Grillen 2022: Tipps für einen amerikanischen BBQ-Abend

Grillen 2022: Tipps für einen amerikanischen BBQ-Abend

Wenn die Temperaturen passen, dann ist Grillen auch hierzulande längst ein Spaß, der das ganze Sommerhalbjahr über anhält – wobei Hartgesottene keine Probleme haben, selbst im tiefsten Winter das Feuer im Freien zu schüren. Allerdings liegen zwischen normalem Grillen und einem fulminanten, US-amerikanisch angehauchten BBQ wirklich Welten. Wir zeigen dir, wie Letzteres geht.

1. Lade mit genügend Vorlaufzeit ein

Grillen kann durchaus spontan stattfinden. Im Zweifelsfall, wenn du donnerstagsabends eine Kurznachricht versendest und für Freitag einlädst. Geht es jedoch um ein richtiges BBQ, dann sprechen wir hier von deutlich mehr Aufwand, vor allem für dich beim Einkaufen und Vorbereiten.

Besser ist es deshalb, mindestens eine Woche (besser zwei) vorher einzuladen und unbedingt auf „Antwort bis“ zu pochen, damit du die Mengen korrekt berechnen und besorgen kannst.

Tipp: Vielleicht möchtest du ja das BBQ mit einem sowieso anstehenden Anlass kombinieren, beispielsweise deinem Geburtstag?!

2. Mache – fürs Erste – alles allein

In den USA ist Barbecue, genau wie das normale deutsche Grillen, ein Ereignis für Familie und Freunde, bei denen jeder etwas dazu beiträgt. Wenn du jedoch noch nie ein wirklich amerikanisches BBQ veranstaltet hast, dann solltest du bereits bei der Einladung erklären, dass deine Gäste bloß Hunger und gute Laune mitbringen sollen – ergänzt höchstens um einen kleinen Beitrag fürs Sparschwein der Köchin oder des Kochs.

Nein, wir wollen dir damit nicht unnötig viel Arbeit oder Unkosten aufhalsen. Bloß bringt zu solchen Anlässen erfahrungsgemäß jeder etwas anderes mit. Und nur selten passt das in Sachen Geschmack wirklich zu dem, was das US-BBQ erfordert. Nichts gegen beispielsweise einen guten deutschen Nudelsalat, aber dessen Aroma hat neben saftigen Spare-Ribs nichts verloren. Tipp: Die schlanke Linie in allen Ehren, aber ein BBQ ist der absolut falsche Zeitpunkt, um Kalorien zu zählen. Allerdings kannst du natürlich gerne Diäten nutzen, um vor und nach diesem Ereignis ein Kaloriendefizit aufzubauen.

3. Habe einen passenden Grill

BBQ funktioniert auf jedem Grill? Leider falsch. Denn ganz ähnlich, wie bereits die Zutaten streckenweise völlig anders sind, verhält es sich mit der Gartechnik: BBQ setzt auf das sogenannte „Low ´n´ Slow“ – Niedrige Temperatur, lange Zeit. Das ist tatsächlich ein fulminanter Unterschied:

Beim Grillen liegt das Grillgut immer direkt über der Hitzequelle. Beim BBQ dagegen wirkt die Hitze von allen Seiten ein – nur deshalb ist es überhaupt möglich, Fleisch und Co. für teils mehrere Stunden zu garen, ohne sie zu verkohlen.

Du brauchst deshalb in jedem Fall einen Grill mit Deckel, am besten mit integriertem Thermometer. Falls du einen solchen erst anschaffen musst, wähle einen Kohle-Kugelgrill – der bietet dir für die geringsten Summen die meiste Leistung. Außerdem kannst du ihn für praktisch jede Grilltechnik inklusive Räuchern nutzen.

Tipp: Wähle den Grill gern eine Nummer größer – umso flexibler, was die Gästezahl anbelangt, bist du für weitere BBQ-Abende.

4. Wähle ein anfängerinnentaugliches Rezept

Was ist eigentlich BBQ? Wenn man es ganz streng nimmt, nehmen dabei drei unterschiedliche Fleischgerichte eine zentrale Rolle ein:

· Spare Ribs,

· Beef Brisket und

· Pulled Pork.

Die Amerikaner nennen das die „Holy Trinity BBQ“, wenngleich in der Praxis noch viel mehr Gerichte beim Barbecue teilnehmen dürfen – selbst solche, die normal gegrillt werden, beispielsweise Burger und natürlich dicke Rindersteaks.

Falls du dich entscheiden musst, dann empfehlen wir Spare Ribs. Die sind gerade für unerfahrene verhältnismäßig einfach herzustellen. Das Prinzip nennt sich 3-2-1 Ribs:

3 Stunden werden die Rippchen nur mit Trockenwürze bei 110°C gegrillt.

2 Stunden werden sie anschließend mit Flüssigwürze in Alufolie bei 150°C gedämpft.

1 Stunde werden sie schließlich mit BBQ-Sauce bestrichen und bei 110 °C offen gegrillt.

Das alles findet im geschlossenen BBQ-Grill statt – deshalb ist der Deckel so wichtig. Nur er lässt ein so präzises Halten der Temperatur zu. Durch die lange Garzeit schmilzt überdies alles, was im Fleisch an Fett und Sehnen vorhanden ist. Schlecht kaubare Stücke, wie es bei typisch deutschen Billig-Grillsteaks vorkommt, sind hier unmöglich.

Tipp: Wenn du alternativ oder zusätzlich Burger braten willst, dann nimm reines Rinderhack und bloß kein Paniermehl oder eingeweichte Brötchen. Pro 500 Gramm genügt ein Ei, um den Zusammenhalt herzustellen.

5. Besorge richtig gutes Fleisch

Wer beim Grillen oder BBQ an der völlig falschen Stelle sparen will, der besitzt einen Grill für mehrere hundert Euro, aber nimmt Fleisch oder vegane Burger-Bratlinge aus der Discounter-Kühltheke. Mach das bitte nicht nach. Denn wenn dein Barbecue-Abend wirklich besonders sein soll, ist eine hohe Qualität absolut essenziell.

Prinzipiell kannst du dazu zu einem wirklich guten Metzger gehen. Bloß ist es mit denen mittlerweile so eine Sache: Oft beziehen sie ihr Fleisch ebenfalls aus qualitätsmindernder Massentierhaltung und fragwürdigen Großschlächtereien. Je nachdem, wo du lebst, kann das Internet dir mitunter eine bessere Hilfestellung bieten. Hier haben sich mit einer zuletzt stark aufkeimenden deutschen BBQ- und Genusskultur spezielle Metzgereien etabliert, die mit besonders schnellen Lieferdiensten zusammenarbeiten. Hoch- bis höchstwertiges Fleisch kommt deshalb ohne Unterbrechung der Kühlkette bei dir an.

Das ist nicht zuletzt auch deshalb eine gute Option, weil viele herkömmliche Metzger für bestimmte Cuts (also Fleischstücke) keine Bezugsquelle haben. Die Rinderbrust für Beef Brisket beispielsweise wird hierzulande häufig zur Herstellung von Corned Beef genutzt und ist deshalb vielerorts nicht für Privatverbraucher erhältlich.

6. Mache Saucen und Gewürze gern selbst

Für ein BBQ benötigst du mindestens eine Barbecue-Sauce sowie Gewürze, um das Fleisch zu präparieren – der sogenannte Dry Rub. Für beides existieren mittlerweile bei gutsortierten Händlern Fertigprodukte, die den amerikanischen Originalen das Wasser reichen können.

Wenn du es jedoch für derartige Genüsse keine vorfabrizierten Convenience-Produkte nehmen möchtest, ist das verständlich. Kein Problem, es geht mit einigen Zutaten in Eigenregie:

BBQ-Sauce: · 2 Cups (das US-Küchenmaß) Tomatenketchup

· ¼ Cup brauner Zucker

· 4 bis 5 Esslöffel Honig

· 1 Esslöffel Limonensaft

· 1 Schuss Apfelessig

· 1 Schuss scharfe Sauce (Tabasco o.Ä.)

· 1 Schuss Worchestershire-Sauce

· Salz, schwarzer Pfeffer und Knoblauchpulver

Vermenge alle Zutaten bis auf die Trockengewürze und Saucen in einem Topf und koche sie auf. Gib danach die Gewürze und Saucen nach Gusto hinzu. Diese BBQ-Sauce kannst du natürlich frisch und heiß servieren – kalte Sauce kühlt die Köstlichkeiten auf dem Teller so rasch ab.

Wie beim gesamten US-BBQ gilt jedoch: Jeder Haushalt hat sein anderes Geheimrezept. Das bietet dir ein wunderbar breites Feld, um zu experimentieren.

Dry Rub:

· ¼ brauner Zucker

· 2 Teelöffel Salz

· 2 Teelöffel schwarzer Pfeffer

· 2 Teelöffel Paprika (gerne scharf)

· 1 Teelöffel Knoblauchpulver

· 1 Teelöffel Senfpulver

· ½ Teelöffel Zimtpulver

· ¼ Teelöffel Cayennepfeffer

Wenn du es etwas tex-mex möchtest, kannst du noch ½ Teelöffel Kreuzkümmel hinzugeben. Vermische die Zutaten sorgsam miteinander. Falls sie stark unterschiedliche Körnungen aufweisen oder verklumpen, nutze den Mixer.

Tipp: Den Rub solltest du idealerweise direkt vor dem BBQ mischen, damit er unter anderem durch das Salz nicht so viel Luftfeuchtigkeit zieht (er klumpt sonst). Ist das nicht möglich, dann fülle ihn sofort nach Herstellung in Tiefkühlbeutel, drücke so viel Luft wie möglich heraus (Vakuumieren ist deshalb noch besser) und friere ihn ein.

7. Übe vorher mit deinem Grill

Wie schon erwähnt ist Barbecue die Kunst, Fleisch bei einer kontrollierten Temperatur für eine festgelegte Zeit zu garen. Doch bereits das Schichten der Grillkohle auf eine Weise, die ein echtes indirektes Garen ermöglicht, benötigt ein wenig Erfahrung.

Wenn du noch gar keine Routine im Umgang mit einem Deckelgrill hast, solltest du deshalb vor deinem großen Tag einen Testlauf starten – dann kannst du obendrein gleich probieren, ob alles gut schmeckt.

8. Sei bei den Beilagen ebenfalls amerikanisch

Wie wenig normaler Nudelsalat als der Klassiker des deutschen Grillens zu US-Barbecue passt, konntest du bereits oben lesen. Tatsächlich verhält es sich mit vielen anderen „German Classics“ ähnlich. Knoblauchbaguette beispielsweise. Das ist viel zu intensiv. Das starke Knoblaucharoma würde mit dem nicht minder starken BBQ-Geschmack konkurrieren.

Doch was nehmen die Amerikaner denn zum BBQ? Erneut eine ganz kleine Auswahl:

· Große Folienkartoffeln aus dem Backofen – oder vom Grill, falls genügend Platz ist.

· Hush Puppies. Das sind kleine Kugeln aus Cornbread-Teig (Maisbrot), die frittiert werden.

· Baked Beans. Wenn du etwas mehr BBQ-Sauce mischst, kannst du sie mit normalen Kidney- oder weißen Bohnen selbst im Topf anrühren. Glasiere vorher gern einige Zwiebel- und Speckwürfel und gib sie dazu.

· Mac and Cheese – kannst du während dem Grillen im Backofen zubereiten.

Und natürlich dürfen bei keinem BBQ klassische Pommes fehlen. Die solltest du aber nach Möglichkeit unbedingt frittiert anbieten.

Tipp: Stelle am Tisch deinen Gästen unbedingt mehrere Küchenrollen zur Verfügung. Mitunter sogar Papier-Lätzchen. Das wird in vielen US-BBQ-Restaurants ebenso gehandhabt, weil die stark saucenlastigen Gerichte einen sehr hohen Kleckerfaktor aufweisen.

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