16. Dezember 2020
Figging: Was ist dran am Ingwer-Sex?

Figging: Was ist dran am Ingwer-Sex?

Noch nie von Figging gehört? Kein Wunder, handelt es sich dabei doch um eine Randerscheinung. Was hat es mit dieser BDSM-Praktik auf sich?

© Gräfe & Unzer Verlag// Kramp + Gölling/Seasons

Solltet ihr noch nichts vom feurigen Figging oder allgemein von BDSM gehört haben, braucht ihr euch nicht wundern. Bei dem Ingwer-Sex handelt es sich nämlich tatsächlich um eine Randerscheinung im BDSM-Bereich. Doch was finden manche Menschen an dieser Sexpraktik? Und wie wird dieser Fetisch überhaupt ausgelebt?

Was ist Figging?

Wer sich noch relativ neu auf dem Gebiet befindet wird sicherlich erstmal über die Wörter Figging beziehungsweise BDSM stolpern. Fangen wir von vorne an: BDSM setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Bondage & Discipline, Dominance & Submission sowie Sadism & Masochism zusammen. Es handelt sich also um vielfältige Sexualpraktiken, die größtenteils mit Dominanz, Lustschmerz und Fesselspielen zu tun haben. Die Sexpraktik Figging reiht sich in diese Kategorie ein und ist für alle geeignet, die sich durch Schmerz erregt fühlen. Anders als wir vielleicht vermuten würden, wird der Ingwer nicht ausschließlich zur Penetration genutzt, sondern vor allem mit dessen Schärfe gespielt.

Die Praktik mit der Ingwerknolle hat ihren Ursprung im 19. Jahrhundert, wo Pferden ein Stück Ingwer in den Anus eingeführt wurde, damit sie den Schweif oben ließen – so sah das Pferd eleganter aus und konnte bei Wettbewerben höhere Punktzahlen erzielen.

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Sextoy aus Ingwer – wie funktioniert Figging?

Bevor es losgeht, muss ein Stück Ingwer in Form gebracht werden, damit es als Sextoy genutzt werden kann: Mit einem Messer wird ein Teil der Ingwerwurzel zurechtgeschnitten, ähnlich wie ein Analplug oder ein Zäpfchen, dass man sich in den Anus einführen kann. Am besten eignet sich eine leicht gekrümmte Form, die einem Finger ähnelt. Zudem sollte das Ende vom Ingwerstück nicht geschält sein – so kann man es problemlos greifen, ohne abzurutschen. Um Verletzungen und Schmerz zu vermeiden, können die schärferen Kanten der Ingwerknolle am oberen Ende abgerundet werden. Wichtig: Unbedingt zu einer frischen Ingwerknolle greifen!

Da Figging geschlechtsübergreifend ist, kann Ingwer-Sex sowohl von Frauen als auch von Männern praktiziert werden. So ist eine weitere geläufige Methode für Frauen, sich aus der Ingwerwurzel einen verhältnismäßig größeren Dildo zu schnitzen. Je nach Vorliebe kann der vorbereitete Ingwerplug nun anal, also in den Anus, oder vaginal eingeführt werden. Feurig wird es so oder so. Die im Ingwer enthaltenen Öle, wie Gingerole und Shogaole, reizen die Schleimhäute. Die Rezeptoren in der Vagina oder im Anus werden erregt und es kommt zu einem lang anhaltenden Hitze- und Schmerzreiz.

Was ist der Reiz am Ingwer-Sex?

Die Sexualpraktik Figging ist in erster Linie für all jene gedacht, die eine höhere Erregung und noch mehr Lust durch den sogenannten Lustschmerz erreichen wollen. Das brennende Prickeln im Anus oder der Vagina kann dann sogar bis zum Orgasmus führen. Der Vorteil dieser Praktik: Im Gegensatz zu mechanischen Geräten besteht keine Verletzungsgefahr. So können Liebhaber von Figging ihren Lustschmerz ausleben ohne Angst vor Verletzungen und Schmerzen im Intimbereich haben zu müssen. Natürlich funktioniert das Ganze auch mit Pulver und Ingwersaft. Beides hat die gleiche Wirkung und kann mit Spucke auf Eichel, Klitroris, Schamlippen oder Brüste verrieben werden.

Ist Figging gefährlich?

Tatsächlich ist Figging, so lange die Sexpraktik denn achtsam durchgeführt wird, im Vergleich zu anderen BDSM-Praktiken relativ ungefährlich. Beachten sollte man allerdings, dass die Wirkung der scharfen Ingwerknolle rund 30 Minuten anhalten kann – ist das Ingwerstück erst einmal eingeführt, lässt sich der Schmerz nicht mehr verhindern. Natürlich hat jeder von uns eine andere Schmerzgrenze, weshalb es sich lohnt, vorab mit seinem Partner über diese doch etwas gewöhnungsbedürftige Sexpraktik zu sprechen. Wie so oft gilt auch hier: Die Vereinbarungen beider Sexualpartner haben oberste Priorität!

Auch sollte beim Zurechtschneiden vom Ingwerstück darauf geachtet werden, dass es eine glatte Oberfläche erhält. Spitze Ecken und Enden können zu Schmerzen im Intimbereich und gar zu kleinen Wunden führen, in die möglicherweise Keime eindringen könnten. Zudem darf der Ingwer-Plug bei Verwendung im Anus nicht zu weit in den Darm geschoben werden.

Wer Ingwersex ausprobieren möchte, sollte zudem gut darauf aufpassen, seine Schleimhäute nicht zu sehr zu beanspruchen, da es sonst zu Entzündungen kommen kann. Bis zum nächsten Figging also lieber ein paar Tage warten. Treten allergische Reaktion auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Sex mit Ingwerstück – Figging als erotisches Rollenspiel

Häufig wird Figging auch als Züchtigung in einem Rollenspiel genutzt. Die zu bestrafende Person wird dann der brennenden Wirkung der Wurzel ausgesetzt, was aber von beiden Parteien als erregend empfunden wird. Verfechter dieser Praktik sprechen sogar davon, dass die Sexprakrtik Figging orgasmusfördernd sei. Ob diese erotischen Lustspiele für jedermann sind und wirklich auch bei jedem zu einem Orgasmus führen, sei jetzt einmal dahingestellt. Fakt ist aber, dass die Sexpraktik Figging nicht neu ist. Ähnliche Sexspiele lassen sich schon bis ins antike Griechenland zurückverfolgen. Damals wurden allerdings Rettiche zur Erregung genutzt, welche durch ihre ätherischen Öle eine ähnliche Lust-Wirkung erzielen.

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    Und warum heißt Figging nun Figging?

    Woher sich der Name dieser Sexpraktik ableitet, ist übrigens noch nicht ganz geklärt. Im Englischen bedeutet "Fig" Feige. Der Zusammenhang ist hierbei nicht klar. Auch eine Vereinfachung des veralteten Wortes "feague" ist eine Möglichkeit. Feague bedeutet dabei so viel wie "anpeitschen" oder "antreiben". Nicht auszuschließen ist auch die Abkürzung einer obszönen Geste, bei der der Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger gesteckt wird. Diese wird im Englischen auch als "giving the fig" bezeichnet. Egal woher das Wort kommt, der Lust tut es bei Praktizierenden keinen Abbruch.

    Das sind die Do's und Dont's beim Figging

    Do

    • Die Ingwerwurzel so präparieren, dass sie einen langen Haltegriff hat – nur so kann das Ingwerstück problemlos wieder entfernt werden
    • Nach dem Schnitzen von dem Sexspielzeug aus Ingwer unbedingt die Hände waschen und jeglichen Kontakt mit den Augen vermeiden
    • Im Vorhinein klären, ob der Partner allergisch auf Ingwer reagiert

    Don't

    • Unüberlegt handeln – man muss sich im Klaren darüber sein, dass die Reizung durch das Ingwerstück nicht aufgehalten werden kann, wenn die Schleimhäute erst einmal erhitzt sind
    • Wurde das Ingwer-Sexspielzeug für Analsex genutzt, dürft ihr es danach niemals in die Vagina einführen – das kann zu Entzündungen führen
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