31. Januar 2014
Die PETRA macht sich fit für den Frühling

Die PETRA macht sich fit für den Frühling

Wir wollen fit und schlank in den Frühling starten und testen die neuesten und effektivsten Diät- und Sportprogramme. An dieser Stelle bloggen wir über unsere Erfahrungen. Sie haben Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns über Ihre Kommentare!

Die PETRA Redaktion
© Darja Zinn
Die PETRA Redaktion

Mission „Fit und schön 2014“: Welches Sport- und Ernährungsprogramm bringt wirklich etwas? Unsere Redaktion tritt zum großen Selbsttest an. Theoretisch wissen wir natürlich alles über Sport und gesunde Ernährung… Aber die Realität sieht so aus: Bonbons, die auf den PETRA-Konferenztisch gestellt werden, sind so schnell weg wie eine Ente im Krokodilteich. Dafür sind wir kreativ im Erfinden von Ausreden, warum wir es nach Feierabend doch nicht zum Joggen geschafft haben. Damit soll jetzt Schluss sein. Wir starten das Projekt „PETRA macht sich fit!“ Zwölf Kolleginnen testen unterschiedliche Programme auf ihre Alltagstauglichkeit. Ob (und wie) das klappt? Auf den nächsten Seiten können Sie unsere Fortschritte in unseren persönlichen Erfahrungs-Blogs nachlesen.

Und diese Programme testen wir (v.l.n.r.):

GIULIA, Mode-Volontärin, tritt zum Crossfit-Training an, das verschiedene Fitnessdisziplinen kombiniert: „Ich hoffe, die Vielfalt der Übungen hilft mir, nicht wieder so schnell die Lust zu verlieren.“
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JANINA, stellv. Chefredakteurin, will mithilfe von Weight Watchers und Cardio-Training die letzten Schwangerschafts kilos loswerden. „Für mich gilt: Hauptsache, unkompliziert.“
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NINA, Chefredakteurin, will ihr biologisches Alter herausfinden und mit dem Aspria-Pro-Programm Fitness, Ernährung und Lebensstil nachhaltig positiv beeinflussen.
>> Hier kommen Sie zu Ninas Blog

STEFANIE, Ressortleitung Report, testet das Konzept von Mrs. Sporty: Dreimal die Woche 30 Minuten Zirkeltraining sollen „mehr Energie und eine Grundfitness“ bringen.
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KATJA, freie Autorin, will mithilfe eines Personal Trainers wieder Spaß am Sport haben: „Jemand muss aufpassen, dass ich bei den Sit-ups nicht schummele.“
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WIEBKE, Textchefin, lernt Kung Fu Papuya, eine asiatische Kampfkunst für Stabilität und innere Balance – und sie verzichtet seit Januar auf Zucker.
>> Hier kommen Sie zu Wiebkes Blog

JUDITH, Redakteurin bei petra.de, probiert das Metabolic-Balance-Programm aus. „Ich verspreche mir davon mehr Energie und ein besseres Körpergefühl.“
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RÜYAM, Ressortleitung Beauty, trainiert gezielt mit einem Personal Trainer für einen stärkeren Rücken und hofft, dass sie dadurch endlich ihre Liebe zum Sport entdeckt.
>> Hier kommen Sie zu Rüyams Blog

BONNIE, Volontärin, ernährt sich nach der Bestseller-Diät „5 : 2“: Fünf Tage normal (aber gesund) essen, an zwei Tagen in der Woche fasten. „Klingt einfacher als Diät.“
>> Hier kommen Sie zu Bonnies Blog

IRIS, stellv. Ressortleiterin Report, macht eine Fastenkur nach F.X. Mayr (betreut vom Lans Medicum Hamburg). „Ich möchte lernen, Essen wieder zu genießen.“
>> Hier kommen Sie zu Iris' Blog

SINA, freie Grafikerin (nicht im Bild), erhofft sich vom Ballett-Training: „Lange schlanke Muskeln, eine gute Haltung und straffe Waden.“
>> Hier kommen Sie zu Sinas Blog

Abnehmen mit Phytotherapie: Wir zeigen Ihnen, wie es geht >>

Giulia testet CrossFit in the Box
© Manuel Pandalis, JALAG Syndication
Giulia testet CrossFit in the Box

Giulias Motivation:

Giulia, 26, Mode-Volontärin: Sport - "Das intensive Trainieren des menschlichen Körpers mit dem Ziel, den Körper zu höherer Leistungsfähigkeit zu entwickeln." So klingt die schöne Beschreibung im Wörterbuch. Aber für die Umsetzung hat es bei mir leider immer an Diziplin und Ehrgeiz gefehlt. Ich habe mich immer mal wieder in neuen Fitnesstudios angemeldet, aber es war jedes Mal das gleiche: nach den ersten Monaten, in denen ich wie besessen gleich vier mal die Woche trainierte, verlor ich die die Lust. Klar hat sich in dieser Zeit mein Körpergefühl verbessert, das fand ich auch toll. Was mir leider fehlt ist der Wille so ein Programm einmal richtig lang durchzuziehen. Und dass soll sich ändern. Mit Crossfit habe ich mir ein Programm ausgesucht, dass verschiedene Fitnessdisziplinen kombiniert : Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination. Die Mischung aus verschiedenen Elemente und die Vielfalt der Übungen werden (hoffentlich) dafür sorgen, dass ich den Spaß an der Sache nicht verliere. Mein Ziel? Natürlich eine trainierte, straffe Figur. Doch am wichtigsten ist es für mich, fit zu werden, energiegeladen zu sein und mich in meiner eigenen Haut wohl zu fühlen. Und noch viel mehr: durchhalten, durchhalten, durchhalten!

Giulias Ehrfahrungs-Blog:

Achtung, der neueste Eintrag steht oben!

Fit in den Frühling:

Tag 6.

Regeneriert nach dem entspannenden Wochenende, gehe ich supermotiviert zu meiner zweiten Crossfit-Stunde. Kettlebells stehen heute auf den Plan. Kettlebells kann man sich wie Hanteln vorstellen, die man wie eine Glocke am Griff halten kann und mit Schwung und - wie ich lernte - durch „eine explosionartige Bewegung der Hüfte" heben kann. Bei den Übungen mit Kettlebells werden Muskelgruppen im ganzen Körper beansprucht. Koordination und Stabilität sollte man allerdings auch beherrschen, denn das Risiko, so eine 5 Kilo schwere Kugel ins Gesicht zu bekommen, ist relativ groß. Schön stelle ich mir das nicht vor, also bleibe ich lieber konzentriert und versuche, mir dabei keinen Zahn auszuschlagen.

Fit in den Frühling:

Tag 5.

Mein Gewissen plagt mich. Ich habe meinem Coach Elli versprochen zu laufen und habe es immer noch nicht gemacht. Vor einer Joggingrunde um die Alster bin ich ja schon geflüchtet - aber dass das Hotel ein Fitnessstudio hat, kann ich nun wirklich nicht leugnen. Schuhe an, los geht's. Ich lasse mir Zeit, fange mit Walken an und erhöhe nach und nach die Geschwindigkeit. Wenn ich außer Puste bin walke ich wieder. In Dauerschleife, bis ich die 7,4 Kilometer erreicht habe. Schön fand ich das nicht, laufen ist ja gar nicht meins, aber ich fühle mich gut. Ich weiß, dass ich meinem Körper etwas Gutes getan habe und das macht Lust auf mehr!

Fit in den Frühling:

Tag 4.

Mein Freund und ich entscheiden uns spontan für einen Trip an die Ostsee. Das Wetter soll gut werden und in dem Hotel, das wir uns ausgesucht haben, gibt es ein Spa. Meine schmerzenden Glieder sehnen sich nach der Wärme einer Sauna. Außerdem ist die Vorstellung, mich für ein paar Minuten im Pool schwerelos zu fühlen und meine mit Muskelkater geplagten Oberschenkelmuskel nicht mehr anspannen zu müssen, die Fahrt mehr als Wehrt. Das schönste hier ist der Strand. Direkt vor der Tür. Trotz der Kälte kann ich mich nicht von der Stelle bewegen und mein Blick vom Horizont lassen. Die Seele baumelt, die Gedanken schweifen... Crossfit? Sportprogramm? War da was?

Tag 3.

Freitag. Wochenende. Endlich. Durch meinen Muskelkater habe ich diese Woche nur einmal trainiert und deshalb von meinem Coach Elli Hausaufgaben bekommen. Laufen um die Alster (7,4 km) in weniger als 55 min. Gesetz dem Fall, das ich das nicht erwähnt haben sollte: ich bin nicht so sportlich. Ich weiß, für den größten Teil der Bevölkerung ist 7,4 km eine kurze Strecke. Für Marathonläufer ist es ein Witz. Aber ich bin nun mal noch keine Sportskanone (Betonung auf noch) und mir graut davor. Ich rauche zwar nicht (mehr), aber Ausdauer war noch nie meine Spezialität. Ich bin eher der Sprinter. Schnell und Kurz. Dann ist es gleich vorbei. Aber versprochen ist versprochen. Ich werde meinen Glück versuchen (Falls keine weiteren Post mehr folgen, habe ich es vermutlich nicht überlebt.)

Tag 2.

Schmerz. Einfach nur Schmerz. Mir tun Muskeln an meinem Körper weh, von denen ich noch gar nicht wusste, dass ich sie habe, und ich laufe nur in Slow Motion. Das Hinsetzen ist das Schlimmste. Nach dem Treppensteigen. Und dem Treppen hinuntergehen. Und dem Aufstehen. Aber ich muss gestehen: dabei fühle ich mich gut. Endlich spüre ich meinen Körper wieder und ich bin stolz, die erste Hürde überwunden zu haben. Jetzt will ich mir selbst beweisen, dass ich meine Muskeln so trainieren kann, dass dieser Schmerz irgendwann nicht mehr vorhanden sein wird. Aber nicht heute. Heute geht gar nichts.

Giulia mit ihrer Trainerin
© privat
Fit in den Frühling:   Noch bin ich voll motiviert.  

Immer noch Tag 1. 20:05

Nachdem wir meine Ziele besprochen haben, stellt mir Elli die entscheidende Frage: "Hast du deine Sportsachen dabei?" Mit dieser Frage habe ich gerechnet. Nun kann ich mich entscheiden, ob ich lügen soll und entspannt nach Hause fahren möchte oder ob ich ehrlich sein soll und den Schweinehund endlich überwinde! "Ja, habe ich dabei" - Jetzt kann ich mich nicht mehr zurückziehen. 5 Minuten später bin ich umgezogen und bereit für meine erste offizielle Crossfit-Stunde. Maike wird mich in den nächsten Wochen trainieren. Sie ist diejenige, die sich um die "On Ramp" Stunden kümmert. Das sind 6 verschiedene Anfängerstunden, in denen einem die Basics von Crossfit beigebracht werden. Wie geht ein Squat, wie hebe ich korrekt Gewichte, was es alles für verschiedene Übungen gibt... das alles wird mir Maike beibringen. Sie ist auch gelernte Physiotherapeutin und trainiert dazu noch Jugendliche mit Down Syndrom. Eine gute Seele, die in einem zierlichen, perfekt definierten Körper verpackt ist. Heute sind wir nur zu viert. Ich bin begeistert von der Tatsache, dass wir so eine kleine Gruppe sind. Dadurch kann sich unsere Trainerin auf uns konzertieren und falsche Bewegungen gleich korrigieren. Die Übungen, die wir machen, werden alle auf eine Tafel geschrieben und haben Namen, die ich nach dieser Stunde nie wieder vergessen werde: Medball Clean, Hollow turn, Superman rock... klingt harmlos, ist es aber nicht. Eine Stunde lang lerne ich die ersten Basics von Crossfit. Erst nach diesen 6 Anfängerstunden ist es überhaupt erlaubt, bei einer "normalen" Crossfit Stunde mitzumachen. Am Ende der ersten Stunde kann ich die Treppen zur Umkleide kaum hochlaufen. In diesem Moment kann ich mir nicht vorstellen, jemals eine Crossfit-Frau zu sein.

Ringe für's Crossfit Training
© privat
Fit in den Frühling:
Hanteln fürs Crossfit Training
© privat
Fit in den Frühling:

Tag 1. 19:30

Crossfit soll es sein. "Brutal. Hart. Aber wahnsinnig effektiv", so meine Freundin Sofie. Meine Ohren hören nur : wahnsinnig effektiv. Ich gehe mit und probiere. Die ersten 2 Probestunden fanden im Frühling statt - doch danach bin ich nie wiedergekommen. Jetzt will ich es aber wissen. Vor meinem ersten Treffen mit meinem Coach Elli bin ich nervös. Sie ist die Eigentümerin des Gyms, gelernte Physiotherapeutin und seit Jahren Crossfit und Yoga-Lehrerin. Und Mama. (Ja. So was gibt es.) Sie ist ein Muskelpaket, kann sich aber dazu noch federleicht bewegen. Eine Wahnsinnsmischung! Ich bin unsportlich. Wird sie das schon im Gespräch merken? Vielleicht sollte ich gerade sitzen - das kommt besser rüber.

Mittagessen
© privat
Fit in den Frühling:   Zum Glück darf ich weiterhin essen, was ich will.  
Katja trainiert mit einem Personal Trainer
© Manuel Pandalis, JALAG Syndication
Katja trainiert mit einem Personal Trainer

Katjas Motivation:

Katja, 33, freie

Katjas Erfahrungs-Blog:

Woche 12, das Fazit

Drei Monate sind um. Hui, das ging schnell. Ob die neue Routine wohl reicht, um mich künftig auch allein aufzuraffen? Ich bin gespannt. Versprochen habe ich es mir. Wäre ja auch ziemlich bekloppt, einen mörderischen Muskelkater zu überstehen und sich mühevoll diese Grundfitness zuzulegen - um dann wieder alles sein zu lassen.

Die vergangenen Wochen waren in jedem Fall Gold wert. Endlich kein schlechtes Gewissen mehr, dass ich zu wenig für meinen Körper tue. Keine Ausreden mehr: Die Sache, dass ich den Sport noch irgendwie in den Tag quetschen sollte, hat an Selbstverständnis gewonnen. Und ich kann sooo viele kleine Erfolge verzeichnen, die mir gezeigt haben, dass jedes einzelne Training Wirkung zeigt und es sich lohnt, am Ball zu bleiben. Ich hab mehr Ausdauer und mehr Kraft, eine bessere Haltung - und weiß jetzt wieder, wie gut es sich anfühlt, völlig ausgepowert unter der Dusche zu stehen.

Den Re-Start mit einem Personal Trainer zu wuppen, kann ich nun wirklich jeder, der es an Motivation und Spaß am Sport mangelt, empfehlen. Als Hamburgerin ja vielleicht sogar bei Jan. Wer sich einen näheren Eindruck von ihm und seiner Arbeit machen möchte, findet ihn bei Facebook und Instagram unter JanKolthoff. Anfragen nimmt er unter 0172-4420974 und info@bewegtemittagspause.de entgegen.

So. Genug geschrieben. Jetzt geh' ich laufen!

Geschippert

Jan hat ein neues Rudergerät – und dafür seine Hocker (die für die bösen Kniebeugen) verbannt. In grauen Vorzeiten war ich mal in einer Ruder-AG – und erinnere mich noch, wie der halbe Kurs aus den Einern kippte, immer rein ins dreckige Wasser. Einmal schwamm neben meiner gekenterten Freundin ein toter Fisch, was sie hysterisch zum Kreischen brachte.
Das kann mir ja nicht passieren. Etwas seltsam ist es trotzdem, durch den trockenen Raum zu rudern. Zumal man ständig aufs Display starrt. Wie viel Zeit bleibt noch, um die Distanz zu bewältigen? Wie viele Meter geht es pro Zug voran? Da ist er wieder: Der Kampf gegen die Zeit. Weil ich zehn Sekunden zu langsam bin, muss ich doch noch Kniebeugen machen. Die Stange, über die der Rudersitz läuft, eignet sich nämlich ebenso gut wie der Hocker dafür – findet mein Trainer.

... und: mein Geburtstag :-)

Ich hatte mich schon auf das Schlimmste gefasst gemacht. Am Abend vor dem nächsten Sport-Tag schreibt Jan per SMS, das Training würde morgen etwas anders ablaufen und ich solle mich nicht wundern. Ehrlich gesagt habe ich mit einem besonders fiesen Workout gerechnet, so als Anti-Aging-Programm zum 34. Stattdessen begrüßt mich, als ich ins Hamburg Health Center komme, eine junge Frau. Jan sei heute nicht da und sie würde mich jetzt gern zu einer Massage einladen. 1,5 Stunden bin ich im Himmel und finde, dass dieser Tag nicht besser hätte starten können. Welch gelungene Belohnung für die Strapazen der letzten Wochen. Glückliche, ich!

Shake it!

Jan gibt mir nach dem Training ein Protein-Shake mit. Die haben ja zugegebenermaßen gern mal das Image, übel zu schmecken und nur was für Pumper zu sein. Aber Jan ist schließlich auch zertifizierter Ernährungsberater und wird es besser wissen: Er sagt, dass der Drink von MMP (Muscle Milk Protein) genau den extra Proteingehalt hat, den ein normal-aktiver Mensch (juhu, ich bin ja jetzt aktiv) nach dem Sport braucht, um die trainierten Muskeln zu erhalten und deren ästhetischen Aufbau zu unterstützen. Weil er auf Wasserbasis gemischt ist, enthält er weniger Kalorien als die milchbasierten Shakes - und hat dadurch auch einen sehr niedrigen Laktoseanteil. Ich trinke ihn gut gekühlt, finde die Geschmacksrichtung Vanille richtig lecker - und bin für die nächsten Stunden pappsatt. Wenn's dazu noch der Figur dient, bitte.

Formtief

Jan muss heute irgendwie die Trainingspläne durcheinander gebracht und mir den eines Supersportlers verpasst haben. So fühlt es sich jedenfalls an, während ich unentwegt Medizinbälle stemme und wir dazu x andere Übungen kombinieren. Schon nach zehn Minuten spinnt mein Kreislauf und meine Arme zittern herum. Wäre ich eine von vielen im Kurs: ich hätte heute auf jeden Fall aufgegeben und mich in die Umkleidekabine verzogen. Stattdessen versuche ich durchzuhalten, mache ein paar kurze Pausen, die nicht vorgesehen sind, und erlaube mir zwischendurch etwas zu jammern. Ich beiße bis zum Ende die Zähne zusammen, bin aber trotzdem etwas frustriert: Ich dachte, diese Phase sei überwunden. Ist vielleicht einfach nicht mein Tag.

Doch nicht so grün

Habe abends doch noch Schokolade gegessen. Geht einfach nicht ohne. Keine Ahnung, wie Jan das macht. Der stellt sich nach dem letzten Training des Tages allen Ernstes noch in die Küche, dünstet sich sein Gemüsepfännchen und achtet auf eine Extraportion Eiweiß. JEDEN Abend. Und morgens gibt es bei ihm IMMER so eine gesunde Version von Pancakes: mit ganz viel Ei, Banane und tausend anderen gesunden Dingen, die ich schon wieder vergessen habe. Und er isst NIE Süßigkeiten. Finde es zwar superauthentisch, wenn jemand zu 100 Prozent von seinem Job überzeugt ist und das, was er anderen beibringen will, auch selbst so vorlebt. Und ich beneide ihn aufrichtig darum. Aber gleichzeitig weiß ich, dass ich das niemals so durchziehen könnte. Und es mir Lebensqualität rauben würde, wenn ich auf meine Schokokekse verzichten müsste. Hm.

Green Day

Mir ist aufgefallen, dass ich nach den Trainings immer richtig Lust auf Salat und Obst habe. Ich hätte eher vermutet, dass ich den Schokoriegel danach besonders gut rechtfertigen kann – schließlich hab ich die Kalorien ja quasi schon im Vorhinein gekillt. Aber nein: Mein Körper scheint nach dem Sport auf den Geschmack gekommen zu sein. Also bleibe ich auf dem Gesundheits-Trip und kaufe mir einen Riesensalat. Cooler Effekt.

Schrecksekunden

„Shit!! Ich hab's wieder vergessen!" – Während ich meinen Alltag bewältige, hab ich neuerdings immer mal wieder Schrecksekunden, in denen ich denke, ich hätte wieder nicht ans Training gedacht. So geht es mir bizzarer Weise auch manchmal, wenn ich ausnahmsweise mit nur einer meiner Töchter unterwegs bin – und in einem panischen Moment denke, ich hätte die andere irgendwo vergessen. Aber puh, alles gut...

Kann ich mir trauen

Jan hat die Chance, ein paar Tage als Sportphysiotherapeut bei einem Fußball-Bundesliga-Verein zu hospitieren. Deshalb bin ich diese Woche auf mich allein gestellt. Würde mir an seiner Stelle auch besser gefallen, mit lauter jungen, ganz und gar durchtrainierten und motivierten Jungs zu arbeiten – statt mit Frauen wie mir, die kurz, bevor es körperlich bergab geht, ächzend versuchen, die Kurve zu kriegen ;-)
Wie auch immer: Ich mache brav meine Hausaufgaben und gehe zweimal laufen. Tatsächlich ist die Hemmschwelle jetzt längst nicht mehr so hoch wie zu Beginn. Weil ich weiß, dass es sooo schlimm nicht wird. Dass ich mich hinterher k.o., aber gut fühlen werde. Und zugegebenermaßen auch, weil ich meine, es meinem Trainer schuldig zu sein.

Power-Ich

Schlage mich heute gar nicht so schlecht: Obwohl ich beim Selbst-Laufen ja geschummelt hatte und davor die Woche krank war, finde ich meine Leistung dieses Mal nicht peinlich. Es ist wirklich so, dass man den A... nur wieder regelmäßig hoch kriegen muss, schon schafft man es auch irgendwie um die Alster. Wobei, wir laufen natürlich nicht ganz rum, weil ja dauernd dusselige Bank-Einheiten dran sind. Aber die Stunde, die wir unterwegs sind, hätte durchaus dafür ausgereicht. Sag ich jetzt einfach mal so... Jedenfalls kann ich bei unserer Rückkehr dieses Mal sogar noch sprechen. Bravo.

Woche 8, erster Trainingstag

Ach, du Schreck: Ich hab' das Training vergessen! Einfach so. Kaum war ich eine Woche nicht da, dachte mein Schweinehund offensichtlich, er hätte wieder Weltmachtstellung. Habe ein mega schlechtes Gewissen und rufe Jan sehr kleinlaut an. Der dachte schon, ich hätte auf dem Hinweg vielleicht einen Fahrradunfall gehabt. Er meckert nicht. Aber ich fühle mich danach noch schlechter. Und gehe am Abend freiwillig Joggen. Ohne Bank zwar. Aber mit dem festen Vorsatz, jetzt ganz sicher nicht luschig zu werden. Schließlich ziehe ich das Programm jetzt seit fast zwei Monaten durch – und hatte nicht die Absicht, meine mühsam erarbeitete Mini-Fitness schon wieder aufzugeben.

Krank

Muss Antibiotika nehmen und darf diese Woche nicht zum Sport. Stattdessen blättere ich in Zeitschriften und entdecke, was andere so auf Bänken hinkriegen:

Gesunde Ernährung:

Die böse Bank

Quizfrage: Was haben Jans Laufschuhe, mein Pullover und mein Kopf gemeinsam?
Lösung: Sie sind alle drei knallrot.
Und das bereits nach kürzester Zeit: Ich hatte mich ja auf das erste Lauftraining gefreut - und irgendwie gedacht, das könnte ich ganz gut. War aber ein Irrglaube. Kaum sind wir die Stichstraße zur Alster runtergelaufen, machen wir den ersten Stop an einer Bank. Allerdings nicht, um die Aussicht zu genießen und ein bisschen zu verschnaufen. Sondern um „Krafteinheiten“ zu absolvieren: Liegestütze auf der Lehne und andere böse Dinge. Danach: weiterlaufen.

Fit in den Frühling:


Nach der zweiten und dritten Bank-„Pause“ fange ich an mich zu fragen, wann wir wohl den Rückweg antreten. Schließlich laufen wir immer noch in die falsche Richtung. Kontrolliert durch die Nase ein- und den Mund ausatmen klappt schon nicht mehr. Ich traue mich aber nicht zu fragen, ob wir vielleicht ein Stück gehen können. Zum Glück merkt Jan kurz darauf selbst, dass ich demnächst wahrscheinlich stolpern und einfach liegen bleiben werde. Wir drehen um und machen nach einer letzten „bösen Bank“ tatsächlich noch zwei Geh-Einheiten. Nach 50 Minuten sind wir zurück und ich bin vollkommen platt. Bevor ich duschen gehe, muss ich mich erst mal zehn Minuten auf den Badezimmerboden setzen. OMG.

Och, wie schade ;-)

Jan musste für heute absagen! Fühlt sich wie Hitzefrei an.
Allerdings wird das Training nachgeholt, so dass ich diese Woche noch zwei Tage hintereinander hin muss. Aber egal. Heute bin ich faul :-)

Kleine Muskelschule

Ich bin jetzt im zweiten Level, sozusagen. Während ich mich zu Beginn noch darauf konzentriert habe, die Beine richtig zu bewegen, stemme ich jetzt noch im Wechsel Hanteln dazu. Oder Medizinbälle. Und das Ganze am besten noch, während ich auf einem Airexpad stehe. Das ist so ein großes Luftkissen, auf dem man mit den Beinen herumzittert, weil man keinen festen Stand hat. Der Sinn des Ganzen: Die Muskelzellen tiefer zu reizen und möglichst viele Muskeln gleichzeitig arbeiten zu lassen. Das schafft einen höheren Energieumsatz und ermöglicht eine bessere Verknüpfung der Muskeln untereinander: Sie können dann als Einheit arbeiten, so wie sie es im Alltag ja auch tun müssen. Deshalb trainiert Jan auch nicht mit diesen ganzen Geräten, die man aus Fitness-Studios kennt. Bei denen führt man letztlich nur total isolierte Bewegungen durch. Das leuchtet mir ein - auch, wenn es anstrengend ist.
Was ich auch gut finde: Dass wir viel mit dem eigenen Körpergewicht arbeiten (reicht ja!). Und Cardio- mit Kraftelementen mixen. Diesen Ideen folgt auch das Crossfit-Konzept, von dem sich Jan gern inspirieren lässt. Er trainiert auch selbst danach, wenn er gerade keine Kunden scheucht. Oder Fußball spielt. Oder läuft. Oder, oder, oder. Keine Ahnung, wann er das noch schafft. Wahrscheinlich nachts...
Nun ja, nicht mein Maßstab.

Die Abwechslung macht's

Habe auf der Rückfahrt darüber nachgedacht, warum es mich nicht mehr so viel Überwindung kostet, zum Sport zu gehen. Zum einen ist es natürlich nett, ein bisschen mit Jan zu quatschen, während ich meine Übungen mache (spätestens nach der Hälfte der Zeit habe ich dafür aber kaum noch die Puste). Zum anderen liegt es aber auch daran, dass wir jede Woche etwas anderes machen. Und ich vorher nicht weiß, was mir blüht. Der Fokus liegt immer auf anderen Körperteilen. Mal gilt es, möglichst viele Wiederholungen zu schaffen. Mal geht es darum, jede Position fünf Sekunden zu halten. Mal machen wir was für die Kraft. Dann zappele ich wieder herum, um den Kreislauf zu pushen. Und demnächst steht ein Lauftraining an der Alster dran. Da freue ich mich direkt drauf - und wer hätte gedacht, dass ich sowas mal sage?!

Ein Fortschritt

Bin stolz. Muss noch mega viel schreiben und weiß, dass es heute einen Nachtschicht gibt, wenn ich jetzt zum Sport gehe. Stelle fest, dass ich trotzdem nicht in Erwägung ziehe, das Training abzusagen. Hätte ich bis vor kurzem noch getan.

Das bleibt unter uns

Habe heute nach dem Sport meine Mütze und Handschuhe liegen lassen und es erst gemerkt, als ich unten beim Fahrrad war. Konnte mich nicht überwinden, die Treppe noch mal ganz hoch zu latschen (es gibt auch einen Fahrstuhl, aber hey: Ich kann mich ja schlecht mit dem Lift ins Fitness-Zentrum bringen lassen...). Bin dann mit Kapuze gefahren und hab mir die Hände abgefroren. War nach dem Beintraining heute das kleinere Übel.

Angeberin, ich

„Ich muss dann mal los, habe gleich Training.“

„Du, sorry, mein Personal Trainer wartet.“

„Hm, ja, ach, du machst keinen Sport. Du, tröste dich, ich komm auch nur zwei Mal die Woche dazu.“

Ich liiiebe es, in Gesprächen mit Kindergarten-Muttis, Nachbarn, Bekannten zufällig fallen zu lassen, WIE SPORTLICH ICH BIN! :-D

Die Tricks des Trainers

Jan, du bist durchschaut. Ich weiß inzwischen genau, was kommt, wenn du...

... sagst, ich soll vier Bahnen schaffen --> nämlich, dass du mir nach Bahn Vier sagen wirst, dass ich schon die Hälfte geschafft habe, weil du zufällig immer hin und zurück meintest

... mich lobst, weil ich schon mehr Wiederholungen schaffe --> nämlich, dass ich bei den Kniebeugen gern noch ein Stück weiter runter gehen könnte

... hörst, dass ich nach dem letzten Training keinen Muskelkater hatte --> nämlich, dass du den Trainingsplan für heute gleich mal etwas straffer gestalten wirst (Das nächste Mal behaupte ich einfach wieder, dass ich mich kaum bewegen konnte :-P)

... siehst, dass ich noch keine knallrote Birne habe --> nämlich, dass wir ruhig noch ne Hammerübung dranhängen können

... hörst, dass ich eine Übung hasse --> nämlich, dass die künftig öfter dran kommt, damit ich sie lieben lerne

... sagst, dass ich das Kardio-Training inzwischen ganz gut hinbekomme --> nämlich, dass ich immer noch kaum Kraft in den Armen habe und wir uns darum kümmern sollten

Sollen die mal machen

Hänge auf dem Sofa ab und gucke Heidis „Meeedchen“ beim Abstrampeln zu. Nur gut, dass ich damit für heute durch bin, hehe.

Sportlerportion:

Wer große Gewichte stemmt, darf auch große Portionen essen

Hatte nach dem morgendlichen Training so einen Kohldampf, dass ich um 11.30 Uhr Mittag essen war. Aber kein Salätchen, sondern eine riesige Portion Spaghetti Bolognese. Mjam.

Jans Stopp-Uhr:

Mein Feind, die Stopp-Uhr

Bei mir muss jede freie Minute genutzt werden. Oft ertappe ich mich dabei, dass ich vor dem Rechner, to go oder gar nicht esse – und kurz vor knapp zum Kindergarten renne, weil ich wieder viel zu spät vom Schreibtisch aufgestanden bin. Auch, wenn ich mit dem Fahrrad zum Training fahre, male ich mir im Kopf aus, was ich um diese Zeit eigentlich gerade tun müsste: einkaufen, Text fertig schreiben, aufräumen, Interviewanfragen starten, Wäsche waschen, recherchieren.
Und nun kommt Jan auch noch mit seiner Stopp-Uhr daher. Jede Übung eines Workouts wird auf Zeit absolviert. Und in der zweiten Runde soll ich die geleisteten Wiederholungen dann auch noch toppen. Ich erwäge kurz, in der ersten Runde besonders langsam zu sein, damit ich später überhaupt noch dazu in der Lage bin, mich zu steigern. Wäre aber sinnlos: Jan guckt ja keine Sekunde weg – und wenn er das Gefühl hat, ich könnte den Medizinball schneller stemmen oder die Kniebeugen tiefer machen, sagt er das gern.

Wow!

Erstmals kein schlimmer Muskelkater beim Aufwachen. Juchu! Vielleicht wird das hier ja doch kein Jammerblog… Ich bin jedenfalls sehr erleichtert, dass das bisschen Sport nun vielleicht doch nicht mein ganzes Leben umschmeißt.
 

Wieder berappelt

Pünktlich zum nächsten Training kann ich mich wieder bewegen. Auf Bizeps-Quälkram lasse ich mich heute trotzdem nicht ein. Vielleicht nächste Woche wieder… Zum Glück meint Jan, dass das Training eh am effektivsten ist, wenn wir uns jedes Mal um andere Muskeln kümmern. Heute wollen wir den Rücken stärken – und am Six Pack (höhöhö) arbeiten. Ich zappele in Bauchlage herum, als würde ich schwimmen – nur ohne Wasser. Leider fallen Jan auch tausend Varianten ein, um Sit-ups zu machen: mit angewinkelten Beinen, in die Höhe gestreckten, knapp überm Boden schwebenden – gern auch alles kombiniert, damit ich bei der „Choreografie“ schön durcheinander komme. Zwischendurch 50 Hampelmänner springen. Und wieder von vorn. Bei dem ganzen Rumgeturne sollte mein Kreislauf (meine Blutdruckwerte sind immer beide weit unter 100) ja eigentlich in Schwung kommen. Stattdessen wird mir öfter mal schwindelig, wenn ich eine Trinkpause mache. Wahrscheinlich von dem dauernden Auf und Ab. Jan empfiehlt: In Bewegung bleiben…

Morgen machen wir dann....WAS?

Ich bin gespannt, was das morgen werden soll. Ich habe noch schlimmer „Arm“ als gestern. Zum Glück gibt es ja noch den Bauch... und den Po... oder wieder die Beine... Kann mich mal bitte jemand mit Schokolade füttern?

Schmerz, lass' nach

Wie soll man sich die Zähne putzen, wenn man die Arme nicht biegen kann? Wie schminken und bürsten, essen und trinken, wenn weder Mascara noch Bürste, weder Löffel noch Glas vom Arm zum Mund geführt werden können? Mein Bizeps scheint sich dafür rächen zu wollen, dass ich ihn aus dem Dornröschenschlaf wach gerüttelt habe. Ich fühle mich wie eine alte Frau und ertappe mich laufend dabei, wie ich bei kleinsten Bewegungen ächze. Dass sie heute allein aus dem Gitterbettchen klettern musste, hat meine Tochter noch hingenommen. Aber wie wuchte ich sie jetzt auf den Fahrradsitz? Es klappt natürlich irgendwie. Genauso, wie ich auch irgendwie meine Kapuze aufkriege, meine Tasche trage und den Tag überstehe. Aber Spaß macht das nicht, wenn die Zeit zwar weiterhin durchgetaktet, man selbst aber leider zur lahmen Ente geworden ist. Das hatte ich so nicht bedacht. Dass die Tage, an denen ich keinen Sport mache, diejenigen sind, die mir die größte Mühe machen.

Armmuskeln? Fehlanzeige

Ob ich letzte Woche noch etwas Muskelkater hatte, fragt Jan bei unserem nächsten Treffen. Kann man so sagen, gebe ich zu – erspare ihm (und mir!) aber die Details. Ich möchte mich ja zusammenreißen. Und hier nicht die Memme geben. Als ich mich nach einem kurzen Warm up unter einer Langhantel wieder finde, tue ich allerdings genau das: herumschwächeln. Meine Arme wollen dieses Ding einfach nicht stemmen. Nicht in der dritten Runde. Und nicht, so lange ich dabei auch noch auf so einem wabbeligen Luftpolster liegen muss. Jan verkürzt die Wiederholungen und schickt mich stattdessen zu einem Hocker. Ich soll mich mit den Händen hinter dem Rücken darauf abstützen und meinen Körper im Akkord rauf und runter stemmen, so als würde ich mich drauf setzen wollen, den Hocker aber knapp verfehlen. Meine Arme versagen. Bei aller Mühe. Nach dem letzten Workout befindet Jan, dass meine Kondition für den Start ganz okay ist. Und wir an meiner Kraft noch arbeiten sollten...

Aua aua aua

Jetzt geht allerdings gar nichts mehr. Meine Oberschenkel sind ein einziger Krampf. Das Elend beginnt, als ich aus dem Schlaf hochschieße, weil meine kleine Tochter ruft – und ich hineilen will, damit nicht alle aufwachen. Kaum ist ein Bein aus dem Bett, stechen gefühlt zehn Messer rein. „Soll ich einen Krankenwagen rufen“, fragt meine Große, die vom Geschrei ihrer Schwester wach geworden ist und eine leichte Panik im Blick hat. „Oder bei deiner Arbeit, dass du heute nicht kommst?“ Ich versuche, meinen Muskelkater ins Lächerliche zu ziehen und erkläre ihr, dass ich nur zu lange keinen Sport gemacht habe – und sich meine Beine erst wieder dran gewöhnen müssen. Sie atmet auf und verspricht, es keinem zu erzählen. „Ist ja peinlich, oder Mama?“

Wir kommen zu spät in den Kindergarten, zu spät zur Schule, zu spät zur Arbeit. Weil ich beim allgemeinen Anziehen, Fertigmachen, Fahrradfahren langsamer als meine Oma bin. Den Rest des Tages stakse ich herum, als hätte ich keine Knie, vermeide Treppen und Toilettengänge. Selbst abends im Bett weiß ich nicht, wie ich liegen soll. Ja, das ist peinlich. In der Tat.

Es gibt kein Zurück

Heute soll ich also den Mann kennenlernen, der fortan auf meine Fitness achtet: der mir feste Trainingszeiten abpresst, mich um die Alster scheucht und ein Auge darauf hat, dass ich mich bei Sit-ups und Liegestützen nicht zu meinem Gunsten verzähle. Ich sollte mich freuen. Das sagt jedenfalls mein Umfeld: „Hast du es gut!", „Ein Personal Trainer!“, Darfst den einfach so testen“, „Hätte ich auch gern“. Stimmt, da kann ich doll froh sein.

Bin ich aber nicht. Schließlich muss ich meine kuschelige Komfortzone nun endgültig verlassen. Kann keine Ausrede mehr gelten lassen und befürchte das Schlimmste. Auf dem Weg zum Kennenlerntreffen (ich bin spät dran und hab mich fürs Fahrrad entschieden) kommt eine eiskalte Dusche vom Himmel. Herrlich, denke ich mir, jetzt bin ich gleich noch viel motivierter.

Das Hamburg Health Center, in dem Jan-Frederik Kohlthoff seine Trainings anbietet, liegt im dritten Stock eines prächtigen Altbaus an der Rothenbaumchaussee. Immerhin scheint es um meine Kondition noch nicht so schlecht bestellt, dass ich keuchen müsste, als ich oben ankomme. Eine freundliche Dame nimmt mich in Empfang. Das Center ist weder klinisch, noch sieht es aus wie ein Studio. Eher gleicht es einer Wohnung, in die ich durchaus einziehen würde: mit goldenem Buddha, schönen Wandfarben, hohen Decken mit viel Stuck – und einer durchweg freundlichen Aura. Bei einem Detox-Tee lerne ich Jan kennen. Er ist nicht nur freiberuflicher Personal Trainer, sondern auch Sportphysiotherapeut und Ernährungsberater. Nett ist er auch. Wir besprechen, was ich bislang so an Sport gemacht (oder gelassen) habe, ob ich körperliche Beschwerden habe und was meine Ziele für die kommenden drei Monate sind. Mehr Kondition, mehr Kraft, eine bessere Haltung, fällt mir als erstes ein. Bei der ganzen Schreiberei sitze ich ja hauptsächlich krumm vor dem Laptop. Und die restliche Zeit schleppe ich Kinder herum, die plötzlich nicht mehr auf ihr Laufrad wollen – oder Einkäufe, die zu schwer sind, aber irgendwie nach Hause müssen.

Fit in den Frühling:   Personal Trainer Jan-Frederik Kohlthoff  

Ein erstes Test-Workout wäre gut, meint Jan. Damit er sieht, wie der Stand der Dinge so ist. Und meinen Trainingsplan für die folgenden Wochen erstellen kann. Wir gehen in einen hellen Raum, der erstaunlich leer ist. Ich hatte fiese Geräte erwartet, stattdessen entdecke ich nur zwei Hocker, ein paar Matten und Bälle und zwei Bänder an der Wand. TRX, wie sich herausstellt. Da hängt man sich zum Beispiel rein, wenn man noch zu schwach ist, um bei Liegestützen sein gesamtes Körpergewicht zu (er)tragen. Es folgen ein paar Übungen zu Musik, die ich durchaus aus Bauch-Beine-Po-Kursen kenne. Nur mit dem Unterschied, dass ich mich dort immer in die letzte Reihe schummeln und zwischendurch kleine Päuschen machen konnte. Das geht hier nicht. Jan stoppt die Zeit, lässt mich zig Wiederholungen machen, aber nach 20 Minuten ist es schon vorbei. Wie anstrengend ich das Workout auf einer Skala von eins bis zehn fand, fragt Jan. Fünf sage ich mutig. Da geht noch was.

 
 
Janina testet Weight Watchers
© Manuel Pandalis, JALAG Syndication
Janina testet Weight Watchers

Janinas Motivation:

Janina, 40, stellvertretende Chefredakteurin: Ich will endlich die Schwangerschaftskilos loswerden – das klappte dank zu viel Kuchen und Milchkaffees bei Krabbelgruppentreffen bislang nicht so gut. Kind und Job halten mich schon ganz schön auf Trab, deshalb möchte ich ein unkompliziertes Programm testen. Und Weight Watchers haben ein neues Starter-Programm, bei dem man nicht mal mehr Punkte zählen muss. Wieviel ich wiege? Keine Ahnung. Habe meine Waage vor Jahren verbannt... das erfahre ich dann beim Weight Watchers-Treff. Beim Sport versuche ich mich an einer Mischung aus Zuhause-Übungen und Fitness-Studio. Hauptsache, ich kann alle Aktivitäten locker in meinen Alltag einbinden.

Janinas Erfahrungs-Blog:

Achtung, der neueste Eintrag steht oben!

Zumbaya-my-lord

Mission Sport? ENDLICH auch erfüllt! Nach 20 Monaten sportfreier Zeit (obwohl, mit dem Kinderwagen zum Musikgarten hetzen und ein immer schwerer werdendes Mädchen in den dritten Stock schleppen, ist doch auch so was wie Walken und Gewichteheben, oder?) habe ich es endlich zum Zumba geschafft. Und es hat geschockt! Mein Körper hat zwar ein paar Mal geschrieen: „Hey, was machst du da? Wenn du nicht sofort aufhörst, hier wie eine Bekloppte rumzuhüpfen, dann falle ich in Ohnmacht“, aber mit ein paar Wasser-Pausen habe ich erstaunlich gut mitgehalten.

Gut, ich bin permanent nach links gesprungen, wenn alle nach rechts sprangen und sicher sahen meine Bewegungen auch nicht ansatzweise so fließend und sexy aus wie die der Trainerin, aber es hat Spaß gemacht. Und mir ganz nebenbei 8 Aktivpunkte beschert.

Mein Mann war jedenfalls ganz stolz, als ich rotwängig nach Hause komme. Und da ist er nicht der Einzige, denn ich bin es auch!

I’m a -3,4-Kilo-Star!

Yippieh, ich habe meinen ersten Stern! Nachdem ich zweimal die Treffen ausfallen lassen musste, hatte ich doch ein bisschen Angst vor meiner neuen besten Freundin, der Weight Watchers-Waage. Denn wenn man drei Wochen im Blindflug, ohne Waage, vor sich hinmümmelt, redet man sich ja doch ein, dass man gaaanz sicher nichts abgenommen haben wird. Aber die Gute ist mir weiterhin wohlgesonnen – ich habe immerhin 800 Gramm abgenommen. Trotz Eltern-Geburtstagsfeier mit Mittagsbüffet und Kuchenschlacht, trotz Burger-Restaurant-Entgleisung und hier und da eine Tüte Gummibärchen.

Auf der anderen Seite bin ich wiederum auch sehr strikt gewesen, wenn ich selbst gekocht und Abendbrot gegessen habe. Als Snacks gab’s nur Obst und der zweite und dritte Milchkaffee ist mit 0,3%-Prozentiger Milch (beim ersten lasse ich mir nicht nehmen, dass er mit 1,5%-Milch ist).

Zur Belohnung schmeißt mir Weight Watchers-Coachin Tanja Koch einen drei Kilo schweren Stern zu. Als Symbol für die geschafften Kilos. Und mannomann, ist das Teil schwer. Da sieht man dann doch, wie viel drei Kilo sind. Zwei Evian-Flaschen. 12 Packungen Butter (iiiiih!). Oder 30 100-Gramm-Tütchen Lakritze.

Apropos Lakritze. Ich liebe Lakritze und zur Feier der abgenommenen Butterpäckchen fahre ich in die Lakritzerie – hab ich mir nach 2 ½ lakritz-abstinenten Monaten echt verdient.

Leider stolpere ich dort über meine Lieblings-Lakritze, süchtig machende kleine Dinger, die mit weißer Schokolade umhüllt sind und dann in feinem Erdbeer-Staub gewälzt wurden. Nicht die punktefreundlichste Nascherei. Aber egal. Musste sein.

Und nun? Auf die nächsten 3 Kilo!!!

Ende der 3. Woche, 4. Wiegetag: ZWEI-KOMMA-SECHS!

Gestern beim Wiegetag gewesen und… Trommelwirbel… 1,6 Kilo abgenommen. In zwei Wochen zwar, da ich ja letzte Woche nicht zum Wiegen war, aber 800 Gramm pro Woche ist wirklich mehr als ich angestrebt hatte.

Ich kann also ganz stolz nach einem Monat Bilanz ziehen: 2,6 Kilo sind es weniger und das finde ich GRAN-DI-OS! Die Weight-Watchers-Waage ist meine neue beste Freundin (ich vermute aber, dass das Freundschaftsverhältnis nicht immer so ) und mein Konzept, unter Kontrolle abzunehmen, geht auf.

Danach, im Gruppentreffen, redeten wir über die Saucen. Hier gilt: „Fertigsoßen gehen zwar schnell, haben aber oft jede Menge Punkte“, so Weight Watchers-Coachin Tanja Koch. Deswegen rät sie zum Selbermachen. Ein gutes Öl, leckeres Essig, Senf und Kräuter – et voilà. Das liebe ich ohnehin – nur dass ich persönlich liebend gern ein, zwei Erdbeeren mit reinpüriere, so wird’s schön fruchtig-pikant. Beim Braten rät Frau Koch zum Bratschlauch, aber da ich Fleisch eh selten auf dem Speiseplan habe, ist das nicht so mein Thema. Bei Pasta sind passierte Tomaten unser bester Soßenfreund und wer einen Jieper auf Käsesahnesoße hat, kann Schmelzkäse light mit Brühe vermischen und an die Nudeln geben.

Es werden auch unter den Teilnehmerinnen fleißig Tipps ausgetauscht und das lässt ein Wir-Gefühl entstehen, das unheimlich motivierend ist. Denn ob 100 Kilo oder 70 – wir alle haben das Ziel, im Sommer unsere top-geshapte Bikini-Figur vorzuzeigen… Öhem… oder uns zumindest mit 1-2 Fettröllchen weniger zwischen Bikini-Ober- und Unterteil am Strand zu präsentieren.

3. Woche, Tag 4: Man sieht es!

Mit meiner Tochter und einer Freundin beim Entenfüttern gewesen. Abends schickt die Freundin Fotos von mir und Milena und ich stelle fest: Mein Gesicht sieht irgendwie schlanker aus. Mein Mann nickt bestätigend. Oh yes!

3. Woche, Tag 3: Ach, ich lass die andern naschen…

Freunde von uns kommen abends zu Besuch. Das bedeutet: Drei Menschen, die schlemmen und trinken dürfen, was sie wollen. Und eine Person, die das nicht kann. Mäh. Wir bestellen was beim Thailänder, weil wir abends keine Lust mehr auf Kochen haben. Und während gewartet und gequatscht wird, packt mein Mann die Chips aus und macht allen (außer mir) einen Gin Tonic (mit Gin, den er aus London mitgebracht hat, so ein gaaaanz besonders lecker aromatischer...).

Erst bin ich echt superneidisch und dann beobachte ich genauer: Alle drei schieben sich die Chips rein, ohne wirklich zu genießen… Und plötzlich genieße ich meine Enthaltsamkeit, weil ich nicht sinnlos nebenbei was in mich reinstopfe (den Gin Tonic hätte ich allerdings schon ganz gern).

Der Rest ist dann ein Kinderspiel, denn ich liiiiebe den thailändischen Mangosalat. Der dürfte nicht sehr viele Punkte haben… Und als unser Besuch gegangen ist, bin ich stolz auf mich.

Ende der 2. Woche, 3. Wiegetag: Sport? Leider Zero Points!

Oh Gott, wo soll ich anfangen? Ich habe mindestens drei schlechte Gewissen:

1. weil ich so lange nicht geblogt habe.
2. weil ich keinen Sport gemacht habe, auch nicht den PETRA-Traumbody-Latindance.
3. weil ich nicht beim 3. Wiegetag war.

Aber hey, dafür hab ich auch 1000 Ausreden parat…
Blasenentzündung (ich), Bindehautentzündung (Tochter) und Erkältung (mein Mann). Dazu Heftschluss. Meetings am Vormittag und Playdates am Nachmittag. So. Abends kippte ich dann um – zum Glück zufällig immer in der Nähe der Couch.

Aber in einer Hinsicht muss ich kein schlechtes Gewissen haben: the points-mission goes on! Jeder Tag war ein neuer Weight Watchers-Tag. Ich habe zwar an einem Tag vergessen, mein Frühstück in die App einzugeben, und das fiel mir nach den zehn Gummibärchen am Abend ein, aber damit habe ich lediglich mal die sieben Extrapunkte angefasst. Und gestern hatte ich einen echt blöden Arbeitstag, weil man als Teilzeit-Arbeitende so oft das Gefühl hat, nicht alles zu Ende zu bekommen – da hab ich dann eben mal VIER Weight Watchers-Keks-Einheiten weggeputzt (8 Punkte), aber das war dringend erforderlich für mein Trostzentrum und wurde am Abend wettgemacht mit Vollkornbrot mit Banane.

Ansonsten scheine ich im Anders-Besser-Weniger-Essen-Modus angekommen zu sein. (Wobei ich 26 Punkte schon manchmal arg wenig finde. Ich mein, 26 durch 3, das macht 8 Punkte und’n-paar-Zerquetschte pro Mahlzeit OHNE Cappuccino, OHNE Kekschen zwischendurch. Schon anspruchsvoll, oder?)

Ich habe aber ganz fleißig weitere Rezepte von Weight Watchers aus dem Kochbuch „Für Berufstätige“ nachgekocht. Und ich muss sagen – die Rezepte sind wirklich easy, superfix gemacht und echt lecker. Wenn mein Mann mir abends den Rücken freihält, indem er mit meiner Tochter spielt, koche ich um 19 Uhr esse, wenn die Kleine schläft.

Letzte Woche gekocht (und für SEHR gut befunden): Karotten-Ingwer-Püree mit Steak (7P), Miniknödel mit italienischem Gemüse (7P), Asia-Pfanne (8P). Und ich werde daraus sicher noch einiges mehr nachkochen…

Da ich ja nicht beim Wiegen war, kann ich natürlich nicht sagen, wie viel das alles gebracht hat, aber mein Bauch ist einen Mü flacher. Ich bin also zuversichtlich und freue mich auf den nächsten Wiegetag.

Ende der 2. Woche, 3. Wiegetag: Hip Hop Hooray-Hooo-Haaaay!

Gestern war Wiegetag und ich habe 700g abgenommen. Man, war das ein gutes Gefühl. Zumal so unverhofft. Denn gefühlt war ich fest davon überzeugt, keinen Gramm weniger geworden zu sein, was ich meiner Freundin vorher auch lautstark kundtat. Die macht nämlich auch mit und weigerte sich gestern, auf die Waage zu gehen. Zuviel Alkohol am Vorabend… Und prompt fühlte mich wie eine Schulstreberin, die nach geschriebener Mathe-Prüfung sagt: „Diesmal habe ich ein gaaaanz schlechtes Gefühl“, um dann doch eine Zwei Plus zu bekommen.

Ich bin aber auch tatsächlich diszipliniert gewesen, sogar ohne mein Wochenextra groß anzugreifen. Einmal hatte ich abends nur 20 Punkte verbraten und aß ich dann zwei Schokoriegel made by WW (je 2 Punkte) und zehn Gummibärchen (noch mal 2 Punkte). Merkwürdige Sache, mit Schoki und Zuckereinheiten abzunehmen, aber es scheint ja trotzdem zu funktionieren.

Nun muss ich eine Sache dringend angehen: die Sache namens Sport.

Ich bin, wie wohl alle Mädels hier im Blog, kein Sport-ist-mein-Leben-Typ. Mich langweilt jede Sportart nach kurzer Zeit, ich hasse lange Anfahrtswege, Joggen finde ich doof und ich habe bisher Fitnessstudios mit SEHR viel Geld subventioniert, ohne mich monatelang dort blicken zu lassen. Meine Idee: Ich trete einem Verein bei, für wenig Geld, und mache dort Zumba. Das soll ja superwitzigcool sein. Mein Problem: Der Kurs ist ausgerechnet Dienstag abend und da läuft meine derzeitige Lieblingssendung auf Einsfestival, „Mord mit Aussicht“ – mit dem großartigen Bjarne Mädel. Plan B: Ich schmeiß heute abend mal die DVD von… tada… der aktuellen Petra ein: „Mit LatinDance zum Traumbody“.

Ich mein, wenn wir das schreiben, wird das ja wohl stimmen!!!

Samstag abend: Keine Dattel im Speckmantel für mich!

Bei der Geburtstagsfeier von Freunden gibt es Büffett. Was darf ich davon essen und wie berechne ich das alles? Gut, das Antipasti-Gemüse schwimmt nicht in Öl, das wird wohl gehen, die Rosmarinkartoffeln und die Putenbrust auch… Aber eine Dattel im Speckmantel? Hat 3 Punkte, wie ich feststelle, als ich dezent unterm Tisch die Weight Watchers-App befrage. Da ich ja schon selber ein einziger Muskel im Speckmantel bin, überlasse ich die kleinen fiesen ach-so-leckeren Hüftpolsterer den anderen Gästen!

Wieviel der Mandelkuchen und die Crema Catalan hat, guck ich gar nicht erst nach, da verzichte ich ebenfalls. Ich lächle tapfer, halte mich am Wasserglas fest und neide den anderen jeden gefüllten Dessertlöffel, der in Richtung Mund wandert. Danach hechte ich auf die Tanzfläche und verdiene mir bei „Get lucky“ vielleicht einen Aktionspunkt. Als ich abends ins Bett falle, bin ich aber stolz auf mich. Ich habe mir nichts „gegönnt“, über das ich mich später doch wieder ärgere – und das ist ein gutes Gefühl!

Zwei Tage später: Ich brauch Extra-Punkte!

Aber nicht die sieben Extra-Punkt, die Weight Watchers jedem pro Tag zugesteht, sondern Extra-Extra-Punkte. Und zwar für die Animationshappen, die ich meiner Tochter, 19 Monate, zuliebe verdrücke. Die ist eigentlich eine extrem gute Esserin. Aber gerade jetzt hat sie so gar keinen Appetit. Kein Abendessen, ob Brei, Nudeln mit "ohne Sauce" oder Abendbrot, findet bei ihr Anklang. Und was macht Muddi? Isst ihr mit viel Trara was vor. Was rechne ich mir denn für kleine Käsehäppchen, einzelne Nudeln und Bananenbrei-TL an?

Ein Tag später: Doch. Es ist schwer!

Wie soll ich mit 26 Punkten am Tag überleben? Heeeftig. Eigentlich hört sich das gar nicht so wenig an, aber es läppert sich so schnell zusammen. Eine Scheibe Roggenvollkornbrot hat, OHNE Aufstrich wohlbemerkt, schon 3 Punkte. Ich esse aber abends gern mal drei Scheiben. Also, zack, sind 9 Punkte weg… Und meine heißgeliebten Haferflocken am Morgen – 8 EL = 8 Punkte. Ui, ich hab ein bisschen Angst! Und muss meine Alltags-Essgewohnheiten wirklich über Bord schmeißen oder sie zumindest mäßigen…

Ende der 1. Woche, 2. Wiege-Tag: Eine so làlà-Nachricht und sechs richtig süße…

Das Wochenende und die Woche – waren richtig gut! Ich habe ganz brav nach den Rezepten des „Mein einfacher Plan“-Programms gekocht und gegessen. War gar nicht sooo schlimm, das mit dem Kochen. Ich habe einfach abends gekocht und zwar eine doppelte Portion, so dass ich am Mittag des nächsten Tages gleich noch was übrig hatte. Es gab: Tomatensuppe mit Reis (lecker), Mie-Nudeln mit Tofu und Gemüse (joaaah, ganz nett), Schinken-Nudeln (yummieh!) und, mein Favorit, Vollkorn-Spaghetti mit Gemüse-Sugo. Hunger hatte ich so gut wie nie.

Aber so richtig habe ich dem System, weder Kalorien noch Punkte zu zählen, auch nicht vertraut. Ich merke: Ich brauche Kontrolle, sonst neige ich dazu, mich selbst zu bescheißen und zu große Portionen zu essen. Denn wenn ich morgens soviel Haferflocken essen darf bis ich satt werde, dann ist die Schüssel auch randvoll. Oder abends: Bei einer Scheibe Roggenvollkornbrot alleine bleibt es eben nicht… Und auch wenn Roggenvollkorn sicher gesund und gut ist, zuviel von etwas ist ganz sicher nicht abnahmefreundlich…

Deswegen bin ich auch nicht mit allzu großen Erwartungen zum Wiegen am Mittwoch abend gegangen. Und trotzdem war ich irgendwie ein bisschen enttäuscht, dass die Waage gerade mal Minus 300 Gramm angezeigt hat. Bei dem Tempo brauche ich auch „nur“ neun Monate, um die zehn Kilo zu entsorgen…

Das Thema des Abends: Süßes und Salziges. Weight Watchers-Coachin Tanja Koch rät uns dazu, ruhig jeden Tag etwas zu naschen: „Denn wenn wir uns ständig unsere kleinen kalorischen Streicheleinheiten versagen, entsteht Frust und Frust endet in Heißhunger.“ Danach teilen sie und die Teilnehmerinnen, die teilweise richtige Punkte-Profis sind, sich aus, welche Alternativ-Möglichkeiten es zu
Schoko, Chips und Co. gibt.

Kostprobe gefällig?
* Man nehme einen Weight Watchers Rich Toffee-Riegel (der gerade mal zwei Punkte hat), zerschneide ihn in acht Teile. Bei 200 Grad ein paar Minuten in den Ofen – schon hat man acht knusprige Florentiner.
* Ein Schokokuss acht Sekunden in die Mikrowelle packen (bloß nicht länger, sonst droht Schweinkrams) – der bläht sich so auf, dass man einen Schokokuss XXL hat
* Banane in der Teflonpfanne braten (ohne Öl), einen TEElöffel Nutella obendrüber
* 3 EL Grieß in 200ml entrahmter Milch kochen, Backpulver dazu und man erhält die doppelte (!!!) Menge (heißt Zaubergrieß und wird schnellstens ausprobiert)
* Buttermilch mit pürierter Ananas mischen
* Weight Watchers Mousse au chocolat in Eiswürfelportionierer füllen – ergibt Schoki-Eis…

Mit all diesen Tipps freue ich mich regelrecht aufs Punktezählen! Kannn doch nicht so schwer sein…

Tag 3: Ich habe NICHT gesündigt!

Bei ihrem Vortrag über Motivation legte uns Tanja Koch nahe, uns nicht selbst zu bestrafen, wenn wir doch mal über alle Stränge geschlagen hätten. Statt zu sagen „Ich habe gesündigt!“ sollten wir es mit „Heute habe ich mir was gegönnt!“ probieren. Und statt sich selbst fertig zu machen und frustriert zu denken: "Ach, ich schaff' das doch eh nie…", geht’s einfach motiviert weiter mit dem Gesund-Essen.

Dann ist es wohl auch nicht so schlimm, wenn ich gestern abend so ziemlich das Gegenteil von Abnehmen zelebriert habe, oder? Das Treffen beim Edelitaliener stand seit Wochen fest. Sechs Freunde mit Kindern und vielen Geschäftsreisen bekommt man eben nicht so schnell an einen Tisch… Also habe ich gegönnt-sündigt: Mit Ricotta gefüllte Zucchini-Blüten (zusätzlich noch leicht frittiert) als Vorspeise und als Hauptgang in Balsamico-Essig gebratenes Fleisch mit Gemüse fast zur Unkenntlichkeit überstreut mit Parmesan-Flöckchen. Ich sag nur: Leckaaaa!

Beim Nachtisch sagte ich sogar noch mit fester Stimme: „Ich bin raus!“, aber was soll man machen, wenn die Dessert-Variation für vier Personen aus einer Ein-Meter-langen silbernen Platte voller (hochkalorischer) Köstlichkeiten besteht, die direkt vor der Nase platziert wird? Ich habe mir auch "nur" ein paar Früchte mit Mascarpone und einen klitzekleinen Löffel (oder auch zwei) Tiramisu GEGÖNNT!

Heute morgen bin ich dann tatsächlich hochmotiviert aufgewacht. Ehrlich! Heute geht es eben ganz einfach weiter mit Weight Watchers: das Frühstück war ein leckeres Porridge und gleich gibt es Tomatensuppe mit Reis. Ich schaff' das…

Tag 1: Oh man, ich hasse Waagen!

Gestern abend war mein erstes Weight Watchers-Treffen – und dort musste ich wie jeder Teilnehmer auf die Waage. Insgeheim hatte ich ja gehofft, dass ich vielleicht doch mehr abgenommen hätte, als Intuition und Jeans mir zuflüstern. Aber: Meine Hosen lügen nicht… Seit der Geburt meiner Tochter habe ich gerade einmal zwei Kilo abgenommen. Geht’s noch? Mein Stoffwechsel ist bei der Entbindung wohl abhanden gekommen…!

Etwas frustriert suchte ich mir einen Platz und lauschte den Worten meiner Weight Watchers-Coachin Tanja Koch. Das heutige Thema der Stunde: Motivation. Ja, die kann ich gebrauchen, denn 12 Kilo verschwinden definitiv nicht in zwei Monaten – 500 Gramm bis ein Kilo pro Woche sind der Abnehm-Schnitt.

Tanja rät mir zum neuen Programm „Mein einfacher Start“. Das bedeutet: Essen ganz ohne Punkte zu zählen. Es gibt sogenannte Sattmacher-Lebensmittel, die ich nach belieben kombinieren und soviel davon essen kann, wie ich will. Soviel ich will? Echt jetzt? „Natürlich bedeutet das nicht, dass Sie eine Fress-Flatrate haben“, ergänzt Tanja Koch. „Sie sollen nur soviel essen, bis Sie satt sind. Und nicht mehr!“

Sie gibt mir eine Broschüre, in der lauter leckere Rezepte enthalten sind bestehend aus den Sattmacher-Lebensmitteln. Das System ist zwar wirklich supereasy, aber in der Umsetzung stelle ich es mir nicht ganz ohne vor. Denn mittags und abends zu kochen ist doch ganz schön aufwändig. Um 13 Uhr sitze ich in der Redaktion – wann und wo soll ich da kochen? Und abends bin ich voll mit meiner Tochter zu Gange, bis sie gegen 19.30 Uhr im Bett ist. Normalerweise esse ich mit ihr Abendbrot… Dann noch am Herd stehen – mies. Aber da muss ich nun durch, zumindest eine Woche. Wenn ich dann nicht klar komme, mache ich weiter mit Punkte zählen.

Heute abend starte ich mit Ofenkartoffeln und Gemüse-Quark.

Zwei Tage vorher: Jetzt wird's ernst!

Gut, ich mache jetzt eine Diät. Genau genommen ist Weight Watchers zum Glück ja nicht einmal das. Kontrolliertes Essen eher – und Kontrolle brauche ich dringend. Denn: Ich nehme einfach nicht ab. Und bin schwer genervt deswegen.

Nach der Geburt meiner Tochter habe ich die Erwartungshaltung gehabt, dass es mir geht wie gefühlt 100 Prozent aller meiner Mütter-Freundinnen: Die sahen sechs bis 12 Monate nach der Geburt schlanker aus als je zuvor und schwärmten davon, dass das Stillen, die schlaflosen Nächte und ersten Gehversuche der Kinder sie so auf Trab gehalten hätten, dass sie sich quasi Kekse-in-sich-stopfend beim Abnehmen zugucken konnten.

Wenn ich sie nicht in ihren 28-er-Jeans vor mir sehen würde, würde ich denken, die spinnen doch, denn bei mir tat sich in den neun Monaten Stillen nichts, nada, niente. Tja, sagte meine Hebamme, du gehörst wohl zu den Frauen, die Reserven anlegen – für die schlechten Zeiten, die vielleicht auf mich und mein Kind zukommen könnten. Also den schlechten Zeit, damals vor 12.000 Jahren, als der Uga-Uga-Mann nur ein paar Preiselbeeren eroberte statt mit dem berühmten Säbelzahntiger nach Hause zu kommen. Und ich? Hatte gute Zeiten mit Krabbelgruppen, bei denen immer viel Kuchen und viel Klischee-erfüllender Latte Macchiato vorhanden war.

Gut, dachte ich noch, dann kommt das große Abnehmen eben nach dem Abstillen… Aber: Pustekuchen! 18 Monate sind nun vergangen, meine Tochter läuft durch die Gegend wie Speedy Gonzales und ich ihr hinterher – aber abgenommen habe ich bis heute nicht. Wieviel genau ich wiege, weiß ich nicht. Meine Waage habe ich vor vielen Jahren verbannt. Es hat mich einfach genervt, wenn ein Kilo mehr von jetzt auf gleich meine Laune den ganzen Tag verdorben hat. Hosen sind auch gute Waagen. Und meine Prä-Schwangerschafts-Jeans gehen bis Anfang Oberschenkel. Muss ich mehr sagen? Aber bei den Weight Watchers-Treffen muss ich auf die Waage – spannend! Ich schätze mal, zehn Kilo zuviel sind es – und die müssen weg.

Deswegen werden ab heute Punkte gezählt!

Judith testet Metabolic Balance
© Manuel Pandalis, JALAG Syndication
Judith testet Metabolic Balance

Judiths Motivation:

Judith, 30, Online-Redakteurin: Ich bin kein großer Sport-Fan und halte auch nicht viel von Diäten, denn auf Lakritze, leckeren Käse und cremige Sahnesauce zur Pasta will ich nicht für immer verzichten. Aber ich ernähre mich gerne gesund und will auch wieder mehr kochen. Schluss mit Kaffee zum Frühstück, Asiamann zum Mittag und abends 'ne schnelle Stulle. Das Metabolic Balance Programm verspricht Abhilfe. Mit einem Bluttest wird ermittelt, welche Nährstoffe mein Körper braucht und wovon ich zu viel habe (bestimmt Zucker, grrrrr). Anschließend wird ein individueller Ernährungsplan für mich erstellt. Die wichtigste Maxime dabei: Selber kochen, am besten mit Bio-Produkten und vor allem nichts mit künstlichen Zusatzstoffen (bye bye, Tiefkühlpizza). Damit ich nicht sofort wieder vom rechten Weg abkomme, werde ich von einem persönlichen Betreuer begleitet. Versprochen wird einem neben dem gewünschten Gewichtsverlust auch noch die Steigerung der Gesundheit, mehr Energie und ein besseres Körpergefühl. Und das beste: Es ist mit meiner vegetarischen Ernährung kombinierbar. Na dann kann ich ja bald Bäume ausreißen...

Judiths Erfahrungs-Blog:

Achtung, der neueste Eintrag steht oben!

Fazit

Zwei Monate sind vergangen, seit ich das erste Mal durch Schnee und Finsternis zur Praxis von Frau Kabel stapfte, um mit ihr Mein Vorhaben zu besprechen, das Metabolic Balance Programm zu testen. Nun bin ich wieder auf dem Weg zu ihr, gleicher Ort, gleiche Uhrzeit, aber das Wetter ist ein anderes. Die Sonne strahlt, auch abends noch – und ich habe die Ernährungsumstellung hinter mir und gehe jetzt über in die Erhaltungsphase. Ich bin auf dem Weg zu meinem Abschlusstermin. „Wie geht es Ihnen“, fragt Frau Kabel gleich zur Begrüßung. „Gut“, antworte ich. „Ich habe richtig viel Energie.“ Die Ernährungsberaterin nickt. „Sie sehen auch viel frischer aus“, schmeichelt sie. „Sagen Ihnen das auch andere?“ Eigentlich nicht. Nur zu meinem Gewichtsverlust bekomme ich Kommentare. Und abgenommen habe ich.

  • Zu Beginn des Termins stelle ich mich auf die Waage. 4 Kilo bin ich in den zwei Monaten losgeworden. Drei in der strengen Phase und immerhin noch eines in der gelockerten Phase, obwohl ich zu jeder Mahlzeit Kohlenhydrate zu mir nehme, mich satt esse, und mir eigentlich jeden tag Zartbitterschokolade gönne. Dabei sind diese Kilos auf meinen Hüften, seit ich mit 16 Jahren zehn Kilo im USA-Austausch zugenommen habe. Dass die so schnell schmelzen, hätte ich nicht erwartet. Und auch an Umfang habe ich verloren: 8 cm am Bauch, 5 cm an der Hüfte und immerhin 3 cm pro Oberschenkel. Bin versucht, so ein vorher/nachher Bild mit extra gekaufter Hose in Übergröße zu schießen.
  • Eigentlich habe ich das Programm ja aber getestet, weil ich mehr Energie haben wollte. Und auch da kann ich nur sagen: es funktioniert. Ich stehe morgens leichter auf, ich fühle mich auch abends noch beschwingt und nervige Alltagspflichten wie Haushalt und Papierkram gehen mir deutlich leichter von der Hand. Zu Sport habe ich mich noch nicht wirklich wieder durchringen können. Vielleicht ändert sich das ja jetzt, wenn das Wetter wieder besser wird. Schön wäre es, denn Frau Kabel betont: „Bewegung ist eine wichtige Säule des Ernährungsplans!“ Zwei- bis dreimal die Woche sollte man trainieren. Zählt tanzen beim Staubsaugen?
  • Bestimmte Dinge will ich nach so viel Erfolg natürlich beibehalten. Das viele Wassertrinken hat mir nämlich nicht nur einen Energieschub verliehen, sondern auch meine Haut gestrafft und aufgepolstert. Eine fast komplett faltenfreie Stirn drei Monate nach dem 30. Geburtstag, das ist doch was.
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Junge Frauen beißen in Baguette
© iStockphoto / Thinkstock
Gesunde Ernährung:   Die Wahrheit über Kohlenhydrate  

Und auch auf Zucker und Weißmehl will ich weiterhin so gut es geht verzichten. Denn die bessere Verdaulichkeit meiner derzeitigen Ernährung erlaubt es mir natürlich, mehr Energie in wichtige Dinge zu stecken und nicht nach jedem Essen platt auf dem Sofa zu lümmeln. Insgesamt habe ich das Gefühl, mich besser zu ernähren. Auch vorher habe ich versucht, frisch und gesund zu kochen, aber wenn man einmal auf Zucker, Aromastoffe und andere künstliche Inhaltsstoffe verzichten muss, wird einem erst klar, was in welchen Produkten alles drinsteckt. Dazu hat mir Frau Kabel auch gleich noch einen spannenden Link mit einer Zusatzstoffe-Übersicht geschickt.

  • Besonders froh bin ich darüber, jetzt wieder alle Zutaten essen zu können. Denn der Verzicht auf bestimmte Gemüse-, Obst- oder Eiweißprodukte macht einem doch das Sozialleben schwer. Besonders in der strengen Phase muss man sich eigentlich jede Mahlzeit frisch zubereiten. Das ist mit Arbeitsalltag und ausgewogener Freizeitgestaltung so gut wie nicht vereinbar. Dass ich, wenn ich versuche mich zu Hause an die Regeln zu halten, wenn ich die Pausen zwischen den Mahlzeiten einhalte und die kleinen Tricks beachte wie „mit der Eiweißportion anfangen“, auch Ausnahmen machen und mit Freunden normal essen darf, ohne gleich ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, finde ich sehr angenehm. Ich bin gespannt, ob die Idee der Ernährungsumstellung klappt und ich tatsächlich einige Gewohnheiten beibehalte oder ob ich doch schnell wieder schludrig werden.
  • Gut wäre es. Denn Frau Kabel warnt: Vor allem, wenn man mit kurzkettigen Kohlehydraten wieder anfängt, nimmt man besonders schnell wieder zu. Trügerischer Weise nicht gleich an Gewicht, aber quasi sofort an Bauchumfang. Wie fies!
  • Neben den kurzkettigen Kohlehydraten rät die Ernährungsberaterin mir auch dazu, vorerst noch auf Kuhmilchprodukte zu verzichten (oder zumindest den Verzehr einzuschränken). Ich habe zwar keine Unverträglichkeit, sie vermutet aber, dass der Verzicht einen positiven Effekt auf meinen Heuschnupfen haben könnte. Bis Ende Mai sind meine besten Freunde also nach wie vor Schafs- und Ziegenkäse. Hoffentlich revanchiert sich meine Allergie durch Abwesenheit.
  • Insgesamt fand ich es besonders angenehm, von einer Ernährungsberaterin begleitet zu werden. So konnte ich bei Unsicherheiten Fragen stellen, Missverständnisse aufklären und wurde auch bei Hunger zum Durchhalten angespornt. Hätte ich mich mit einem Buch und klugem Wissen über Ernährung hingesetzt und das Programm alleine versucht durchzuziehen, wäre ich wohl nicht so erfolgreich gewesen. 6 bis 7 persönliche Beratungs-Termine über mehrere Monate veranschlagt Frau Kabel. Diese sind, genauso wie die Anamnese und der Bluttest, in der Programmgebühr enthalten. Gerade, wenn man zu unkontrollierter Nascherei und zu vielen Ausnahmen neigt, ist die Begleitung sicherlich von Vorteil.

Ich bedanke mich für eine spannende Erfahrung und werde Sie über meinen zukünftigen Erfolg (oder auch Misserfolg) an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

Tag 51 - Metabolic Urlaub

Gewohnheitstier das ich bin, habe ich mich ja schon gleich zu Anfang darüber beschwert, dass es so schwer ist, die Metabolic Balance Ernährung mit seinem Sozialleben zu vereinbaren. Jemandem zu verklickern, dass Auflauf leider nicht geht, weil Ei in der Sauce und Käse zum Überbacken ein Eiweiß zu viel pro Mahlzeit sind, ist schon etwas problematisch. In Restaurants wird man auch eher skeptisch beäugt, wenn man sich einmal die komplette Inhaltsangabe jedes Gerichts aufzählen lässt. Wie das erst auf Reisen werden soll, darüber habe ich gar nicht nachdenken wollen. Doch nun hat mir eine liebe Kollegin einen super Tipp gegeben. Das Theresa Wellness Genießer Hotel im Zillertal hat sich nämlich auf Metabolic Balance spezialisiert und bietet dort all inclusive Urlaub mit garantierter MB-Ernährung. Wellness-Urlaub ohne Zutaten-Stress - ein Traum wird wahr. Das Haus wirbt damit, das einzige Metabolic Balance Hotel in Westösterreich zu sein. Dann gibt es solche Angebote doch bestimmt auch woanders. Kennen Sie vielleicht Hotels oder Restaurants, die sich ausdrücklich auf die Metabolic Balance Ernährung spezialisiert haben? Über Vorschläge in den Kommentaren würde ich mich freuen.

Brooklyn Burger Bar in Hamburg
© Alena Zielinski
Gesunde Ernährung:   Das Motto stimmt... Wenn auch nicht so wie gewünscht.  

Tag 50 - Ihhh pfui bäh, fettige Pommes...

Habe meine „Schlemmermahlzeit“ letzte Woche für ein Dinner mit den Kollegen genutzt. Weil meine Kollegen wissen, was hip und trendy ist, und ich die einzige mit Ernährungs-Einschränkung bin, waren wir in der mega-angesagten und darum total überfüllten Brooklyn Burger Bar. Am meisten gefreut habe ich mich (neben der Möglichkeit jeden Burger einfach als Veggie-Variante zu bestellen) über die Süßkartoffel-Pommes. Die habe ich auf meinem Roadtrip letztes Jahr in Miami für mich entdeckt und wurde, als ich sie nun wieder auf der Karte erspähte, fast zu Freude-Purzelbäumen verleitet. Es war nicht der beste Burger der Welt (den gibt’s bei Halifax in Kopenhagen), aber die Pommes waren ein Knüller und kamen – dank Schlemmermahlzeit-Erlaubnis – ganz ohne Schlechtes-Gewissen-Beilage. Mein Magen sah das aber leider anders als meine Geschmacksknospen und rebellierte abends gewaltig. „Weißmehl?“ grummelte er. „Du spinnst wohl! Und dann noch fettig frittierte Pommes dazu?“ knurrte er weiter. „Da hört sich doch alles auf! Und zu allem Überfluss noch Mayo? Nicht mit mir!“ Und so lag ich dann gestraft im Bett. Tja, selber Schuld. Wer meint nach wochenlanger Low-Wheat-Low-Fat-Ernährung mit Burger und Pommes über die Stränge schlagen zu müssen (und seien sie auch noch so lecker), der muss halt abends wachliegen und das Gemecker eines aufmuckenden Magens über sich ergehen lassen. Ist ja gut... Morgen gibt’s wieder Salat... Spielverderber!

Tag 47 - Ich gerate in Erklärungsnot!

„Das darf ich nicht“, ist im Moment einer meiner meistgesprochenen Sätze. „Warum das denn?“ ist darum eine der häufigsten Fragen, die mir derzeit gestellt werden. Bei vielen Dingen ist das einfach. „Ich soll auf Weißmehl / raffinierten Zucker / künstliche Aromen / etc... verzichten.“ Das stößt eigentlich immer auf Verständnis. Schwieriger wird es bei bestimmten Gemüsesorten. Keine Tomaten? Keine Rote Paprika? Hä? Das Problem: Der Schlüssel, nach dem entschieden wurde, was ich essen darf und was nicht, ist geheim. Nicht mal meine Betreuerin hat darin Einsicht. Nur eine graue Eminenz in der Zentrale kennt die vertrauliche Formel, nach der die Ernährungspläne erstellt werden. Ich kann zwar gezielt nachfragen und mir von Frau Kabel die Information einholen lassen (Tomaten und Rote Paprika z.B. haben einen hohen Fruktose-Gehalt, und da ich zu Allergien neige, soll ich darauf verzichten), aber bei nur 33 erlaubten Gemüsesorten müsste ich schon ziemlich oft nachfragen. Was spricht zum Beispiel gegen Weißkohl, wenn ich Wirsing en masse verkochen kann? Warum darf ich Frühlingszwiebeln, aber keinen Lauch? Was ist an der Sellerieknolle erlaubt, was am Staudensellerie verboten ist? Ich weiß es nicht und ernte darum von Freunden oft verständnislose Blicke. Klar, ich vertrau’ jetzt einfach mal darauf, dass die bei Metabolic Balance schon wissen, was sie tun, und der Verzicht sinnvoll ist. Aber es fällt mir deutlich schwerer zu Lebensmitteln nein zu sagen, wenn ich nicht weiß, warum.

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Kleiner Exkurs: Glykämische Last:   Die Glykämische Last errechnet sich aus dem Glykämischen Index, also der Auswirkung eines Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel, und der Kohlehydratdichte dieses Lebensmittels. Das hat aber nichts mit den Kalorien zu tun. Vollmilch- und Zartbitterschokolade haben zum Beispiel die gleiche Kalorienzahl, die Schoki mit 70% Kakao-Anteil hat aber nur ein Viertel der Glykämischen Last ihrer vollmilchigen Schwester. Bitterschokolade ist darum (in Maßen) auch in meinem Metabolic Balance Plan erlaubt, zartschmelzende Milka hingegen nicht.  

Für die Kein-Weißmehl-Regel habe ich volles Verständnis. Aber was hat sich die arme Pastinake zu Schulden kommen lassen, dass sie von der Liste der auserwählten Fressalien gestrichen wurde? Im Zweifelsfall wahrscheinlich eine hohe glykämische Last. Doch bei Lauch vs. Frühlingszwiebel oder Weißkohl vs. Wirsing ist die (laut ergoogelter GL-Tabelle) eigentlich gleich. Es muss also einen anderen Grund für das Verbot geben. Nur welchen? Ich verbleibe Ihnen (und mir selbst) gegenüber leider in Erklärungsnot.

Tag 44 - Schnief, schnief!

Hab ich wohl doch ein bisschen zu viel helaut und alaaft. Direkt nach meinem Karnevals-Wochenende bin ich nämlich ordentlich krank geworden. War dann ehrlich gesagt nicht mehr viel los mit Energie. Und weil ich kaum aus dem Bett aufstehen konnte, war auch mit lecker frisch kochen und alle fünf Stunden essen nicht mehr viel los. Da gab es Roggenvollkornbrot mit Ziegenfrischkäse. Und zwar jedes Mal wenn ich aufgewacht bin eines. Aber jetzt ist der Graus vorbei, mein Hals hat sich so gut wie komplett regeneriert und auch meine Nase kooperiert weitestgehend. Daraufhin habe ich dann gestern schon wieder den ganzen Tag geputzt und Papierkram erledigt. Die Energie ist also nicht auf Dauer flöten gegangen. Puh! Und seit dem Wochenende halte ich mich auch schon wieder ganz brav an meinen Ernährungsplan.

Tag 37 - Hey Kölle du bes e jeföhl

So, zu allererst muss ich mich jetzt mal bei allen Karnevalisten entschuldigen. Die Kölner haben mich eines Besseren belehrt und mir gezeigt: Karneval ist großartig! Ja, ich gebe es zu, ich habe mich geirrt und im Cowboy-Kostüm durch die Altstadt zu flanieren hat seinen ganz eigenen Charme.

Judith beim Karneval
© privat
Gesunde Ernährung:   Beweisfoto: Vollkornnudeln mit "erlaubtem" Gemüse und Feta  

Gleich danach muss ich aber natürlich anmerken, dass Karneval, wenn auch ein großer Spaß, nüchtern wahrscheinlich nicht zu überstehen ist. Und so musste meine strenge Alkohol-Abstinenz dann auch dem ein oder anderen Glas Prosecco weichen. Aber keine Angst, es war gar nicht alles so unmachbar wie befürchtet. Eine meiner mitfeiernden Freundinnen achtet im Moment auch sehr stark auf ihre Ernährung (keine Laktose, kein Gluten) und so konnten wir uns verbünden und für selbstgekochte Mahlzeiten plädieren. Ich habe also jeden Tag den obligatorischen Apfel gegessen, meinen Kaffee zum Frühstück mit Sojamilch gekocht und auf Vollkornnudeln bestanden. Danke hier noch mal an unsere Gastgeberin, die extra drei (!) Nudelsorten zubereitet hat, damit jeder auch genau das bekommt, was auf dem jeweiligen Ernährungsplan steht. Zugegeben, morgens um vier mussten die weggetanzten Kalorien dann doch mit Pommes wieder angefüttert werden. Aber ich hab mit der Mayonnaise angefangen. Ob das wohl als Eiweißportion gilt?

Tag 32 - Man muss die Feste feiern, wie sie fallen...

Und Karneval fällt nun mal direkt in meine Ernährungsumstellung. Bei meiner Einwilligung damals habe ich die "fünfte Jahreszeit" gar nicht auf dem Schirm gehabt, denn ich gehöre eigentlich zu den (laut aktueller Deals.com-Studie) 18 Prozent der Deutschen, die Karneval hassen. Nichts gegen Kostüme und Trinkerei, da bin ich ein Freund von, auch in Kombination. Aber Karneval ist mir einfach zu schunkelig, die "Sitzungen" zu kalauerig (benutze ich überhaupt das richtige Vokabular?). Aber nun ist es doch geschehen. Ich wurde eingeladen, ja geradezu per Gruppenzwang genötigt und habe mich in einem schwachen Moment von ganz besonders guter Laune und Wiedersehensfreude zu einem „Na klar kommen wir Dich besuchen! Endlich mal Karneval ausprobieren! Juhuuu!“ hinreißen lassen. Und nun hab ich den Salat... „Trinkt was im Zug, sonst habt Ihr 'nen Schock, wenn Ihr hier ankommt“, wurde ich eben schon per SMS gewarnt. Aber... ich darf doch gar keinen Alkohol... und die Kamelle kann ich natürlich auch nicht essen. Da haben die Meisten nicht einmal mehr mitleidige Blicke für mich übrig, sondern lachen nur noch schallend. Zum Glück auch Frau Kabel. „Man muss die Feste feiern, wie sie fallen“, sagt mein Metabolic-Balance-Coach am Telefon und gibt mir quasi einen Freifahrtschein. Naja, nicht wirklich. „Achten Sie halt auf die Grundlagen. 5 Stunden zwischen den Mahlzeiten, jede Mahlzeit mit Eiweiß beginnen, viel Wasser trinken...“ Das klingt doch alles machbar. „Und hören Sie vor allem darauf, was Ihr Körper Ihnen sagt und wie Sie sich fühlen.“ Zu viel Zucker und Weißmehl will ich schon von mir aus nicht essen. Aber nicht auf Gemüsearten achten zu müssen, ist deutlich hilfreich, wenn ich im pinken Cowboyhut mit tausend andern Jäcken durch die Kölner Innenstadt wusele. Also, Alaaf und so! Dann zeig mal was Du kannst, Kölle!

Cake Pops
© privat
Leckere Rezepte:   Mein Beitrag zum Buffet: Mit meinen kleinen Cousinen verwüstete ich meine Küche... äh... buk ich Cake Pops.  

Tag 29 – Müüüüüüüüde

Was ist denn nun los? Bin gestern extra vor Mitternacht ins Bett gegangen und heute trotzdem kaum ansprechbar. Die Augenlider sind schwer, die Gedanken langsam und das wunder-wunder-schöne, lang-ersehnte Sonnenlicht sorgt für Kopfschmerzen. Gestern hatte ich damit gerechnet, denn am Samstag habe ich den 88. Geburtstag meiner Oma zur Schlemmermalzeit auserkoren und mich quer durch massenhaft selbstgebackene Kuchen gemampft. Am Sonntag wartete ich dann den ganzen Tag auf mein Energie-Tief. So viel Zucker, Weißmehl und Buttercreme kann meinen jetzt entgifteten Körper ja nur umhauen. Erstaunlicherweise kam aber nix. Stattdessen habe ich frohen Mutes meine Kontoauszüge abgeheftet und mich tatsächlich endlich an meine Steuererklärung für 2012 gesetzt. Heute ist dafür umso weniger mit mir anzufangen. Ob mein Körper 36 Stunden gebraucht hat, um in Schockstarre zu verfallen? Oder bin ich einfach nur mal grundlos müde?

Ansonsten war das Kuchengelage nicht so erschütternd wie erwartet. Ich hätte gedacht, dass meine Zunge sich inzwischen bei Berührung mit Zucker vor Schreck einkräuselt, dem war aber nicht so. Die Kuchen waren tatsächlich immer noch lecker. Zwar ist Nougat jetzt doch etwas zu viel des Guten und auch Zuckerguss ist eher störend als hilfreich, aber den Apfelkuchen meiner Tante konnte ich ohne mit der Wimper zu zucken genießen. Mein persönliches Highlight waren die Kelten-Kringel meiner Cousine, aus Vollkorn-Dinkel-Mehl und mit Honig zubereitet. Da scheint sich die Umgewöhnung doch bemerkbar zu machen...

Tag 24 - Was ich jetzt mal loswerden muss...

Also gestern ist mir fast die Hutschnur geplatzt. Man wird als Ernährungsumsteller oft behandelt, als hätte man eine wenn nicht tödliche, dann zumindest sehr schmerzhafte Krankheit. Konkretes Beispiel: Ich hab mir gestern den Magen verdorben – ich vermute an der Papaya, die ich in meinen Frühstücks-Joghurt geschnippelt hatte. Nach einmal übergeben und ein paar Stunden Schlaf war aber alles wieder in Ordnung und mein Magen verhält sich jetzt gewohnt kooperativ. Also keine gesteigerte Dramatik. Das Aufreibende daran war dann auch nicht das Unwohlsein, sondern die Kommentare von Kollegen und besorgten Verwandten. „Wie lange willst Du diese Ernährungs-Geschichte denn noch machen? So kann das doch nicht weitergehen.“ Auf das Argument, dass ich mich körperlich fitter fühle und auch generell nicht mit Magenbeschwerden zu kämpfen habe, dass also vermutlich ein fehlgekauftes Obst Schuld an meiner Misere ist, wollte sich keiner Einlassen. „Du isst ja auch nichts“, schilt mein Papa am Telefon. Nicht wahr! Ich esse mich inzwischen wieder satt und verzichte auch nicht kategorisch auf Kohlenhydrate, Fett oder Eiweiß, sondern achte extra darauf, aus allen Lebensmittelgruppen einen ausgewogenen Teil zu mir zu nehmen. Das Phänomen, dass andere meinen, man würde sich die ganze Zeit Essen versagen, kenne ich schon zur Genüge. Denn auch als Vegetarier erntet man immer mitleidige Blicke, wenn man die Grillwurst oder das blutige Steak dankend ablehnt. Liebe Freunde, ihr müsst Euch nicht dafür entschuldigen, wenn Ihr in meiner Gegenwart genüsslich an einem Schaschlik-Spieß knabbert! Hätte ich damit ein Problem, würde ich mich dem nicht aussetzen. Und genauso müsst Ihr nicht auf Schokolade verzichte, weil ich das tue. Und ganz bestimmt müsst Ihr nicht besorgt sein, dass ich bei der Ernährung nicht auf meine Kosten komme. Ja, ich sage viel „Nein“. Aber das liegt daran, dass ich im Moment Weißmehl, Zucker und Kuhmilchprodukte ausschließe und wenigstens einer dieser Bestandteile in fast allem drin ist, was man so langläufig als normale Ernährung bezeichnet. Pasta und Brot ist großteils raus, genauso alles käseüberbackene und wenn man mal nachschaut, wie vielen Lebensmitteln raffinierter Zucker beigefügt ist, kippt man vom Stuhl. Aber ich esse Roggen-Vollkorn-Brot sowie Ziegen- und Fetakäse, ich trinke Sojamilch und brate mit Öl. Ich muss halt viel selbst kochen und das ist auch anstrengend, da mache ich ja keinen Hehl draus. Aber der nächste, der mich auf einer Geburtstagsparty bedröppelt anschaut und verstohlen ein Stück von meinem selbstgebackenen Kuchen anbeißt, um dann zu kommentieren „Ich sag jetzt mal lieber nicht, dass er lecker schmeckt oder? Wär ja gemein“, der muss zur Strafe die gesamte Torte zwangsinhalieren.

Tag 22 - Vorsicht, vorsicht

Ich muss sagen, die gelockerte Phase ist ganz entspannt. Man darf peu à peu seine Portionen steigern, mal Wildreis oder Vollkornnudeln hinzufügen, mit anderen Gemüsearten experimentieren und sogar das ein oder andere Stück Schokolade (mit 70 Prozent Kakao-Anteil) ist erlaubt. Sozialleben-kompatibel ist das ganze immer noch nicht so ganz (vor allem, wenn man aufgrund der 5-Stunden-Regel nicht um halb eins mit zum Mittag kann), aber ich habe nicht mehr ständig Hunger und fühle mich auch nach dem Essen befriedigter. Ich gestehe aber, dass mit dem laxeren Plan auch die Verlockung größer wird. Wenn man ganz genau gesagt bekommt, wie viel Gramm Salat man zum Mittag essen darf und Zucker einfach kategorisch verboten ist, dann ist das Dranhalten irgendwie einfacher. Jetzt ertappe ich mich schon dabei, dass ich deutlich mehr esse als in der strengen Phase. Die Versuchung ist groß, an der Salatbar nicht zum Feldsalat sondern zur dampfenden Gemüse-Ratatouille zu greifen, egal was drin ist. Und an das Stück Schokolade am Abend (oder auch zwei) habe ich mich auch fix wieder gewöhnt. Klar, ich esse noch deutlich bewusster als früher. Vor allem weniger Kohlenhydrate und Zucker. Aber ich merke schon, dass ich aufpassen muss, nicht gleich wieder in alte Muster zu fallen. Wenn man halt „auch mal“ ein Stück Schokolade darf, dann kostet es doch deutlich mehr Überwindung, trotzdem nein zu sagen.

Tee mit Mango
© privat
Fit in den Frühling:   Endlich darf ich abends wieder Tee trinken! Das Leben kann so schön sein.  

Tag 17 - Tä-tärä-Tee!

Ich hab's geschafft. Die strenge Phase ist vorbei. Das bedeutet, dass ein paar mehr Lebensmittel auf meinem Plan stehen. Und zwar darf ich jetzt auch grüne Bohnen, gelbe Paprika, Pampelmuse, Wassermelone (woher soll ich mir die denn einfliegen lassen?) und Radicchio-Salat. Ich muss sagen, ein bisschen mehr hatte ich mir da schon erhofft. Aber gut, im Laufe der nächsten Wochen soll ich mich nach und nach wieder an "normale" Ernährung herantasten - meine Portionen erhöhen, mal Wildreis und Vollkornnudeln probieren und auch das ein oder andere "verbotene" Gemüse testen, um zu sehen wie mein Körper darauf reagiert. Aber jetzt das highlight: Ich darf wieder Tee trinken!! Habe mir abends erstmal eine Kanne Pfefferminztee aufgegossen und ihn zu meiner Nachtisch-Mango getrunken. Also ein Schneekönig war nix gegen mich.

Fit in den Frühling:

Tag 12 - Holla die Waldfee, ich habe abgenommen

So, ich wurde also gestern gewogen und habe in den eineinhalb Wochen 3 Kilo und 6cm Bauchumfang verloren. Bin fast von der Waage gefallen, als Frau Kabel mir das Ergebnis verkündet hat. Damit habe ich eigentlich schon mein Ziel voll erreicht und bin noch nicht mal durch die strenge Phase durch. Das tolle daran: um nicht weiter so schnell abzunehmen, soll ich schon jetzt wieder Öl essen (nicht erst zum Übergang in die gelockerte Phase nächste Woche). Und das heißt – Jubel Jubel – ich kann wieder alles anbraten. Einen Esslöffel Öl kann ich pro Mahlzeit zum Kochen verwenden. Mein leben ist wieder schön. Gleich heute gab es mit Chili und französischen Kräutern geröstete Shiitake-Pilze (als Eiweiß-Portion) auf Feldsalat und Avocado (siehe rechts), perfektioniert mit einem Löffel Balsamico-Essig. Dazu esse ich noch eine halbe Scheibe Roggenbrot.

Fazit des ersten Wiegens: Gewichtsverlust ist durch diese Ernährung quasi garantiert. Trotzdem fühle ich mich heute überhaupt nicht mehr energiegeladen. Das würde ich aber erstmal auf den Wetterumschwung schieben. Wehe, wehe, Februar, warum bist Du auf einmal wieder grau und trist?

Tag 11 – Ich bin ein Turnschuh

Zumindest fühle ich mich seit zwei Tagen sprichwörtlich fit wie einer. Wache morgens schon vor meinem Wecker auf und bin den ganzen Tag über hibbelig. Für die Wiederaktivierung meiner Yoga-Matte hat’s zwar noch nicht gereicht, aber als ich gestern um 23 Uhr nach Hause gekommen bin, habe ich in wildem Aktionismus noch meine Wäsche abgehängt und meinen Balkon gefegt. Ob das tatsächlich schon an der neuen Ernährung liegt? Oder, wie meine Oma mir am Telefon vorgelesen hat, daran, dass der Mars mir zu Jahresanfang ganz viel Energie schenkt? Ich werde weiter berichten.

Heute Abend schlägt mir erst einmal die Stunde der Wahrheit. Ich habe meinen nächsten Termin mit Frau Kabel, wo wir meinen Übergang in die „gelockerte Phase“ nächste Woche besprechen, und ich das erste Mal seit Beginn der Umstellung gewogen werde (ich habe aus Prinzip keine Waage im Haus). Ich bin gespannt. Ich habe schon das Gefühl, dass ich ein bisschen abgenommen habe. Auf der anderen Seite spielt meine Verdauung im Moment verrückt und ich habe, je nach Tagesform, auch mal Blähungen, wodurch ich mich deutlich unschlank fühle. Aber ich sag’s mal so: Sollte ich nicht weniger wiegen (wenigstens ein bisschen), hör ich sofort auf! Dann kann ich ja auch wieder Käsespätzle und Mascarponecrème essen.

Tag 9 – Ich habe gesündigt :(

Ja, ich gebe es zu, ich bin schwach geworden. Ein lieber Kollege ist nach einem Monat Abwesenheit endlich wieder im Büro und hat zum Mittagessen eingeladen. Da konnte ich einfach nicht Nein sagen. Ich habe trotzdem versucht, mich so gut wie möglich an meinen Plan zu halten und das Essen zwar nicht abgewogen, aber nach Augenmaß stopp gesagt. Und natürlich habe ich auf die Lebensmittelgruppen geachtet. Es gab Kichererbsen (Eiweiß) und geraspelte Karotten (Gemüse). Die eigentliche Sünde daran: Beides ist in Zitronen-Dressing eingelegt, wo natürlich Öl mit dran ist. Liebe Frau Kabel, es tut mir leid. Und dann der Schock: An den Karotten ist Zucker! Und zwar so viel, dass ich die kleine Portion trotz Hunger fast nicht aufessen konnte. Haben sich meine Geschmacksnerven etwa in der einen Woche schon so entwöhnt, dass mir die Prise Zucker im Möhrensalat zu viel ist?

Sowieso bin ich überrascht, dass es mir mit dem Verzicht auf Zucker nicht schlechter geht. Ich hätte gedacht, dass ich wie ein Junkie Schokoladen-Entzugs-Schüttelfrost bekomme, aber bisher geht’s. Viel schwieriger finde ich das mit dem Öl. Denn, und das war mir vorher nicht so bewusst, ich brate einfach alles! Jedes Gemüse, auch meine Tomatensauce, wird erst mal in die Pfanne gehauen. Ich finde einfach, es geht nichts über Röstaromen. Da meine Pfannen gut beschichtet sind, brate ich jetzt einfach mein Gemüse ohne Öl an, aber die wahre Freude ist das nicht. Zum Glück gilt dieser Öl-Verzicht nur in der strengen Phase. Noch eine Woche, dann wird wieder nach Herzenslust gebrutzelt.

Tag 7 - Schon wieder Kürbis?

Verstehen Sie mich nicht falsch - ich liebe Kürbis! Er ist lecker, vielseitig und macht satt. Doch eine Tatsache habe ich beim Kauf des Hokkaidos nicht bedacht: Er wiegt viel. Bei nur 130 Gramm "Gemüse" pro Abendessen mümmelt man an so einem Kürbis eine ganze Weile. Allzumal, wenn man ihn vielleicht noch mit anderem Gemüse kombinieren will. Ich habe jetzt Kürbisspalten im Ofen gebacken, ein Kürbis-Curry mit Linsen gekocht, Kürbissuppe mit Tofu geschmiedet und trotzdem ist noch fast ein halber Kürbis übrig. Also vielfältig ist meine Ernährung (trotz theoretisch größerer Auswahl) leider noch nicht. Ab jetzt wird nur noch leichtes Gemüse in kleinen Mengen gekauft!

Fit in den Frühling:

Tag 5 - Good Morning!

Ich schreibe diesen Eintrag noch ganz beseelt von meinem Frühstück, denn es gab Latte Macchiato! 170 ml Sojamilch standen für heute Morgen auf meinem Ernährungsplan. Die habe ich mir aufgeteilt und die Hälfte geschäumt. Leute, die nicht solche Kaffee-Memmen sind wie ich, kommen häufiger in den Genuss, denn zum Essen darf man eine Tasse Espresso oder (noch schlimmer) schwarzen Filterkaffee trinken. Das ist bei mir leider nicht drin. Wenn es schon keinen Zucker gibt, brauche ich wenigstens Milch. Umso schöner war dann aber mein Morgen. Ich bin extra 15 Minuten früher aufgestanden, um das Käffchen ganz in Ruhe genießen zu können. Und auch mein Frühstück war ein echtes Highlight. Porridge mit Mango gab's, den ich mir mit Lieblingsgewürz Zimt veredelt hab. Ganz nostalgisch wurde ich da, als ich an winterliche Schulmorgende erinnert wurde, an denen meine Mutter, noch im Pyjama, in der Küche stand und mir zum Aufwärmen Haferschleim anrührte. Könnt' ich mich dran gewöhnen.

Tag 4 - Das Sozialleben leidet

Ein bisschen komisch komme ich mir schon vor, wenn ich mittags meine Küchenwaage aus der Tasche krame und anfange, meinen Salat abzuwiegen. Dann bekomme ich auch mitleidige Blicke von meinen Kollegen zugeworfen. Lecker sehen die fertigen Gerichte dann aber schon aus, das geben sie zu. Nur in netter Runde zum Italiener an der Ecke - das geht nicht mehr. Zum Glück erbarmt sich immer wieder jemand, mit mir im Büro zu lunchen. Auch abends verabreden wird zum Hindernisparcour. "Ja, gerne. Aber nicht vor acht. Ich muss noch kochen." Und "Die Bar Rossi klingt super, aber ich kann dann nur Wasser trinken." Auch der Ostfriesentee mit Milch, den ich bei meiner besten Freundin immer bekomme, muss ausfallen. Aber es gibt auch Lichtblicke. Meine Dienstags-Kochgruppe verkündet gleich: "Kein Problem. Schick uns Deine Gemüseliste." Nur abwiegen muss ich dann noch selber. Und außerdem dauert meine ganz strenge Phase auch nur zwei Wochen. Das hält man durch!

Fit in den Frühling:

Tag 3 - Ich muss mal...

Noch etwas, woran ich arbeiten muss: Trinken! Ich trinke zu wenig, das weiß ich auch. Aber die 2,2 Liter Wasser, die mein Ernährungsplan mir jetzt täglich vorschreibt, sind schon eine echte Herausforderung. Helfen kann dabei die Metabolic Balance Daily App. Die erklärt noch einmal die Metabolic Balance Grundregeln, berechnet die 5-Stunden-Abstände, die man zwischen den Malzeiten einhalten muss, und lässt einen sein getrunkenes Wasser tracken. Ein nettes Gimmick, aber nervig ist das neuerdings ständige Zum-Klo-Gerenne trotzdem.

Tag 1 - Ich habe Hunger! Oder?

Eine Scheibe Brot zum Frühstück, Gemüsesuppe zum Mittag - da hängt einem kurz vorm Abendessen der Magen ganz schön durch. Aber, seien wir mal ehrlich, liegt das wirklich am Ernährungsplan? Ich glaube nicht. Auch sonst habe ich oft Hunger. Vor allem mittags, weil ich gerne mal das Frühstück weglasse. Und eigentlich war die Gemüsesuppe auch sehr lecker. Bis zu 500 Gramm Einlage darf man in den zwei Tagen Vorbereitungsphase zum Mittag essen, das ist mehr als gedacht. Das Problem ist weniger, dass ich die Gemüsesuppe nicht essen möchte, oder dass sie mir nicht reichen würde. Das Problem ist, dass man den ganzen Tag darüber nachdenkt, was man alles nicht essen darf. Den leckeren Nudelauflauf von der Kollegin zum Beispiel. Und den Kuchen, den die lieben Nachbarn aus der Für Sie Redaktion vorbeigebracht haben. Was mir hilft: Mich daran zu erinnern, dass ich eigentlich gerne Gemüsesuppe esse (ist auch genau das Richtige, bei diesen Temperaturen) und mich zu freuen, dass ich endlich mal wieder gezwungen war, mir eine zu kochen. Außerdem sind die zwei Tage schnell rum und für die strenge Phase habe ich ein leckeres vegetarisches Kochbuch mit Rezepten, auf die ich mich schon sehr freue.

Der Ernährungsplan

Am gefühlt kältesten Tag des Winters kämpfe ich mich durch den dunklen Abend, um meinen Ernährungsplan abzuholen. Ich bin gespannt: Welches Gemüse soll meine Verdauung ankurbeln? Dann ein neues größtes Problem mit dem Programm (die Nadel war gar nicht so schlimm): Schluss mit Latte Macchiato! Zumindest zu Beginn muss ich auf Kuhmilchprodukte verzichten. Kaffee darf ich nur ungesüßt und schwarz trinken. Bäh! Dann lieber gar nicht. Aber es gibt auch Erfreuliches: Ganz oben auf meinem Speiseplan stehen zum Beispiel Mango und Avocado. Na, so schlimm klingt das alles doch gar nicht. Und darauf kann ich mich die nächsten Wochen freuen: Zwei Tage lang wird der Darm entleert (mit dabei auch Freund Passagesalz mit Zitrusnote). Tipp von der Expertin: An einem Wochenende anfangen, damit man es zur heimischen Toilette nicht weit hat. Anschließend gehe ich zwei Wochen in die "strenge Phase". Mein neuer bester Freund wird dann die Küchenwaage, denn die 25 Gramm Mandel-Beilage zum Frühstück und die Linsen zum Mittag müssen ganz genau abgewogen werden. Ich darf jetzt zwar gewisse fett- und kohlenhydrathaltige Lebensmittel essen, auf Öl muss ich aber noch verzichten. In der zweiten Woche habe ich dann einen neuen Termin mit Frau Kabel, um die danach anstehende "gelockerte Phase" zu besprechen. Dann auch wieder mit Öl.

Blutabnahme für Metabolic Balance
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Ernährung:   Der Bluttest entscheidet darüber, was ich die nächsten Wochen essen darf.  

Die Vorbereitung

Los geht's mit einem sehr netten und persönlichen Beratungsgespräch bei meinem Ernährungs-Coach Frau Kabel. Sie erklärt mir die wichtigsten Regeln von Metabolic Balance (wie z.B. die 5 Stunden Wartezeit zwischen den Malzeiten) und den Ablauf des Programms. Dann fragt sie nach meiner Motivation. Eigentlich ist das Metabolic Balance Programm für Menschen gedacht, die am metabolischen Syndrom leiden (Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Diabetes-Gefahr). Durch die strengen Regeln soll der Stoffwechsel ausbalanciert werden. Das Versprechen: Heißhungerattacken Adé. Der Körper lernt wieder, was er braucht und wieviel. Mit der Zeit kann man dann auf Hunger und Appetit hören, ohne dadurch zuzunehmen. Außerdem wird durch die richtige Ernährung der Hormonhaushalt reguliert und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert. Und darum geht es mir eigentlich. Viel abnehmen will ich überhaupt nicht - aber morgens mal wieder schwungvoll aus den Federn kommen, abends noch Energie übrig haben und die in die Zimmerecke verbannte Yoga-Matte hervorkramen, das wär doch schön. Hierfür muss ich mir zuerst Blut abnehmen lassen (mein größtes Problem mit dem Programm - ich hasse Nadeln!). Die Ergebnisse werden dann an Metabolic Balance geschickt, wo mir ein personalisierter Ernährungsplan zusammengestellt wird, der auf die Stoffwechselbedürfnisse meines Körpers zugeschnitten ist. In ein paar Tagen habe ich dann ein neues Gespräch mit Frau Kabel, in dem sie mir erzählen wird, wie ich mich in den nächsten Monaten ernähren werde.

Iris testet die F.X. Mayr Fastenkur
© Manuel Pandalis, JALAG Syndication
Iris testet die F.X. Mayr Fastenkur

Iris' Motivation:

Iris, 42, stellvertretende Ressortleitung Report: Nachdem ich Sport jahrelang ignoriert habe, entdeckte ich vor drei Jahren den Spaß am Laufen. Seit einem Jahr mache ich dazu noch regelmäßig Yoga und Krafttraining. Könnte also alles super sein, wenn ich nicht so eine miese Esserin wäre. Mahlzeiten werden gerne zwischen Tür und Angel oder im Laufschritt auf dem Weg zur Bahn heruntergeschlungen. Ich esse viel zu schnell und obwohl ich schon satt bin, futter ich auch noch die Reste, die meine Tochter auf dem Teller liegen gelassen hat. Dazu noch viel zu viel Kaffee und das Weinchen am Abend... Kein Wunder, dass ich oft Magen- und Darmprobleme habe. Mit der F.X. Mayr Therapie möchte ich meinen Darm entlasten und auf Neustart drücken. Außerdem muss man bei dieser Kur ja jeden Bissen 15 bis 30 Mal kauen, da lerne ich hoffentlich endlich, mein Essen nicht mehr hinunterzustürzen. Vier Wochen sind eine lange Zeit, ich hoffe, dass ich die Kur durchhalte. Aber zum Glück werde ich ärztlich betreut vom Lans Medicum in Hamburg, ein ambulantes Zentrum, das sich auf diese Kur spezialisiert hat.

Iris' Erfahrungs-Blog:

Drei Monate später

Auf der Plus-Seite: Obwohl ich wieder normal esse und trinke (und manchmal auch sündige), bleiben die fünf Kilo verschwunden. Mein Stoffwechsel brennt auf Hochtouren, auch noch Wochen später. (Für alle, die noch jünger sind, hier die Wahrheit: Nicht die Falten nerven, wenn man über 40 ist, sondern der Stoffwechsel ist der Buhmann. Der sorgt nämlich dafür, dass sich die Pfunde so hartnäckig halten.) Professor Morgner-Mielke hat mir die Wirkung der Kur auf den Stoffwechsel bei meinem letzten Check-Up auch nochmal bestätigt. Das sei wie bei einem Ofen, der von Dreck und Schlacken befreit wurde, der brennt auch besser.

Auf der Minus-Seite: Die ersten Wochen nach der Kur habe ich sehr diszipliniert gegessen. Dann hat sich der Schalter leider wieder umgelegt in Richtung schlechte Eßgewohnheiten. Ich esse im Stehen oder Gehen und kaue nicht ordentlich, außerdem trinke ich schon wieder zuviel Kaffee, obwohl ich mich ganz gut an den Tee gewöhnt habe. Der Weg zu einem richtigen Eßverhalten wird also noch ein bisschen andauern - und erfordert weiter Disziplin.

Mein Fazit: Ich würde die Kur jederzeit wiederholen, am liebsten einmal im Jahr. Dann würde ich mir allerdings frei nehmen, zumindest während der Tee-Fasten-Phase. Weil ich in dieser Zeit ganz schön auf dem Zahnfleisch gegangen bin. Fasten und nebenbei den Alltag wuppen, das hat mich an meine Grenzen gebracht. Aber ich bin sehr stolz, dass ich die Kur dennoch durchgezogen habe.

Tag 25

Diesen Blog-Eintrag widme ich meinem ersten Glas Wein nach drei Wochen. (Okay, Alkohol stand nicht wirklich auf die Das-darf-ich-Liste, aber es musste jetzt mal sein.) Was soll ich sagen? Die Geschmacksnerven auf meiner Zunge sind schier durchgedreht. Ich habe jede einzelne Traube und einen Hauch Schokolade herausgeschmeckt. (Und das sage ich, die ich mich immer über die Weinprofis und ihre "Ich-erkenne-da-Sternfrucht-Pferdeschweiss-und-frisch-geöffnete-Zedernholzkisten"-Sprüche lustig mache) Ich habe dann zwei Gläser getrunken und aus lauter schlechtem Gewissen gleich einen Liter Wasser hinterhergekippt.

Tag 23

Ich habe jetzt eine Weile nichts von mir hören lassen, weil ich mit ESSEN beschäftigt bin. Neee! Kleiner Scherz. Tatsächlich befinde ich aber in der dritten und letzten Phase der Mayr-Kur und das bedeutet: ich gewöhne meinen Körper langsam wieder an die normale Nahrungsaufnahme. Im Moment ernähre ich mich noch nach einem relativ strengen Plan. "Relativ", weil die Auswahl mir nach der kargen Fastenzeit echt göttlich vorkommt (ich wähle morgens zwischen Putenbrust, Ziegenkäse und Amaranthbrei, das ist ... der Wahnsinn!) . Auch das Passagesalz und das Bittersalz müssen "ausgeschlichen" (immer niedriger dosiert und dann langsam abgesetzt) werden. Die Professorin war jedenfalls beim Abschlußgespräch sehr zufrieden mit mir. Ich fühle mich super. Voller Energie. Und die alte Jeans geht auch wieder zu. (In Zahlen: ich habe fünfeinhalb Kilo und zehn Zentimeter Bauchumfang verloren).

Tag 18

Mittags darf ich jetzt eine Basensuppe und gedünstetes Gemüse essen. Damit bin ich wieder in der Gemeinschaft angekommen und saß gestern sehr happy zwischen den Kolleginnen in der großen Runde am Eßtisch. Wobei die Mädels meinten, dass ich etwas stiller geworden sei – das liegt aber daran, dass ich jeden Bissen Blumenkohl 50 Mal gekaut habe. Wenn ich mich an der "Bachelor"-Diskussion beteiligt hätte, hätte ich da noch um 16 Uhr gesessen.

Tag 17

Heute morgen ging es zur "integrativen Körpertherapie". Dabei hat sich ein Physiotherapeut meinen Körper auf eventuelle Schiefstellungen u.ä. angeschaut. Danach hat er noch meinen Rücken ge-de-blockt (oder so ähnlich). Jedenfalls hat es ganz schön geknackt, aber danach sprang ich wie ein junges Fohlen Richtung Redaktion.

Tag 16

Gestern hatte ich einen unglaublichen Energie-Boost. Vielleicht lag es an der Fuß-Massage oder an dem halben Dinkelbrötchen, das ich ab jetzt morgens und mittags zum "Kautraining" essen darf. Die Reiswaffeln sind vom Speiseplan runter. (Und ich werde bis an mein Lebensende nie wieder eine anrühren, das schwör ich.) Jedenfalls bin ich, angetrieben von Dinkel-Power, nach Feierabend noch in die Innenstadt. Kleine Shoppingtour. Und da ist etwas Merkwürdiges passiert. Statt die übliche Runde durch Zara & Co zu drehen, landete ich plötzlich in der Karstadt Haushaltswarenabteilung. Und kaufte ganz viel Küchenutensilien, um gesundes Essen zuzubereiten. Und Tupperboxen, um dieses Essen zur Arbeit zu transportieren. Ich weiß auch nicht, was gerade mit mir geschieht. Aber es macht mir ein bisschen Angst.

Fit in den Frühling:

Tag 15

In der letzten Woche erhielt ich im Lanserhof Behandlungen, die den Entgiftungsprozess ankurbeln sollten. Diese Woche soll die Energie wieder aufgebaut werden. Heute morgen bekam ich eine Fußreflexzonen-Massage - und fühlte mich sofort viel, viel fitter. Danach untersuchte mich Professor Morgner-Miehlke. Im Gespräch erklärte sie mir, dass gute Ernährung zu fünfzig Prozent aus dem besteht, was wir essen. Und fünfzig Prozent aus dem, wie wir essen. Da kann man sich also noch so teure Bioprodukte auf dem Markt holen und – wenn man sie jedoch hinunterschlingt, ist das alles für die Katz. Das hätte mir mal jemand früher sagen sollen.

Tag 13 und 14

Am Wochenende habe ich einen Gang zurückgeschaltet. War spazieren, in der Sauna und habe viel gelesen. Und habe mit meinem Kräutertee in der Hand ganz viele Kochshows im Fernsehen angeschaut (pervers, oder?) Ein interessantes Phänomen habe ich beobachtet: ich sehe plötzlich viel schärfer und habe auch sonst das Gefühl, viel klarer im Kopf zu sein. Mittags durfte ich meine erste Basensuppe (ein Gemüse meiner Wahl, keine Gewürze) essen. Hat gut geschmeckt. Leider blubberte auf der gegenüber liegenden Kochplatte die Oberknaller-Pasta-Sauce. Das war irgendwie unfähr meiner Brokkolisuppe gegenüber.

Tag 12

Heute war kein guter Tag. Ich fühle mich schlapp, komme mit Mühe die Treppe zu meiner Wohnung hoch. Im Büro ist mir nie so aufgefallen, dass meine Energielämpchen auf orangerot leuchten. Da sitze ich ja die meiste Zeit. Heute musste ich mich mal wieder um Haushalt und Familie kümmern (aufräumen und putzen/ Supermarkt / zum Elternsprechtag / Kinder einsammeln und zum Reiten fahren / Essen kochen) Das ist mir alles unendlich schwer gefallen. Kräutertee und Basenpulver mag ich auch nicht mehr sehen, geschweige denn trinken...wäh. Immerhin darf ich jetzt zur Reiswaffel eine Eiweißbeilage essen (habe mich für Avocado entschieden) Die Avocado schmeckte herrlich und ich bin jetzt schon gespannt auf die Geschmacksexplosionen, die mich erwarten, sobald ich wieder alles essen darf. Positiv: meine Haut sieht sensationell aus, glatt und frisch. (Vielleicht hat Iris Berben doch Recht mit ihrer "Trinke nuuur Wasser"-Antwort auf die Fragen nach ihrem Anti-Ageing-Geheimnis...naja, solange es nicht Kräutertee ist)

Tag 11

Schön wäre es, jetzt in einem schicken Wellness-Hotel mit einem Buch vor dem knisternden Kamin zu sitzen. So entgiftet es sich doch gleich viel komfortabler. Und jetzt kommt die Realität: Gestern abend, als ich von der Arbeit nach Hause kam, war die Wohnung eiskalt, weil die Heizung ausgefallen war. Die Steuerberaterin auf dem Anrufbeantworter mahnte, ihr endlich die fehlenden Unterlagen zu schicken. Meine Tochter wollte, dass ich ihr ein Käsebrot schmiere. Das sind die Momente, wo Tee-Fasten und Alltag böse aufeinanderknallen. Zum Glück durfte ich heute morgen für eine Stunde in meine Wellness-Oase Lanserhof, wo mein Körper mit einer Meersalz-Mandelöl-Mischung abgeschrubbelt wurde, danach ging es zum (lecker nach Minze duftenden) Algenbad in die Wanne. Jetzt bin ich wieder auf Spur, die Therapie kann weiter gehen!

Tag 10 (Nachtrag)

Mittags stand ich vor einem Feinkostladen und habe so lange auf die Auslage gestarrt, dass die Verkäuferin irgendwann heraus kam und rief: "Wir haben übrigens geöffnet!"

Tag 10

Auf der Minus-Seite: Der Kräutertee hängt mir langsam zum Hals raus, das Basenpulver schmeckt nach Seife, mir ist die ganze Zeit ziemlich kalt und heute morgen nach dem Aufstehen hatte ich zum ersten Mal Kreislaufprobleme. Außerdem müsste ich dringend meine Steuererklärung abgeben. Aber sobald ich von der Arbeit nach Hause komme, falle ich sofort (mit Leberwickel) ins Koma. Auf der Plus-Seite: ich durfte vor der Arbeit wieder in den Lanserhof, wo dieses Mal eine Detox-Packung auf dem Programm stand. Dabei wurde ich mit einer warmen Algenpaste eingerieben, die nach Rosmarin und Orange und Minze duftete. Danach hing ich wie in einer Art Hängematte über einer Badewanne und wurde von unten bedampft, erst mit feuchter, heißer Luft, dann mit trockener. Zum Abschluss stieg ich noch in ein heißes Wannenbad. Ach, das war wirklich pardiesisch. Leider war mir danach ein bisschen schwummrig, also lümmelte ich noch ein bisschen in der Tea-Lounge herum. Jetzt hätte ich gerne noch einen Spaziergang gemacht, aber ich bin brav an den Schreibtisch zurück gekehrt.

Fit in den Frühling:
Fit in den Frühling:

Tag 9

Yes! Den ersten Tag ohne Essen (also, die Reiswaffeln zähle ich jetzt nicht) überlebt! Vor dem Schlafengehen habe ich mir gestern noch einen Leberwickel gemacht, der die Entgiftung unterstützen soll: feuchtes Leinentuch über eine Wärmflasche wickeln und dann auf die Leber legen. (Wobei ich erstmal googlen musste, wo die Leber liegt – unter dem rechten Rippenbogen). Auch heute geht es mir erstaunlich gut. Habe sogar beim Mittagessen ganz friedlich neben einer Kollegin gesessen und ihr nicht den Burger vom Teller gerissen. Das Highlight des heutigen Tags fand wieder vor der Arbeit statt. Um acht Uhr morgens hatte ich einen Termin zur Detox-Massage im Lanserhof. (Dabei wird eine Art Saugnapf auf die Haut aufgesetzt, der die Giftstoffe aus dem Bindegewebe nach oben ziehen soll. Danach werden die Lymphe massiert, die den Müll dann abtransportieren sollen. Ich hoffe, ich habe das richtig erklärt, es war noch so früh.) Das hat zwar ein bisschen gezwiebelt, aber es war ein gutes Gefühl. Zum Schluß ging es unter die Dusche, wo phänomenal gut duftendes Showergel, Körper-Peeling und Body-Lotion für die Lanserhof-Gäste parat stehen. Jetzt rieche ich lecker! Und, um die Frage meiner Kollegin W. zu beantworten: Ja, duschen kann so schön sein wie essen!

Fit in den Frühling:

Tag 8

Heute beginnt die Reinigungsphase - Tee, Wasser en masse, morgens und Mittags Reiswaffeln, die ganz lang gekaut werden müssen. Das sogenannte Kautraining ist ein wichtiger Aspekt der Kur, ich soll lernen, wieder zu schmecken und mein natürliches Sättigungsgefühl zu mobilisieren. Vor der Arbeit war ich schon im Lanserhof zum Gespräch (und zur Bauchmassage) bei Professor Morgner-Miehlke. Der Bluttest letzte Woche hat ergeben, dass sich meine Werte im Normbereich befinden. Bis auf eine Ausnahme: ich habe einen massiven Vitamin-D-Mangel (Danke, Hamburger Schietwetter!), jetzt soll ich zusätzliche Kapseln einnehmen. Nach dem Gespräch durfte ich an einer integrativen Atemtherapie teilnehmen: ich lag auf einer warmen Liege unter einer Decke, eingetaucht in dunkelblaues Licht und die Therapeutin führte verschiedene Atemübungen mit mir durch. Die sollen in erster Linie Menschen helfen, die sehr gestresst sind und verlernt haben, richtig tief und ruhig zu atmen. Das ist bei mir zwar nicht der Fall, aber ich habe die zwanzig Minuten sehr genossen und wäre fast eingeschlafen. Leider musste ich raus aus diesem kuscheligen Kokon und zur Arbeit fahren.

Fit in den Frühling:

Tag 6

Yeah, ich bin runter vom Koffeein! Keine Kopfschmerzen mehr. Das ist die gute Nachricht. Dafür habe ich gestern beim lustigen Mädelsabend versagt. Ich habe drei Kräutertee (crazy!) hintereinander bestellt und jedes Mal haben sich meine Freundinnen kaputtgelacht ("Iris - bist das wirklich du?"). Die anderen haben lecker gegessen und Weinchen getrunken und ich saß daneben und kam mir genauso trübe vor wie der Kamille-Minze-Tee, den ich den ganzen Abend genippt habe. Noch schlimmer: um halb zehn sind mir die Augen zugefallen. Um 22.15 lag ich im Bett. An meinem kinderfreien Ausgeh-Samstag! Schande!

Tag 5

Gerade beim Yoga gewesen und gemerkt: ich habe schon jetzt nicht mehr soviel Energie wie normalerweise. Vielleicht lag meine auch Schlappheit daran, dass ich heute morgen das Bittersalz falsch dosiert habe (Esslöffel statt Teelöffel) und sofort mit ...äh, durchschlagendem Erfolg auf der Toilette saß. Jetzt mache ich mir Sorgen, ob es mir nächste Woche immer gelingen wird, den 45-minütigen Weg zur Arbeit zu meistern, ohne auf irgendeinem McDonalds-Klo Zwischenstopp einlegen zu müssen. Naja, wahrscheinlich alles eine Frage der Logistik. Auf der Plus-Seite: Meine Yoga-Lehrerin findet, meine Haut sieht besser aus.

Tag 4

"Na, wollen Sie auch ein Stück? Ist noch übrig geblieben vom Kaffeeklatsch." Meine Nachbarin hielt mir heute Nachmittag einen Teller unter die Nase, auf dem ein Stück fluffig-sahnige Himbeertorte lag. "Selbstgebacken!" Gott will mich prüfen. Mit letzter Kraft rufe ich: "Ich bin runter von Zucker und Gluten!" und knalle die Wohnungstür zu. Ich frühstücke morgens (gesund und vollwertig), dann fünf Stunden Pause, dann Mittagessen (was Leichtes) und dann nichts mehr. Ich weiß: wenn ich mich jetzt nicht an die Regeln halte, wird der Einstieg in die nächste Phase, wo es nur Reiswaffeln und Kräutertee gibt, richtig böse. Auf der Plus-Seite: Das Dinner-Cancelling fällt mir gar nicht so schwer, wie ich vermutet habe. Auf der Minus-Seite: Dafür falle ich aber auch schon um neun Uhr abends ins Bett.

Tag 3

Kopfschmerzen. Ich wusste gar nicht, wie koffeinabhängig ich bin. Seit zwei Tagen trinke ich keinen Kaffee und habe durchgehend Kopfschmerzen. So kann ich aber nicht arbeiten. Gegen elf Uhr halte ich es nicht mehr aus und trinke eine kleine Tasse - sofort geht es mir besser. Das soll aber die Ausnahme bleiben. Den Tag beginne ich jetzt übrigens mit einem Glas in Wasser aufgelösten Bittersalz. Dieses Getränk und ich - wir werden keine Freunde werden.

Tag 2

Ich beginne die Vorbereitungsphase: eine Woche schon mal alles weglassen, was Spaß macht (inklusive kohlensäurehaltiger Getränke), und an drei Abenden das Dinner canceln. Der Körper soll vorgewarnt werden, dass da demnächst etwas passiert. Wichtig ist auch, sich vor dem Essen nicht mehr stressen zu lassen. Deshalb sind 30 Minuten vor dem Essen Entspannungsübungen angesagt. Eigentlich. Die müssen heute leider ausfallen, ich habe keine Zeit. Nachmittags gibt die Chefin eine Runde Milchkaffee aus und eine Packung Choco Crossies wird aufgemacht. Direkt vor meiner Nase. Diese Verräterinnen! Ich atme tief durch und trinke eine Tasse Tee. Ausgleichende Kräuterteemischung mit dem Namen "Innere Ruhe". Ommm!

Tag 1

Ich habe meinen ersten Termin bei Professor Dr. med. Andrea Morgner-Miehlke, Gastroenterologin und ärztliche Direktorin am LANS Medicum Hamburg. Nach einem ausführlichen Gespräch und einer Untersuchung sprechen wir über meine geplante Kur. Wobei "Fastenkur" nicht stimmt, meine Therapie heißt: Darmsanierung nach F.X. Mayr. Die Schonung des Darms steht im Mittelpunkt. Und dafür gibt es ganz schön viele Regeln. Ich ahne spätestens jetzt, dass die nächsten Wochen kein Spaziergang werden. "Es kommt viel raus, auch seelisch", sagt Professor Morgner-Miehlke. Au weia. Kein Kaffee, kein Zucker, kein Gluten, kein Alkohol... schlechte Laune, wenig Energie und dann auch noch Heul-Attacken... wie schaffe ich da meine Arbeit? Und wird mich mein Mann ab Woche zwei vor die Tür setzen?

Bonnie testet die 5:2 Diät
© Darja Zinn, JALAG Syndication
Bonnie testet die 5:2 Diät

Bonnies Motivation:

Bonnie, 28, Volontärin: Gleich vorweg: Um mein sportliches Engagement steht es gar nicht so schlecht. Ich gehe zwei Mal pro Woche joggen und besuche Sportkurse zum Muskelaufbau. Meine Schwäche: Essen. Ich liebe es, zu essen. Nur ignoriere ich dabei oft die Signale meines Körpers, die mir sagen wollen: Hör auf, du bist satt. Meistens enden solche Tage dann mit fiesen Bauchschmerzen und einem - nun ja - schlechten Gewissen. Mit der amerikanischen Bestseller-Diät 5:2 von Michael Mosley soll sich das ändern: Fünf Tage in der Woche darf ich normal, aber gesund essen – an den anderen zwei muss ich fasten und darf nur 500 Kalorien zu mir nehmen. Die Belohnung: Bauchpölsterchen schwinden (juhu!) und das Sättigungsgefühl soll zurückkommen. Dafür nehme ich ein bisschen Quälerei gerne in Kauf.

Bonnies Erfahrungs-Blog:

Achtung, der neueste Eintrag steht oben!

Das Fazit

Drei Monate habe ich die 5:2-Diät duchgehalten. Und es hat sich gelohnt: 4,5 Kilo sind runter und mein Bauch misst fünf Zentimeter weniger Umfang. Dafür musste ich aber auch schuften. Das genaue Abwiegen der Lebensmittel nervt am Anfang und die Kopfschmerzen und das Schwindelgefühl waren ziemlich unangenehm. Was mich am meisten gestört hat: Die Fastentage einzuhalten. Und wenn das mal nicht gelang, einen adäquaten Ausweichtermin zu finden. Außerdem war es quasi nicht möglich, an Fastentagen auswärts zu Essen oder etwas Trinken zu gehen, da die Kalorienzahl ja genau eingehalten werden muss.

Wie auch immer, schlussendlich kann ich sagen, dass mir die Strategie von Herrn Mosley ein besseres Gefühl für meinen Körper vermittelt hat, ich nun aufhöre zu Essen, wenn ich satt bin - und mir meine Hose, die ich zuletzt mit sechzehn Jahre anhatte, wieder passt. Großartig.

Die elfte (und zwölfte) Woche

Diese Woche konnte ich nur einmal Fasten, da mich ein Magen und Darm-Virus dahin gerafft hat. Wobei, wenn man so will, habe ich ja meinen zweiten Tag auch irgendwie eingehalten...Nun bin ich wieder einigermaßen fit. Die nächste Woche wird meine allerletzte Fastenwoche sein (juhu, ich tanze). Danach werde ich das Projekt 5:2 einstampfen. Drei Monate sind genug. Da mir ab Montag einige Termine bevorstehen, weiß ich noch nicht, wie ich die Tage einhalten kann. Normalerweise faste ich ja montags und mittwochs. Da kann ich aber nun berufsbedingt nicht. Also muss ich mir Ersatztermine überlegen: Dienstag und Freitag (wenns denn sein muss) würden gehen. Das ist manchmal wirklich ein großes Manko an Michael Mosleys-Strategie: Die Fastentage sind nicht immer kompatibel mit dem Terminkalender. Naja, noch eine Woche, dann habe ichs geschafft - und mit Herrn Mosley wird abgerechnet.

Die neunte und zehnte Woche

Das Gewicht stagniert. Ungefähr 4,5 Kilo habe ich mit der 5:2-Diät nun abgenommen - und nun will einfach nichts mehr runter. Und ich muss zugeben: Es fällt mir immer schwerer durchzuhalten. Denn oft muss ich auf Sport verzichten (der mir persöhnlich mehr bringt, als zu hungern), weil ich faste. Denn wenn ich faste, bringe ich keine Energien mehr für ein Workout auf. Und auch die Tatsache, dass mein Freund abends neben mir mit einem leckeren Stullenteller sitzt, macht es nicht einfacher für mich, die 300 Kalorien am Abend einzuhalten. Ich musste letztens von seinem Brot abbeissen, es ging nicht anders. Er kann meine Launen im Übrigen auch nicht mehr Ertragen und sehnt den letzten Tag der 5:2-Diät herbei. Ich kann es ihm nicht verübeln.

Die achte Woche

Ich brauche eine neue Waage. So eine tolle, geeichte. Meine jetztige wechselt nämlich seit Neuestem die Anzeige. Der Boden könnte laut Bedienungsanleitung schuld sein. Klar, Holz gibt nach. Erstaunlicherweise wiege ich aber an drei verschiedenen Stellen im Bad drei Mal etwas anderes. Schwankungen zwischen einem und drei Kilo? Das kann nicht sein. Zumal ich wirklich fleißig war diese Woche: zwei Mal joggen und zwei Sportkurse. Die Fastentage habe ich brav eingehalten. Zu Heidis Määäädchen am Donnerstag gab es Rohkost, statt Rigatoni. Der Alkohlgenuss am Wochenende hielt sich auch in Grenzen. Meine Hose rutscht, vier Kilo sind runter. Trotzdem: Ich werde mir eine neue Waage zulegen. Und hoffen, dass mich meine alte nicht verarscht hat.

Die siebte Woche

Meine Kollegin M. und ich gehen Mittagessen. Danach stehe ich beim Bäcker und verkneife mir tapfer die süßen Köstlichkeiten, die da so in der Auslage liegen. Nur ein Kaffee. Mehr nicht. Mein Auge wandert zu diesem rechteckigen Ding mit Rosinen und einer Zuckerschicht. Ich ignoriere es. "Ein Kaffee, bitte." - "Gerne, möchten Sie vielleicht noch ein leckeres Rosinenzöpfli dazu?", fragt mich die Verkäuferin und zeigt auf das Objekt meiner vorherigen Bergierde. Das Leben kann so ungerecht sein.

Die sechste Woche

Bisher meine beste Woche! Als ich am Donnerstag, nach meinem zweiten Fastentag in dieser Woche, auf der Waage stand, musste ich schon zwei Mal hingucken: Insgesamt minus drei Kilo - juhu! Kommt aber auch nicht von ungefähr: Ich ignorierte meine allabendlichen, montäglichen Bauchkrämpfe, das Duselgefühl am Mittwoch, schleppte mich zwei Mal ins Fitnesstudio (Danke Trainerin K., die diversen Hantelübungen brachten mir am nächsten Tag Schmerzen in Armen und Beinen ein) und zwei Mal aufs Asphalt um sechs Kilometer zu joggen.

Ach so, da war ja noch was...Sonntag wurde ich schwach. Mein Lieblingscafé um die Ecke tischt am Wochenende immer ein unfassbar leckeres Frühstücks-Büffet auf. Und was wäre ein unfassbar leckeres Frühstück ohne ein unfassbar leckeres Butter-Croissant mit Schokocreme und Marmelade...?! Richtig, unfassbar öde. Man muss sich ja auch mal was gönnen...Trotzdem: Ich gelobe Besserung. Kein Zucker in der kommenden Woche.

(Aber toll wars trotzdem).

Die fünfte Woche

Ich geb's gleich zu: Ich konnte diese Woche nur einmal Fasten. Am Montag. Dafür habe ich es geschafft, immerhin drei Mal Sport zu treiben. Und das dankt mir gleich die Waage: Noch ein halbes Kilo runter.

Die vierte Woche

Ganz ehrlich: Ich habe keine Lust mehr auf Mister Mosleys Wunderdiät. Die Woche lief mies. So richtig mies. Mit Kopfweh, Schwindel und einer Anzeige auf der Waage, die mich doch leicht enttäuscht: 1,5 Kilo sind runter. Nach vier Wochen. Dabei halte ich mich an die Kalorienzahl, verzichte komplett auf Zucker, treibe Sport und speise an den übrigen fünf Tagen nicht gerade königlich. Ich quäle mich mit Magenkrämpfen durch die Nacht (richtig, ich habe es wieder spät ins Bett geschafft), esse morgens eine Pampe aus Haferflocken mit zehn mickrigen Blaubeeren, lehne dankend den Geburtstags-Schokokuchen des Kollegen ab - und das ist der Dank? Zugegeben: Vielleicht bin ich zu ungeduldig (das ist sogar sehr wahrscheinlich...), vielleicht muss ich in Sachen Sport eine Schippe drauf legen (öhm joa...) und vielleicht muss sich mein Körper auch einfach noch an diesen Rhythmus gewöhnen. Ich gebe Doctor Mosley noch eine Chance. Hey, 1,5 Kilo sind besser als nichts! Vor allem, wenn man bedenkt, dass durch diese Diät 500g bis 1 Kilo pro Woche purzeln sollen. Dem nähere ich mich ja ein bisschen. Und außerdem habe ich keinen Klumschen Sporttrainer namens David Kirsch, der mich durch die Straßen jagt und auch keinen Koch, der mir jeden Tag ein Menü vor die Nase setzt. Aber schön wärs.

Fit in den Frühling:       Mein 220 Kalorien-Frühstück: 25g Haferflocken, 100g Naturjoghurt und zehn Blaubeeren

Die dritte Woche

Die gute Nachricht: Ich habe meine beiden Fastentage voll durchgezogen. Montag lief super, ich bin mit den Portionen zurecht gekommen, habe mich wohl gefühlt mit meinen 500 Kalorien. Und das, obwohl ich es wieder nicht vor zwölf ins Bett geschafft habe. Den zweiten Fastentag verlegte ich von Mittwoch auf Donnerstag, weil mich spät abends noch ein Interview erwartete, ich den Abend davor mit Kollegen etwas trinken war (nicht mit den PETRAs, da ich mich zur Zeit beruflich in München aufhalte) und ich mich aufgrund der Kombination aus noch spätem Arbeiten plus After-Alkohol-Gelüste nicht mit winzigen Portionen auf meinem Teller quälen wollte. Deshalb also der Donnerstag. Und der lief bis auf einige Schwindelanfälle in der Nacht, Hitzewallungen (die ja nun bei meinem alter noch nicht auf Wechseljahre zurückzuführen sind...) und einem sich immer wieder zusammenkrampfenden Magen eigenlich ganz dufte. Ganz ehrlich: Ich war kurz davor das Handtuch zu werfen und mich um 2 Uhr zum Kühlschrank zu begeben, damit diese verdammten Krämpfe endlich aufhören. Aber ich habs durchgezogen. Bin brav wieder eingeschlafen, habe Wasser getrunken und am Freitag morgen mein Müsli mit einer Kiwi genossen.

Kommen wir zu der schlechten Nachricht: Ich habe keinen Sport gemacht. Nichts. Nada. Niente. Entweder habe ich mies geschlafen und bin morgens nicht aus dem Bett gekommen, oder der Schweinehund war stärker. Und heute Nachmittag hätte ich die Möglichkeit noch, mich zumindest einmal sportlich zu betätigen - aber ich lasse es. Ich habe Besuch da und der ist mir wichtiger, als drei Runden im Kreis zu rennen. Und das auch noch bei Nieselregen. Nächste Woche, jawohl!, da laufe ich brav meine Route ab.

Fit in den Frühling:       Meine Kochbibel für die nächsten acht Wochen

Die zweite Woche

Mittlerweile haben sich mein Körper und meine Psyche an die reduzierte Kalorienaufnahme gewöhnt. Ich genieße Abendessen und Frühstück, komme vormittags bis zum Lunch um 13:30 gut über die Runden und fühle mich irgendwie…dynamischer. Und das Beste: Mir steht gar nicht der Sinn danach, an fastenfreien Tagen eine Pizza oder Pommes-Mayo zu essen. Was mir allerdings immer noch zu schaffen macht, sind die unruhigen Nächte. Ich muss endlich mal früher schlafen gehen – und nehme mir diesen Vorsatz für Montag vor.

Ach ja, was mein Sportpensum angeht: Vier Mal Joggen in zwei Wochen. Da geht noch mehr (das Bett ist einfach zu gemütlich und abends ist´s doch immer so kalt und dunkel und…..). In Woche drei wird alles anders…

Die zweite Woche

Es ist Montag und ich fühl mich gut (ja schon klar, das passt für einen typischen Montag eigentlich nicht zusammen). Der Grund meiner guten Laune: Ich freue mich auf meinen dritten Fastentag. Denn langsam habe ich Gefallen an diesem ich-bin-leicht-wie-eine-Feder-Gefühl gefunden. Aber als abends eine winzige Portion Blattspinat mit Wildlachs vor mir steht, wünsche ich mich in das Innere eines Burgers. Meine Augen wandern zu dieser leckeren Pasta, die im Regal steht. „Nein“, denke ich mir. „Du ziehst das jetzt durch.“ Ich esse also meine fast nicht vorhandene Mahlzeit, kippe mir literweise Tee rein – und gehe wieder hungrig ins Bett. Zugegeben: Ich sollte vielleicht mal früher als 23:30 schlafen gehen, damit der Hunger erst gar keine Chance hat, sich zu melden.

Die Nacht verläuft wieder mal unruhig, ich träume wirr und stehe am nächsten Morgen mit einem Schwindelgefühl auf. Der Haferflocken-Brei und die drei Erdbeeren verhindern, dass ich nicht umkippe. Ich möchte an der Uhr drehen und den Zeiger auf 13h30 stellen. Aber ich halte durch und trinke Fastentee bis es endlich soweit ist.

Fit in den Frühling:       Mein Abendessen: Zucchini mit Omelette (hat freundliche 285 Kalorien)

Die erste Woche

Nachdem ich am Dienstag schlemmen konnte, was ich wollte (wozu ich aber tatsächlich gar nicht das Bedürfnis hatte), stehen mir heute also wieder 24 Stunden mit 500 Kalorien bevor. Juhu. Der letzte Bissen meines Mittagessens lässt sowas wie Trauer in mir aufkommen. Wieder fahre ich abends hungrig nach Hause – und koche mir ein Champignon-Omelette mit Lachs. Danach hätte ich gerne einen Schokoriegel. Stattdessen gibt es einen Becher Apfeltee. Mosley sagt ohnehin, man solle viel trinken an den Fastentagen. Also trinke ich noch zwei Tee, um dann innerhalb der nächsten zwei Stunden vier Mal auf Toilette zu rennen. Ich schlafe erst spät ein, drehe und wälze mich wieder im Bett. Am nächsten Tag begrüßen mich leichte Kopfschmerzen (ich habe nur Kopfweh, wenn ich katere...) und ein 200 Kalorien-Frühstück (Haferflocken mit einer Orange und etwas Joghurt). Den Vormittag überstehe ich ohne Probleme, die Kopfschmerzen verpieseln sich, ich fühle mich angenehm entleert und mittags ist meine Fastenzeit wieder vorbei.

Die erste Woche

Es ist Montag, der 20.1. und ich bin soeben hungrig von der Arbeit nach Hause gefahren. Ich hatte zuletzt vor sechs Stunden etwas im Magen und nun steht mir der Sinn nach einer Portion Pasta. Stattdessen gibt es Omelette mit Lachs. Ich genieße das Essen in vollen Zügen – und gehe hungrig ins Bett. Meine Nacht verläuft unruhig, ich wache am nächsten Morgen mit einem Loch im Magen auf. Beim Frühstück muss ich mich jetzt entscheiden: Entweder esse ich meine Handvoll Haferflocken mit Naturjoghurt (100g) mit zehn (!) Blaubeeren oder ich verzichte auf das Obst und kann meinen Kaffee mit einem Schuss Milch trinken. Ohne Kaffee kann ich nicht. Ich brauche ihn morgens genauso dringend wie andere ihren Tee. Und der ist für mich kein adäquater Ersatz. Einigermaßen satt fahre ich zur Arbeit – und habe nun noch 4,5 Stunden zu überbrücken, bis ich wieder etwas Essen darf. So gegen elf knurrt mein Magen, ich kaue nervös auf meinem Kaugummi herum und lenke mich mit Musik und dem Beantworten von Emails ab. Dann, endlich: Es ist 13h30. Und auch jetzt genieße ich mein Essen in vollen Zügen.

Die Vorbereitung

So, nun ist es soweit: In zwei Tagen geht’s los mit meiner ersten 5:2-Woche. Da ungefähr tausend Fragen in meinem Kopf rumschwirren (an welchen Tagen soll ich fasten? Wieviel Kalorien darf ich an den übrigen fünf zu mir nehmen? Und was ist eigentlich mit Alkohol..?), habe ich mir zu allererst Michael Mosleys Buch durchgelesen und mir einen Plan (zumindest im Kopf) erstellt: Montags und Mittwochs werde ich für mindestens acht Wochen nur 500 Kalorien zu mir nehmen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder stehe ich beispielsweise Montag um 8 Uhr auf und nehme bis Dienstag um 8 Uhr nur 500 Kalorien zu mir. Oder ich mache es mir einfacher (und das ist auch Mosleys Empfehlung): Ich frühstücke Montag ganz normal, esse zu Mittag und faste von 13h30 bis zum nächsten Tag 13h30. Demzufolge muss ich mir meine 500 Kalorien für den restlichen Montag bis Dienstag Mittag einteilen. Das klingt wesentlich machbarer – und erfüllt die Idee des 24-Stunden Fastens.

Die anderen fünf Tage werde ich das Essen, was ich sonst eh immer zu mir nehme und versuche, mein Tagesbedarf von ca 2000 Kalorien nicht zu überschreiten: Gemüse, Pasta, Kartoffeln, Fisch, Fleisch. Meine Diät verbietet mir Süßigkeiten an den Fastentagen, sonst darf ich sie in Maßen zu mir nehmen, dasselbe gilt für Alkohol. Auf Süßes versuche ich ohnehin schon oft verzichten, aber Alkohol – das geht nicht. Am Wochenende gönne ich mir meinen Rotwein. So. Dafür treibe ich auch weiter Sport: zwei bis drei Mal pro Woche Joggen, plus Muskelaufbau.

Damit ich an meinem Kalorien reduzierten Tagen nicht planlos vor dem Kühlschrank stehe und damit das Risiko von Ess-Attacken erhöhe, habe ich mir das Kochbuch „The Fast Diet Cookbook“ gekauft, meine Vorräte auf- und umgestockt. So kann ich mir gleich nach der Arbeit ein großzügiges 300 Kalorien-Menü zaubern ohne zu überlegen, was auf den Teller kommt. Hoffentlich geht mein Plan auf…

Stefanie testet Zirkeltraining
© Manuel Pandalis, JALAG Syndication
Stefanie testet Zirkeltraining

Stefanies Motivation:

Stefanie, 43, Ressortleiterin im Report: "Ich habe eine Tochter, einen Job und immer eine Ausrede. Mein größtes Problem: Ich mache Sport eigentlich nur für das gute Gefühl in den fünf Minuten danach. Eigentlich bin ich ja schlank, fühle mich aber trotzdem nicht fit. Ich jogge sporadisch, fahre im Sommer Fahrrad – und das war's dann auch schon."
Stefanie testet das Programm vom "Mrs. Sporty". Das smarte Versprechen des Konzepts: Minimaler Aufwand, maximale Wirkung. Zwei bis drei Mal die Woche 30 Minuten Geräte-Zirkel-Training sollen mehr Energie, mehr Beweglichkeit und einfach eine Grundfitness bringen. "Drei mal 30 Minuten in der Woche, die sind drin. Für mich muss Sport vor allem schnell vorbei sein. Das Größte wäre, wenn das Programm es schafft, dass ich diese Einstellung ändere. "

Stefanies Erfahrungs-Blog:

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Zwei Monate im Training
Und mein Mann hat was gemerkt...

Ich war fleißig zwei Monate lang. Und mein ganzer Körper fühlt sich irgendwie wacher an. Wacher im Sinne von: Alle Muskeln sind mal wieder angesprungen. Ich stehe gerader, die Unterseiten der 0berarme wackeln weniger, mein Hintern sieht in der Jeans besser aus. Hat eine Kollegin neulich mal bemerkt. Und es ist sogar meinem Mann aufgefallen, der eine neue Haarfarbe auch gern schon mal gänzlich übersieht.
Der letzte Check auf dem InBody230 verriet: Ich habe 800 Gramm Muskeln aufgebaut und 700 Gramm Fett verloren. Das macht wohl das wache Körpergefühl, das ich jetzt habe. Aus Wackelpudding ist zumindest mal leicht gefrorene Eiscreme geworden, so könnte würde ich das beschreiben.

Wir hatte richtig warme Frühlingstage inzwischen, ich war trotzdem gerade die halbe Stunde trainieren. Es schmerzte mich nicht. Wir haben Powerrunden eingeführt. Ich muss jetzt an den acht Geräten die Wiederholungen zählen und an jedem Gerät mindestens 20 hinlegen.
Und das Tolle ist: Es fällt mir gar nicht so schwer.

Trainerin von Mrs. Sporty
© privat
Fit in den Frühling:   Ich sage mal Danke: An meine Trainerin Stephanie und an Annie (li.), die mir das schöne Studio in Hamburg-Eimsbüttel vermittelt hat.  

Was mir bei Mrs Sporty wirklich gefällt: Hier trainieren ganz normale Frauen vollkommen ohne Druck.
Zwei Trainerinnen sind immer da, sie kennen deinen Namen, sie motivieren und pushen dich, aber sie stressen dich nicht. Man kann immer anfangen mit seinem Pensum und muss nicht auf die Sekunde zum Kursbeginn umgezogen in irgendeiner Halle stehen. Darum hetzt man nie hin. Und: Man ist nie allein.

Und was mir an mir am meisten gefällt? Ja mein neuer Po in der Jeans, was dachten Sie denn?

Woche fünf und draußen 17 Grad und Sonnenschein.

Heute muss ich meinen inneren Schweinehund schon ganz schön anschreien...
Neulich hing an der Pinnwand in meinem Club ein Zettel. Drauf stand: "Anfangen ist einfach, beharren ist die Kunst." Heute verstehe ich ihn dann auch so wirklich. Das war ein Text für Tage wie diesen. Wenigstens bin ich schon mal mit dem Fahrrad in die Redaktion gefahren. Gerade habe in der Sonne ein erstes Honigeis mit caramelisierten Walnüssen verputzt. Und um 16.15 Uhr will ich eigentlich zum Sport. Wer wird stärker sein: Der Wille, die Sonne oder einfach die Lust auf ein zweites Eis? Wir müssen den Sommer hier in Hamburg ja nehmen, wie er fällt. Aber will ich mir darum die Bikini-Figur versauen? Und ich klinge ich jetzt schon wie eine Salatzicke?

Stefanie im Mrs. Sporty Club Newsletter
© privat
Fit in den Frühling:   Vier Wochen da und schon weiß jeder, wer ich bin. Da hat man einen Ruf zu verlieren...  

Nach vier Musterwochen.
400 Gramm Fett sind 500 Gramm Muskeln
Die schlechte Nachricht ist: Bei meinem zweiten Body-Check nach vier Wochen Training bei "Mrs. Sporty" wiege ich hundert Gramm mehr. Aber meine Trainerin Stephanie lächelt und sagt: "Wir schauen ja, was im Körper drin ist..." Was bei mir drin ist, ist super. Ich habe nämlich 400 Gramm Fett (fast zwei Stück Butter) in 500 Gramm Muskeln verwandelt. Nun kann man immer noch nicht sagen, dass ich von Paparazzi auf einer Yacht im Bikini heimlich fotografiert werden möchte. Aber vielleicht möchte ich das bald. Der "InBody 230", die coole Körper-Analyse-Waage im Check-Up-Raum, sagt mir auch, was bis dahin noch passieren sollte. Weitere 500 Gramm Fett müssten schmelzen und sich schwupps zu 2,2 Kilo Muskeln verwandeln. Das klingt schaffbar, ich mache weiter. Jeweils 30 Minuten, montags, mittwochs, freitags... Ich habe mir das angewöhnt wie Zähneputzen. Und manchmal träume ich davon, dass auch in meinem Badezimmer morgens beim Waschen, Bürsten, Zähneputzen, Schminken einer sagt: "Bitte wechseln Sie zur nächsten Station!" Wann kriegt man im Leben schon mal so klare Ansagen...?

Der fünfte, sechste, siebte Tag im Studio.
Die Versuchung kommt mit der Tagespost

Marmorkuchen
© privat
Fit in den Frühling:   Nun komm schon, rief der Mamorkuchen. Vernasch mich, du warst doch schon beim Sport!  

Meine Rechnung ist ganz einfach: 30 Minuten Sport gleicht man gut wieder aus mit einem Schokoriegel, wenn man unter gar keinen Umständen ein Gramm abnehmen möchte. Möchte ich natürlich schon. Aber ich kann nicht ohne Schokolade. Und ich gehe ja jetzt schon so viele Trainingstage zum Sport. Ich dürfte eine Sahnetorte. Und wenn man so rechnet, habe ich mich heute richtig zurück gehalten. Es war nur dieses winzig kleine süße Stückchen Mamorkuchen. Nicht größer als ein Yes-Tortie. Aber mit genauso viel Zartbitter überzogen. Das gibt es neu von Dr. Oetker. Und die freundlichen Frauen aus dem Marketing des Bielefelder Kuchenbäckers haben mir ein ganzes Paket mit den einzeln verpackten Küchlein in die Redaktion geschickt, einfach so, weil die jetzt neu in den Supermarkt kommen. Die Versuchung landete also direkt auf meinem Schreibtisch. Also in meinem Job kann man gar nicht in Frieden fit werden, wirklich nicht...

Stefanie in Jogginghose
© privat
Fit in den Frühling:   Ja, dies ist meine Redaktions-Jogging-Hose. Erkennt man nicht mal mit Sneakern. Den Blazer ziehe ich zum Sport dann schon aus...  

Der vierte Tag im Studio.
Wer Jogginghosen anzieht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren,
sagt Karl Lagerfeld. Oder er hat wenig Zeit und macht trotzdem Sport, sage ich
Manche meiner Freundinnen gehen mit ihrer Jogginghose nur auf die Couch und sonst nirgendwo hin. Sie würden niemals in Jogger die Wohnungstür öffen. Es könnte vielleicht George Clooney davor stehen, ganz zufällig, um ein paar Kaffeekapseln abzugeben. No way, dann würde er die Schlabberbüx sehen, die Frau von ihrer ungebügelten Seite.
Ich bin da anders. Ich gehe seit neuestem mit meiner Jogginghose zur Arbeit. Und danach direkt zum Sport. Zeitersparnis: gut acht Minuten. Und das ist viel in meiner getakteten Woche. Und soll ich was verraten: Keiner merkt's, keiner wundert sich. Dieses Jahr ist das angesagt, die Jogginghosen sind super getarnt. Liebe Designer: Danke für die Frühlings-Fashion 2014! Ich liebe eure Jersey-Hosen, Onesies, Kuschel-Hooddies und Sweatie-Blazer. Jetzt mache ich ja Sport. Ich kann also gar nicht anders, ich muss kaufen: mehr Stretchhosen, Schmuse-Shirt, Vintage-Soft-Tops. "Alles zum Sport!", sagte ich und grinste, als mein Mann neulich etwas irritiert auf meinen Tütenberg schaute. Als ich an nächsten Abend zum ersten Mal ein Onesie trug, sagte er gar nichts mehr.

Der dritte Tag im Studio.
Kein Pardon!
Beglückwünsche mich selbst kurz zu einer Musterwoche. Alles nach Plan gelaufen. Ich bin zwei Mal direkt nach der Redaktion im Studio gewesen und habe meine drei Zirkelrunden gedreht. Und zwischen Bauchpresse und Stepper wurde mir klar, warum. Es gibt keine Ausreden. Die üblichen Entschuldigungen funktionieren für Mrs. Sporty eh schon schlecht. Und sie passen gar nicht mehr, wenn das Studio - so wie meins - nur fünf Minuten Fußweg von meiner Haustür entfernt liegt. Ich habe sie alle durchgespielt:

Keine Ausreden!
© privat
Fit in den Frühling:   In der Teeküche des Studios hängt dieser Zettel. Die sehen die Sache mit den Ausreden also auch so.  


1. Hab' es nicht pünktlich geschafft... Gilt nicht. Komm, wann du willst. Du kannst immer starten.
2. Wollte doch abends noch... Abgelehnt. Dann trainier doch morgens. Das Studio öffnet um acht, du arbeitest erst um neun.
3. War irgendwie so faul... Kannst du noch in den Spiegel schauen? Wir reden von 30 Minuten...
Macht etwa vier mal weniger Zeit, als man vor einer H&M Tür warten, wenn zum Beispiel Isabel Marant verkauft wird.
4. War alles so schrecklich umständlich... Vergiss es. Manchen Frauen kommen und gehen im Joggi und setzen zum trainieren bloß die Pudelmütze ab. Ein Ei kochen ist komplizierter.
5. Bin zufällig in Las Vegas und treffe mich mit Bradley Cooper...
Okay, die gilt.

 

Der zweite Tag im Studio:
Wie das Training genau funktioniert und was Steffi Graf damit zu tun hat...
Jede Menge gute Nachrichten heute. Ich bin hin gegangen. Ich hatte gute Laune nachher. Und vorher auch!

 

Ein achtbarer Anfangserfolg für meine unsportliche Psyche.

Vor der Kür die Pflicht, darum will ich einmal en detail erklären, wie das Training genau funktioniert. Acht verschiedene hydraulische Geräte stehen in einem Kreis. Und die Trainerin in der Mitte. Sie sieht alles. Jeden Buckel, jedes Zittern, jeden labberigen Bauchmuskel, wenn er eigentlich mitmachen müsste...Alle Geräte passen sich individuell der Kraft der Sportlerin an und trainieren mehrere Muskeln in einem "Arbeitsgang". Das ist der Clou der Zeitspar-Maschinen. Es gibt drei für die Beine, eins für den Bauch, drei für Schultern, Rücken und Arme. Und mein absoluter Liebling ist schon jetzt das für den Po (Schauen Sie doch mal im Bild auf die Nummer 7 und Sie werden die Sache genau so sehen). Meine Trainerin Stephanie kommentiert bei jeder Kniebeuge liebevoll "In die Knie, wie auf der Kundentoilette. Schön runter aber nicht hinsetzen." Ich würde ja lachen, wenn ich mich nicht so anstrengen müsste. Aber zurück in den Zirkel.

Das Zirkeltraining bei Mrs. Sporty
© privat
Fit in den Frühling:   Drei Durchläufe, drei Mal pro Woche: Heißt aber auch neun Mal auf die Nr. 7. Wir lieben uns noch nicht so wirklich...  

Auf jeden Gerät trainiert man 40 Sekunden und zieht weiter. Über Lautsprecher werden die Wechsel angesagt. Alle Frauen, die trainieren, wechseln gleichzeitig. Zwischen den acht Geräten warten die Zwischenstationen. Die Trainerin gibt Inspiration zu Schritten für den Stepper oder zeigt Beweglichkeits- oder Stärkungsübungen mit dem Stab oder dem Flexibar, die man auf diesen Stationen machen kann. Runde eins wärmt auf, Runde zwei läuft dann schon geschmeidiger und in Runde drei gibt man idealerweise noch mal richtig Gas. Mental funktioniert das super, denn das ist ja auch schon der Endspurt. Nach Runde drei geht's noch drei bis fünf Minuten zum Dehnen vor ein Poster. Meine Trainerin schaut, macht mit, korrigiert. Dann lobt sie mich noch mal und fertig. Man kann das machen wie Zähneputzen, einfach ohne nachzudenken, jeden Tag. Und ich weiß wirklich nicht, wann das letzte mal nach dem Zähneputzen jemand zu mir sagte: Steffi, das war echt prima!

Steffi Graf gründete Mrs. Sporty mit
© privat
Fit in den Frühling:   Weil ihr wichtig ist, dass Frauen Sport machen: Steffi Graf ist eine der Mitbegründerinnen von Mrs. Sporty  

Und was hat all das jetzt mit Steffi Graf zu tun?
Stefanie Graf ist nicht nur das Starlächeln auf den Werbeplakaten in den Studios. Als das Training am Institut für Prävention und Nachsorge in Köln entwickelt wurde, war die Tennislegende von Anfang an eingebunden. Und weil das Ergebnis sie rundum überzeugte, wurde sie Mitbegründerin von Mrs. Sporty. Hätten wir das auch geklärt. Nicht nur lieb lächeln für irgendwas, sondern auch mitmachen. Also ich mochte Steffi Graf schon immer. Nicht nur weil wir den gleichen Namen tragen...

Der erste Tag:
Mission: Mehr Muskeln
Liebe NSA, ihr findet es ja sowieso heraus. Hier ist alles, was man über meinen Körper wissen muss, ermittelt vom Körperzusammensetzungsanalyse-Computer "InBody230" an meinem ersten Trainingstag bei Mrs. Sporty. Bei diesem Gerät handelt es sich um eine Art Waage mit Handkontakten, die ich gleich nach der wirklich netten Begrüßung meiner Trainerin Stephanie mal betrete. 40 Sekunden spüre ich nichts und dann rappelt das Ergebnisblatt aus dem Drucker.

Fit in den Frühling:

Und es ist: Komplett mittelmäßig! Man freut sich ja selten drüber, Mainstream zu sein. In diesem Fall aber bedeutet das: ganz solide Startvorraussetzungen. Gewicht: 62,6 Kilo bei 1,73 Meter Körpergröße. Macht einen BMI von 20,9. Fein, denke ich. Und Stephanie lobt auch erstmal: "Prima Werte." Um nachzulegen: "Den BMI vergessen wir mal. Der ist gut, aber sportlich nicht relevant." Und dann geht sie in die weniger schönen Details. "Ich mäkele auf hohem Niveau, aber: Auf 25,7 Kilo Muskelmasse könnten wir natürlich mindestens noch zwei Kilo Muskelmasse drauflegen. Und damit zwei Kilo Fett verdrängen." Sehe ich auch so. Außerdem erkennt der "InBody230" meinen echten Figur-Schwachpunkt natürlich auch sofort. Gute Taille, dicke Kiste. Mein Taillen-Hüft-Verhältnis ist optimierungsfähig. Richtig! Das Problem habe ich, seit ich 16 bin.
Mit orangenem Edding schreibt Stephanie die Mission mehr Muskelmasse dick auf mein Analyse-Blatt und notiert auch gleich den Termin für mein nächsten Date mit dem "InBody230" in vier Wochen.

Auf in die Arena: Die erste Runde Zirkeltraining
Warum also Zeit verschwenden, wenn man nächste Woche schon schlanker sein kann? Wir packen es an.
Aus den Lautsprecher tönt irgendwas von Lady Gaga und alle 40 Sekunden sagt eine Stimme "Bitte wechseln Sie zur nächsten Station!" Frauen jeden Alters, von 16 bis 76, würde ich sagen, schnappen ihre Handtücher und ziehen eine Station weiter. In einem großen Kreis stehen acht hydraulische Geräte für schöne Schenkel, Pos, Beine und gegen Wellenbäuche und Mitwink-Oberarme. Das Tolle an den Maschinen: Sie trainieren unterschiedliche Muskeln in einem "Arbeitsgang" und passen den Widerstand automatisch an die Sportlerin an. Das spart lästiges Einrichten und Umstecken von Gewichten. Und es spart Zeit.
Nach jedem Gerät wartet ein kleinere Stepper, ein Jogging- oder ein Ballance Board. Auf diesen Zwischenstationen kann man - ganz nach Laune und Puste - joggen, walken oder Schritte aus dem Steppkurs machen. Die richtig Ambitionierten nehmen hier noch mal ein Flexibar dazu und greifen die tiefliegenden Muskeln an.
Zwei Trainerinnen stehen in der Mitte und schauen genau hin. Ich mache an den meisten Geräten für den Rücken in Runde eins eher einen Buckel als eine gute Figur. An manchen zittere ich sogar. Stephanie rückt die Wirbelsäule immer wieder gerade. Und ich bedauere, nie bei Ballett gewesen zu sein. Nach Runde drei zieht die Sache schon besser aus. Und dann ist die halbe Stunde auch vorbei. Fünf Minuten dehnen fertig. Das Training hat nicht weh getan. Ich fühl mich nicht platt wie 'ne Flunder. Aber auch noch nicht wie Elle MacPherson (die frustierenderweise satte sieben Jahre älter ist als ich). Es hat mir das gute Gefühl vermittelt, was zu tun. Vielleicht hat die Sache bei Elle auch so angefangen...

Der Tag vor dem ersten Tag:
Kann es sein, dass ich seit Tagen auf Vorrat Süßigkeiten esse?
Gerade eben ist es wieder passiert. Ich stehe an der Kasse im Supermarkt und halte ein "duplo white" in der Hand. So geht das schon die ganze Woche. Haribo, Schokonüsse, Muffins... nichts ist vor mir sicher. Als müsste ich all das mitnehmen, bevor morgen mein neues, sportliches Leben beginnt. Fällt mit dem ersten Tag Bewegung auch die mentale Schranke und man isst vernüftig, damit all die Bewegung nicht umsonst ist? Ich hoffe es sehr.

Morgen Vormittag um 11 Uhr ist mein Kennlern-Termin bei Mrs. Sporty. Dann werde ich auch gleich zum ersten Mal auf den Sport-Parkours geschickt.
In der vergangenen Woche rief mich meine Trainerin für ein Vorgespräch an und fragte mich nach meinen Zielen: "Bei einer dreckigen Wohnung würde man sagen. Da muss mal Grund rein. So fühle ich mich im Moment in meinem Körper. Gerade jetzt, wo es so kalt ist, und sogar die tägliche Radfahrt in die Redaktion ausfällt", habe ich ihr erzählt. "Ich muss also von Grund auf fitter werden. Und na klar, würde ich gern ein bis drei Kilo abnehmen. So wie fast alle Frauen, die ich kenne."

Klappen soll das bei Mrs. Sporty mit drei mal dreißig Minuten Training in der Woche. "Das reicht auch vollkommen", erzählte mir meine Trainerin und klang so optimistisch dabei, dass ich mich wirklich auf morgen freue!

Wiebke testet Kung Fu Papuya
© Manuel Pandalis, JALAG Syndication
Wiebke testet Kung Fu Papuya

Wiebkes Motivation:

Wiebke, 43, Text-Chefin: Tschüs, Zucker! Schon letztes Jahr verzichtete ich für drei Monate darauf, weil ich vor Weihnachten jedes Schoko-Praliné und jedes Stück Lebkuchen in mich reinstopfte, das sich nicht innerhalb von drei Sekunden in Luft auflöste. Jetzt möchte ich den Süßkram aufs Neue weglassen. Mit Abnehmen hat das wenig zu tun - eher damit, wieder bewusst Süßigkeiten zu essen. Und außerdem will ich Kung Fu Papuya trainieren. Es reizt mich, mal etwas ganz anderes zu probieren. Kein Yoga, kein Pilates, sondern eine Sportart, die sonst keiner macht. Wenn es so gar nicht passt - dann weiß man es zumindest hinterher…

Wiebkes Erfahrungs-Blog:

Das Fazit

„Sagen Sie mal, Frau Brauer, wie fühlt es sich an, es als einzige nicht gebracht zu haben?“

„Öhm.“

„Ist es Ihnen eigenlich überhaupt nicht peinlich, dass Sie es nicht ein einziges Mal auf die Kette bekommen haben, zum Kung Fu zu gehen?“

„Ähm.“

„Außerdem ist uns zu Ohren gekommen, dass Sie sich gestern abend einen Schokopudding reingeballert haben.“

„Naja.“

„Und was haben Sie zu der Schoko-Blätterteig-Rolle zu sagen, die Sie sich vorgestern mittag genehmigten?“

„Tja nu.“

„Können Sie morgens noch in den Spiegel sehen?“

„Mpf.“

„Und was sagt die Waage?“

„Hab keine.“

„Fühlen Sie sich eigentlich noch wohl in Ihrem Job? So zwischen lauter schlanken und disziplinierten Kolleginnen?“

„...“

„Sprechen Ihre Kolleginnen eigentlich noch mit Ihnen?“

„Manchmal.“

____________________

Tja. Nach dem Fazit ist vor dem Fazit. Oder so.

Wochen später

Achtung, Ablenkungsmanöver. Wenn ich jetzt eine total interessante Geschichte erzähle, fällt es vielleicht nicht auf, dass ich nicht beim Kung Fu war. Und es ist in der Tat etwas Interessantes passiert! Nicht am Mittwoch, besagtem Kung-Fu-Abend, aber immerhin einen Tag später oder zwei. Ich war nämlich das erste Mal in meinem Leben allein im Kino. Für manche Menschen mag das selbstverständlich sein, die fahren auch allein in den Urlaub, gehen allein essen (und wahrscheinlich auch regelmäßig zum Sport).

Für mich jedoch war es eine bahnbrechende Erfahrung. Wider Erwarten zeigte niemand mit dem Finger auf mich. Es wurde nicht getuschelt. (Glaube ich zumindest nicht.) Niemand bewarf mich im Kino mit Popcorn. Ich bekam auch keine Mitleids-Ermäßigung. All das hatte ich nämlich befürchtet. Statt dessen marschiert man rein, kuckt sich in aller Seelenruhe den Film an, (es war „Her“, kann ich weiter empfehlen), freut sich seiner Dinge - und hat hinterher leider einen hochroten Kopf und schwer erregtes Haupthaar, weil man seine Eindrücke nicht teilen kann. Ich bin fast geplatzt! Insofern: Interessante Erfahrung, aber das nächste Mal, wenn ich allein bin, kucke ich doch lieber einen Zombie-Film. Den muss man hinterher nicht lang durchkauen. Haha.

So. Schön vom Kung Fu abgelenkt. Was übrigens die Zucker-Angelegenheit angeht: Ich bin noch immer tapfer. Es sei denn, meine Mitbewohnerin bringt ein Marzipan-Ei mit, (wie gestern), oder es ist Ise-Markt (immer freitags) und ich muss eine „Sylter Welle“ verputzen. (Das ist eigentlich ein Franzbrötchen, „Sylter Welle“ klingt aber irgendwie stylischer). Naja, so ist das Leben. Irgendwas ist immer.

Woche 8 oder 9, ist auch irgendwie egal

Letzte Woche war ganz schlecht. Kosmisch, organisch, physisch – und auch sonst irgendwie so. Auf jeden Fall eine enorm ungünstige Woche, um mit irgendetwas zu beginnen. Einziges Highlight: Eine Ritter-Sport-Ganze-Nuss-Schoke, die meine Mitbewohnerin mitbrachte. Schmeckte irre gut.

Woche 7, naja, 8

Die zweite Stufe ist erreicht. Nicht nur, dass ich nicht mehr - oder sagen wir - noch nie beim Kung Fu war, ich schreibe auch nicht mehr darüber. Es ist einfach zu entwürdigend für mich, jede Woche zuzugeben, dass ich es nicht bringe. Aber ich habe gerade im „Spiegel“ einen Artikel gesehen, dass es der neue heiße Trend ist, wenn man nicht mehr funktioniert. (Also, ich las zumindest die Überschrift.) Ich bin also voll im Trend!

p.s. Nur zur Kenntnis einer gewissen Kollegin, die abends auch mal drei Stunden bügelt und meint, mich würde ein angenähter Knopf am Abend ermüden - ich habe letzte Woche dazu noch drei Waschmaschinen gewaschen, den Behang des Wäscheständers zusammengelegt, eine Geschirrspülmaschine durchlaufen lassen, diverse Klamottenhaufen sortiert und Rechnungen geschrieben. Was ich nicht tue - ich bügel nicht. Das machen nur super-supergeile Kolleginnen :)

Woche 6

Ja, schade. Gestern ist mir leider etwas dazwischen gekommen. Etwas, worüber Frauen nur heimlich sprechen. Etwas, was in dieser Zeit ein absolutes Tabu zu sein scheint. Eine Zeit, in der wir alles über Selbstbefriedigung und Botox wissen, auch morgens um 8 Uhr im Internet Pornos kucken können, wenn uns danach ist und wir uns nicht mehr darüber wundern, dass sich in einer Sendung wie „Germany's Next Topmodel“ 25 Mädchen darum kloppen, nichts zu werden, während in einer Sendung namens „Der Bachelor“ ein Mann versucht, 25 Mädchen so lange anzustarren, bis ihnen die Klamotten vom Leib fallen, aber dann ziehen sie sich doch freiwillig aus - in dieser Zeit ist ein Thema unaussprechlich.

Haushalt.

Gut, für Menschen, die bei einer Frauenzeitschrift arbeiten, ist Haushalt ein besonders hinterhältiges Thema, weil wir schließlich an nichts anderem arbeiten als an der Negation desselben. Bett beziehen und Geschirrspülmaschine ausräumen? Nicht existent in unserer Welt. Wir lenken höchstens davon ab, schenken für eine halbe Stunde Auszeit. Mit Modestrecken und Beautygeschichten. Mit Interviews und Reportagen. In denen es um echte Schicksale und nie um die 90-Grad-Wäsche geht, klar.

Fit in den Frühling:

Tja, und so saß ich da und nähte abends um halb zehn einen Knopf an die Bettwäsche. Ein Knopf, der nicht zu den anderen passte, weil sich das Original natürlich auf den Planeten verkrümelt hatte, auf dem auch alle Socken dieser Welt wohnen, die plötzlich und unerklärlich verschwunden sind. Ich fragte mich in diesem Moment, ob es eigentlich noch andere Menschen auf dieser Welt gibt, die Knöpfe an Bettwäsche nähen.

An meine Kung-Fu-Pläne habe ich keine Sekunde lang gedacht. Und wer war schuld? Der Knopf. Aber das kann man natürlich niemandem erzählen.

Woche 5

Heute abend wird es hart. Richtig hart.

Schuld ist eine Fernsehwerbung, die gestern unvermittelt in meinem Hirn einschlug, während ich nichtsahnend auf dem Sofa lümmelte. Eine Werbung für Mousse-au-Chocolat-Pralinengedingse. Es sah weder besonders appetitlich aus, wie alte Männer mit weißen Kochmützen grinsend braune Schlotze rührten und Frauen mit haselnussbraunen Augen haselnussbraune Pralinen zwischen die vollen Lippen schoben – noch mag ich besonders gerne abgepackte Mousse-au-Chocolat-Pralinengedingse. Trotzdem dachte ich, ich müsste sterben. ZUCKER! Ich brauchte Zucker, wollte Zucker, würde sterben ohne das raffinierte Kristall. Seit Januar hatte ich es mir verkniffen, wie bescheuert ist das denn!? (Abgesehen von den zwölf Toblerone-Bonbons, die ich mir bei einem Abendessen bei Freunden reinpfiff. Aber hey, ich wollte höflich sein.) Kurz dachte ich darüber nach, ob ich in die Speisekammer gehe und die Plastikflasche mit Agavendicksaft aussauge, verwarf den Gedanken aber wieder. Indiskutabel, entwürdigend, erbärmlich. Ich krallte mich in meine Sofakissen und atmete. Jetzt ganz stark bleiben.

Fit in den Frühling:

Ich blieb stark. Aber heute abend wird es hart, denn ich werde mich der Gefahr wieder aussetzen, ganz bewusst, ganz klar, ganz bei mir. Ich werde wieder auf dem Sofa liegen, innerlich gewappnet - und sie wird wieder laufen. Die Fernsehreklame für die Pralinendinger. Wahrscheinlich in jedem Werbeblock einmal. Doch ich werde es überstehen wie eine Frau.

Gut, man könnte auch einfach zum Kung Fu gehen. Aber das wäre viel zu einfach.

Woche 4

Seit gestern hat Sportfernsehen eine neue Dimension! Man kommt um halb acht nach Hause, wirft sich voller Elan in seiner Jogginghose, streift seinen Lieblings-Hoody mit den Kaffee- und Weinflecken auf dem Latz über und schmeißt sich nach einem kurzen Zwischenstopp in der Küche in einem galanten Schwersprung auf das Sofa. Ziellinie erreicht!

Woche 3

Ich war sehr sehr sehr müde. Ich musste sehr sehr sehr dringend „The Bachelor“ im Fernsehen kucken und konnte deswegen nicht gehen. Immerhin habe ich keine Schokolade gegessen, das reicht mir als Leistung. Vielleicht bin ich faul wie die Sünde, aber immerhin bin ich nicht so seltsam getaktet wie andere 25 Frauen, die in einer Fernseh-Sendung um einen Mann buhlen, der sein Geld mit einem „Lifestyle“-Getränk macht. Das finde ich irgendwie tröstlich. Einziges Problem: Nächste Woche läuft wieder „The Bachelor“. Ich habe so eine Ahnung, dass es wieder schwierig für mich und meine Kung-Fu-Ambitionen werden könnte…

Woche 2

Ich habe die erste Kung-Fu-Stunde geschwänzt. Aber dafür gab es eine leckere Tafel Schokolade mit Lübecker Marzipan. Natürlich eine ganze. Vielleicht hatte es etwas damit zu tun, dass ich heute beim Kung-Fu-Menschen anrief, um mich anzukündigen und er fragte: „Haben Sie denn schonmal Kampfsport gemacht?“ „Ne“, hatte ich kleinlaut erwidert. Plötzlich sah ich vor meinem inneren Auge dreißig junge Bruce Lees, die in der Bewegung erstarren, weil eine mittelfaltige und mittelabgekämpfte Frau in einer mittelalten Jogginghose die Halle betritt. Wollte ich das? Das wollte ich nicht. Ich wollte auf mein verdammtes Sofa und meine Ruhe haben. Neue Erfahrungen machen? Bloß nicht. Ich habe Jahre gebraucht, um meine Komfortzone zu gestalten. Decken- und Kissenanordnung. Teesorte. Jogging-Büx. Lieblings-T-Shirt. Ledersofa. Lichtgestaltung. Wie lange habe ich dafür gearbeitet! All die Plackerei! Mit einem Mal tat ich mir so leid, dass nur noch eine Tafel Schokolade trösten konnte. Und sie tat verdammt gut.

Unter uns? Ich habe noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen.

Woche 1

Probleme? Schweinehund? Sofa-Magnetismus? Ist mir alles fremd. Seit dem ersten Januar verzichte ich erfolgreich auf Zucker. Das sollte nicht das Problem sein, immerhin kommt mir die Schokolade nach der Weihnachtszeit eh aus den Ohren wieder raus. (Ich habe im Dezember mal wieder den lebenden Beweis dafür geliefert, dass man den Inhalt eines Advents-Kalenders auch prima an einem Tag aufessen kann.) Und morgen geht es zum Kung Fu. Sollte ein Klacks sein, schließlich gehe ich auch Freitags und Sonntags ins Fitness-Studio, ich bin halbwegs trainiert, da kann man doch Mittwochs nochmal kurz zum Kung Fu.

Sinas Motivation:

Sina, 33, freie Grafikerin: Also. Ich fahre bald nach Bali und möchte bis dahin gerne etwas abnehmen! Ich habe gelesen, dass Ballett unter den Hollywood-Stars voll im Trend ist... lange schlanke Muskeln, eine gute Haltung und straffe Waden. Meine Waden sind so dick, dass die in keine Stiefel passen! Zusätzlich möchte ich einmal die Woche joggen gehen! Dann tue ich etwas für die Kondition und mit Ballett was für die Haltung und das Körpergefühl. Außerdem liebe ich tanzen. Ich habe als Kind 8 Jahre lang Ballett gemacht und dann aufgehört, weil es mir zu peinlich und zu uncool war! Aber insgeheim träume ich immer noch davon, eine Ballerina zu werden, pfff :)

Sinas Erfahrungs-Blog:

Achtung, der neueste Eintrag steht oben!

WOCHE 8

FINALEEEEEE! Woche 8 ist geschafft und mein Blogeintrag hat ein Ende! Leider konnte ich diese Woche schon wieder nicht zum Ballettunterricht, da ich krank war... So ein Mist! Hätte wirklich gern die letzte Stunde als angehende Ballerina noch mitgemacht. Aber ob ich durch diese 8 Wochen nun fitter geworden bin?? Ich glaube nicht. Ein paar Wochen sind es noch bis zu meiner großen Reise. Ich studiere einfach nochmal alle Testergebnisse meiner fleißigen Kolleginnen und vielleicht ist da ja noch eine Blitzdiät für mich dabei!

Denn ich muss sagen: Nach 8 Wochen guter Ernährung und zweimal die Woche Sport hat sich bei mir NIIIIIX getan. Ich wiege weder ein Gramm weniger, noch hat sich mein Umfang an Bauch oder Beinen geändert. Ich hätte also weiter mit Chips auf dem Sofa liegen können.
Aber ich habe zumindest etwas gemacht, was mir viel Freude bereitet hat und ich könnte mir vorstellen in Zukunft öfter mal Ballett zu tanzen!

Ich möchte mich ganz ganz herzlich bei dem lieben Rolf Amendt von der o33-Tanzwerkstatt in Hamburg bedanken. Und vor allem auch bei meiner wunderbaren Ballettlehrerin Ofelia Renteros!!!
Rolf leitet die Tanzschule nun schon seit 17 Jahren und ist selber ausgebildeter Tanzpädagoge. Wichtig ist ihm dass der qualifizierte Unterricht von ausgebildeten Pädagogen/innen und Tänzer/innen gegeben wird und auf eine schonende Heranführung an die jeweilige Technik geachtet wird.
Die Tanzwerkstatt ist ein ganz kleiner Betrieb, aber mit total professioneller und familiärer Atmosphäre. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und auch Kinder (ab 3,5 Jahren) und Senioren finden hier die richtigen Kurse für sich!
Rolf freut sich bestimmt, wenn Ihr Interesse an seinem Tanzstudio habt:
www.o33-tanzwerkstatt.de

Ich gehe dann jetzt mal abnehmen, macht's gut!!

WOCHE 7

Diese Woche war ich nicht BEIM Ballett, sondern IM Ballett. Hach, war das toll. Die Schüler vom super duper Star-Ballettdirector John Neumeier führen einmal im Jahr ihre Abschlussprüfungen im Ernst Deutsch Theater in Hamburg auf. Jeder Schüler erarbeitet eine eigene Choreografie, sucht sich die richtige Musik dazu aus und überlegt, wer von seinen Mitschülern, sein Stück tanzen darf. Ca. 10 tolle Stücke kommen dabei raus...darauf freue ich mich jedes Jahr und ich kann es nur empfehlen! Ob man auch vom Zukucken schlanker wird??? Immerhin hab ich mein Joggingpensum erfüllt...jetzt fühle ich mich nicht ganz so schlecht!

WOCHE 6

Meine sechste Ballettstunde ist jetzt schon vorbei....Wahnsinn wie die Zeit rast. Also mache ich das ganze schon 6 Wochen. Vielleicht hätte ich mir doch ein Diät-Programm aussuchen sollen, um noch ein wenig vor meiner Reise abzunehmen. Aber ich hasse Diäten. All das was man sich in der Zeit verkneift, nimmt man danach doch doppelt und dreifach wieder zu sich. Oder? So wäre es auf jeden Fall bei mir... Deswegen probiere ich es mit Sport. Gesund ernähren tue ich mich eiiiigentlich auch. Aber vielleicht sollte ich einfach mal ein bischen weniger essen? Ich nehme gerne immer Nachschlag. Mein Freund kocht einfach zu gut! Umso besser, dass ich mich mit Ballett, Joggen und Fahrradfahren in Bewegung halte...sonst würde ich wahrscheinlich auseinandergehen wie eine Hefezopf.

Die Ballettstunde war gut. Ich war nur total unkonzentriert und habe ständig Fehler gemacht. Der Spiegel hat mich irgendwie abgelenkt. Viel interessanter war doch, dass mein T-Shirt immer so doof hochgerutscht ist, mein Bauch so eine schiefe Wölbung nach vorne gemacht hat und ich einen roten Pickel von weitem auf meiner Stirn entdecken konnte. Naja.
Die Übungen der Stunde sind immer die gleichen. Bein vor, zur Seite, nach Hinten, Plié. In unterschiedlichsten Varianten. Dann immer auf die Zehenspitzen, Arme hoch und haaaalten. Inzwischenzeit müssen wir nur oft schon die Ballettstange loslassen und alles aus unserem eigenen Gleichgewicht halten. Das ist deutlich anstrengender. Aber gut! Ich bin froh, dass es bei jeder Stunde eine kleine Steigerung gibt. Zum Ende der Stunde haben wir lustige Sprünge gemacht. Von einer Ecke des Raumes zur anderen. Immer auf einem Bein und das andere gestreckt nach hinten. So wie richtige Ballerinas!!! Nur dass wir eher aussahen wie ungelenke Storche und unsere Sprünge gerade mal 5cm hoch waren. Ich denke, wir sollten dies weiter trainieren!

WOCHE 5

Meiner Chipssucht von letzter Woche habe ich widerstanden...zum Glück. Ich ziehe das hier durch! Oh ja. Ich ziiiehe das hier durch. Auch wenn meine Motivation gerade im Keller ist. Aber ich fühle mich beobachtet...durch diesen Blog hier! Und das ist auch gut so. Ich muss ja Durchhaltevermögen zeigen!

So auch meine fünfte Ballettstunde. Ich konnte ja gerade mal zwei Tage wieder normal gehen und schon ging es weiter mit dem Wadentraining!
Das Training war toll. Jedes Mal wird es etwas anstrengender und es wird nicht mehr so viel erklärt. Alles bekommt einen flüssigeren Lauf und ich verstehe jetzt auch schon das Ballett-Genre: Plié, Demi-Plié, Rond de jambe, Jeté, Piqué... Wie süß sich das alles anhört! ....wenn da nicht zum Schluss der Stunde plötzlich wieder diese Waaaaden-Übung kommt. Den Namen dafür habe ich wohl verdrängt. Immer wieder auf die Zehenspitzen - hoch - runter - hochrunter - hochrunter - hochhochhochhoch - runterrunter immer schneller. Und das Ganze jetzt auch noch mit kleinen Sprüngen. Schön die Wadenmuskeln trainieren....So werde ich wohl nie in meine Stiefel passen! Zu meiner Erleichterung haben die anderen im Kurs aber auch zugegeben, dass sie extremsten Muskelkater vom letzten Mal hatten. Jetzt fühle ich mich nicht mehr so schlecht!
Joggen war ich auch wieder. Diesmal wieder meine normale Rundenanzahl. Meine große Reise nach Bali rückt näher....aber meine Pfunde wollen einfach nicht purzeln....im Gegenteil...mir passen zur Zeit nur meine weitesten Hosen. Verdammt!

WOCHE 4

Etwas verspätet schaffe ich es nun endlich über meine vierte Woche zu berichten. Und dafür gab es tatsächlich einen Grund: Ich konnte die Tastatur meines Laptops nicht bedienen. NICHT weil sie kaputt war, sondern weil ich Muskelkater auf meinen Handrücken hatte. Handrücken? Hallo? Wo gibt's das denn!?! Ja, diesmal hat es micht total erwischt. Ballett war toll und auch anstrengend. Wie immer natürlich - ihr wisst schon: Bein vor, zurück...... Aber diesmal auch mit ganz vielen kleinen Sprüngen zum Schluß. Nur so ganz ganz kleine. Hoch! Füße strecken und nochmal. Und dabei aussehen wie eine Feder. Das hatte zu Folge, dass ich 4(!) Tage lang nicht mehr richtig laufen konnte, da meine Waden sich anfühlten wie kleine harte Klumpen und ich immer aussah, als müsste ich unglaublich dringend auf Klo. Dazu dann noch meine versteiften Handbewegungen am Computer...und das Jammern nahm seinen Lauf. Die Hände taten so weh, da ich durchgehend die Arme beim Ballett unter Spannung hochgehalten hatte und versucht habe die perfekte Handhaltung zu haben. So lange habe ich scheinbar noch nie meine Hände angespannt. AUAAAAA!
Nun ist der Muskelkater endlich vorbei und ich war eben joggen. Habe es nur halb so lange durchgehalten wie sonst...meine Beine fühlten sich einfach zentner-schwer an. Außerdem wiege ich plötzlich 2 Kilo mehr. Und meine Hosen sind enger geworden. Ich könnte heulen. Keine gute Woche! Ich will Chips!!!!!

WOCHE 3

Heute darf ich zu den Fortgeschrittenen. Ob dort mein "Socken"-Outfit noch angemessen ist??
Eine andere "Socken"-Kandidatin gibt es noch. Ich bin erleichtert.
Und los gehts. "Bein vor, zur Seite, nach Hinten, Plié". Das kenne ich doch schon!!! Hm.
Aber dann wurde es anstrengend. Die Arme ständig unter Anspannung hochhalten, Rücken gerade, Bauch rein, Bein hoch, kleine Sprünge. Wir dürfen dabei nicht aussehen wie Holzhacker oder der Wackeldackel! Feste Haltung, Füße strecken! Auaaa...Krampf! Im Fuß. Und wieder ein Krampf. Anderer Fuß. Arme hoch, Drehung, Plié. Endlich Plié. Das kenne ich. Das ist gut!
Mein Highlight kam in den letzen 15 Minuten. Wir durften unser Bein auf die Stange legen und mussten uns strecken und dehnen. Toll, das habe ich als Kind geliebt!!! Nur irgendwie bekomme ich mein Bein nicht mehr so easy auf die Stange und eine gute Figur mache ich bei dem nachfolgenden Spagat wohl auch kaum. Aber egal, Das war toll und davon will ich mehr! Ich freue mich auf die nächste Stunde!!!

Und übrigens: Joggen war ich auch! Die ersten drei Wochen habe ich bisher also gut durchgezogen.
Die Milliarden Stücke Schokolade, die ich allerdings täglich gegessen habe, versuche ich mal zu verdrängen.

WOCHE 2

Ich war Joggen als die Welt erfor! Ich bin so stolz!
Bei Minus 10 Grad habe ich es geschafft mich durch die eisige Kälte zu schlagen.
Ich kann ja nicht direkt zum Anfang schon meine Vorsätze über den Haufen werfen. Einmal die Woche Joggen sollte ja wohl klappen. Mal sehen wie ich da nächste Woche drüber denke.

Und dann die zweite Ballettstunde. Sie ähnelte der Ersten. "Bein vor, zur Seite, nach Hinten, Plié".
Aber ich wurde schon selbstsicherer und musste nicht mehr jede Schrittfolge bei meinen Nachbarn abgucken.
Dann die Freude zum Ende der Stunde: ICH BIN AUFGESTIEGEN!!!! Ich darf in den nächsten Kurs!!! Den für Fortgeschrittene, juchu! Ich freu mich wie ein kleines Kind!!!!

Ballett-Outfit aus meiner Kindheit
© privat
Fit in den Frühling:

WOCHE 1

Ok. Meine erste Ballettstunde steht mir bevor. Ich bin aufgeregt.....ob ich das nach 20 Jahren überhaupt noch hinbekomme?
Da sind doch bestimmt nur so grazile Ballettmädchen, die das alles voll gut können und ich werde mich ohne Ende blamieren.
Naja. Viel wichtiger ist: WAS ZIEHE ICH AN? Ob mir mein rosafarbender Anzug von damals noch passt?!? Und meine abgelatschten Kinderschuhe? Äh...müssen wohl erstmal meine Socken herhalten.

Ballett-Studio
© privat
Fit in den Frühling:

Und los gehts. Ich habe mir die "o33 Tanzwerkstatt" bei mir in der Nachbarschaft ausgesucht. Dann ist mein Schweinehund nicht so groß und ich muss keinen weiten Weg zum Training überwinden. Mein erster Eindruck gefällt mir! Alle sind sehr nett und ich kann durch die Tür schon die Ballettstangen sehen! Toll!!!!

In der Umkleidekabine dann die Erleichterung: Alle sehen aus wie ich, und haben Socken an!
Dann kommt auch schon die hübsche kleine Ballettlehrerin rein und wir fangen direkt mit Dehnübungen zum Aufwärmen an.
Da ich in einem Anfängerkurs bin, werden immer wieder kleine Schrittfolgen erklärt und danach zu kurzen Musikstücken von uns wiederholt.
Bein vor, zur Seite, nach Hinten, Plié. Bein vor, zur Seite, nach Hinten, Plié. Bein vor, zur Seite, nach Hinten, Plié. Uuuund alles von vorn!

So richtig anstrengend finde ich das irgendwie nicht, aber vielleicht kommt der Muskeltkater ja doch noch am nächsten Tag?
Nach sehr vielen "Bein vor, zur Seite, nach Hinten, Plié." und "Plié, Bein zur Seite und nach Vorn" sind die 75 Minuten dann auch schon vorbei.

Mein Resultat nach der ersten Stunde: Es war schön mal wieder "Ballettluft" zu schnuppern. Ich fühlte mich in meine Kindheit zurückversetzt und stand auch am Abend beim Zähneputzen noch ganz gerade da! Aaaber es könnte etwas anstrengender sein. Ich warte mal die nächste Stunde ab.

Rüyam testet das Work It Training
© Manuel Pandalis, JALAG Syndication
Rüyam testet das Work It Training

Rüyams Motivation:

Rüyam, 39, Ressortleiterin Beauty: Mein Rücken ist meine Motivation. Ich brauche starke Bauchmuskeln, damit ich endlich meine Bandscheiben-Probleme loswerde. Darum schlage ich jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe und trainiere für einen starken Rücken und einen straffen Body. Bisher konnte ich nie meine Faulheit überwinden. Darum trainiere ich jetzt mit einem Personal Trainer und hoffe, dass mir die persönliche Ansprache und die mentale Unterstützung helfen werden, mein Vorhaben durchzuziehen.

Rüyams Erfahrungs-Blog:

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3.-4. Woche

Langsam gewöhne ich mich an mein neues Essprogramm und freue mich sogar schon auf das Frühstücken. Hätte ich nicht gedacht. Und trotz großzügiger Portion habe ich das Gefühl, mein Bauch wäre ein bisschen flacher. Das „Bracen“ (Bauch und Po anspannen) fühlt sich schon ganz normal an. Laut Arlow stelle ich mich ganz gut an. Jetzt darf ich die Kniebeuge und das Kreuzheben mit Gewichten machen. Insgesamt trainiere ich mit je zehn Kilo acht Wiederholungen à zwei Sätze. Mit Gewichten habe ich noch nie Sport gemacht, dementsprechend habe ich Respekt. Da ich sonst schnell Rückenschmerzen bekomme, wenn ich schwer hebe, ist mir schon bisschen mulmig. Aber Arlow sagt, wenn man richtig „bracet“, ist das kein Problem. Und genau so ist es auch. Und es gibt wieder eine Runde auf dem Power-Plate. Drei Übungen (für Arme, Beine und Po) dauern zwar nur 45 oder 60 Sekunden, aber ich bin fix und fertig und kann den Muskelkater jetzt schon spüren. AUA!

2.-3. Woche

Viel konnte ich nicht bloggen, aber beim Sport war ich trotzdem ganz fleißig! Die Ernährungsumstellung gefällt meinem Magen so gar nicht. Nicht nur, dass es wirklich nicht einfach ist, nur alle fünf Stunden was zu essen. Ab Mittags sehe ich aus, als wäre ich im fünften Monat schwanger. Schlimmster Blähbauch ever, ever, ever! Und: ich muss mich wirklich konzentrieren, zwischen den Essenspausen nicht was Kleines wie einen Bonbon oder ein bisschen Schoki zu naschen. Irgendwie macht man das im Stress so ganz automatisch. Das wird mir so richtig bewusst gerade. Dafür wird reichhaltig gefrühstückt, damit ich die fünf Stunden gut überstehe, ohne zu hungern. Am Mittag gibt es dann auch gut zu essen. So gut, dass meine Kollegen sich schon ein bisschen wundern. Denn während es bei ihnen kleine und kalorienarme Portionen gibt, darf ich reinhauen. Natürlich nicht Pommes und Co., aber Fleisch, Gemüse und Pasta oder Kartoffeln sind kein Problem. Das gefällt mir. Meinem Magen nicht. Ich bin es eher gewöhnt, kleine Portionen zu essen, aber dafür zwischendurch immer wieder. Mit einem Blähbauch ist das Training echt eine Herausforderung! Nichts wäre peinlicher als beim Training pupsen zu müssen. Also „Brace“ ich umso mehr. Wir üben die richtige Haltung für das Kreuzheben (später mit Gewichten), Kniebeuge und Liegestütze. Ich würde sagen, dass war ein extrem effektives Training. Meine Mini-Intervall-Übung für zu Hause, um den Puls schön anzutreiben, mache ich auch ganz brav. Das soll die Fettverbrennung ankurbeln. Je viermal à 30 Sekunden den Hampelmann (aber echt schnell).

Fit in den Frühling:

2. Tag (31.1. 2014)

Peinlich, aber wahr - selbst von dem bisschen Pozusammenkneifen habe ich Muskelkater. Trotzdem mache ich am nächsten Tag im Büro immer wieder die Übung. Dafür nehme ich mir Constantin als Vorbild, den dreijährigen Sohn von Arlow: Wenn bei ihm Fieber gemessen werden muss, spannt er den Hintern fest an – und dann geht nix mehr. Also presse ich genau so entschlossen die Pobacken zusammen und versuche, ein entspanntes Gesicht dabei zu machen. Abends zeigt mir Arlow die wichtige Brace-Position (siehe Bild), die für eine gefestigte Mitte sorgt und wichtig ist, um alle folgenden Übungen richtig auszuführen. Es sind zwar nur vier Schritte, aber ich muss mich ganz schön konzentrieren. Danach geht es auf eine längliche Matte, die so glatt ist, dass ich erstmal gestützt werden muss. Auf dieser soll ich mit einem breiten Schritt von links nach rechts gleiten. Erst bin ich ziemlich haltlos, aber dann fängt es schnell an, Spaß zu machen. Fast ein bisschen wie Schlittschuhlaufen.

Fit in den Frühling:

Und zum Schluss erklärt mir Arlow noch einiges zur Ernährung: Am Besten keinen Alkohol (oder nur einmal die Woche), der hemmt die Fettverbrennung für einen ganzen Tag. Dreimal täglich Essen mit mindestens 5 Stunden Pause dazwischen. In der Zeit darf nur Wasser und Kaffee ohne Milch getrunken werden. Auch Tee ist nicht erlaubt. Dabei liebe ich Tee. (siehe Bild). Das wird nicht einfach! Die drei Mahlzeiten sollten mich unbedingt satt machen, damit ich die fünf Stunden gut durchhalte und genug Energie habe. Mein Trainer sagt, ich soll mittags am Besten typisch deutsch essen: Kartoffeln, Gemüse und ein Stück Fleisch oder Fisch. Normalerweise besteht mein Frühstück aus zwei Tassen Kaffee mit Milch. Bin gespannt, wie mein Magen das findet, wenn es jetzt Roggenbrot oder Müsli gibt. Das Ernährungsprogramm wird eine echte Herausforderung, denn bei uns in der Redaktion gibt es einen großen Konferenztisch, auf dem immer wieder die leckersten Geburtstagskuchen und Schokolade und Co. landen. Und dummerweise steht der Tisch genau vor meiner Bürotür.

Fit in den Frühling:

1. Tag (28.1.2014)

Ich leide seit Jahren an einer Sport-Allergie. Andere bekommen nach dem Sport Glücksgefühle. Ich bekomme Muskelkater. Aber da ich Probleme mit meiner Bandscheibe habe, probierte ich immer wieder, wenn der Rückenschmerz akut war, verschiedene Sportarten. Aqua-Gym, Pilates und Yoga. Hat alles geholfen. Aber dauerhaft dran geblieben bin ich bis heute nicht. Sobald der Rückenschmerz wieder weg war, verlor ich schnell die Lust. Meine geringe Freizeit kam mir dann als Ausrede sehr Recht. Jetzt sollen die wiederkehrenden Schmerzen endlich auf ewig verschwinden – und fitter will ich auch werden. Ein gesunder Körper braucht nun mal Sport. Das habe ich kapiert. Ich möchte meinem Körper endlich die Stärke geben, um Belastungen besser standhalten zu können. Und wenn ich dabei noch zwei-drei Kilos verliere, umso besser! Schließlich kommt die nächste Strandsaison bestimmt.

Das Studio ist ganz nach meinem Geschmack – schlicht, aber keineswegs kühl. Ganz im Gegenteil, irgendwie strahlt das Studio Gemütlichkeit aus. Ein klarer Empfangsbereich mit einem sehr ansprechenden Tresen. Hier gibt es keine zuckersüßen, neonfarbigen Eso-Drinks, sondern nur zwei Sorten Wasser: mit Sprudel und ohne. Besonders schön und praktisch (weil unkaputtbar) ist die Mini-Glasflasche, die man dann mit zu den jeweiligen Stationen nehmen kann. Links vom Tresen stehen ein Ruder-Gerät und zwei Fahrräder. Das war’s. Als Wanddekoration hängt eine Tafel mit den Zeiten der Schnellsten im Rudern. Bei den Herren führt mein Trainer Arlow. Da ich schon etwas länger keinen Sport gemacht habe, ist mir bisschen mulmig. Schließlich ist mein Personaltrainer auf Platz 1 auf der Ruderliste! Aber als ich Arlow sehe, bin ich erleichtert. Mein Trainer gehört Gott sei Dank nicht zu den stark gebräunten und aufgepumpten Muscle-Shirt-Trägern. Klar, er ist durchtrainiert, viel auffälliger finde ich aber seine tolle Körperhaltung. Puh! Erste Angsthürde ist überstanden.

Jetzt wird es ernst. Arlow erklärt mir, dass er erstmal eine Körperanalyse machen wird, um mir dann einen Trainingsplan zu erstellen. Dabei beäugt er mich genau und macht sich Notizen. Erst kommen harmlose Fragen wie nach der Körpergröße (1,68 Meter) und dem Gewicht. Beim Gewicht muss ich schätzen, da ich aus guten Gründen länger nicht mehr auf der Waage war. Das letzte Mal waren es 63 Kilo. Doch bevor es genauer wird, will Arlow wissen, was ich mir denn wünsche. Und ich soll mir vorstellen, dass der Wunsch mit einem Fingerschnipsen in Erfüllung geht. Ganz spontan und klar sage ich nur: „Beyoncé.“ Kaum ist es raus, denke ich, dass mein Trainer belustigt mit den Augen rollen wird. Aber nix da. Arlow bleibt ernst und notiert. Beyoncé habe ich gewählt, weil sie kurvig ist, aber dabei schön durchtrainiert. Wahrscheinlich kann sie Nüsse mit ihrem Hintern knacken. Ich könnte Nüsse nur knacken, wenn ich mich draufsetze. Im zweiten Schritt werden Beweglichkeit und eventuelle Körperfehlstellungen unter die Lupe genommen. Dafür muss ich paar Übungen machen. Easy! Gefällt mir. Gerade ist die Anspannung halbwegs verflogen, da sagt Arlow, dass er jetzt mit dem Fettmessgerät (Fettzange) einige Messungen vornehmen will. Was bitte?? Ein Fettmessgerät? Igitt! Das Gerät ist klein, aber mies. Los geht es mit den Armen. Dafür muss ich den Arm seitlich ausstrecken, Arlow klemmt das überschüssige Fett mit der Zange ein und notiert wieder. Es wird aber noch besser: Als zweites ist der Bauch dran. Dafür muss ich mich bücken, so dass der Bauch schön rausguckt. Und bei mir guckt da ganz schön was raus. Arlow geht auf die Knie und klemmt mein gutes Bauchspeck mit der Zange ein. Ich fühle mich ganz und gar nicht wie Beyoncé, eher wie Meat Loaf!

Fit in den Frühling:

Nach der einstündigen und sehr ausführlichen Begutachtung (selbst eine etwas schmerzhafte Vene wird gecheckt!) kommt Arlows Analyse: Ich habe Fehlstellungen im Hüftbereich (daher auch das Bandscheibenleiden). Mein Po ist leider in den vorzeitigen Ruhestand gegangen. Dafür müssen meine Beine doppelt so viel arbeiten, um das auszugleichen. Nicht gut! Die Gelenke sind nicht in einer Linie, dadurch hat der Körper wenig Stabilität. Ziel für mich in den sechs Wochen: Die Gelenke wieder in eine Linie bringen und für Stabilisation sorgen. Die Statik des Körpers verändern, damit mir Bewegungen wieder leicht fallen. Also kurz um: Korrektur der Haltung und Fehlstellung. Arlow erkärt mir, dass ich erst beurteilen kann, ob ich Lust auf Sport habe, wenn das alles passiert ist. Die Bewegungen sollen mir dann nämlich nicht mehr so schwer fallen. Arlows Trainings-Motto ist: Anleitung zur Selbsthilfe! Die Kunden sollen soweit fit gemacht werden, (er nennt es auswildern), dass sie auch alleine weiter trainieren können und nicht ständig auf seine Motivation angewiesen sind. Zum Schluss bekomme ich noch die Liste mit den Ernährungsregeln. Diese sollen in den nächsten Wochen peu à peu umgesetzt werden. (Siehe Bild). Und eine Mini-Hausaufgabe: Immer wieder feste den Po zusammen kneifen. Ich hoffe, ich sehe nicht zu dämlich aus, wenn ich das in der Redaktion nebenbei mache. Ganz schön viel Input für einen Sportmuffel wie mich. Das muss erstmal sacken. Aber durch Arlows einleuchtende und simple Erklärungen habe ich Lust bekommen.

Nina testet Aspria Pro
© Manuel Pandalis, JALAG Syndication
Nina testet Aspria Pro

Ninas Motivation:

Nina, 41, Chefredakteurin: Um es in einem Satz zu sagen: ich bin diätmüde! Seit ich 14 bin kämpfe ich gegen die Kilos. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Weight-Watchers, Metabolic Balance, Stoffwechsel-Programme - ich hab' alles schon mal gemacht. Meist habe ich auch in kurzer Zeit viel abgenommen, nur, um mich dann hinterher für mein sensationelles Durchhaltevermögen mit Essen zu belohnen. Frei nach dem Motto: "Jetzt kann ich ja wieder!" Und da war er dann, der Jojo-Effekt. Dabei ist mein Wunsch gar nicht so groß: 5 bis 6 Kilo verlieren und das dann auch endlich mal dauerhaft halten. Deshalb will ich es jetzt mal statt mit Hungern mit Sport probieren. Es muss doch verdammt noch mal zu schaffen sein! Das Aspria-Pro-Programm, das auf Basis des biologischen Alters einen Fitness-Plan entwirft, reizt mich, weil ich damit hoffentlich nicht nur abnehme, sondern meinem Körper und meiner Gesundheit langfristig etwas Gutes tue. Ich bin schon sehr gespannt, wie alt mein Körper wirklich ist...

Ninas Erfahrungs-Blog:

Schon wieder krank:

Neu durchstarten, wieder fleißig sein - so war der Plan. Hat super geklappt. Montag spüre ich ein leichtes Halskratzen, Dienstag fange ich an zu husten. Herzlichen Glückwunsch! Bitte begrüßen die alljährliche Bronchitis der Nina M.. Es ist jedes Jahr dasselbe: andere Leute haben Kreislauf, oder Rücken - ich hab' dann mal Husten. Sport fällt aus. Und zwar für die ganze Woche. Ich trinke Hustensaft wie andere Leute Tee und versuche, die Sache irgendwie noch in den Griff zu bekommen. Es will mir nicht gelingen. Gearbeitet wird natürlich trotzdem, was auch nicht wirklich Heilungs fördernd wirkt. Schön, dass ich Montag auch noch für 3 Tage nach Paris auf die Fashionweek fliegen muss, da wird das Sportprogramm in Woche sieben ja auch eher mau ausfallen. Ich bin maulig. So sollte das alles nicht laufen…

Morgen dann aber wirklich…:

Nun ist es soweit. Der erste Einbruch ist da. Die fünfte Woche läuft gar nicht gut. Ich habe Montag zwar frei, aber so was von keine Lust auf Training und gehe stattdessen lieber Shoppen und Kaffee trinken. Und mal so unter uns Mädels: ich finde, shoppen ist durchaus auch eine Form von Sport. Hat schon mal jemand erhoben, wie viel Kalorien man durchschnittlich beim Probieren von zehn verschiedenen Jeansmodellen verbrennt? Ich wette, es sind so einige. Ich bin hinterher jedenfalls immer schweißgebadet, erschöpft und muss mich erst mal stärken. Jetzt noch zum Sport? Nee, lass mal... Immerhin bewege ich mich und meinen Hintern gegen Abend noch mal Richtung Alster und gehe anderthalb Stunden zügig spazieren. Das ist ja schließlich auch schon mal was. Neun Extrapunkte für Bewegung, die ich gern in Schokolade umsetze.

Der Rest der Woche verläuft nach einem ganz altbekannten System. Morgens beim Frühstück denke ich noch: "…und heut Abend endlich mal wieder zum Sport!" Nach sieben Meetings, Layoutabnahmen, Konzept-Besprechungen, Mitarbeiter-Gesprächen hänge ich aber dermaßen in den Seilen, dass ich gegen 19 Uhr beschließe, dass ich heute nun wirklich auf die Couch muss. Keine Kraft mehr für Krafttraining. Außerdem fühle ich mich nicht. Ich bin angeschlagen, schlapp und habe das tolle Körpergefühl und den Bewegungsdrang irgendwo verloren. Ich weiß nicht wo. Tröste mich aber selber damit, dass ich ja schließlich die letzten vier Wochen auch echt fleißig war und so toll abgenommen hab'. Da darf man sich schon mal hängen lassen. Leider Endet die Woche dann auch so. Mist, ich wollte doch diesmal endlich durchhalten, fleißig sein. Endlich final die Kurve kriegen. Aber hey, ich gebe nicht auf. Nächste Woche starte ich mit neuer Energie voll durch!

Das erste Zwischenfazit nach vier Wochen:

Ich bin selig! Drei Kilo sind weg und Sport fängt langsam an, mir richtig Spaß zu machen. Wer hätte das gedacht? Ich wohl am allerwenigsten. Aber ich trickse mich auch ein bisschen selber aus: die Aussicht auf Sauna, Dampfbad und entspannt irgendwo auf der Liege abhängen reizt mich so sehr, dass ich das Workout davor quasi billigend in Kauf nehme. Und ich muss auch zugeben, dass es mir nicht wirklich schwer fällt. Das Krafttraining strengt mich nicht wirklich an und das Joggen auf dem Laufband ist zwar fordernd, aber auch nicht so, dass ich hechelnd zusammen breche. Und eines ist überhaupt nicht zu toppen: das Gefühl, nach dem Sport inklusive Saunaprogramm auf der Couch angekommen zu sein und so richtig was für sich getan zu haben. Warum hab' ich das in der Vergangenheit nicht öfter hinbekommen? Auch die 3 Kilo sind dank Punkte zählen in Kombi mit dem Aspria-Programm eher stressfrei verschwunden. Gehungert habe ich gar nicht und trotzdem sitzen die Hosen ein bisschen lockerer. Ich find's großartig und hoffe nur, dass ich am Ball bleibe. Ich fange an mir auszumalen, was das hochgerechnet auf die 12 Wochen unserers Fit-Projektes heißt: 9 Kilo???

Fit in den Frühling:

Die vierte Woche Mittwoch:

Ein Glück, zumindest heute hatte ich den Schweinehund im Griff. Hab' mich nach der Arbeit extrem beeilt, ab in die Sportklamotten und los ging's. Quick and dirty: 30 Minuten Kraft, 30 Minuten Crosstrainer, was ich im übrigen sehr öde finde. Da hab' ich auf dem Laufband mehr Spaß. Mir schlafen auf dem Crosstrainer irgendwann auch immer die Zehen ein. Schnell schwitzig nach Hause, schön in die Wanne und dann Naturjoghurt mit frischer Papaya und Finn Crisp drüber gebröselt. Der ganze Spaß für 7 Punkte. Ich fühle mich gut und schlafe sehr zufrieden ein. Als ich dann Donnerstagmorgen auf der Waage noch feststelle, dass ich in den letzten dreieinhalb Wochen jetzt 2 Kilo verloren habe, freue ich mich. So kann es weiter gehen. Wer interessiert sich schon für mein biologisches Alter?!

Die vierte Woche Dienstag:

Hmmmm....heute Badewanne statt Bodysyling. Kam erst um sieben aus dem Büro, musste noch einkaufen. Keine Lust mehr. Oje, war es das schon mit der Wunderheilung?! Hab ein furchtbar schlechtes Gewissen. Morgen geh ich dann aber! Trotz Bachelor. Den kann ich schließlich auch auf dem Crosstrainer gucken...

Die vierte Woche, Montag:

Heut lieber Crouch statt Crosstrainer! Muss ja auch mal sein.

Fit in den Frühling:

Die dritte Woche, Freitag: Wunderheilung?

"...und nachher noch schön zum Sport". War ich das gerade? Kam das aus meinem Mund? Entsprechend verwirrt guckt mich Rüyam, die hier ebenfalls einen wunderbaren Blog schreibt, und mit der ich heute Mittagessen war (lecker Königsberger Klopse mit Kartoffelbrei, was ganz diätisches) an: "What?" Wir stehen mitten auf der Straße im Nieselregen und ich bekräftige sogar noch mal: "Ja! Und hinterher schön in die Sauna!" Rüyam wundert sich. Ich mich auch. Keine Ahnung, ob ich jemals zuvor die Worte "schön" und "Sport" in einem Satz benutzt habe. Aber irgendwie macht mir das Training im Aspria mehr Spaß als sonst. Die Location ist toll, die Leute nett (ganz normal halt, wenig Pumper) und ich liiiiiebe den Wellness-Bereich. Obwohl ich den Laden eigentlich boykottieren sollte, nachdem das Testergebnis mir eröffnet, dass mein biologisches Alter angeblich 45 ist!!! Aber die ganze Sache ist für mich eh etwas undurchschaubar, der Test ist nämlich auch der Meinung, ich sei eigentlich 42 (was nicht stimmt, bis dahin sind es noch 11 Monate) und ausserdem meint, ich sei männlich. Jedenfalls lese ich das so. Vielleicht verstehe ich ihn auch nur nicht richtig. Denn plötzlich stimmt auch nix mehr von dem, was mir Susanne während des Tests sagte. Von wegen super Cholesterinspiegel und ganz viele Antioxidantien im Körper. Ich kapiere das alles nicht. Finde es aber auch irgendwie nicht wirklich wichtig und lege den Test zu Akten. Ich bringe es heute auf 40 Minuten Krafttraining, 40 Minuten Joggen auf dem Laufband mit anschließenden 30 Minuten Walken. Soviel Sport am Stück habe ich glaube ich noch nie gemacht. Aber es fühlt sich gut an, macht Spaß, ich fühle mich wohl in meinem Körper. Und ich lerne, dass Joggen zu Musik für mich viel viel besser funktioniert als zu GZSZ. Ich habe richtig Lust mich auszupowern (man ist fast geneigt von Wunderheilung zu sprechen, aber erst mal abwarten, ob ich die nächsten Wochen weiter durchhalte...). Hinterher gönne ich mir das volle Relax-Programm. Sauna, plantschen im Außenpool und am Ende ganz gemütlich auf der Liege am Kamin abhängen (man beachte meinen Fuß auf dem Foto oben). Eine deutlich befriedigendere Freitagabendbeschäftigung als das normale auf der Couch abhängen und Fernsehen gucken ist das auf jeden Fall. Schon weil man ja einfach auch ein bisschen stolz ist auf sich. Dabei war ich kurz davor alles hinzuschmeißen, das muss ich zugeben. Ich hatte doch berichtet, dass ich durch das Weight Watchers Punkte zählen relativ schnell anderthalb Kilo abgenommen hatte. Als ich Anfang der Woche auf der Waage stand, musste ich dann aber leider feststellen, dass ein Kilo davon wieder drauf war. Herzlichen Dank auch! Und das trotz Sport und wirklich ganz ganz bravem Punkte zählen. Ja, ich kenne die Theorien von wegen "Muskeln sind nun mal schwerer als Fett, das ist am Anfang so, wenn man wieder mehr Sport macht". Frustrieren tut es mich trotzdem. Und ganz ehrlich: wäre diese PETRA-Challenge nicht, und würde ich hier nicht bloggen, hätte ich vielleicht schon hingeschmissen und mir gesagt: "Wenn Sport und gesundes Essen dazu führen, dass ich zunehme, dann kann ich auch Nutella-Brote essen, das hat denselben Effekt." Habe ich aber nicht gemacht. Ich hab' weiter Punkte gezählt und bin brav wieder trainieren gegangen. Die Waage zeigte heute wieder die besagten anderthalb Kilo weniger. Das ist schon mal fein. Trotzdem warte ich auf das "Purzeln". Gibt's das überhaupt? Purzeln…allein das Wort schon... Ist bei einem von Euch jemals so richtig was "gepurzelt"? Für mich war das Verlieren von Gewicht immer ein langer harter Weg. Kein flockiges Purzeln. Aber gut, lassen wir das. Wenn ich jetzt schon mal ein bisschen zurück blicke, dann muss ich wirklich sagen, dass mir der "Eben-mal-schnell-noch"-Effekt wirklich total hilft. Dieses kurz mal über die Straße in den Fitness-Club. Nun komme ich diese Woche zumindest schon auf zweimal Sport. Mal sehen, ob ich mich Sonntag noch mal motivieren kann…

Die dritte Woche, Dienstag: der Schweinehund kann mich mal!

Ha! Es hat funktioniert. Der "Eben-noch-mal-schnell"-Effekt hat gegriffen. Statt nach der Arbeit gemütlich GZSZ auf der Couch zu gucken, stand ich auf dem Laufband (und hab' GZSZ geguckt, das lenkt ja so schön ab). Also natürlich stand ich nicht. Ich lief. 35 Minuten. Dann noch 15 Minuten walken. Eigentlich wollte ich heute nur Cardio machen, aber wo ich doch nun schon mal da war, hab' ich einfach noch ein paar von meinen Kraftübungen hinterher geschoben. Zack rein in den Mantel, ab nach Hause, ab in die Wanne. Nur blöd, dass es dann eben doch schon halb zehn war und mir der Magen wiederum auf halb acht hing. Und man soll doch nicht so spät essen... Wieder taucht die Frage auf: wie machen das all diese sportlichen Menschen nur? Essen die nicht? Ich versuche mein Abendessen wenigstens klein zu halten. Eine Tomatensuppe für 5 Weight Watchers Punkte und eine Scheibe Vollkornbrot. Diesen Verzicht auf Kohlehydrate am Abend bekomme ich in 9 von 10 Fällen nicht hin. Ich weiß nicht, wie man das macht. Ich hab' abends einfach Hunger. Nur die Tomatensuppe reicht da nicht. Aber gut, ich habe ja schließlich auch Sport gemacht. Und wie ich hier so gemütlich auf meiner Couch sitze, frisch gebadet und satt, muss ich schon zugeben, dass ein Gefühl nicht zu toppen ist: nämlich das, den Schweinehund heute endlich mal überwunden und etwas für mich getan zu haben (außer in der Redaktion sitzen).

Das zweite Mal zum Training und die Sache mit den Haaren

Hamburg, Samstag, 4 Grad und Regen. Die Frisur sitzt. Zumindest war das heute Morgen noch so. Hat sich eigentlich schon jemals jemand öffentlich über das Drama mit den Haaren und dem Sport ausgelassen? Gut. Dann werde ich das jetzt mal tun. Jetzt mal so unter uns: das ist doch ein Scheiss mit den Haaren (und dem Sport!). Heute Morgen war "mit Haare". Sie kennen das: waschen, Conditioner, antrocknen, föhnen, Glätteisen, Spray. Meine sind aktuell zwar nicht mehr ganz so lang, wie noch im Sommer, aber immerhin lang genug, um mich morgens genügend Zeit zu kosten. Frisch geföhnt gab's dann Cappuccino mit dem Liebsten im Lieblingskaffee, der mir bei der Gelegenheit eröffnete, dass er heute noch arbeiten muss - so ist das halt, wenn man einen Selbständigen an seiner Seite hat. Super, dachte ich mir, nutze ich die Gelegenheit und gehe zum Sport (zum Glück bin ich endlich wieder fit!). 40 Minuten Krafttraining, 40 Minuten auf dem Laufband. Ich finde mich toll. Meine Frisur jetzt allerdings nicht mehr so (lustiges Nest auf knallrotem Kopf). Wie kriegt man das hin, dass man Sport und Haare so timed, dass man dann trainiert, wenn die Haare eh dran sind? Wie machen das all die Frauen, die 5 Mal die Woche zum Sport gehen? Die sind ja nur noch am Haarewaschen. Das ist doch nervig! Oder geht das nur mir so? Ich finde jedenfalls, dass frisch geföhnte Haare das beste Argument gegen Sport sind ("geh ich halt morgen..." Blöd nur, wenn dann morgen was anderes dazwischen kommt). Egal, Schluss jetzt. Dafür habe ich heute erstmalig begriffen, warum das Aspria "Well-being"-Club heisst... Ich habe mich für mein Sportprogramm nämlich mit Dampfbad und Sauna belohnt, und muss sagen: selten habe ich einen so schönen Spa-Bereich gesehen! Jetzt ist auch klar, wie ich mich künftig zum Sport motivieren werde: mit der Wellness danach. Nun ist morgen früh halt wieder "mit Haare"...

Übrigens habe ich aus Neugier einfach mal einen Test zum biologischen Alter im Internet (von der AOK) gemacht: ich bin 34!!! Dann kann ich mich ja jetzt die nächsten Wochen tatsächlich auf 28 trainieren. Wunderbar. Nächste Woche gibt's dann die Auswertung vom Aspria. Es bleibt spannend. Nie geraucht, nie vie getrunken, immer gesund gelebt - 34 könnt schon passen... ;-)

Die zweite Woche:

Tja, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Seit Dienstag bin ich krank. Irgendein mieses Virus hat mich befallen. Deshalb fällt Training aus. Immerhin habe ich dank meiner Ernährung schon mal anderthalb Kilo verloren. Eine Freundin gab mir den Tipp, mal versuchsweise auf Milchprodukte und komplett auf Weizen zu verzichten. Seidem mache ich mir statt meines Naturjoghurts mit Obst morgens einen warmen Porridge mit Obst und fühle mich extrem gut damit. Hungern tue ich gar nicht, aber bei mir ändert es schon sehr sehr viel, wenn ich einfach mal den Süßkram weglasse. Durch die blöde Krankheit musste ich leider meinen zweiten Termin mit Personal-Trainerin Johanna absagen. Dabei sollte ich da nun endlich mein biologisches Alter erfahren. Nächste Woche will ich's dann aber wirklich endlich wissen. Ich hoffe, ich bin morgen so fit, dass ich wieder trainieren kann, aber mein Schnitt läge dann in den ersten 14 Tagen bei 1 Mal pro Woche. SO werde ich mein biologisches Alter sicher nicht auf 28 trimmen. Und das Gewicht auch nicht auf Heidi Klum Niveau. Ich gelobe Besserung!

Die erste Woche:

Dienstag war mein Test, Mittwoch habe ich keine Lust, Donnerstag bin ich nach der Arbeit verabredet und Freitagabend bin ich einfach müde und kaputt. Das fängt ja gut an. Bisher war nix mit "Noch-mal-eben-schnell!". Aber Samstag gehe ich dann endlich zum Sport, absolviere brav mein Programm und gucke auf dem Crosstrainer die Wochenzusammenfassung von "Shopping Queen" (um genauer zu sein: eine Folge...). Immerhin komme ich auf 80 Minuten Training. Ein wenig stolz sitze ich später bei einer Tomatensuppe auf der Couch. Ich habe beschlossen, ein Freestyle-Diätprogramm zu machen. Ein bisschen Punkte zählen nach Weight-Watchers (ich hab' die App noch vom letzten Mal auf dem Handy), ein bisschen auf die Kohlehydrate achten, viel Obst und Gemüse. So halt… Im Grunde wissen wir ja alle, wie's geht. Man muss es ja nur mal machen...

Der große Tag:

Zwei Stunden vor meinem ersten Termin im "Well-being"-Club Aspria darf ich nichts mehr essen und nur noch Wasser trinken. Mein Test zum biologischen Alter soll durch nichts verfälscht werden. Also frühstücke ich etwas früher als sonst und gehe dann rüber in den Club. Das Schöne: das Aspria Uhlenhorst liegt ungefähr drei Gehminuten von meiner Haustür entfernt, was mich hoffen lässt, dass mein innerer Schweinehund ab jetzt etwas weniger laut stöhnt als sonst. Ich zocke auf den "Mal-eben-schnell-noch"-Effekt.

Ich werde zauberhaft empfangen und starte auch gleich mit dem 90minütigen Test. Susanne stellt mir jede Menge Fragen zu Schlaf-, Ess- und Stressverhalten, ich muss durch ein Röhrchen mit Granulat ein Luftkissen aufblasen um hinterher zu erfahren, dass ich super gute Werte habe, was Antioxidantien im Körper angeht. Das ist ja schon mal was. Ich werde gemessen, gewogen und bekomme meinen Körperfett-Anteil & BMI ausgedruckt. Informationen, auf die ich gut und gern hätte verzichten können. Die Flexibilität meiner Wirbelsäule wird überprüft. Ich werde mit Elektroden verkabelt, muss die Augen schließen und still sitzen (darin bin ich gut!) um hinterher zu hören, dass mein Stresslevel "der eines Eisbären im Winterschlaf" ist. Aha. DAS ist eine wirklich neue Information für mich, denn wir haben zwar erst Februar, aber ich fühle mich, als wäre das Jahr schon deutlich älter. PETRA machen, Sonderhefte vorbereiten, Möbelmesse in Köln, Berlin Fashionweek, Modemesse in Düsseldorf, über einen Mangel an Terminen kann ich mich nicht beklagen und ich fühle mich schon sehr oft SEHR gestesst, aber gut, wenn diese Maschine findet, dass ich ganz entspannt bin, dann finde ich das jetzt auch einfach mal und freue mich, dass mein Körper dann doch offensichtlich recht gut mit Stress umgehen kann. Auch Cholesterin und Blutzuckerwerte sind prima. Dann kommt das große ABER: Susanne lächelt: "Wenn ein Sporteinsteiger so bei 1 und ein Spitzensportler bei 10 läge, dann wäre dein Fitnesswert bei 1,5". Na, herzlichen Glückwunsch! Wundern tut mich das einerseits, weil ich eigentlich immer irgendwas an Sport gemacht habe - ob nun Yoga oder Joggen. Andererseits wundere ich mich aber auch wieder nicht, weil mein Hauptsport darin besteht, mir am Schreibtisch, in Meetings oder im Flugzeug aktiv den Hintern platt zu sitzen. Da ist also Luft nach oben. Okay, dafür bin ich ja hier.

Nach dem Test wartet meine Personal Trainerin Johanna auf mich, um mein Programm zu besprechen. "Wie ist denn nun mein biologisches Alter?", will ich wissen, aber leider kann mir das gerade noch keiner sagen, weil ich heute noch nicht als Mitglied geführt werde und man deshalb meine Daten im Rechner nicht auswerten kann. Ich muss mich bis zu meinem nächsten Termin mit Johanna gedulden - und die neugierigen Mädels in der Redaktion auch! Was dann folgt, enttäuscht mich ein bisschen, denn mein Aspria-Pro-Programm ist eigentlich ein ganz klassisches Fitness-Studio-Programm. Erst Geräte-Training, dann Cardio auf dem Laufband oder dem Crosstrainer. Einen Ernährungsplan sieht das Programm nicht vor. Da muss ich mir dann wohl selbst was überlegen, wenn ich wirklich ein paar Kilos loswerden will…

Sonnenuntergang auf Kreta
© Jalag Syndication
Sonnenuntergang auf Kreta

GEWICHT VERLIEREN MIT DER 5:2-DIÄT

BONNIE STENKEN, VOLONTÄRIN, WOLLTE MIT DEM INTERVALL-FASTEN ENTSPANNT ABNEHMEN UND WIEDER KONTROLLIERTER ESSEN

Warum mir das perfekt erschien…

Bei der 5:2-Diät von US-Autor Michael Mosley ernährt man sich an fünf Tagen normal und nimmt zweimal pro Woche nur 500 Kalorien zu sich. Das klang für mich machbar. Mein schlimmster Moment… Als mein (eigentlich sehr rücksichtsvoller) Freund an einem Fastentag (Kohlenhydrate sind verboten) genüsslich seinen Stullenteller vor mir aß – und mein Magen sich mit einer Portion Blattspinat zufriedengeben musste. Das war hart.

Das hat genervt…

Die Kopfschmerzen (die habe ich sonst nur von zu viel Wein) an kalorienreduzierten Tagen. Zudem ist die Diät nicht sehr alltagskompatibel, weil immer mal eine Party oder ein Dinner mit Freunden dazwischenkommt.

Was hat es gebracht?

Fünf Kilo und fünf Zentimeter Bauchumfang (juhu!) weniger. Ich esse bewusster und höre auf meinen Körper.

Weitere Infos:„The Fast Diet – Das Original: 5 Tage essen, 2 Tage fasten“ von Dr. Michael Mosley und Mimi Spencer (Goldmann, 224 Seiten, 8,99 Euro)

EFFEKTIVER TRAINIEREN MIT CROSSFIT

GIULIA STANZIONE, MODE-VOLONTÄRIN, WOLLTE MIT DER KOMBINATION AUS VERSCHIEDENEN FITNESSDISZIPLINEN IHRE MUSKELN TRAINIEREN

Warum mir das perfekt erschien...

Freunde erzählten, dass Crossfit die effektivste Sportart sei, die sie jemals ausprobiert haben. Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, jedes Mal verschiedene Workouts, alles ohne Geräte, und dabei wahnsinnig anstrengend. Ich wollte unbedingt wissen, wo die Grenzen meines Körper liegen – und natürlich auch, ob und wie ich sie überwinden kann.

Wie aufwendig es war...

Nach der ersten Stunde konnte ich weder laufen noch sitzen oder gehen. Selbst eincremen war schmerzhaft. Und dann das frühe Aufstehen! Um die Trainingsstunde vor dem Job zu schaffen, musste ich um 5.45 Uhr raus.

Was hat es gebracht?

Am Anfang haben alle gelacht, wenn ich wie ein Zombie durchs Büro gewackelt bin. Aber der Muskelkater hat sich gelohnt: Der Bauch wurde flacher, der Po knackiger.

Weitere Infos: Crossfit HH-Lios Den, Steilshooper Str. 35, 22035 Hamburg, weitere Informationen: crossfithh.de

GLATTER DANK „VEGAN FOR YOUTH“

YVONNE ADAMEK, AUTORIN, ERNÄHRTE SICH 60 TAGE STRENG NACH „VEGAN FOR YOUTH“-REZEPTEN VON ATTILA HILDMANN. DANK ANTIOXIDANTIEN SOLL MAN FITTER WERDEN UND DIE HAUT JÜNGER AUSSEHEN

Meine größte Niederlage...

Tante Inges Geburtstag! Hach, was habe ich mich auf das Gesicht der Frau gefreut, die immer ihre Teppichfransen glatt kämmt, wenn ich beim Verteilen der Geburtstagstorte sage: „Nicht für mich! Ich esse jetzt vegan und zuckerfrei!“ Aber sie hat noch nicht mal mit der Wimper gezuckt und zeigte sich interessiert. Seit Attila Hildmann ist die vegane Küche gesellschaftsfähig geworden.

Mein größter Triumph...

Das Kleid in XS in meinem Lieblingsklamottenladen und die Bemerkung der Verkäuferin, dass ich darin so zierlich aussehen würde. Dafür hat sich die Suche nach den teils exotischen und teuren Zutaten und das viele Rumstehen am Herd gelohnt. Ach ja, die Hautunreinheiten sind auch besser geworden.

Mein Lieblingsrezept...

Die Auberginenlasagne mit Kichererbsencreme und Rote- Bete-Topping hätte ich fast jeden Tag essen können. Davon abgesehen fand ich viele Rezepte fad und einfallslos.

Weitere Infos: „Vegan for Youth“, Becker Joest Volk Verlag, 288 S., 29,95 Euro oder im Netz: vegan-for-youth.de

SCHLANKER MIT BALLETT

SINA HÄUSSLER, GRAFIKERIN, TRAINIERTE ACHT WOCHEN LANG BALLETT, UM LANGE, SCHLANKE MUSKELN ZU BEKOMMEN. ZUR FETT VERBRENNUNG UND AUSDAUER GING SIE ZUSÄTZLICH REGELMÄSSIG JOGGEN

Die wichtigste Frage...

Was ziehe ich an? Ob mir mein rosafarbener Anzug von damals noch passt? Und meine abgelatschten Ballettschuhe? Nee. Da mussten erst mal meine Socken herhalten. Zum Glück war ich nicht die einzige Strumpftänzerin.

Der schlimmste Muskelkater...

Drei Tage konnte ich die Tastatur meines Laptops nicht bedienen. Nicht etwa, weil sie kaputt war, sondern weil ich Muskelkater auf dem Handrücken hatte. Handrücken, hallo? Auch meine Beine fühlten sich irgendwann zentnerschwer an. Kein Wunder: Ich wiege zwei Kilo (!) mehr. Muss an neuen Muskeln liegen. Mit der Schokolade am Abend hat das jedenfalls nichts zu tun…

Was hat es gebracht?

Leider bewirkte das Training bei mir gar nichts. Ich nahm weder ab, noch sehen Arme oder Beine schlanker aus. Dafür hat sich meine Haltung verbessert, und ich bin in Tanzlaune gekommen. Ansonsten brauche ich Sport, bei dem ich mich mehr auspowern kann.

Weitere Infos: o33-tanzwerkstatt.de in Hamburg. Es gibt aber auch tolle Online-Kurse (onlineballetclass.com).

ASPRIA PRO

NINA MAURISCHAT, CHEFREDAKTEURIN, NAHM MIT CARDIO UND KRAFTTRAINING AB

Endlich wieder Sport machen, Gewicht reduzieren und auch halten. So war der Plan. Zweimal die Woche war ich beim Training und hab stetig abgenommen. Leider war’s wie immer: Ich wurde krank, konnte drei Wochen keinen Sport machen, danach musste ich auf die Fashionweeks, und dann war unsere Testzeit auch schon vorbei. Die vier Kilo, die ich verloren habe, sind wieder drauf. Mitglied werden würde ich aber sofort. Der Club ist superschön!

Weitere Infos: aspria.de

MRS. SPORTY

STEFANIE LINDENBERGER, RESSORTLEITERIN, GING ZWEI- BIS DREIMAL PRO WOCHE ZU MRS. SPORTY UND TURNTE DURCH DEN ZIRKEL

Das Programm bei Mrs. Sporty dauert 35 Minuten, das lässt sich gut in den Alltag integrieren. Man startet gleich an den Geräten, und eine Trainerin passt auf, dass niemand mogelt. Fazit: Mein Körper fühlt sich wacher und muskulöser an, ich stehe gerader, die Winkearme wackeln weniger.

Was mir gefiel: Mit mir trainieren ganz normale Frauen vollkommen ohne Druck.

Weitere Infos: mrssporty.de

WEIGHT WATCHERS

JANINA JETTEN, STELLV. CHEFREDAKTEURIN, ZÄHLTE PUNKTE, UM ENDLICH IHRE RESTLICHEN SCHWANGERSCHAFTSKILOS LOSZUWERDEN

Bei Weight Watchers darf man im Grunde alles essen – sofern man die Punkte einhält, die pro Tag vorgegeben sind. Wenn man erst weiß, welche Lebensmittel welche Punkte haben und man ein paar Gerichte aus der WW-Küche ins Repertoire aufgenommen hat, nimmt man wie von selbst ab. Erst recht, wenn man die App nutzt, die wie ein Punkte-Tagebuch funktioniert.

Fazit: sechs Kilo in drei Monaten. Yippieh!

Infos: weightwatchers.de

SPORTLICHER MIT PERSONAL TRAINER

KATJA BOSSE, AUTORIN, TRAINIERTE ZWEIMAL PRO WOCHE MIT PERSONAL TRAINER JAN-FREDERIK KOLTHOFF – UM WIEDER SPASS AM SPORT ZU FINDEN

Warum mir das perfekt erschien...

Mein Tag ist auch ohne Sport voll genug. Für Fitnesskurse galt die Ausrede „keine Zeit“. Ich brauchte verbindliche Trainingstermine, um meinen Schweinehund plattzumachen.

Wie ich mich dabei gefühlt habe...

Knallrote Birne, übelster Muskelkater und gelegentliche Fantasien, meinem Trainer in die Magengrube zu boxen – ich kam schon an meine Grenzen, war aber stolz, wenn ich mich wider Erwarten steigern konnte.

Mein peinlichster Moment:

Als meine fünfjährige Tochter mich fragte, ob sie einen Arzt rufen soll, weil ich beim Aufstehen Beinkrämpfe bekam.

Was hat es gebracht?

Ich habe binnen kurzer Zeit viel mehr Ausdauer und Kraft gewonnen. Es kostet mich weniger Überwindung, zum Sport zu gehen – sogar, wenn ich allein trainiere. Weil ich wieder eine Grundlage habe – und weiß, dass ich mich hinterher super fühle.

Weitere Infos: Jan-Frederik Kolthoff ist Sport - physiotherapeut und Ernährungsberater, bietet Einzel- u. Gruppentraining an (0172/442 09 74).

GESÜNDER ESSEN DANK F.X. MAYR

IRIS SOLTAU, STELLV. RESSORTLEITERIN, TESTETE EINEN MONAT UNTER ÄRZTLICHER AUFSICHT DIE F.X.-MAYRTHERAPIE. ZIEL: WIEDER RICHTIG ESSEN ZU LERNEN

Warum mir das perfekt erschien...

Bei dieser Kur muss man jeden Bissen bis zu 30 Mal kauen. Ich hoffte, damit mein mieses Ernährungsverhalten (wie: Käsebrötchen im Laufen auf dem Weg zur Bahn) zu ändern.

Wie aufwendig es war...

Die Kur gliedert sich in drei Phasen, dabei steht die Schonung des Darms im Mittelpunkt. Mein Highlight waren die Detox-Anwendungen im Lanserhof, wo ich während der Kur ambulant betreut wurde. Vor der Arbeit im Rosmarin-Orangen-Bad zu dümpeln oder massiert zu werden, das fand ich klasse!

Mein peinlichster Moment?

Als ich während der Teefasten-Phase eine gefühlte Ewigkeit in das Schaufenster eines Feinkostgeschäfts starrte. Irgendwann kam die Verkäuferin rausgelaufen und rief: „Wir haben übrigens geöffnet.“

Was hat es gebracht?

Fünf Kilo weniger, ich fühle mich fit und vital, und mein Stoffwechsel brennt auf Hochtouren.

Weitere Infos: Vierwöchige F.X.-Mayr-Kur unter ärztlicher Aufsicht inkl. Ernährungsberatung und manuellen Bauchbehandlungen ab 1100 Euro. lanserhof.com/lans-medicum-hamburg

KUNG FU PAPUYA

WIEBKE BRAUER, TEXTCHEFIN, WOLLTE FÜR IHRE INNERE BALANCE KUNG FU LERNEN

Warum mir das perfekt erschien...

Ich dachte, Kung Fu sei eine prima Idee und ein guter Zusatz zum Fitnessstudio. Keine Mode-Sportart, man braucht sich vorher nicht schminken, die Kombination von Balance und Stabilität gefiel mir auch. Fakt ist, dass ich nicht ein einziges Mal meinen Hintern hochbekommen habe. Erst war es mir viel zu aufregend, etwas Neues anzufangen, dann war ich zu faul, und schließlich fand ich meinen Haushalt um Längen interessanter. Ich probiere es jetzt in zehn Jahren noch mal. Oder so.

„WORK IT“- PROGRAMM

RÜYAM ALTAN, BEAUTYCHEFIN, LIESS SICH VOM PERSONAL TRAINER MIT DEM „WORK IT“-PROJEKT (SPORT UND ERNÄHRUNGSPLAN) FIT MACHEN

Mit dem „Work It“-Training wollte ich meine Gesamtfitness steigern und etwas für meine Bandscheiben tun. Die Ernährungsumstellung (fünf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten) nervte, der Sport selber war nicht schlimm, weil mich Trainer Arlo immer top motivierte.

Fazit: Ich bin begeistert! Mein Rücken tut nicht mehr weh, der Body ist superstraff und in meiner Lieblingsjeans habe ich einen Beyoncé-Hintern!

Weitere Infos: workittraining.de

METABOLIC BALANCE

JUDITH SCHRÖDER, AUTORIN, TESTETE DAS PROGRAMM SIEBEN WOCHEN LANG

Mit dem individuell erstellten Ernährungsplan soll man abnehmen und sich fitter fühlen. In den ersten zwei Wochen litt vor allem mein Sozialleben, weil außer Haus essen unmöglich ist. Auch danach muss man sich oft eine Extrawurst braten lassen. Aber: Ich komme morgens super aus dem Bett und habe abends jede Menge Energie übrig. Und vier Kilo wurde ich auch los.

Fazit: Hart, aber wer's durchhält, kann sich freuen.

Infos: metabolic-balance.de

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