Psychologie So können Sie mit Wut und Ärger besser umgehen

Wut und Ärger sind Gefühle, die uns häufige im Alltag begleiten. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie damit souverän umgehen können.

Frau ist wütend

Ihr Chef äußert einen respektlosen Kommentar, der Mann vor Ihnen schnappt sich Ihre Parklücke, Ihr Partner vergisst den Hochzeitstag – Situationen, die Sie wahrscheinlich innerlich zum Kochen bringen, oder? In denen Sie Wut und Ärger verspüren und nicht wissen, wohin mit Ihren ganzen negativen Gefühlen. Aber diese bösen Gefühle auf direktem Weg zu äußern, ist nicht immer das richtige Verhalten, um Ihrem Frust Luft zu machen.

Wie soll man mit Wut umgehen? Seinen Ärger und Groll öffentlich zu zeigen, wirkt auf viele Menschen als negativ. Es gehört nicht zur guten Etikette, wild drauf los zu brüllen, dem Gegenüber ungeniert einen Marsch zu blasen – oder gar handgreiflich zu werden. Aber stattdessen ruhig zu bleiben, alles zu schlucken und die Gefühle zu blockieren? Scheint auch nicht der ideale Weg, mit der Situation richtig umzugehen. Was also tun?

Gehen Sie vorerst auf Distanz

Wut ist häufig ein Zeichen von Hilflosigkeit. Um sich über verschiedene Lösungsansätze bewusst zu werden, hilft nur eines. Und das ist Distanz. Gehen Sie beispielweise nach der Situation kurz an die frische Luft oder laufen Sie einmal die Treppen hoch und wieder runter. Sehen Sie Ihre Wut als Aufforderung und ändern Sie die Dinge, die Sie ärgern.

Nehmen Sie sich Zeit

Dinge, die wir in blinder Wut äußern, können unangenehme Folgen haben. Das hat die Konsequenz, dass wir uns danach mieser fühlen als zuvor und uns sogar für unser Verhalten schämen. Viel besser ist es deshalb, die Wut bewusst zuzulassen und ernst zu nehmen, aber in der Situation selbst ruhig zu bleiben. In einem Gespräch können Ihnen Sätze wie „Lass uns da später noch einmal drüber sprechen“ Zeit geben, um Ihre Gefühle zu koordinieren.

Sport als Ventil

Manchmal verpufft die Wut auch genauso schnell, wie sie gekommen ist. Sollte Ihnen die Situation aber immer noch zu schaffen machen, nutzen Sie die Energie und treiben beispielsweise Sport. Bei Sport und Bewegung können Sie Stress, negative Gefühle und Ärger Luft machen.

Verfassen Sie einen Wut-Brief

Es gibt auch noch einen anderen Weg: Schreiben Sie Gedanken und Gefühle einfach auf, in einem sogenannten Wut-Brief. Tragen Sie zusammen, was Ihnen auf der Seele liegt. Schlafen Sie eine Nacht darüber und lesen Sie sich das Geschriebene am nächsten Tag noch einmal durch. Mit etwas Abstand können Sie sich selbst und Ihren Streit-Partner oftmals objektiver analysieren.

Wenn Sie mit Ihren Gefühlen richtig umgehen, sollte am Ende eine Lösung herauskommen. Und sei es nur, dass Sie nun wissen, warum Sie manche Dinge einfach auf die Palme bringen.

3 Tipps, wie Sie Wut und Ärger ausdrücken:

1. Steht Ihre Wut im Zusammenhang mit einer anderen Person, ist es sehr wichtig, diese in einem ruhigen Moment um ein Gespräch zu bitten.

2. Auch hilft es manchmal das Gespräch im Vorhinein innerlich durchzugehen. Überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Anliegen formulieren möchten und spielen Sie verschiedene Reaktionen ihres Gegenübers durch. Spulen Sie auch die mögliche Reaktion, die Sie wütend machen könnte, vor Ihrem inneren Auge ab. Diese Vorbereitung hilft enorm, um einen unkontrollierten Gefühlsausbruch zu vermeiden.

3. Zusätzlichen sollten Sie die Person nicht in der „Du-Form“ mit Ihrem Ärgernis konfrontieren. Besser: Äußern Sie in der Ich-Form: „Mir gefällt nicht... Ich habe mir .. vorgestellt. Ich habe erwartet, dass ...“.

Autor: Jessica Kuch

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