Beziehung Gründe, warum wir fremdgehen

Glaub mir, es ist einfach so passiert … Doch bei Untreue gibt es kein "einfach so". Wir verraten die gängigsten Gründe, warum wir fremdgehen.

Fremdgehen

Gründe, warum wir fremdgehen

Traurig, aber wahr: Egal ob Mann oder Frau  – fast die Hälfte aller Deutschen geht fremd. Aber warum? Liegt es an dem Partner oder an einem selbst? Ist man sexuell unzufrieden oder sucht man bloß nach Bestätigung? Wir nennen die möglichen Gründe.

1. DAS UND-ICH-BIN-DOCH-NOCH-SEXY-ABENTEUER

Das ist passiert: Wow, wie lange ist das eigentlich her, dass jemand uns so leidenschaftlich angefasst hat? Also, zu Hause ist es im Bett ja immer ganz nett, aber spannungsgeladene Erotik und sieht anders aus. Und jetzt das: Zuerst überhäuft er uns mit Komplimenten, raunt uns kleine Unanständigkeiten ins Ohr. Wie sich das anfühlt! Als steckten wir im Körper von Samantha aus „Sex and the City“. So muss man sich als Frau fühlen. Das kann doch nicht schlimm sein …

Und jetzt? Da haben wir es! Das immerwährende Problem längerer Beziehungen: Attraktiv erscheint irgendwie immer das, was man nicht hat. So richtig prickelt es beim Fremdgehen doch auch nur, weil alles so neu ist. Wahrscheinlich gibt es zu Hause genug Komplimente, nur gehen sie zwischen den Alltagsgeräuschen schlicht und ergreifend unter. Und genau hier liegt die Ungerechtigkeit dem eigenen Partner gegenüber: Was er bietet, vielleicht sogar in einzigartiger Weise, tritt in den Hintergrund vor der künstlich erschaffenen Spannung einer Affäre. Gegen fremde Komplimente ist ja gar nichts einzuwenden, aber sie müssen ja nicht gleich in Untreue und einem Seitensprung enden.

2. DER DIE-STIMMUNG-WAR-SO-GUT-AUSRUTSCHER

Die Affäre: Gute Musik, ein toller Abend und dann auch noch das ein oder andere Glas Sekt – schon ist es passiert! Anstatt auf der Tanzfläche feiern wir auf einmal in seinem Bett weiter. Aber es hat doch auch so viel Spaß gemacht, da wäre es doch schade gewesen, die gute Stimmung einfach leise verhallen zu lassen, wenn man auch noch ein ordentliches Feuerwerk draufsetzen kann. An ein Silvester ohne Raketen erinnert sich halt auch keiner.

Und jetzt? Ja, manchmal ist Sex tatsächlich wie eine Party. Aber bei Festvergebenen verursacht der One-Night-Stand auch mindestens genau so viele Kopfschmerzen wie eine durchzechte Nacht. Gegen den Kater gibt es wenigstens Aspirin – der bittere Nachgeschmack eines Seitensprungs geht noch nicht mal nach dem Zähneputzen weg. Fremdgehen lohnt sich also eigentlich gar nicht! Das einzig Richtige: den Ausrutscher unbedingt für sich behalten und sich beim nächsten Mal am Drink festhalten statt am Nebenmann …

3. DIE ICH-ZAHL’S-DIR-HEIM-DU-AR***-NUMMER

Die Affäre: Er hat Sie betrogen. Und es tut weh. Auch, wenn er uns noch so glaubhaft versichert, dass der Seitensprung ihm nichts bedeutet, ist unser Herz in eine Million Fetzen zerfetzt worden. Wir möchten ihm ja gern verzeihen und wieder vertrauen, aber das ist so verdammt schwer … Jetzt denken wir nur an eins: wie du mir, so ich dir!

Und jetzt? Wir wollen, dass er spürt, was wir gespürt haben, als uns die Herzens-Fetzchen mühsam wieder zusammensuchen mussten? Dann sind wir in guter Gesellschaft. Etwa 30 Prozent der betrogenen Frauen wollen eine Affäre aus Rache. Und ehrlich: Das kann tatsächlich das Richtige sein (die Betonung liegt auf „kann“). Sagen selbst erfahrene Therapeuten. Denn manchen Frauen hilft es, dem Partner wieder auf Augenhöhe zu begegnen und den Weg für die Beziehung und die gemeinsame Sexualität neu zu ebnen.

4. DIE ICH-WILL-RAUS-AFFÄRE

Die Affäre: Eigentlich stimmt doch alles in unserer Beziehung. Tja, warum also sind wir fremgegangen? Kann es sein, dass unser Unterbewusstsein uns etwas mitteilen will? Beispielsweise, dass wir gar nicht mehr sooo glücklich in Ihrer Beziehung sind oder wir unter Bindungsangst leiden? Warum sonst wären wir so offen für einen anderen Kerl und für das Fremdgehen…

Und jetzt? Das ist der Klassiker. Jetzt sollten wir gut überlegen, wie wir vorgehen. Denn wenn wir die Affäre weiterführen, könnte das zur Schlammschlacht werden, sollte unser Lügengebilde und unsere Untreue ans Tageslicht kommen. Gehen wir lieber offen mit versteckten Konflikten um. Dann werden wir hoffentlich schnell merken, ob wir vielleicht doch bleiben wollen oder wirklich gehen. Und dann sollten wir einen sauberen Schlussstrich ziehen. Das hat unser Partner verdient.

5. DER AUS-ANGST-VOR-NÄHE-SEITENSPRUNG

Ein häufiges Muster: Die Beziehung läuft eigentlich gut, aber nach einer bestimmten Zeit gehen wir fremd. Danach sind wir verwirrt und verunsichert, schließlich lieben wir unseren Partner doch. Aber manchmal wird Zweisamkeit mit der Zeit eben auch zu erdrückender Nähe und einer gewissen Abhängigkeit. Diese Nähe macht uns Angst. Mit einem Seitensprung versuchen wir uns also das Gegenteil zu beweisen und endlich einmal wieder Unabhängigkeit zu spüren.

Und jetzt?

Die Angst vor der Abhängigkeit ist ein unbewusster, kindlicher Teil eines jeden Erwachsenen. Aus Angst enttäuscht und allein gelassen zu werden, brechen wir aus und neigen dazu, fremdzugehen. Wichtig ist, die Angst zuzulassen und sie vor allem auch zu kommunizieren. Nur so kann sie überwunden werden.

Daran erkennt man, dass der Partner fremdgeht

Warum wir überhaupt fremdgehen, wissen wir nun. Doch woran erkennen wir, ob unser Partner fremdgeht? Das sind möglichen Anzeichen:

1. Veränderung

Neue Kleidung, neues Parfüm, völlig neue Interessen – irgendwie hat sich unser Partner ganz schön verändert. Er ist von der Couch-Potato zum Fitness-Freak mutiert? Spätestens jetzt sollten wir Verdacht schöpfen.

2. Digitale Spurenbeseitigung

Ändert unser Partner die Log-in-Daten sämtlicher Accounts und ist plötzlich, anders als früher, alles passwortgeschützt, sollten wir ebenfalls hellhörig werden.

3. Überstunden

Der Klassiker, wenn es um eine passende Ausrede geht: Überstunden! Verbringt unser Partner mehr Zeit als gewohnt im Büro und haben wir ein komisches Gefühl dabei, sollten wir dem unbedingt nachgehen.

4. Gefühlsschwankungen

Seitensprünge und die ständige Gefahr, ertappt zu werden, setzen vielen Fremdgehern zu. Die Folge sind meist extreme Gefühlsschwankungen – von Aggressivität bis hin zu Anhänglichkeit!

Datum: 04.05.2020

Autor: Claudia Riedel

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