20. März 2010
10 Tipps gegen Jobfrust

10 Tipps gegen Jobfrust

Sie mögen Ihren Beruf und haben dennoch das Gefühl, in einem Hamsterrad zu stecken? Denken schon länger darüber nach, was passieren müsste, damit Sie wieder mehr Spaß, Mut und gute Ideen finden? Diese 10 Strategien helfen Ihnen dabei.

10 Tipps gegen Jobfrust
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10 Tipps gegen Jobfrust

Sei kreativ und glücklich, lebe deine Träume, und verwirkliche dich selbst!

Die Ideale, die wir an uns und unseren Beruf stellen, waren noch niemals so groß wie heute – und das ist gut so. Richtig ist aber auch: Keine Stelle hält dem Ideal vom Traumjob lange stand, leider. Chefs haben oft anderes im Sinn als unsere Selbstverwirklichung (wenn wir nur wüssten, was?), und die lieben Kollegen haben ihre eigene Auffassung von Arbeit (wenn wir nur wüssten, welche?). Also sitzt man da und hofft: Beim nächsten Job wird alles anders.

Wohl nicht: Laut Untersuchung der Wirtschafts-Autoren Manuel Tusch und Volker Kitz sind85 Prozent der Deutschen unzufrieden im Beruf. „Und das kann nicht nur daran liegen, dass alle den falschen Job haben. Es belegt eher, dass alle mit ähnlichen Problemen kämpfen“, sagt Tusch. Deshalb plädieren die Wissenschaftler für einen Neuanfang – aber ohne Kündigung: „Machen Sie den Job, den Sie haben, zum Job, den Sie wollen.“ 10 PETRA-Tipps zeigen, wie’s geht.

1. SETZEN SIE IHRE KREATIVITÄT RICHTIG EIN

„Ständig schlage ich neue Ideen vor, aber hier interessiert das ja keinen – nicht mal den Chef.“ Sie kennen dieses Gefühl? Selbst wenn es seine Berechtigung hat, lassen Sie sich nicht davon überwältigen, sonst nehmen Sie nur noch Ihre Frustration wahr. Vielleicht hat Ihr Boss gute Gründe, Ihre Vorschläge zu ignorieren: z.B. eine Vielzahl von anderen Mitarbeitern, für deren Ideenmanagement er gewiss nicht bezahlt wird. Deshalb rät Job-Coach Manuel Tusch: „Versetzen Sie sich in die Rolle des Vorgesetzten, er entscheidet schließlich, welche Idee Priorität hat.“ Überlegen Sie, wo genau seine Probleme liegen: im Umsatz, im Marketing, im Arbeitsprozess? Diskutieren Sie Ihre Ideen mit den Kollegen, und erst dann geht’s zum Chef.


2. VERTRAUEN SIE SICH SELBST UND DER ZUKUNFT

Das Kriterium Nr. 1 bei Berufseinsteigern: ein Job, „der was mit Menschen zu tun hat“. Aber wer ahnt da schon in seinem jugendlichen Idealismus, wie anstrengend genau diese Menschen sein können? Selbstdarsteller im Chefsessel, inkompetente Kunden und man selbst mittendrin, immer zu Kollegialität und Kooperation verpflichtet. Immer? Bitte machen Sie sich klar, dass man im Job nicht dafür bezahlt wird, authentisch zu sein – „aber Sie müssen sich nicht alles gefallen lassen, Ärger können Sie durchaus ansprechen“, sagt Job-Coach Tusch. „Sie sollten ihn nur nicht ständig ausleben.“ Versuchen Sie es lieber mit professioneller Distanz: Machen Sie Ihr Selbstbewusstsein nicht davon abhängig, dass andere Ihnen Recht geben. Erklären Sie Ihre Position, aber lassen Sie anderen deren Meinung, wenn die darauf beharren. Falls Sie wirklich richtig liegen, wird die Zukunft Sie bestätigen.

3. MENSCH, ÄRGERE DICH!

Unterdrückte Wut ist der größte Energiefresser. Also lassen Sie Ihre Gefühle einfach zu, und schaffen Sie sich Erleichterung: Gehen Sie kurz raus, oder rufen Sie Ihre Freundin an. Aber danach muss die Sache erst mal abgehakt sein. Auch die Lieblings-Kollegin kann helfen, Druck abzulassen – aber Vorsicht, bitte: Ziehen Sie sie nicht runter, gründen Sie keinen Läster-Club, und machen Sie Ihren Arbeitsplatz nicht zur Klagemauer!

Machen Sie Ihren Beruf zu dem, den Sie immer wollten

4. DIE WOCHE FÄNGT JA GUT AN!

Der Montagmorgen könnte ein willkommener Neustart im Büro sein, hätte er nicht irgendwann den Stempel des absoluten Lust-Killers erhalten: Kaum endet der Tatort, wandern die Gedanken ins Büro, und die Lust ist dahin. Hier hilft nur eins – legen Sie in Ihrem Kopf einen anderen Film ein. Überlegen Sie: Wie würde Ihr perfekter Montag aussehen? Und was können Sie tun, dass er genau so wird? Suchen Sie sich Verbündete, mit denen Sie bereits am Freitag die Aufgaben der nächsten Woche andenken und sofort angehen.

5. DIE KUNST DES DELEGIERENS

Manchmal ist es wie verhext: Alle Arbeit landet auf Ihrem Tisch, während die Kollegen in der Küche über Stress jammern. Da nutzt es nichts, lauthals zu stöhnen – denn die Kollegen bringen das mit allem in Verbindung, nur nicht mit sich selbst. Wer delegieren will, muss seinen Kopf nutzen. „Versuchen Sie, Ihr Gefühl mit Fakten zu belegen“, rät Manuel Tusch. Etwa indem Sie eine Liste Ihrer Aufgaben plus Zeitaufwand und Output erstellen, die Sie den Kollegen vermitteln, ohne ihnen Vorwürfe zu machen. „Bewährt hat sich die Ich- Kommunikation, eine schlichte Beschreibung der eigenen Perspektive“, sagt Tusch. So sind diese eher bereit, Ihnen Arbeit abzunehmen.


6. NUTZEN SIE BESSERWISSER

Und da wir gerade bei den lieben Kollegen sind: Nicht nur die Faulpelze können einem die Arbeit erschweren, sondern auch die Besserwisser, die sich ständig einmischen. „Lassen Sie sich nicht verwirren, und machen Sie nicht präventiv dicht“, sagt Karriere-Trainer Uwe Schnierda. Nutzen Sie die Kollegin lieber für Ihre eigenen Zwecke: Appellieren Sie an ihre Kompetenz – und geben Sie ihr Arbeit ab. Allerdings müssen Sie dann auch akzeptieren, dass sie bestimmte Dinge auf eine andere Art erledigen wird als Sie – und genau dafür auch noch Anerkennung verlangt. Wer delegieren will, muss Kontrolle abgeben können – und vertrauen.

7. LOBEN SIE IHRE NÄCHSTEN!

Alle reden von der Erderwärmung, aber keiner spricht von der Klimakatastrophe in den Büros, wo ein Lob wie „Danke!“ und „Toll!“ aus dem aktiven Wortschatz verbannt ist. Machen Sie es besser: Loben Sie Ihre Kollegen oder Vorgesetzten, dann ernten Sie nicht nur eine positive Reaktion, sondern erhalten auch selbst mehr Anerkennung. Die Wirtschafts-Autoren Volker Kitz und Manuel Tusch sprechen vom „Spiegeln“: So wie Sie sich verhalten und geben, werden Sie von Ihrem Umfeld behandelt. Und nach und nach verändern Sie das Klima im Büro und vielleicht sogar die Unternehmenskultur.

Entscheiden Sie selbst, was für Sie echter Erfolg ist

8. UND LOBEN SIE SICH SELBST!

Sicher, Sie arbeiten viel und gut, aber wissen das auch Kollegen und Vorgesetzte? „Menschen sind nun mal beeinflusst von Sympathien und mangelnden Infos. Wer sich nicht zeigt, kann auch nicht gesehen werden“, sagt Berater Manuel Tusch und empfiehlt, die Aufmerksamkeit bewusst auf sich zu lenken. Reden Sie über Ihre Erfolge, und machen Sie in Meetings deutlich, was Sie wissen und können. Aber bitte erwarten Sie nicht, dass man Sie sogleich zur Mitarbeiterin des Monats wählt: Wir können nicht von allen geliebt werden.

9. BEHALTEN SIE IHRE ZIELE IM AUGE

Die größte Quelle unserer Frustration sind wir selbst, weil wir dazu neigen, uns ständig mit anderen zu vergleichen – allerdings nur mit denjenigen, die’s besser haben: mehr Geld, mehr Status, mehr Freiheit. Versuchen Sie doch einmal folgendes Experiment: Lassen Sie alle Vergleiche, überlegen Sie stattdessen, was Ihnen wichtig ist – und dann überprüfen Sie, wie zufrieden Sie sein können und wo Verbesserungen nötig sind. So vermeiden Sie, falschen Zielen hinterher zu hetzen, die Sie ohnehin nicht glücklich machen können.

10. LERNEN SIE DIE ALLTÄGLICHE ROUTINE LIEBEN

Immer wollen wir mehr: mehr Abwechslung, mehr Herausforderungen, mehr Kreativität. Darüber vergessen wir oft, unsere täglichen Aufgaben zu würdigen. „Unser Alltag funktioniert vor allem deshalb, weil er in Routinen organisiert ist“, sagt Job-Coach Tusch. Sie sind essentiell, um den Laden am Laufen zu halten und besitzen den großen Vorteil, dass sie leicht von der Hand gehen – das ideale Feld, um sich zu profilieren, gerade weil Routinearbeiten bei vielen anderen ein unattraktives Image haben. Und ein gutes Sprungbrett sind sie auch: um in aller Ruhe neue Projekte anzugehen, Fortbildungen zu machen, in benachbarte Abteilungen hineinzuschnuppern. Kurz: um den Job, den Sie bereits haben, zu dem zu machen, den Sie wollen.




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