15. Mai 2013
Besondere Frauen - der neue Trend zur Individualität

Besondere Frauen - der neue Trend zur Individualität

Adieu, Plastikbusen und Barbie-Nasen! Wir freuen uns über den neuen Trend zur Individualität – und stellen Ihnen fünf besondere Frauen vor, die ihre Ecken und Kanten zum Markenzeichen machten

charlotte gainsbourg
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charlotte gainsbourg

Natürlich muss es in dieser Welt Angelinas und Scarletts geben. Damit die Männer etwas zum Angucken haben und ohne lange Diskussion die Kinotickets zahlen. Verständlich, aber schade, dass viele Frauen diesen überirdischen Beautys nacheifern, sodass man beim Durchblättern von einschlägigen Klatschmagazinen fast erschlagen wird von Schmollmündern und meterlangen Beinen. Umso glücklicher sind wir über die neue Riege von weiblichen Promis, die mit großer Lässigkeit am Schönheitsideal vorbeischrammen. Die sich noch nie gefragt haben, ob ihr Busen zu klein oder ihre Nase zu groß ist. Die Ecken, Kanten und Charakter haben und die lieber Gefahr laufen, auf der „Worst Dressed“-Liste zu landen, als sich von irgendwem vorschreiben zu lassen, was sie anziehen sollen. Wir stellen vier Schauspielerinnen und eine Sängerin vor, die wir toll finden, weil sie uns nicht unter Stress setzen, sondern inspirieren. Ausgesucht übrigens von einer PETRA-Jury, die auch gleich verrät, warum genau sie bei diesen Ladys so ins Schwärmen gerät. Und, liebe Megan Fox, du musst jetzt ganz stark sein: Du bist nicht dabei.

Charlotte Gainsbourg

„Zum ersten Mal sah ich sie 2006 in dem Film ,The Science of Sleep‘. Da schwebte die Französin durch die Kulissen aus Traum und Wirklichkeit, als sei sie ein Teil davon. Ein bisschen erinnerte mich Charlotte Gainsbourg darin an eine Fee, so fragil und scheu. Nur in ihren riesigen schokobraunen Augen blitzte etwas Freches und Herausforderndes auf. Mir war sofort klar: Da kommt noch einiges! Und bähm! Drei Jahre später spielt dieses zarte Wesen in Lars von Triers ,Antichrist‘, als sei sie vom Teufel besessen. Für ihre Leistung heimste die 41-Jährige 2009 die Goldene Palme in Cannes ein. Und kaum steht sie im Rampenlicht, ist sie wieder da, diese Unsicherheit. Man spürt, wie sie sich selbst und ihre Arbeit ständig hinterfragt. Und genau diese widersprüchliche Mischung aus Kraft und Zerbrechlichkeit macht sie so interessant und geheimnisvoll.“

Sina Häussler, 32, stellv. Art-Directorin

birgit minichmayr
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birgit minichmayr

Birgit Minichmayr

„Sie sieht aus, als hätte sie letzte Nacht ein bisschen zu viel geraucht und getrunken. Meistens stimmt das wahrscheinlich sogar. Die Schauspielerin geht gern an ihre Grenzen. Das gilt fürs Feiern und erst recht fürs Arbeiten. Wenn die 35-Jährige auf der Bühne oder vor der Kamera steht, gibt sie immer 100 Prozent. Darunter geht es nicht. Für den Kinofilm ,Gnade‘ arbeitete sie als Praktikantin in einem Hospiz und lernte in sieben Wochen Norwegisch – zumindest ein bisschen. Selten habe ich mit einer Filmfigur so gelitten und sie gleichzeitig so gehasst wie in diesem Film. Minichmayr spielt eine Frau, die ein Kind überfährt, Fahrerflucht begeht und damit durchkommt. Die Präsenz der Österreicherin trifft einen immer mit voller Wucht. Ihre raue Stimme, ihr lasterhaftes Lachen, ihre weiße Haut – sie ist gleichzeitig ungestüm, grob, zerbrechlich und dabei so sexy. Wäre ich ein Mann, ich wäre sofort verliebt!“

Yvonne Adamek, 34, freie Autorin

lena dunham
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lena dunham

Lena Dunham

„Ein bisschen zu pummelig, ein bisschen zu unverschämt und ein bisschen zu tätowiert – so eine wie Lena Dunham macht normalerweise keine Karriere in Hollywood. Wären da nicht diese zwei Dinge, die die Autorin der Hit-Serie ,Girls‘ unverwechselbar machen: ihr Humor und ihr unfassbares Talent. Nicht nur, dass sie das Drehbuch zu einer der erfolgreichsten und witzigsten US Frauenserien seit ,Sex and the City‘ schreibt, sie spielt darin auch noch die Hauptrolle und führt Regie. Und das alles so gut, dass sie dafür im Januar zwei Golden Globes gewann. Zu Recht! Sie hat mit ,Girls‘ den grell-glänzenden Lack von ,SATC‘ abgekratzt und zeigt das Leben in New York, wie es wirklich ist: das Geld zu knapp, die Klamotten zu eng und die Lover irgendwie ätzend. Alles ziemlich unglamourös, aber wenigstens ehrlich! Genau wie Lena. Denn das echte Leben ist eben alles andere als perfekt!“

Astrid Christians, 27, Volontärin

chloe sevigny
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chloe sevigny

Chloë Sevigny

„Es gibt Bilder von ihr, da denkt man: Um Gottes willen! Was hat die Frau da an?!‘ Nur um Monate später festzustellen, dass das jetzt irgendwie alle tragen. Chloë Sevigny ist der personifizierte Trend. Sie traut sich was. Und das nicht nur auf dem roten Teppich. Auch in ihren Filmen weiß die Schauspielerin zu brillieren und zu provozieren. Das begann 1995 bei ihrem Kino-Debüt ,Kids‘, in dem sie einen HIV-positiven Teenager spielte. Und endete (bislang) mit dem echten Blowjob, den sie ihrem Kollegen Vincent Gallo vor laufender Kamera in dem Film ,The Brown Bunny‘ gab. Dabei ist sie aber mehr als nur ein provokantes It-Girl. Die zarte 38-Jährige besticht nämlich auch noch durch jede Menge Talent. 2010 bekam sie für ihre Rolle als Ehefrau eines Polygamisten in der TV-Serie ,Big Love‘ einen Golden Globe. Ich bewundere Chloë einfach dafür, dass sie immer macht, was sie will, ohne dabei irgendeinem Ideal hinterherzurennen.“

Swantje Osburg, 38, freie Grafikerin

florence welch
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florence welch

Florence Welch

„Ehrlich gesagt fand ich Popmusik immer sterbenslangweilig. Diese aufgestylten Mäuschen mit ihren nichtssagenden Songs… Doch dann kam Florence Welch und ihre Band Florence + the Machine. Von ihren Liedern bleiben nicht nur die Melodien haften – sondern auch die Texte. Sind ihre poetischen Wortspielereien erst mal im Kopf, trägt man sie Tage, ach was, Wochen mit sich herum. Immer wieder entdeckt man etwas Neues. Großartig! Die 26-jährige Akademikertochter hat Popmusik wieder intelligent gemacht. Von ihr kann man sich getrost ein Poster aufhängen, ohne sich schämen zu müssen. Gut, sie macht auch optisch einiges her. Mit ihrem feuerrot gefärbten Haar und ihrem extravaganten Modemix aus Vintage und Romantik ist sie zu einer Stilikone ihrer Generation geworden. Ihre kantige Schönheit schreit förmlich: ,Mädels, macht euer Ding!‘ Also, Florence, ich bin schon mal dabei!“

Bonnie Stenken, 27, Volontärin

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