12. Juni 2014
Mehr Spaß im Job - so funktioniert's

Mehr Spaß im Job - so funktioniert's

Nervige Meetings, maulende Kunde und vom Gehalt wollen wir gar nicht reden ... Dann sollte der Job wenigstens Spaß machen, oder? Die ersten Schritte: den bierernsten Blick beseitigen, Bleistift unter die Nase klemmen - weiterlesen

Glückliche Frau mit Brille
© istock/Thinkstock/ moodboard
Glückliche Frau mit Brille

Zeig mir die Statusmeldungen, und ich sag dir, welcher Wochentag ist. Montags werden auf Facebook nämlich gern schlaftrunkene Katzen gepostet, Hündchen, die vor Müdigkeit kaum die Augen aufkriegen, Frauen mit Bad-Hair-Alarm, die sich unter der Bettdecke verstecken – oder Kinder, die am Frühstückstisch vornüber in ihre Cornflakes gekippt sind. Je mehr Antriebslosigkeit das Bild verströmt, desto mehr Likes bekommt es. Weil keiner Lust auf die neue Woche hat, man lieber noch ein bisschen jammert und kollektiv dem faulen Sonntag nachtrauert. Mittwochs mehren sich dann halb motivierte Mitteilungen wie „Hälfte geschafft!“ oder „Yes, Bergfest!“. Und am Freitag brechen Facebook-Freunde in Jubel aus: Dann heißt es: „TGIF!“ –Thank God it’s Friday!

Arbeiten – das macht offenbar nur wenigen so richtig Spaß: Jeder fünfte Arbeitnehmer ist unzufrieden, 66 Prozent machen nur Dienst nach Vorschrift. Gerade mal 13 Prozent hegen gänzlich gute Gefühle für ihren Beruf. Natürlich heißt das nicht, dass man bei Jobfrust sofort seine Kündigung einreichen sollte; Life-Coaches und Arbeitspsychologen sind sich einig, dass man sich neu programmieren muss, um im gleichen Job mehr Spaß zu haben. Wie man sich einer Gehirnwäsche unterzieht und jeden Montag durchdreht vor Glück, wissen wir nicht – aber wir können verraten, an welchen Schrauben Sie drehen können, um wieder motivierter und besser gelaunt ins Büro zu gehen. Wer einige der Tipps beher zigt, hat vermutlich immer noch nicht das Bedürfnis, sich beim lieben Gott dafür zu bedanken, dass man morgens aufstehen muss. Aber er postet vielleicht einen Smiley und ignoriert die gähnenden Welpen.

Schluss mit Frust – denn schlimmer geht immer …

Schon mal im Arbeitsamt eine Nummer gezogen? Und in die Gesichter derer geschaut, die darauf warten, dem Berater von erfolglosen Bewerbungsrunden zu berichten? Die wenigsten machen sich bewusst, was für ein Glück es ist, dass sie auf dem Bürostuhl sitzen, den sie gerne haben wollten. Um den sie mit Mitbewerbern gerungen haben und den sie stolz besetzen konnten. Vielleicht ist er gerade etwas unbequem. Aber statt zu meckern, was alles blöd ist, darf man sich eine Woche lang vornehmen, nur Gutes von der Arbeit zu erzählen. Dem Liebsten berichtet man von der neuen Kollegin, die echt nett zu sein scheint. Der Freundin erzählt man von der gelungenen Präsentation, vor der man doch so viel Schiss hatte. Und bei der Schwägerin gibt man damit an, wie lecker die Salate in der Kantine sind. Je häufiger man das Positive in den Fokus rückt, desto bewusster macht man sich die guten Seiten, die der Job hat.

Leichter fällt das Anpacken ebenfalls, wenn man sich öfter mal den Sinn seiner Arbeit vor Augen führt. Den findet bei genauerem Hinschauen nicht nur derjenige, der Hilfsgüter an afrikanische Kinder verschickt. Sondern auch derjenige, der einer Kundin den Tag versüßen, dem Unternehmen zu positiver Presse oder der Kollegin zu mehr Durchblick verhelfen konnte. Motivierend wirkt sich außerdem aus, sich jeden Tag ein neues Ziel zu setzen: Heute lasse ich mich von niemandem ärgern. Heute kille ich den Aktenstapel – egal wie lange es dauert. Oder: Heute gucke ich nicht auf die Uhr. Alles, was man durchzieht, verschafft einem am Abend ein zufriedenes Gefühl. Und man darf sich dafür belohnen. Kleine Freude am Rande: Ein Lob tut nicht nur gut, wenn man es selbst zu hören kriegt. Wer seine Kollegen mit einem Kompliment verwöhnt, hebt die eigene Stimmung.

Soll der Chef doch übellaunig sein: Man selbst muss sich nicht von ihm anstecken lassen. Statt nach seiner Ansprache Frust zu schieben, mit den anderen abzulästern und sich gegenseitig runterzuziehen, lenkt man das Thema bewusst auf etwas Heiteres: zeigt der Zimmernachbarin einen saulustigen Youtube-Spot oder liest die peinliche Mail eines Kunden vor. Auch eine Schreibtischschublade mit Urlaubsfotos, Zettelbotschaften von Schatzi und die gute alte Schokolade helfen dabei, den Gute-Laune-Pegel zu halten. Manchmal kann man die schlechte Aura auch aussperren, indem man schlicht und ergreifend die Tür zumacht – und erst zwei Stunden später öffnet, wenn die bösen Vibes verschwunden sind. Abgesehen davon: Kein Job kann jeden Tag gleich viel Spaß machen. Wer diesen Anspruch geschmeidig vergisst, baut auf der Stelle Druck ab – und glaubt viel fester daran, dass wieder nettere Phasen kommen. Kleine Info am Rande: Büropflanzen haben enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Es muss ja nicht zwingend die Yuccapalme sein, aber ein Drachenbaum reduziert den Lärmpegel, bunte Clivien wirken stressmindernd, und Zimmerhafer erhöht die Luftfeuchtigkeit.

Timing ist alles: Wie man sich entspannt einstimmt

Was verspricht wohl einen besseren Arbeitstag: wenn man in maximaler Lautstärke von der Alarmfunktion seines Handys geweckt wird – oder sanft vom Lieblingssong? Ebenso macht es einen Unterschied, ob man in letzter Sekunde aufsteht und ohne Frühstück ins Büro hetzt – oder 15 Minuten früher hochkommt und sich noch einen Abstecher ins Café erlauben kann. Noch mehr Alternativen gefällig, die leicht in den Alltag einzubauen sind und Frust in Freude verkehren? Aufrüschen statt schlunzig losziehen! Heißt es nicht: „Dress to impress“? Eben. Früchte statt Franzbrötchen in die Tasche schmeißen. Fahrrad und Frischluft statt Bus und Bahn wählen. An Sonnenstrahlen und netten Gesprächen erfreuen, statt pöbelnde Passanten zu beachten. Eine Mittagspause einkalkulieren, egal wie stressig es gerade zugeht. Dafür schnappt man sich seine Lieblingskollegin, verspricht sich gegenseitig, nicht über den Job zu reden, isst Salat statt Junkfood und geht eine Mini-Runde spazieren. Das Programm passt in eine halbe Stunde und kann den restlichen Tag retten.

Wer versucht, seinen Biorhythmus zu beachten, hat ebenfalls mehr Spaß: Man muss sich die anspruchsvollsten Aufgaben ja vielleicht nicht zu einer Zeit vorknöpfen, in der man erfahrungsgemäß ein Leistungstief hat – sondern macht da eben Post und Mails. Ratsam ist auch, den größten Batzen gleich während des ersten Hochs anzupacken. Dann kommt man gar nicht erst dazu, sich verrückt zu machen und geht entspannter gen Feierabend. Apropos Feierabend: Am besten macht man schon in der Früh ein Date für den Abend ab, damit man über den Tag hinweg etwas Schönes im Sinn behält. Wer sich lieber auf Ruhe und Frieden freut, malt sich den Sofaabend aus: mit der liebsten und ollsten Schlabberbüx, einem Weinchen, Pistazien und Topmodels-Gucken. Kleine Ablenkung am Rande: Laut der Umfrage eines Karriere-Portals können 75 Prozent aller Arbeitnehmer am Sonntag schlecht abschalten, weil sie schon an die neue Job-Woche denken. Gegen den abendlichen Blues helfen Rituale. Das muss nicht der tausendste „Tatort“ sein. Stattdessen vielleicht Kochen mit Freunden. Ein Bad mit Buch. Oder eine Verabredung zum Skypen.

Hallo, Frollegen! Wie die Team-Stimmung steigt

Good morning in the morning! Je fröhlicher und herzlicher das Umfeld ist, desto kreativer und effektiver wird Studien zufolge gearbeitet. Schön, aber was soll man bitte tun, wenn jeder für sich herumpuzzelt, die Türen geschlossen und die Mienen finster sind? Man kann ja schlecht mit Clownskostüm über den Flur hopsen, nur damit mal jemand zum Lachen aus dem Keller kommt. Einen Anfang macht, wer sich für die Leute um sich herum interessiert, statt stur seinem Job nachzugehen: Man könnte einfach noch zwei Minuten in der Kaffeeküche stehen bleiben, wenn der Kollege sich dort seine Stulle schmiert. Ein Gespräch anfangen, das sich nicht um den blöden Boss dreht, sondern darum, was am Wochenende so anliegt. Eine freundliche Reaktion ist auch jedem gewiss, der nachmittags Kuchen oder ein paar Schokoküsse mitbringt, obwohl er nicht Geburtstag hat. Oder man lässt an einem Freitag eine Flasche Cremant und eine Schale Erdbeeren springen. Einfach, um den anderen eine Freude zu machen.

Noch mehr Nettigkeiten, die man einführen könnte: Jeden kurz persönlich begrüßen, wenn man morgens reingeschneit kommt. Fragen, ob man was mitbringen soll, wenn man eh zum Kiosk geht. Den Drucker gern zweimal erklären, wenn jemand neu ist und Hilfe braucht. Würde man sich selbst doch auch wünschen. Klar kostet es etwas Energie, immer mit gutem Beispiel voranzugehen. Aber es macht zufrieden, wenn man sieht, dass die eine oder andere es bemerkt und vielleicht sogar mitzieht. Ein paar Muffel wird es natürlich trotzdem noch geben. Aber die würden wahrscheinlich selbst dann mit Allergien argumentieren, wenn man mit einem riesigen Blumenstrauß vor ihnen stünde. Die schwarzen Schlümpfe im Büro lässt man also lieber in Frieden und nimmt ihr Verhalten nicht persönlich. Kleines Grinsen am Ende: Für ein Lächeln benötigt man etwa zehn Muskeln, für einen mürrischen Gesichtsausdruck hundert. Warum also unnötig anstrengen?

Die besten Spiele-Apps

Manchmal muss man halt eine Runde daddeln, um den Tag zu überstehen:

„LABYRINTH“ Der Spieleklassiker gegen wutzittrige Hände․

„DRAW SOMETHING“ Wenn man sonst nicht kreativ werden darf ․

„HEXAGON“ Für alle Unterforderten: Hier heißt die leichteste Kategorie „schwer“.

„PLANTS VS. ZOMBIES II“ Kohlkopf-Katapult: bringt Frustrierte zum Kichern

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