Psychische Beschwerden in der Menopause: Das kannst du tun

Psychische Beschwerden in der Menopause: Das kannst du tun

Zwischen Ende 40 und Anfang 50 beginnen bei den meisten Frauen die Wechseljahre. Die fruchtbare Lebensphase ist abgeschlossen und die Hormone im Körper stellen sich um. Die Eierstöcke hören nun damit auf, die weiblichen Sexualhormone bereitzustellen. Dies geht mit einer Vielzahl an physiologischen Veränderungen einher. Hitzewallungen, Gewichtszunahme, Haarausfall – das sind Anzeichen, die fast jede Frau kennt. 

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Doch auch psychisch hat die Menopause eine Reihe von Auswirkungen, die mitunter schwierig zu händeln sind. So leiden bis zu 70 Prozent der Frauen unter Depressionen in den Wechseljahren, die sich durch verschiedene Symptome zeigen. Auch wenn noch immer wenig darüber gesprochen wird: Psychische Probleme sollten niemals ein Tabuthema sein – egal, in welchem Lebensabschnitt und Alter sie auftreten. Und es gibt vieles, was man tun kann, um sich selbst wieder zu stabilisieren und die Lebensfreude zurückzuerobern. 

Auswirkungen der hormonellen Umstellung auf die Psyche 

Die Menopause ist keine Krankheit, sondern eine natürliche und normale Phase im Leben einer jeden Frau. Dennoch haben einige Frauen es alles andere als leicht, durch diese herausfordernde Zeit zu kommen. So steigt die Wahrscheinlichkeit, von Labilität, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen betroffen zu sein, um das Fünffache. Auch kognitive Fähigkeiten wie Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung lassen oft nach. 

Die gute Nachricht ist, dass Symptome wie Verwirrtheit und Vergesslichkeit mit der Zeit wieder deutlich weniger werden. Dass die Menopause sich auch auf die Psyche auswirkt, ist eigentlich nicht weiter verwunderlich. Östrogene regulieren nämlich nicht nur die weibliche Sexualität, sie beeinflussen auch das Gehirn auf nicht unerhebliche Weise. Aufgrund ihrer fettlöslichen Eigenschaften passieren sie die Blut-Hirn-Schranke mühelos und gelangen über den Blutkreislauf ins „Denkorgan“. Dort schützen sie empfindliche Nervenzellen und beeinflussen Prozesse, die für das Gedächtnis eine wichtige Rolle spielen. Sie verbessern insgesamt die Durchblutung des Gehirns und helfen auf diese Weise, die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten. Ein starker Hormonentzug, wie er in den Wechseljahren passiert, hat aus diesem Grund vielfältige Auswirkungen auf Körper und Geist. 

Wichtige Lebensfragen rücken in den Fokus 

In den Lebensjahren um die 50 herum verändert sich nicht nur der Hormonhaushalt. Auch in beruflichen und privaten Fragen erleben viele Frauen nun Herausforderungen. Im Familienleben ist meist viel in Bewegung: Die eigenen Eltern werden alt und möglicherweise pflegebedürftig. Die Kinder sind ausgezogen und leben ihr eigenes Leben. Frauen, die sich stark über ihre Mutterrolle definiert haben, müssen nun neue Aufgaben für sich finden. 

Zusätzlich rückt das eigene Alter mehr in den Blick. In einer Gesellschaft, die sehr auf junge, schlanke, durchtrainierte Körper fokussiert ist, fällt es vielen Frauen schwer, diesem Schönheitsideal nicht mehr entsprechen zu können. Damit einher geht jedoch oft eine neue Art von Freiheit: Frauen in der Menopause beginnen dann, sich über andere und neue Werte zu definieren. Sie finden neue Ziele und ein neues Lebensgefühl. Eine intensive Zeit des Umbruchs also – an dessen Ende aber ein neuer und aufregender Lebensabschnitt stehen kann. 

Wie kannst du mit psychischen Beschwerden in den Wechseljahren umgehen? 

Vielen Frauen hilft es bereits, sich klarzumachen, dass psychische Beschwerden in der Menopause keinesfalls ein persönliches Versagen oder Defizit darstellen. Im Gegenteil: Der Großteil der Frauen ist davon betroffen. Aus diesem Grund ist es auch so wertvoll, sich auszutauschen und mit den Schwierigkeiten nicht allein zu bleiben: Sprich darüber mit anderen Frauen, in Selbsthilfegruppen oder auch mit einer psychotherapeutisch geschulten Fachperson. 

Davon abgesehen ist es grundsätzlich bei Wechseljahresbeschwerden wichtig, auf einen ausbalancierten und ausgewogenen Lebensstil zu achten. Ernähre dich gesund, treibe Sport und nimm dir Zeit für Entspannung und Ruhe. Auch konkrete Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation und Yin Yoga helfen dabei, das seelische Gleichgewicht zu bewahren und zu verbessern. 

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