17. November 2010
Mein Mr. Fast-Perfect

Mein Mr. Fast-Perfect

Er ist witzig, ehrlich, attraktiv… und eine Niete im Bett. Was tut man nur, wenn sich der vermeintliche Traummann als sexueller Albtraum entpuppt? Em und Lo wissen zum Glück Rat!

© ZoneCreative - iStockphoto

Liebe Em & Lo,

ich bin absolut ratlos, ach Quatsch, verzweifelt! Eigentlich könnte alles so toll sein in meinem Leben, denn mein Freund ist wirklich perfekt: Er ist einfühlsam, sieht toll aus, bringt mich zum Lachen… Nur eins ist schrecklich mit ihm: der Sex. Mein Freund kann mich im Bett ab-so-lut nicht befriedigen. Ehrlich gesagt, ist er ziemlich lausig… Seit drei Jahren läuft das schon so, und anfangs hat mich das kaum gestört. Doch nun habe ich ihn sogar einmal betrogen. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.
Soll ich mit meinen 32 Jahren bei ihm bleiben – immerhin stimmt sonst alles –, oder hat das auf Dauer keinen Sinn?

Ihre Zweiflerin

Liebe Zweiflerin,

es scheint, als würden Sie den Begriff „perfekt“ doch ein wenig anders definieren als wir. Da, wo wir herkommen, bedeutet „perfekt“ irgendwie so was wie: alles stimmt, in dem Fall miteinander! Emotional, geistig und körperlich – diese ganze Seelenverwandtschafts-Sache eben! Bei Ihnen allerdings hört sich das höchstens nach einer halben Seelenverwandtschaft an. Sie wollen unsere Meinung zu Ihrem Problem? Wir sagen’s mal im Mutter-Jargon: „Kind, 32 ist viel zu jung, um sich auf jemanden einzulassen, der dich nicht voll und ganz glücklich macht.“ Wobei wir übrigens finden, dass auch 50 noch zu jung dafür wäre!

„Spinnt ihr denn?“, werden da draußen jetzt einige Frauen aufschreien. „Die perfekte Beziehung gibt’s nicht – sollen wir uns nun alle trennen?“ Na klar, eine Beziehung bedeutet auch, Kompromisse einzugehen, damit’s mit all unseren Macken funktioniert. Aber eine harmonische Partnerschaft ohne zu große Differenzen – das sollte drin sein. Ein bis ans Ende der gemeinsamen Tage unbefriedigendes Sexleben ist mehr als ein Kompromiss – das grenzt an Selbstaufgabe!

Was uns brennend interessiert: Haben Sie Ihrem Freund eigentlich mal gesagt, wie unglücklich Sie mit seinen Bettkünsten sind? Nein? Dann trauen Sie sich! Nur bitte nicht mit der Hau-drauf-Methode à la „Du bist ’ne Niete!“, sondern bedacht und sanft – und reflektieren Sie auch, was Sie selbst vielleicht falsch gemacht haben. Wer weiß, vielleicht geht’s ihm umgekehrt ähnlich, und er ist froh, darüber zu sprechen. Übrigens kann eine Sexualtherapie wahre Wunder wirken, um die Beziehung zu retten.

Egal was Sie tun, weichen Sie nur bitte nicht auf andere Partner aus – auch wenn Sie das offensichtlich schon getan haben. Selbst wenn sich so ein Fehltritt aufregend und prickelnd anfühlt, ist das auf Dauer keine Lösung. Außerdem: Wenn er so toll ist, wollen Sie dann wirklich den bösen Part übernehmen? Tun Sie sich selbst und Ihrem „Mr. Fast-Perfect“ lieber einen Gefallen: Wenn alles Reden, Verführen und was auch immer nichts gebracht hat, lassen Sie ihn ziehen. Besser jetzt, als wenn Sie sich in fünf Jahren scheiden lassen – oder Schlimmeres. Wie sagt man so nett? Andere Mütter haben auch schöne Söhne – und die sind vielleicht sogar besser im Bett.

Befriedigende Grüße, Ihre Em & Lo

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