Die Lust an der Schärfe Figging: Was ist dran am Ingwer-Sex?

Noch nie von Figging gehört? Kein Wunder, handelt es sich dabei doch um eine Randerscheinung. Was hat es mit dieser BDSM-Praktik auf sich?

Figging

Solltet ihr noch nichts vom feurigen Figging oder allgemein von BDSM gehört haben, braucht ihr euch nicht wundern. Bei dem Ingwer-Sex handelt es sich nämlich tatsächlich um eine Randerscheinung im BDSM-Bereich. Doch was finden manche Menschen an dieser Sexpraktik? Und wie wird dieser Fetisch überhaupt ausgelebt?

Was ist Figging?

Wer sich noch relativ neu auf dem Gebiet befindet wird sicherlich erstmal über die Wörter Figging beziehungsweise BDSM stolpern. Fangen wir von vorne an: BDSM setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Bondage & Discipline, Dominance & Submission sowie Sadism & Masochism zusammen. Es handelt sich also um vielfältige Sexualpraktiken, die größtenteils mit Dominanz, Lustschmerz und Fesselspielen zu tun haben. Figging reit sich in diese Kategorie ein. Anders als wir vielleicht vermuten würden, wird der Ingwer nicht ausschließlich zur Penetration genutzt, sondern vor allem mit dessen Schärfe gespielt.

Wie funktioniert Figging?

Bevor es losgeht, muss ein Stück Ingwer in Form gebracht werden: Mit einem Messer wird ein Teil der Ingwerwurzel zurechtgeschnitten, ähnlich wie ein Analplug oder ein Zäpfchen. Da Figging geschlechtsübergreifend ist, kann Ingwer-Sex sowohl von Frauen als auch von Männern praktiziert werden. So ist eine weitere geläufige Methode für Frauen, sich aus der Ingwerwurzel einen verhältnismäßig größeren Dildo zu schnitzen.
Je nach Vorliebe kann der vorbereitete Ingwer nun anal oder vaginal eingeführt werden. Die im Ingwer enthaltenen Öle, wie Gingerole und Shogaole, reizen die Schleimhäute. Die Rezeptoren in der Vagina oder im Anus werden erregt und es kommt zu einem lang anhaltenden Hitze- und Schmerzreiz.

Was ist der Reiz am Ingwer-Sex?

Figging ist in erster Linie für all jene gedacht, die eine höhere Erregung durch den sogenannten Lustschmerz erreichen wollen. Das brennende Prickeln im Anus oder der Vagina kann dann sogar bis zum Orgasmus führen. Der Vorteil dieser Praktik: Im Gegensatz zu mechanischen Geräten besteht keine Verletzungsgefahr. So können Liebhaber von Figging ihren Lustschmerz ausleben ohne Angst vor Verletzungen im Intimbereich haben zu müssen. Natürlich funktioniert das Ganze auch mit Pulver. Der gemahlene Ingwer wird dann mit Spucke auf Eichel, Klitroris, Schamlippen oder Brüste verrieben.

Figging als erotisches Rollenspiel

Häufig wird Figging auch als Züchtigung in einem Rollenspiel genutzt. Die zu bestrafende Person wird dann dem Brennen der Wurzel ausgesetzt, was aber von beiden Parteien als erregend empfunden wird. Verfechter dieser Praktik sprechen sogar davon, dass Figging orgasmusfördernd sei. Ob diese erotischen Lustspiele für jedermann sind, sei jetzt einmal dahingestellt. Fakt ist aber, dass Figging nicht neu ist. Ähnliche Sexspiele lassen sich schon bis ins antike Griechenland zurückverfolgen. Damals wurden allerdings Rettiche genutzt, welche durch ihre ätherischen Öle eine ähnliche Wirkung erzielen.

Und warum heißt Figging nun Figging?

Woher sich der Name ableitet, ist übrigens noch nicht ganz geklärt. Im Englischen bedeutet "Fig" Feige. Der Zusammenhang ist hierbei nicht klar. Auch eine Vereinfachung des veralteten Wortes "feague" ist eine Möglichkeit. Feague bedeutet dabei so viel wie "anpeitschen" oder "antreiben". Nicht auszuschließen ist auch die Abkürzung einer obszönen Geste, bei der der Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger gesteckt wird. Diese wird im Englischen auch als "giving the fig" bezeichnet. Egal woher das Wort kommt, der Lust tut es bei Praktizierenden keinen Abbruch.