5. Januar 2022
DIY Mode – der neue Trend

DIY Mode – der neue Trend

Auf der ganzen Welt berichten Medien darüber, dass Kleidung aus Massenproduktion schlecht für die Umwelt ist. Viele große Unternehmen stehen in der Kritik. Oft ist von Billiglöhnen, Überstunden und sogar Kinderarbeit die Rede. Die Modewelt distanziert sich immer mehr von der sogenannten „Fast Fashion“. Zu den neuen Trends zählen Bio-Stoffe, Upcycling und nicht zuletzt das Selbernähen von Kleidung.

Aus „Fast Fashion“ wird „Fair Fashion“

Fast Fashion kommt sprichwörtlich aus der Mode. Immer mehr Konsumenten denken über die Herkunft ihrer Kleidung nach und suchen nach Alternativen zu billig hergestellter Massenware. „Fair Fashion“ ist der neue Trend in der Modewelt. Das Ziel dabei ist nicht nur, nachhaltige und fair produzierte Kleidung zu kaufen, sondern vor allem weniger.

Wie eingangs erwähnt, sind viele Unternehmen in der Modebranche noch weit davon entfernt, Textilien fair und ökologisch herzustellen. Es gibt jedoch immer mehr Brands, die ganze Kollektionen aus nachhaltigen Stoffen anfertigen lassen. Sie setzen auf Naturfasern, die schonender verarbeitet werden. Die Kleidung erhält damit eine bessere Qualität und ist langlebiger.

Eine beliebte Naturfaser ist zum Beispiel Bio-Baumwolle. Bei dieser wird auf gentechnisch veränderte Baumwollsamen und Chemikalien (Pestizide und synthetische Dünger) verzichtet. Das schützt die Gesundheit der Arbeiter auf den Baumwollplantagen und die Umwelt. Nicht zuletzt tragen wir, also die Konsumenten, Mode, die gesundheitlich unbedenklich ist.

Ein weiterer nachhaltiger Stoff ist Bio-Leinen. Die Naturfaser wird aus der Flachspflanze gewonnen und ist biologisch abbaubar. Daneben gewinnt Hanf in der Modebranche zunehmend an Beliebtheit. Die Hanfpflanze wächst schnell, benötigt nur wenig Wasser und kommt ohne Düngemittel aus. Gleichzeitig sind Textilien aus Hanf besonders reißfest, langlebig und angenehm zu tragen.

Kleidung aus hochwertigen Stoffen selber nähen

„Fair Fashion“ bezieht sich nicht allein auf den Kauf von nachhaltiger, fair produzierter Mode. Immer mehr Menschen nähen ihre Kleidung selbst. Das ist gar nicht so schwer. Mittlerweile gibt es zahlreiche Nähanleitungen und Tutorials im Internet, die Anfänger dabei unterstützen, ihre eigenen Kleidungsstücke zu entwerfen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Du wählst deine Stoffe einfach selbst aus und nähst daraus dein Lieblings-Outfit.

Die Auswahl an Stoffen ist groß, zur Auswahl stehen zum Beispiel:

  • Baumwollstoffe
  • Chiffon
  • Lycra
  • Cord
  • Leder
  • Frottee
  • Fleece
  • Filz
  • Jute
  • Microfaser
  • Leinen
  • Seide

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Stoffen, die du verarbeiten kannst. Jeder Stoff weist eigene Vorzüge und Eigenschaften auf. Es gibt spezielle Stoffe für Bekleidung wie zum Beispiel Jersey-Stoffe, Blusenstoffe oder Trachtenstoffe. Die Stoffe erhältst du in der Regel als Meterware. Das ist besonders praktisch. Du trennst immer nur so viel von dem Stoff ab, wie du für dein Nähprojekt benötigst. Daneben gibt es allerhand Zubehör wie Knöpfe, Reißverschlüsse und Applikationen.

Bevor du mit deinen Näharbeiten beginnst, solltest du dich außerdem mit Nadeln (passend für deine Nähmaschine), Scheren, Maßbändern, Markierstiften, Schnittmustern sowie gegebenenfalls Pflege- und Imprägniermitteln ausstatten.

Upcycling von Kleidung als Alternative

Eine Alternative zum Neukauf von Stoffen ist das sogenannte Upcycling von Kleidung. Dabei verwendest du den Stoff von alten Textilien, um neue Kleidungsstücke herzustellen. Das trägt nicht nur zur Abfallvermeidung bei, sondern bietet dir auch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.

Es gibt zahlreiche Varianten beim Upcycling. Am besten eignen sich Kleidungsstücke, die keine starken Verfärbungen oder Verschmutzungen aufweisen und noch in guter Qualität sind. Ein robuster, langlebiger Stoff, der sich gut weiterverarbeiten lässt, ist zum Beispiel Denim. Aber auch gut erhaltene Herrenhemden, Handtücher, Gardinen oder Bettwäsche sind perfekte Upcycling-Kandidaten.

Hat deine Lieblingsbluse am Kragen ein großes Loch, das sich nicht mehr stopfen lässt? Mit einer schönen Perlenverzierung oder einer hübschen Stickerei lässt du das Loch schnell „verschwinden“. Alternativ könntest du den Kragen vollständig abschneiden und deine Bluse als schulterfreie Carmen-Bluse tragen. Schneide dazu den Kragen sauber ab, umsäume ihn mit zwei Nähten und fädele ein Gummi in den Nahttunnel ein. Fertig ist deine stylishe Carmen-Bluse!

Upcycling bedeutet aber nicht nur, mit Nadel und Faden zu arbeiten. Auch Färben kann eine ausgewaschene Jeans, ein vergilbtes Shirt oder einen verfärbten Winterpullover wieder schön aussehen lassen.

Nachhaltig und fair = teuer?

Das Vorurteil, dass Fair Fashion teuer ist, hält sich noch immer. Inzwischen werden fair und nachhaltig produzierte Kleidungsstücke und Stoffe jedoch zu ganz durchschnittlichen Preisen angeboten. Auf der anderen Seite dürfen Textilien, die hergestellt wurden, ohne dabei der Umwelt, den Tieren und den Menschen zu schaden, auch mal etwas mehr kosten. Am Ende hält das Kleidungsstück, das du aus einem natürlichen, umweltfreundlichen Material genäht hast, deutlich länger als ein billig hergestelltes Produkt.

Acht gute Gründe, warum du deine Kleidung selbst nähen solltest

Es gibt viele gute Gründe, warum du deine Kleidung selbst herstellen solltest. Die acht wichtigsten Gründe haben wir für dich zusammengefasst:

  1. Kleidung selbst herzustellen, macht Spaß und sorgt für Beschäftigung.
  2. Du stellst Kleidungsstücke her, die dir gefallen und passen.
  3. Du kannst stolz auf dich sein, denn du erschaffst etwas mit deinen eigenen Händen.
  4. Du entscheidest, welche Stoffe, Farben und Schnitte du verwendest.
  5. Wenn du deine Kleidung selbst nähst, musst du dich nicht mehr über Fehlkäufe ärgern.
  6. Es gibt zahlreiche Schnittmuster und Gestaltungsmöglichkeiten, so wird es in deinem Kleiderschrank nie langweilig.
  7. Du lernst deine Kleidung mehr schätzen und wirst sie viel pfleglicher behandeln, damit sie dir lange erhalten bleiben.
  8. Und das Wichtigste: Du tust der Umwelt etwas Gutes.

Das wichtigste Werkzeug ist neben den Stoffen und dem Nähzubehör eine Nähmaschine. Anfangs bedarf es etwas Übung, mit der Nähmaschine zu arbeiten. Mit Geschick und etwas Geduld wirst du aber schon bald deine eigenen Kleidungsstücke designen. Und dabei sind dir keinerlei Grenzen gesetzt. Beim Nähen entwickelst du ein Gefühl für Farben, Proportionen und gute Stoffe. Finde heraus, in welchen Schnitten du dich am wohlsten fühlst. Ob Sommershirt, Winterjacke oder elegante Abendkleidung – kreiere deine Kleidungsstücke nach deinen persönlichen Vorlieben und finde deinen eigenen Stil!

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