4. August 2017
Vom Sommerflirt zur großen Liebe

Wann ist ein Flirt, ein Flirt?

Fast jeder von uns hat es schon erlebt: den Urlaubsflirt! Was aber, wenn daraus Ernst wird? Es gibt Wege, wie das kleine Glück groß werden kann. Seht selbst!

Sommerflirt
© Ivanko_Brnjakovic/iStock
Sommerflirt

Egal ob man 13 oder 31 ist, dieses Gefühl verändert sich nie. Es ist immer ein kleiner magischer Moment, der alles ganz groß in Wallung bringt, Schlagerproduzenten hat reich werden lassen und Romantikfilme zu Blockbustern machte. Wenn Klischee und Wirklichkeit eine Liaison (kurze Liebschaft) eingehen, die man genau so haben und erleben will. Und an der man für immer festhalten will. Egal wie (un)realistisch einem die Perspektive auch erscheinen mag.

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Flirten im Urlaub - zwei Drittel aller Deutschen tun es

Ein Blick auf die Statistik kann hier beruhigend wirken. Denn mit diesem Erleben ist man nicht allein. Zwei Drittel aller Deutschen haben im Urlaub schon einmal aktiv geflirtet, so eine repräsentative Mediacontrol-Umfrage. Doch was ist Flirten? „Auf nette, unverbindliche Art jemandem sein erotisches Interesse zeigen“, wie es lexikalisch gedeutet wird? Vom angedeutetem Augenzwinkern bis zum platten Anmachspruch hat da jeder seine eigene schmerzfreie bis schmerzhafte Deutungsgrenze.

Und wird ein Flirt mit dem Attribut „intensiv“ versehen, fallen die prickelnden Grenzen sicher schnell. Die Website mit dem reizenden Namen wie-flirte-ich.com bilanziert: „Flirten ist nicht nur ein einfaches Techtelmechtel zwischen zwei Personen, die sich anziehenden, sondern eine hohe Kunst.“ Und die scheint uns im Urlaub besonders gut zu gelingen. Drei von vier Frauen flirten da besonders gerne, „weil man dann deutlich lockerer ist als im Alltag“. Und immerhin jede Zweite findet dafür den Strand ideal. Dass 98 Prozent aller Befragten erklärten, keine Masche zu haben, sondern „einfach spontan drauf los zu flirten“, macht Mut. Noch mehr, dass das Hantieren auf Smartphones mit Dating-Apps dabei keine Rolle spielt. Gerade mal vier Prozent vertreiben sich mit Tinder & Co. am Urlaubsort ihre Zeit.

Also traut euch und vielleicht wird aus eurem Urlaubsflirt ja auch mehr.

flirt paar sommer urlaub
© seasons.agency/ Jalag/ Andreas Baum
flirt paar sommer urlaub

„Kommen die Partner im normalen Leben aus zwei unterschiedlichen Welten, die nicht gut vereinbar sind, sollte man die Urlaubsliebe besser abhaken“, so Nina Deißler, die seit 2001 als Flirtcoach und „Date Doctor“ arbeitet. Und dabei ist nicht der vermeintlich komplizierte Alltag mit einem ägyptischen Tauchlehrer in einer bayrischen Kleinstadt gemeint ... „Voraussetzungen für eine Beziehung sind neben der Anziehung und dem Spaß im Urlaub auch gemeinsame Werte und Vorstellungen.“ Klar, dass man beim Strandstreicheln und knisternden Kuscheln sich nicht über Klimawandel, Trumps Tweets oder Gleichberechtigung austauscht, sondern sein zartes Kraulen im Nacken und die unverständlich geflüsterten Liebkosungen alles sind, was zählt.

Frau und Mann flirten in Limousine
© Purestock/Thinkstock
Frau und Mann flirten in Limousine

Wer sich aber nach einer Verlängerung des Flirts in die Zeit danach sehnt, braucht Zeit, Geduld und auch ein wenig Mut. Denn allein mit ein paar WhatsApp-Nachrichten und süßen Fotos lässt sich keine Beziehung aufbauen. Nina Deißler warnt vor der Gefahr, auf Basis „von Fantasie, Projektion und Wunschträumen“ ein Beziehungsbild zu malen, das sich bei näherer Betrachtung als Illusion entlarvt.

  • „Die Kunst besteht darin, möglichst viele Kontaktflächen aufzubauen“, weiß Paartherapeut Thomas Prünte. „Briefe, Mails, SMS schreiben, täglich telefonieren, gleiche Interessen aufbauen und sich natürlich so oft wie möglich besuchen.“ Nur so ist es möglich, trotz physischer Entfernung emotionale Nähe zu schaffen, Vertrauen aufzubauen und eine Perspektive zu entwickeln.
  • Dr. Doris Wolf ergänzt: „Überstürzt nichts. Ladet ihn ein paar Mal zu sich ein, um ihn in eurer Umgebung zu erleben. Besucht eure Urlaubsbekanntschaft, schaut, wie er lebt.“
  • Wenn all das harmoniert, „ist es Zeit, sich über mehr Gedanken zu machen“. Und obwohl es bei über der Hälfte bei „Freundschaft oder einem Date“ bleibt, jeder 30. Urlaubsflirt führt doch ins Standesamt. „Die Kunst besteht darin, die unterschiedlichen Nähebedürfnisse auf einen Nenner zu bekommen“, so Thomas Prünte.
  • Und in einem Fernbeziehungsforum findet sich dieser schöne Beitrag von einem Peter B.: „Ich habe meine Frau, die aus Holland stammt, 1975 auf Mallorca kennengelernt. E-Mails und SMS gab es nicht. Telefonieren war teuer. Und doch sind wir nächste Woche 36 Jahre verheiratet. Heute wird mir zu viel Problemanalyse gemacht. Ich bin mehr für Lösungen. Unser Motto war und ist: Denken, Dürfen, Tun. Also nicht zu viel nachdenken über eine Fernbeziehung, sondern dafür sorgen, dass es eine Nahbeziehung wird, mit allen Konsequenzen.“

Vielleicht sind wir ja doch viel pragmatischer: Denn inzwischen ist in deutschen Städten jede dritte Ehe binational, und wird nach statistischen Erhebungen auch seltener geschieden.

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