11. April 2013
Rebel Wilson und Adam DeVine im Interview

Rebel Wilson und Adam DeVine im Interview

Rebel ist einer der Shooting-Stars des letzten Jahres. Am 14. April 2013 wird sie die MTV Movie Awards moderieren und mit ihrem Humor sicher für das eine oder andere feuchte Auge sorgen. Die Australierin spielte die Hauptrolle in "Die Hochzeit unserer dicksten Freundin", nun singt und tanzt sie sich als 'Fat Amy' durch den Film "Pitch Perfect" (ab 25. April auf DVD, mit Anna Kendrick). An ihrer Seite TV-Star Adam DeVine als 'Bumper' ("Workaholics"). Im Interview sprechen die beiden übers Tanzen, über Halluzinationen und über Burrito-Sauce.

Rebel Wilson tanzt
© Universal Home Entertainment
Rebel Wilson tanzt

Frage: Ihr habt keinen Tanz-Hintergrund. Und jetzt spielt ihr selbstbewusste Tänzer. Wie war das für euch?

Adam: Das war das lustige an diesem Film. Wir können alle ganz gut singen – wir sind nicht Adele oder Usher oder so, aber wir singen ganz gut. Unser Tanzen war... annehmbar. Aber wir sind keine Profis.

Rebel: Ja, wir sollen ja College-Studenten spielen, keine Superstars.

Adam: Studenten, die ihr bestes geben. Und wie merkwürdig das auch ausgesehen haben mag, das war mein bestes. Besser kann ich’s nicht.

Frage: Wie habt ihr euch auf diese Rollen vorbereitet?

Adam: Gar nicht. Überhaupt keine Vorbereitung. Ich würde gerne sagen, ich hätte viel Arbeit reingesteckt.

Rebel: Ich hatte vier Stunden Gesangstraining.

Adam: Gesangsunterricht hatte ich auch. Am ersten Tag sollten wir alle zusammen singen und ich hab einfach nicht die Töne getroffen, die von mir erwartet wurden. Darum habe ich gesagt, ich hätte gerne einen Gesangscoach. Die Produzenten sagten okay und haben mich zu diesem Typen geschickt und innerhalb einer Stunde hat er es geschafft, dass ich die Töne richtig getroffen habe.

Rebel (singt): ‚Hallelujah!’ Ich habe schon ein bisschen Musical gesungen – weil ich es liebe, zu singen und zu tanzen – aber es gab ein paar hohe Töne die ich treffen musste und an denen habe ich gearbeitet. Beim Tanzen habe ich nur etwa zehn Minuten gestretcht und hab dann einfach versucht, das zu machen, was AJ (Choreograf Aakomon Jones, Anm. d. Red.) uns gezeigt hat. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass es cool genug aussah, also habe ich eine Privatstunde bei ihm genommen.

Adam: Du wolltest doch nur eine Stunde allein mit dem sexy Typen sein.

Rebel: Ja! Vielleicht. Dann hatten wir eine Stunde in der wir ein bisschen gelernt haben, wie Stripper zu tanzen. Da habe ich ein paar Moves gelernt und einfach locker zu lassen. Und man muss viel in die Hocke gehen.

Adam: Das bringen Dir ja auch die Rapsongs bei. Das ist einer der wichtigsten Moves. Geh runter.

Rebel: Wackel mit dem Hintern. Und bieg dich nicht in die falsche Richtung, sonst tut dir der Rücken weh.

Pitch Perfect DVD
© Universal Home Entertainment
Interview: Die DVD erscheint am 25. April 2013
Frage: Einige von 'Fat Amys' Tanz-Moves sahen eher improvisiert aus und nicht choreografiert. Hast du auch improvisiert?

Rebel: Ich glaube sie haben sich gedacht: ‚Vielleicht ist Rebel besser, wenn sie einfach ihr Ding durchzieht.’ Und ich hab dann so Sachen vorgeschlagen wie: ‚Ich gehe an den Rand der Bühne und tue so als wäre ich eine Katze.’ Und das fanden sie in Ordnung. Ich konnte auch manchmal bei den Proben nicht mitmachen und hab dann beim Dreh einfach mein eigenes Ding gemacht.

Adam: Es war eher eine Charakter-Entscheidung, dass du die Choreografie nicht gelernt hast.

Rebel: Ja, es war eine Charakter-Entscheidung, ein mittelmäßiger Tänzer zu sein.

Pitch Perfect
© Universal Home Entertainment
Pitch Perfect

Frage: Rebel, stimmt es, dass du mit der Schauspielerei angefangen hast, weil du eine Halluzination hattest, in der du einen Oscar gewonnen hast?

Rebel: Ja, ich hatte wirklich doll Malaria und habe halluziniert ich sei eine Schauspielerin und sei so gut, dass ich einen Oscar gewonnen habe. Anstatt einer Dankesrede habe ich einen Dankesrap gesungen und der hat dem Publikum auch gut gefallen. Es war so lebhaft! Als ich aus dem Krankenhaus kam und sagte: ‚Ich glaube das war ein Zeichen, ich glaube ich soll Schauspielerin werden’, dachten die Leute ich wäre verrückt geworden. Über Jahre dachten alle, ich sei bekloppt.

Adam: Ich hoffe du gewinnst einen Oscar für Fat Amy.

Rebel: Naja, wahrscheinlich nicht für Fat Amy. Aber wenn ich jetzt irgendwann einen Oscar gewinne, müsste ich rappen.

Frage: Wie alt warst du, als du diese Halluzination hattest?

Rebel: Achtzehn. Ich dachte immer ich würde Jura studieren und so ernste Dinge tun, bis ich diese Halluzination hatte. Wenn ich nicht diese Nahtod-Erfahrung gehabt hätte, dann wäre ich bestimmt Anwältin geworden und hätte dann mit 35 oder 40 gedacht: ‚Ich wünschte, mein Leben könnte mir mehr bieten. Ich weiß nicht, ob das hier so erfüllend ist.’ Und dann wäre ich Stand-up Comedian geworden.

Frage: Rebel, du machst ja schon lange Stand-up Comedy in deiner Heimat in Australien. Sind sie stolz darauf, dass du Hollywood eroberst?

Rebel: Ich bekomme schon viel Liebe. Die Australier haben viel Respekt davor, wenn du nach Amerika gehst und Karriere machst, weil wir amerikanische Filme lieben. Und dass ich hergekommen bin und acht Filme gemacht habe, macht mich zu Hause ziemlich beliebt. Das ist sehr schön. Australier sind aber sehr locker. Ich war gerade erst wieder da und viele sind zu relaxt, um mich anzusprechen.

Adam: Sie nicken nur.

Rebel: Sie sehen dich und sagen ‚Hi.’

Adam: Ich bin aus dem Mittleren Westen und jedes Mal, wenn ich nach Hause gehe, kommt irgendeiner an und sagt: ‚Hey Hollywood! Bin ja überrascht, dass diese Bar für dich gut genug ist.’ Und ich denke dann immer: ‚Was meinst du? Sie verkaufen doch Bier, oder?’

Frage: Vermisst du Australien?

Rebel: Ich vermisse das Essen. Wenn ich hinfahre, ist mein halber Koffer danach voll mit australischem Essen. Cadbury’s Schokolade zum Beispiel – die Australische, nicht die aus England oder Südafrika. Dann habe ich auch gesundes Essen mitgebracht. Wie australisches Müsli. Aber hauptsächlich Schokolade und Süßigkeiten. Wir haben zum Beispiel auch Smarties und die esse ich gerne, weil ich glaube, dass man davon smart wird. Das stimmt natürlich in keinster Weise, aber ich mag sie gerne. Aber ja, ich vermisse Australien. Meine ganze Familie und meine australischen Freunde sind alle da, also versuche ich, so oft wie möglich hinzufahren und sie zu besuchen.

Frage: Versuchst du, deine Heimat in Amerika zu repräsentieren?

Rebel: Ein bisschen. Ich finde es ziemlich cool, dass ich in diesem Film meinen australischen Akzent nutzen durfte und ich glaube, die Australier freuen sich, wenn sie ihn hören. Das passiert jetzt immer häufiger, dass bekannte australische Schauspieler gebeten werden, ihren eigentlichen Akzent zu sprechen

Rebel Wilson & Adam DeVine
© Universal Home Entertainment
Rebel Wilson & Adam DeVine

Frage: Macht es dir Sorgen, Adam, dass du so gemein zu der Figur Fat Amy bist, die alle lieben? Du hast einen Burrito auf sie geschmissen.

Adam: Ja! Nein, ich mache mir keine Sorgen. Ich finde Kay Cannon (die Drehbuchautorin, Anm. d. Red.) hat alles so toll geschrieben. Und wir haben auch viel improvisiert. Weil meine Figur so gemein war, war es, glaube ich, super, dass zwischen den beiden Figuren so viel sexuelle Spannung war. Ich hab mich benommen wie ein Viertklässler. Weiß du noch, in der Grundschule, wenn du jemanden gut fandst, dann hast du ihn geärgert. So in etwa war das.

Rebel: Manchmal hatten wir einfach nur so Plänkeleien wo wir dummes Zeug zueinander sagen. Das haben wir einfach für fünf Minuten oder so gemacht, bis sie ‚Cut!’ gerufen haben. Ich bin mir sicher, dass davon was auf der DVD zu finden sein wird.

Frage: Wie hat es sich angefühlt, voll mit Burrito zu sein?

Rebel: Das war mein erster Drehtag. Es war bitter kalt und sie haben extra Sauce auf den Burrito getan, damit er richtig schön explodiert, wenn er mich trifft. Ich hab dann in jedem Take ein neues Shirt und eine neue Jacke angezogen, aber die Sauce war immer noch überall an mir dran.

Adam: Lecker.

Rebel: Es war ekelhaft. Wirklich ekelhaft. Und manchmal kam noch einer an und hat mir noch mehr Salsa ins Gesicht geschmiert und ich hab sie angefleht, es zu lassen.

Frage: Das klingt nicht sehr glamourös. Wenn das dein Alltag ist, wirst du bestimmt nicht abheben.

Rebel: Nein. Ich meine, ich gebe für die Komik wirklich alles. Vollen Körpereinsatz.

Adam: Du warst großartig.

Rebel: Das war einer der Tage, an denen alles weh tut. Es sieht zwar so aus, als würde Adam mich bewerfen, aber meinen Teil haben wir mit einen Stuntman gedreht, der aus einem Meter Entfernung geworfen hat.

Adam: Ich habe einen Kameramann abgeschossen. Ich fuhr in dem Bus, mit etwa 50 Stundenkilometern und der Regisseur sagte mir: ‚Ziel auf den Kameramann. Du triffst eh nicht.’ Und plötzlich war ich wie ein professioneller Football-Spieler und hab ihm den Burrito voll gegen den Kopf geworfen. Einen halben Tag lang konnte er auf dem Ohr nichts hören. Er war auch noch der größte und stärkste von allen am Set. Er musste dieses riesige Kameragestell festhalten. Von da an hatte ich Angst.

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