28. Dezember 2012
12 Dinge, die ihrem Körper guttun

12 Dinge, die ihrem Körper guttun

Klar, zwei Liter Wasser pro Tag, brav zum Yoga gehen und mehr Gemüse essen – kennen wir! Aber da geht noch was. Hier kommen die besten Tipps für Body and Soul aus der aktuellen Forschung

Frau fühlt sich wohl in ihrem Körper
© iStockphoto/Thinkstock
Frau fühlt sich wohl in ihrem Körper

1 Wildobst essen

Okay, Sanddorn und Hagebutte sind in etwa so stylish wie Häkeldeckchen und kommen auf der Exotik-Skala gar nicht erst vor. Dabei entpuppt sich Wildobst als echter Power-Booster: Sanddorn enthält neben rund 600 Milligramm Vitamin C (pro 100 Gramm) jede Menge Vitalstoffe – von Karotin über verschiedene mehrfach ungesättigte Fettsäuren bis hin zu Vitamin B12, das in Pflanzen selten vorkommt. Und die gute alte Hagebutte macht mit ihrem Vitamin-C-Gehalt sogar der IN-Frucht Acerola Konkurrenz: In 100 Gramm stecken bis zu 3000 Milligramm des Antioxidans. Also, ab ins Reformhaus und Saft, Mark (lecker zu Müsli und Joghurt) oder Brotaufstrich mitnehmen!

2 Aus Glasflaschen trinken

Sie stehen auf Partys gern mal mit einem Fläschchen Bier in der Hand herum? Dann machen Sie alles richtig! Zwar ist es noch nicht endgültig bewiesen, aber inzwischen hat sogar das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Verwendung von Bisphenol A (in Babyflaschen!) verboten. Der Stoff wird zur Synthese von Kunststoffen verwendet und steht (laut einer Studie der Universitiy of California in San Francisco) im Verdacht, an Östrogenrezeptoren anzudocken und das Wachstum von Fettzellen anzuregen. Das hat uns gerade noch gefehlt! Auf der sicheren Seite ist, wer nur aus Glasflaschen trinkt und Vorräte nur in Glasbehältern aufbewahrt.

3 Mit Düften Gefühle und Verstand wecken

Wer weiß, woran er schnuppern muss, kann so seine Hirnleistung und Stimmung beeinflussen. Rosmarinöl verbessert die Durchblutung im Gehirn und erhöht die Denkfähigkeit. Das zeigte eine Studie am Herbal Medicine Department in Maryland, USA. Auch der Geruch von Ylang Ylang, Pfefferminz und Jasmin bringt einen Brain-Push, fanden Forscher der Universitäten München und Wien heraus und ebenso, dass Orangenduft Ängste mindert. Weil manche Gerüche sogar wie Medikamente wirken, testeten Forscher der Uni Bochum grapefruitähnliche Düfte an Mäusen. Ergebnis: Auf die Nager wirkten die Aromen wie Valium, sie schliefen ein. Merkwürdig, dachten wir nicht immer, Zitrusdüfte seien belebend? Welcher Duft was kann, steht übrigens im „Lexikon der Düfte“ von Axel Meyer, Taoasis, 191 Seiten, 14,90 Euro.

4 Barfuß laufen

Im schicken Restaurants werden Sie barfuß vermutlich vor die Tür gesetzt, aber zu Hause? Da sollte man unbedingt jeden Tag eine Stunde lang ohne Schuhe herumlaufen, das ist nämlich so entspannend wie eine Fußmassage und stärkt ganz nebenbei die Muskulatur. Der Barfuß-Hype (für Fans: hobby-barfuss.de) wurde durch eine US-Studie ausgelöst, die belegte, dass Knie und Hüften mit Laufschuhen stärker belastet werden. Den Wissenschaftlern zufolge waren dafür die Dämpfungssysteme der Schuhe verantwortlich. Die Hersteller haben darauf aber längst reagiert und flach geschnittene Modelle mit härterer Dämpfung konzipiert. Also: entspannt weiterjoggen und dabei gesunde Sneakers tragen.

5 Lesen

Wer gerne liest, kennt das Phänomen: Wir versinken in einer Geschichte, die reale Welt um uns verschwindet. Der Neurologe Paul Zak von der Graduate University in Kalifornien fand heraus, dass emotional aufgeladene Geschichten Empathie-Auslöser sind und im Gehirn zur Ausschüttung des „Kuschelhormons“ Oxytocin führt. Grund: Psychologisch gesehen werden wir Teil der Handlung und entwickeln ein echtes Nähe-Gefühl zu den Romanfiguren. Es entsteht eine Art imaginäre Gemeinschaft, die uns Nestwärme vermittelt. Das macht glücklich und schützt sogar vor Depressionen, wie Wissenschaftler der University of Pittsburgh nachwiesen. Dabei ist es gleich, ob Sie ein Buch oder E-Book in der Hand halten, Hauptsache lesen!

6 Mit Ingwer würzen

Cook it like Schuhbeck! Beim Starkoch läuft ohne Ingwer nichts. Dafür wird er von Kollegen zwar oft belächelt, aber der Mann hat recht – Ingwer ist nicht nur ein Multitalent in der Küche, sondern hat auch medizinisch gesehen viel Potenzial. Er gehört zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt, bekämpft Magen- und Darmbeschwerden, Übelkeit und Husten, wirkt verdauungsfördernd, entzündungshemmend und lindert Muskelschmerzen. Auch die Entstehung von grauem Star soll sich durch Ingwer hinauszögern lassen, berichtet die Zeitschrift „Molecular Vision“. Grund genug, die Knolle öfter zu verwenden. Praktisch: Extrahierte Auszüge gibt es auch als Tropfen (Ingwer Pure von Truw, in Apotheken).

7. Beim Essen das Unterbewusstsein austricksen

Synchronschwimmen ist eine absolute Frauendomäne – „Synchronessen“ offenbar auch. Eine Untersuchung niederländischer Forscher zeigte, dass Frauen beim Miteinander-Essen auf Gleichklang schalten und Tempo und Menge ihrem Gegenüber angleichen. Psychologen vermuten, Ursache sei die enge neuronale Verbindung zwischen Wahrnehmung (von Bewegung) und Handlung. Das würde auch erklären, warum manche zunehmen, nachdem sie mit dem Partner zusammengezogen sind und öfter gemeinsame Mahlzeiten einnehmen. Um aus der Synchronisationsfalle rauszukommen, könnte der Häppchen-Trick helfen: Einfach die Portion in mehrere Stücke teilen. Das Unterbewusstsein verbindet eine größere Anzahl von Häppchen mit einer größeren Menge Nahrung – und das macht schneller satt, zeigten Untersuchungen an der Arizona State University.

8 Baden mit Epsom-Salt

Pst! Geheimtipp: Schon mal was von Epsom-Salz gehört? Das ist Magnesiumsulfat Bittersalz, (in Apotheken), und mit Meeres- oder Speisesalz (Natriumchlorid) hat es nichts zu tun. In der Balneologie, der Bäderkunde, wir es schon seit Ewigkeiten verwendet, und seit Floating angesagt ist, auch dort Wegen des hohen Magnesiumgehalte hilft es gegen Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Entzündungen. Auch bei Schuppenflechte und stressbedingten Symptomen setzen Balneologen auf Epsom-Salz. Nebenbei reinigt und pfleg es die Haut, gleicht den Feuchtigkeitsverlust der Zellen aus und beschleunigt den Transport von Mineralien in ihr Inneres. Warum nicht mal eine Badekur zu Hause machen – über sechs Woche mit zwei bis drei Bädern pro Woche? Dazu 300 Gramm Epsom-Salz in warmem Badewasser auflösen (dauert ein paar Minuten), dann die Wanne volllaufen lassen (keine Schaumzusätze dazugeben) und bei 37 Grad zehn bis 20 Minuten baden. Am besten abends – danach schläft man wie ein Baby.

9 Offline sein

Schweißperlen auf der Stirn, wenn die Internetverbindung rumzickt ? Vorsicht! Immer öfter zeigen junge Frauen Symptome von Netz-Abhängigkeit und verspüren regelrecht Angst, wenn sie längere Zeit nicht online sind. Laut Bernhard Croissant, Chefarzt der psychotherapeutischen Christoph-Dornier-Klinik in Münster, würden viele Bestätigung über soziale Netzwerke suchen, weil dort die Anzahl der „Freunde“ einem sozialen Ranking entspräche. Er rät, bei Abhängigkeitssymptomen professionelle Hilfe zu suchen. Damit es gar nicht so weit kommt, lieber öfter mal den Ausschalter betätigen oder gleich den Stecker ziehen. Übrigens: Das blaue Licht der Monitore von Computer und iPad stört den Schlaf, denn es hemmt die Melatonin-Produktion. Das bestätigt eine neue Untersuchung des Lighting Research Center in Troy, USA. Wer es trotzdem nicht schafft, auf den Knopf zu drücken, kann mit der Freeware f.lux die Farbtemperatur des Monitors der Tageszeit anpassen.

10 Tunia-Massage

Kneten, streichen, kneifen, pressen - die Tunia-Massage ist nichts für Weicheier, tut aber unglaublich gut. Sie entstammt der Traditionellen Chinesischen Medizin und soll Blockaden lösen und den Energiefluss fördern, Stress abbauen und schmerzlindernd wirken. „Diese Massagetechnik ist besonders gut geeignet für Patientinnen mit Kopfschmerzen, Erschöpfungszuständen und Schlafstörungen“, so Feng Luo, Therapeut im Aiyasha-Spa in München. Der Masseur behandelt Organe und Gewebe mit Händen, Fingern, Ellbogen und Füßen, der Patient bleibt dabei bekleidet. Einfach ausprobieren und sich hinterher wie neu fühlen!

11 Raus dem „sozialen Jetlag“

Nein, es braucht keinen Transatlantikflug, um den Schlaf-Wach-Rhythmus zu ruinieren – der Alltag reicht völlig aus: frühe Termine, Überstunden, Verabredungen bis spät in den Abend. Ein Leben gegen die „innere Uhr“ macht allerdings schlapp, müde und kann auf Dauer krank machen – und zu Übergewicht führen, fand das Team um den Chronobiologen Till Roenneberg von der Universität München heraus. Weil Schlafmangel das natürliche Hungergefühl störe, würden viele übermäßig essen. Wie man da rauskommt? Versuchen, den Tagesrhythmus so weit wie möglich vom Sonnenlicht bestimmen zu lassen (z. B. morgens joggen, sobald es hell ist), späte Abendmahlzeiten vermeiden und vielleicht doch mal etwas früher schlafen gehen.

12 Functional Training

Für alle, die schon beim Gummitwist einen Mordsspaß hatten: Nachdem es lange nur noch Physiotherapeuten und Top-Sportlern eingesetzt wurde (z. B. unserer Fußball Nationalmannschaft), ist Functional Training mittlerweile in Breitensport und Fitnessstudios angekommen. Nicht Muskelpower, sondern die Steigerung der Leistungsfähigkeit steht im Vordergrund. Das Training basiert auf Übungen mit dreidimensionalem Charakter: Man muss mehrere Dinge gleichzeitig tun, etwa den Rumpf in einer Position stabilisieren und gleichzeitig eine Bewegung ausführen. Bei den Übungen werden Bälle, luftgefüllte Kissen, Balancebretter und Gewichte eingesetzt, aber auch Seilzüge, die per Luftdruck Widerstand erzeugen. Ziel ist es, die Eigenwahrnehmung von Sehnen und Gelenken zu schulen und die Muskulatur zu stabilisieren. Macht fit und bringt Spaß. Buchtipp: „Functional Training“ von Michael Boyle, Riva, 224 S., 24,99 Euro.

Lade weitere Inhalte ...