
Hand aufs Herz: Wir alle kennen diese perfekt inszenierten Instagram-Bilder von den Hotspots dieser Welt. Doch vor Ort angekommen, folgt oft die Ernüchterung: Menschenmassen, übertriebene Preise und das Gefühl, nur eine von tausend Touristinnen in einer Kulisse zu sein. Der sogenannte „Overtourism“ raubt vielen Orten den eigentlichen Zauber.
Reise-Check: Diese 5 berühmten Urlaubsziele kannst du dir sparen – hier kommen Alternativen
Damit dein nächster Urlaub kein teurer Flop wird, haben wir fünf berühmte Destinationen unter die Lupe genommen, die ihren Hype nicht mehr ganz verdienen – und verraten dir die Geheimtipps, die wirklich halten, was sie versprechen.
1. Tschüss, Santorini! Hallo, Milos!
Der Hype: Die blauen Kuppeln von Oia auf Santorini sind weltberühmt. Aber die Realität besteht oft aus stundenlangem Anstehen für ein Foto und Kreuzfahrtschiff-Touristen, die sich durch die engen Gassen schieben.
Die bessere Alternative: Die Insel Milos bietet ebenfalls das typisch kykladische Weiß-Blau, ist aber weitaus entspannter. Besonders die Mondlandschaft von Sarakiniko mit ihren weißen Vulkanfelsen ist spektakulärer als jeder Sonnenuntergang auf Santorini – und du hast dort tatsächlich noch Platz zum Atmen. Das sind die Vorteile:
- Strand-Vielfalt: Über 70 verschiedene Strände – von schneeweißen Mondlandschaften (Sarakiniko) bis hin zu bunten Fischerhäuschen direkt am Wasser (Klima).
- Preisfaktor: Hochwertige Unterkünfte und Restaurants sind hier deutlich erschwinglicher als in Oia oder Fira.
- Authentizität: Milos ist noch eine „echte“ Insel mit lokaler Landwirtschaft und weniger Fokus auf reine Touristen-Bespaßung.

2. Venedig? Verliebe dich lieber in Comacchio
Der Hype: Venedig ist ein Kunstwerk, keine Frage. Aber zwischen Eintrittsgebühren für Tagesgäste, dem Trubel am Markusplatz und den überlaufenen Brücken geht die Romantik schnell flöten. Wer möchte schon Slalom um Selfie-Sticks laufen?
Die bessere Alternative: Nur ein Stück weiter südlich, eingebettet in das Po-Delta, liegt dieses versteckte Juwel. Comacchio ist auf 13 Inseln erbaut und durch prachtvolle Brücken wie die berühmte Trepponti verbunden. Hier gleitest du nicht in einer überteuerten Gondel, sondern in traditionellen Holzbooten durch die Kanäle – und das Beste: Du teilst dir die Kulisse fast nur mit Einheimischen. Hier kommen die Vorteile:
- Fotogene Brücken-Architektur: Die Trepponti ist mit ihren fünf Treppenaufgängen ein absolutes Unikat und mindestens so instagrammable wie die Rialtobrücke – nur ohne die Menschenmassen im Hintergrund.
- Naturerlebnis Lagune: Direkt vor der Stadt liegt der Regionalpark des Po-Deltas. Hier kannst du mit dem Rad oder Boot riesige Flamingo-Kolonien beobachten. Natur pur statt Kreuzfahrtschiff-Aussicht!
- Kulinarik ohne Abzocke: In Comacchio isst man fantastischen Fisch (besonders berühmt ist der Aal) zu Preisen, von denen man in Venedig nur träumen kann. Ein Espresso kostet hier noch den "echten" italienischen Preis.

3. Bali-Boom? Ab nach Lombok
Der Hype: Bali ist das Mekka für Yoga-Fans und Digital Nomads. Doch viele Strände sind mittlerweile überlaufen und die berühmten Reisfelder oft von Souvenirshops umzingelt.
Die bessere Alternative: Die Nachbarinsel Lombok ist das Bali von vor 20 Jahren. Hier findest du unberührte Natur, einsame Traumstrände im Süden und den beeindruckenden Vulkan Rinjani. Wer echte Ruhe und ursprüngliche indonesische Kultur sucht, ist hier goldrichtig. Das sind die Vorteile:
- Einsame Strände: Während Kuta (Bali) oft überfüllt ist, findest du in Kuta (Lombok) noch riesige, weiße Sandstrände fast für dich allein.
- Natur pur: Der Mount Rinjani bietet anspruchsvollere und weniger überlaufene Trekking-Touren als der Mount Batur.
- Surfer-Paradies: Die Wellen sind erstklassig, aber die Line-ups im Wasser sind wesentlich entspannter.

4. Hallstatt-Hektik? Der Grundlsee wartet
Der Hype: Das österreichische Hallstatt ist so beliebt, dass es in China sogar nachgebaut wurde. Im Original schieben sich täglich tausende Besucher durch das kleine Dorf. Von Idylle keine Spur.
Die bessere Alternative: Nur ein paar Kilometer entfernt liegt das „Steirische Meer“. Der Grundlsee bietet die gleiche atemberaubende Alpenkulisse, kristallklares Wasser und charmante Architektur, ist aber ein Ort der echten Erholung. Perfekt für lange Wanderungen und ein Picknick am Ufer ohne Selfie-Sticks im Gesicht. Das sind die Vorteile:
- Ruhe-Garantie: Keine Reisebus-Kolonnen. Hier hörst du tatsächlich noch das sanfte Plätschern des Wassers und die Kuhglocken.
- Badespaß: Der Grundlsee ist frei zugänglich und bietet viele Naturbadeplätze, während Hallstatt oft sehr verbaut ist.
- Wandervielfalt: Das Tote Gebirge direkt vor der Tür bietet Touren für jedes Level, ohne dass man sich auf den Wegen gegenseitig auf die Füße tritt.

5. Amalfi-Coast-Blues? Entdecke Cilento
Der Hype: Die Amalfiküste ist wunderschön, aber die engen Straßen sind im Sommer permanent verstopft, und die Preise für einen Aperol Spritz erreichen schwindelerregende Höhen.
Die bessere Alternative: Südlich von Salerno beginnt der Nationalpark Cilento. Hier erwarten dich einsame Buchten, mittelalterliche Bergdörfer und eine Küche, die als Geburtsort der Mittelmeer-Diät gilt. Es ist wilder, grüner und vor allem: viel preiswerter als die berühmte Nachbarin im Norden. Hier sind die Vorteile:
- Unberührte Natur: Ein riesiger Nationalpark mit Wanderwegen, die durch duftende Macchia und direkt an der Steilküste entlangführen.
- Beste Wasserqualität: Die Küste des Cilento erhält regelmäßig die „Blaue Flagge“ für besonders sauberes Meerwasser.
- Kulinarik-Hotspot: Hier gibt es den besten Büffelmozzarella der Welt direkt vom Erzeuger, ohne „Touristen-Aufschlag“.

Manchmal lohnt es sich, den ausgetretenen Pfaden den Rücken zu kehren. Die „Alternativen“ bieten oft genau das, was wir im Urlaub eigentlich suchen: Authentizität, Gastfreundschaft und das Gefühl, etwas Neues zu entdecken. Dein Geldbeutel und dein Stresslevel werden es dir danken!
Ich persönliche würde immer eine ruhige Alternative wählen. Ein Urlaubsort kann noch so schön sein, es bringt dir am Ende nichts, wenn alles voller Touristen ist. Wenn du touristische Orte besuchen möchtest, fahr am besten früh los, um die Aussicht möglichst in Ruhe zu genießen.





