon, dass das „Blaumachen“ sich damit verbinden lässt, für eine Weile seinen Alltag, Pflichten und Stress zu vergessen. Aber so viel möchte ich auch gar nicht rein interpretieren. Wir fanden den Titel einfach ganz witzig.

Eure vorherigen Alben hießen „basta“, „b“, „Wir kommen in Frieden“, „Wir sind wie wir sind“ und „Fünf“. Steckt hinter den Titeln ein bestimmtes Konzept oder legt ihr euch da von Album zu Album unabhängig fest?
Also der einzige Titel, der uns wirklich sehr leicht gefallen ist, war „Fünf“. Das passte wirklich wie die Faust auf's Auge: Wir waren zu fünft, es war das fünfte Album und es gab einen Song namens „Fünf“. Schon beim dritten Album war klar, dass das fünfte eben „Fünf“ heißen würde. Ansonsten ist so ein Albumtitel aber immer eine eher schwere Geburt.

Könnt ihr euch denn vorstellen, eure Lieder auch mit einer Band zu komponieren?
Ich glaube, das passiert höchstens bei bestimmten Projekte. Aber wir sind eine a-capella-Band und das werden wir auch bleiben.

basta
Von links: René Overmann, William Wahl, Andreas Hardegen (Bass), Thomas Aydintan, Werner Adelmann


Was hört ihr privat gerne für Musik? Fließen diese Stile auch in eure Lieder ein?

Wie die unterschiedlichen musikalischen Richtungen, aus denen wir kommen, ist auch unser Musikgeschmack sehr unterschiedlich. Und klar fließt davon hin und wieder etwas mit in unsere Stücke. Wenn man unsere Platte hört oder unsere Shows sieht, merkt man auch, das wir gern viele unterschiedliche musikalische Stile ausprobieren.

Du hast gerade dein erstes Soloalbum aufgenommen, das im Januar erscheinen soll. Wie kam es zu der Idee?
Ich schreibe schon seit langer Zeit Songs, die nicht unbedingt zu basta passen und die auchzu persönlich dafür sind. basta ist ja hauptsächlich eine Live-Band, wir schreiben für's Publikum. Die Songs, von denen ich glaube, dass sie nicht so gut in die Band passen, sind mir trotzdem über die Zeit sehr ans Herz gewachsen. Daher ergab sich jetzt die Gelegenheit, sie aufzunehmen und auch rauszubringen.

Basta sind noch bis Ende des Jahres auf Tour, euer neues Album ist erschienen – bleibt denn da noch Zeit für dein Solo-Projekt?
Die Aufnahmen habe ich gemacht, als ich bei basta viel Freiraum hatte. Wenn die CD Mitte Februar erscheint, wird es um basta eher ruhig werden. Meine Single erschien ja am 25. November. Und irgendwie war es schon eine lustige Situation, dass es für mich gerade so aufregend war und ich gleichzeitig mit basta toure.

Wie wird sich das Album von dir anhören? Erinnert es an basta oder probierst du ganz neue Sachen aus?
Nein, das ist schon sehr unterschiedlich. Ich glaube, es gibt auf der Platte nur eine einzige Stelle, an der der Gesang mehrstimmig ist und das ist auch nur eine zweite Stimme. Das Album ist sehr Band und Orchester-orientiert. Auch stilistisch sind die Richtungen sehr unterschiedlich.

Ist denn eventuell auch eine Solo-Tour geplant?
Das wird sich zeigen. Es wird bestimmt den ein oder anderen Auftritt geben, aber ob es eine Tour geben wird oder es bei vereinzelten Konzerten bleibt - das muss ich mir noch überlegen.

Aktuelle Tourdaten und weitere Infos gibt es unter wwww.basta-online.de

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