Erkältung oder Grippe? Darin liegen die Unterschiede I petra.de

Grippalen Infekt, Grippe und Erkältung mit kühlem Kopf betrachten!

Der Herbst mit seinem nasskalten Wetter ist noch in weiter Ferne, aber dennoch kratzt es im Hals und die Nase läuft? Im Sommer überraschen uns Erkältungskrankheiten und ihre typischen Symptome oft völlig unerwartet. Eine echte Grippe ist bei sommerlichen Temperaturen selten. Doch wie stelle ich fest, ob mich nur ein grippaler Infekt erwischt hat?
 

Grippe, Erkältung und grippaler Infekt: Unterschiede & Gemeinsamkeiten

Erst mal zur Begriffsdefinition, denn Grippe, Erkältung und grippalen Infekt werfen Betroffene häufig in einen Topf. Zwei Dinge haben sie gemeinsam: Erstens verursachen Viren die Erkrankung der oberen Atemwege und zweitens treten ähnliche Beschwerden auf. Es sind allerdings unterschiedliche Viren. Eine Grippe (Influenza) wird ausschließlich von Influenzaviren ausgelöst. Diese benötigen kalte Temperaturen zur Vermehrung und verbreiten sich daher vorwiegend in Herbst und Winter. Als Sommergrippe bezeichnen umgangssprachlich viele Betroffene eine Erkältung, die in der warmen Jahreszeit auftritt. Bei ihr handelt es sich jedoch nicht um eine Grippe, sondern normalerweise um einen grippalen Infekt.

Grippaler Infekt und Erkältung sind gleichbedeutend. Mit einer Kälteeinwirkung hat die Erkrankung aber nichts zu tun – es braucht bestimmte Viren für die Entwicklung des grippalen Infekts. Kälte und Frieren schwächen jedoch die Abwehrkräfte – somit erkälten wir uns leichter, wenn es kühl ist.

Grippaler Infekt und Erkältung: Welche Symptome treten auf?

Erkältete Personen klagen über eine verstopfte Nase, Husten, Halsschmerzen sowie leichtes Fieber. Schnupfen und Niesen gehören ebenso häufig zu einer Erkältung dazu. Kopf- wie auch Gliederschmerzen sind zwar typische Grippesymptome, kommen aber auch bei einem grippalen Infekt vor. Der Verlauf einer Erkältung ist allmählich beginnend und meist harmlos.

Welche Symptome kennzeichnen die Grippe?

Insbesondere plötzlich auftretende Symptome und ein akut einsetzendes Krankheitsgefühl sind typisch für eine Grippe. Von einem Moment zum anderen merken wir plötzlich Halsschmerzen und fühlen uns krank. Klassische Anzeichen der Grippe sind:

  • Fieber
  • trockener Husten
  • Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen
  • schweres Krankheitsgefühl
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • verstopfte Nase oder Schnupfen

Im Gegensatz zum grippalen Infekt, der sich hauptsächlich in den Atemwegen zeigt, betrifft die Grippe den ganzen Körper.

Sommergrippe versus winterliche Erkältung: Wie erfolgt die Ansteckung?

Tatsächlich gibt es – je nach Jahreszeit – Unterschiede in der Verbreitung der Viren einer Erkältung oder Grippe. In den kalten Monaten führen vor allem Husten und Schnupfen zur Verteilung der Krankheitserreger. In der Sommerzeit hingegen spielt die Schmierinfektion die Hauptrolle: Beim Händeschütteln, über Badewasser oder verunreinigte Gegenstände übertragen sich dann die Erreger. Mit den Händen verteilen wir sie dann im Gesicht, wo sie über Mund und Nase unsere Atemwege infizieren. So nimmt die Erkältung in der warmen Jahreszeit ihren Verlauf.

Zudem sind im Sommer andere Viren am Werk als bei den winterlichen grippalen Infekten. Während im Winter vorwiegend Rhinoviren zu Schnupfen, Halsweh und Husten führen, sind im Sommer die Enteroviren die leidigen Verursacher der Erkältungssymptome.

Verlauf von Erkältung und Grippe: Wann muss ich zum Arzt?

Ein grippaler Infekt ist schneller ausgestanden als die echte Influenza. Die Symptome lassen bei beiden aber bereits nach einer Woche merklich nach.3 Insbesondere Husten bleibt jedoch oft hartnäckig über längere Zeit bestehen. Selbst nach einer Erkältung brauchen Erwachsene durchschnittlich 18 Tage, bis der Husten verschwindet. Ein Arztbesuch ist bei Halsweh und Schnupfen im Regelfall nicht erforderlich – es sei denn für eine Krankschreibung, um Kollegen vor einer Ansteckung zu schützen.

Sowohl bei einer Grippe als auch bei einem grippalen Infekt fürchten Mediziner als Komplikation eine Lungenentzündung: Sie tritt glücklicherweise nur sehr selten ein. Hohes Fieber, Brustschmerzen, Luftnot, Atemprobleme oder generell eine Verschlechterung sind Warnzeichen. Wende dich bei Auftreten dieser Symptome an deinen Arzt!

Plagt dich die Grippe, ist ärztlicher Rat in jedem Fall empfehlenswert. Vor allem Personen mit Vorerkrankungen wie beispielsweise einer chronischen Lungenerkrankung oder Diabetes sollten sich in der Arztpraxis vorstellen.

Grippaler Infekt oder Grippe – Behandlung und Vorsorge

Gut Auskurieren und Ruhe halten sind wichtige Bestandteile der Therapie – egal, welcher der Atemwegsinfekte dich erwischt hat. Damit kommt dein Immunsystem wieder zu Kräften und kann die Viren besser abwehren.

Medikamente gegen Erkältung sind Fehlanzeige. Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol sowie abschwellend wirkende Nasensprays helfen gegen die Symptome von Grippe und grippalen Infekt. Gegen Influenza kann der Arzt dir darüber hinaus spezielle Grippemittel verschreiben.

Vorbeugung heißt die Devise, um sowohl grippalen Infekten als auch der Grippe Einhalt zu gebieten. Die AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften) kennen wir aufgrund der Corona-Pandemie in und auswendig. Sie schützen im Sommer wie auch Winter vor einer Infektion mit Erkältungs- und Grippeviren.
 

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