2023 - Das Jahr der nachhaltigen Mode

2023 - Das Jahr der nachhaltigen Mode

“Faire Mode und Öko-Textilien sind langweilig!” Diese Denkweise ist noch bei vielen im Kopf verankert. Man stellt sich Batik-Muster und unbequeme Stoffe vor. Doch Fair Trade Kleidung kann viel mehr. Schnitte, Stoffe und Farben sind stets in Mode und aktuell. Doch eine Sache unterscheidet sich massiv - die Qualität. Warum du im Jahr 2023 vermehrt auf fair hergestellte Kleidung setzen solltest und wie du dein Shopping-Erlebnis nachhaltiger gestalten kannst, erfährst du hier.

Mit nachhaltiger Kleidung die Welt ein Stückchen besser machen 

Viele Frauen kennen es - den Kleiderschrank voll, aber nichts anzuziehen. Ein Grund dafür - Kleidungsstücke von Fast Fashion Brands haben keine besonders lange Haltbarkeit. Mit jedem Waschgang schwindet die Farbe und die Passform verändert sich. Nachhaltige Damenmode von ausgewählten Marken hingegen ist oft langlebiger und zeitlos.

Zudem leistest du einen Beitrag zu einer besseren Zukunft. Die Mode wird aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt. Außerdem erfolgt die Produktion unter umweltfreundlichen Bedingungen - die Fabriken befinden sich statt in Asien oft in Portugal, Spanien oder den Niederlanden.

So werden die Lieferketten und auch die Schadstoffbelastung für den Transport gering gehalten. Die verwendete Bio-Baumwolle entstammt dem meist kontrollierten biologischen Anbau. 

Die Arbeitsbedingungen für die Näherinnen und Näher in diesen Ländern sind ebenfalls besser und die gezahlten Löhne ermöglichen ihnen ein gutes Leben. Diese beiden Faktoren sind die Hauptgründe, weshalb nachhaltige Mode etwas teurer ist als die Produkte von großen Marken. 

Hier geht Qualität vor Quantität!

Wie kann ich meinen Modestil nachhaltiger gestalten?

Schon das Bewusstsein dafür ist der erste, wichtige Schritt in die richtige Richtung. Es muss nicht direkt der ganze Kleiderschrank voller Fair Fashion sein. 

Hier sind fünf Tipps:

1. Qualität vor Quantität

Kaufe statt billiger Kleidung lieber weniger, aber dafür hochwertige Kleidung mit einer optimalen Passform. Diese wird dich über viele Jahre und nicht nur für eine Saison begleiten. Du kannst hier beispielsweise Schritt-für-Schritt auf eine nachhaltige Capsule Wardrobe setzen. 

Dies ist eine Sammlung von wenigen hochwertigen Kleidungsstücken, die alle gut miteinander kombinierbar sind. Bei der Auswahl ist daher auf das Farbschema zu achten. Klassiker sind ein schwarzes Kleid, gutsitzende Jeans, ein taillierter Mantel. 

2. Das 1:1 System

Überlege dir vor einem Kauf gut, ob du das Teil wirklich brauchst. Denn - mit dieser Regel muss für jedes neue Kleidungsstück im Schrank ein altes weichen. So verhinderst du, dass dein Kleiderschrank immer voller wird und behältst stets eine Übersicht. Kannst du all deine Optionen auf den ersten Blick sehen, fällt es dir auch einfacher die Teile zu kombinieren und verschiedene Looks zu kreieren.

3. Kaufe (und verkaufe) Secondhand

Mittlerweile haben sich viele Läden auf stylische Second Hand Mode spezialisiert. Wer lieber entspannt vom heimischen Sofa aus shoppt, kann auf diverse Apps und Online-Plattformen ausweichen. Mein Tipp: Geh auf lokale Mädelsflohmärkte! Hier findet man immer Mode der aktuellen und vergangenen Trends für den schmalen Geldbeutel. 

4. Reparieren statt wegwerfen

Der Mantel ist am Arm gerissen oder die Jeans hat ein Loch? Repariere die beschädigten Stellen fachgerecht. Kleine Schneidereien sind ebenfalls auf solche Fälle spezialisiert und kosten oft nur wenige Euro. So erfreust du dich noch lange an deinem Lieblingsstück!

5. Cost-per-wear

Seit ein paar Jahren macht die sogenannte “Cost-per-wear” Formel auf sich aufmerksam. Mit dieser hat man die Möglichkeit, den Preis eines Artikels in Relation zu seiner Lebensdauer zu berechnen. Dafür teilt man einfach die Kosten durch die Anzahl der Tragezeiten in Tagen (erwartet oder tatsächlich). 

In der Regel haben Schuhe und Jacken einen recht niedrigen Preis in dieser Relation. Ein Brautkleid beispielsweise hätte einen sehr hohen. Das Ziel ist es, herauszufinden, welche Kleidungsstücke auf lange Sicht sinnvoll und kostengünstiger sind. Welches Kleidungsstück “rentiert” sich bei dir am meisten?

Recycelter Schmuck - Schrott oder Schick?

Wer sich über nachhaltige Kleidung informiert, wird auch mit nachhaltigem Schmuck in Verbindung kommen. Verschiedene Marken nutzen recyceltes Gold und Silber, um ihren Schmuck herzustellen. Wie auch schon bei Mode sind die Gründe vielfältig. Der größte und wichtigste ist aber die Rohstoffknappheit in Verbindung mit den sich verändernden politischen Verhältnissen. 

Zugleich wird hochwertiger Schmuck immer beliebter. Diese steigende Nachfrage kann nur auf Kosten der Umwelt und der Kinderarbeit in den Minen gestillt werden. Die genutzten Chemikalien bei der Gewinnung der Edelmetalle werden in den Herstellungsländern oft ungefiltert in das Grundwasser geleitet und verseuchen so ganze Landstriche. 

Einen Qualitätsverlust bei der Herstellung gibt es nicht. Das Material wird durch diverse Verfahren gereinigt und eingeschmolzen, bevor es seine neue Form bekommt. Übrigens - es gibt sogar laborgezüchtete Diamanten! 

Diese synthetischen Zwillinge sind meist günstiger und unterscheiden sich in ihrem chemischen und physikalischen Zustand nicht von “echten” Diamanten. Beim Kauf tut man also nicht nur der Umwelt, sondern auch seinem Geldbeutel etwas Gutes.

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