4. Juli 2014
Ein Fuß-Experte gibt Tipps, wie Ihre Füße sommerfit werden

Ein Fuß-Experte gibt Tipps, wie Ihre Füße sommerfit werden

Sandalen, Flipflops, Wedges - der Sommer naht und wir zeigen wieder Fuß. Wie dieser auch einen glanzvollen Auftritt hinlegt, verrät unser Fuß-Experte Adrian K. Wiethoff.

Zu Fuß am Strand
© iStock/Thinkstock/ kieferpix
Zu Fuß am Strand

Unser Experte: Adrian K. Wiethoff, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie ARS PEDIS privatärztliche Praxisgemeinschaft für Ästhetische und Rekonstruktive Fußchirurgie

Wie wichtig ist der Fuß in unserem Alltag?

Schöne Füße
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Helfer für gepflegte Füße: Hier kommen die besten Helfer für sanfte Sohlen.

Adrian K. Wiethoff: „Der Fuß trägt uns im Leben ca. 180.000 km, das heißt, unsere Füße tragen uns insgesamt ca. 4 Mal um die Erde. Sie leisten täglich Schwerstarbeit. 26 Knochen, beinahe 30 Gelenke, 60 Muskeln, über 100 Bänder und über 200 Sehnen sind allein im Fuß dafür da, uns in Bewegung zu halten. Zudem befinden sich in unseren Füßen mehr Sinneszellen als in unserem Gesicht. Gäbe es diese Sinneszellen nicht, wäre unser Gleichgewicht und unsere Beweglichkeit gestört, Bewegung sehr schwer möglich. Unser Fuß ist daher im Alltag von enormer Bedeutung.“

Im Winter verstecken wir die Füße in Boots. Was können wir jetzt tun, um unsere Füße fit für den Sommer zu machen?

Adrian K. Wiethoff: „Ich empfehle Fußbäder. Je nachdem, welcher zusätzliche Pflegestoff dem Badewasser zugefügt wird, kann hier schon etwas für das individuelle Wohlbefinden des Fußes gemacht werden. Auch lassen sich Fuß-Probleme mit wohltuenden Fußbädern bekämpfen. Müde Füße oder Muskelkater zum Beispiel können mit Wachholderbeeren oder Rosmarinöl wieder fit gemacht werden. Einmal die Woche sollte zudem die Hornhaut entfernt werden. Das geht am besten mit einem Bimsstein und nach einem lauwarmen Pflegebad, denn dann ist die Hornhaut aufgeweicht.“

Wie entsteht Hornhaut?

Dr. Adrian K. Wiethoff: „Die Hornhaut ist ein natürlicher Schutz gegen Druck und Reibung. Häufig langes Stehen oder übermäßige Fußbelastung ist der Grund für die Entstehung von Hornhaut. Aber auch das Tragen zu enger Schuhe führt letztendlich dazu, dass unsere Haut tiefer liegende Gewebeschichten schützen möchte und daher Hornhaut bildet. Auch trockene Füße können die Entstehung von Hornhaut fördern. Um das zu vermeiden, sollten die Füße regelmäßig eingecremt werden - am besten über Nacht und mit einer reichhaltigen Lipidsalbe.“

Schöne Füße ohne Makel? Wie bekomme ich das hin?

Adrian K. Wiethoff: „Damit die Füße schön und gepflegt aussehen, ist eine gute Pediküre wichtig. Um schmerzhafte Entzündungen am Nagelbett zu vermeiden, sollte die Nagelhaut nur sanft zurückgeschoben, niemals abgeschnitten werden. Am besten ist es, wenn Sie den Fußnagel nicht ganz kurz abschneiden, sondern einen feinen weißen Halbmond lassen, denn der freie Nagelrand schützt das Nagelbett und die Fußnägel können sich so nicht ins Nagelbett rollen. Es gibt jedoch Makel und Deformierungen am Fuß, die mit Schmerzen und großem Leidensdruck verbunden sind und die mit einer Pediküre nicht behoben werden können. Hier helfen oftmals nur operative Eingriffe.“

Es gibt also Makel, die nur durch eine OP korrigiert werden können?

Adrian K. Wiethoff: „Ja, viele schmerzhafte Fehlstellungen und auch ästhetische Makel können heutzutage ambulant operativ korrigiert werden. Die meisten Fußoperationen sind medizinisch indiziert, wie z.B. bei Hammerzehen oder Hallux valgus. Der Hallux valgus oder auch Ballenzeh, eine sichtbare Fehlstellung der Großzehe, bei der das Grundgelenk zur Innenseite wegknickt, bereitet Betroffenen beim Laufen Schmerzen. Vor allen Dingen Frauen leiden unter dieser Fehlstellung denn neben genetischer Veranlagung ist die häufigste Ursache das Tragen von zu engen und zu hohen Schuhen. Ist eine schmerzhafte und sichtbare Fehlstellung der Großzehe erst eingetreten, lässt sie sich oft nur durch eine Operation korrigieren. Ebenso verhält es sich mit der Hammerzehe, einer Verkrümmung des Mittelgelenkes der Zehe. Auch rein ästhetische Korrekturen werden immer häufiger. Oft lassen sich Patienten z.B. ihre Zehen operativ verkürzen.“

Warum lassen sich Patienten ihre Zehen verkürzen?

Adrian K. Wiethoff: „Ein zu langer Zeh, in den meisten Fällen der zweite Zeh, kann optisch und funktionell stören. Ist der zweite Zeh länger als der große und der dritte Zeh, kann es zu Problemen kommen, einen passenden Schuh zu finden. Viele Patienten leiden zudem auch psychisch an der Deformation und verzichten im Sommer aus Scham auf offenes Schuhwerk.“

Im Sommer sind die Füße geschwollen, was kann man tun?

Adrian K. Wiethoff: „Kühle Bäder oder Wechselbäder verschaffen Linderung und fördern die Durchblutung. Bei Hitze verlangsamt sich die Blutzirkulation. Die Venen werden durchlässiger, Flüssigkeit kann ins umliegende Gewebe fließen und die Beine und Füße anschwellen lassen. Viel trinken hilft dabei, die Blutzirkulation in Gang zu bringen und fördert die Entwässerung des Gewebes. Auch die Beine kurz hochzulegen oder öfter mit den Füßen auf und ab wippen kann die Blutzirkulation gezielt anregen. Schnelle Hilfe gerade auch für unterwegs verschaffen Fußgels mit Pfefferminze, die die Füße kühlen.“

Frau am Strand
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Auch schwitzende Füße können problematisch werden. Was kann ich dagegen machen?

Adrian K. Wiethoff: „Es hilft, die Schuhe öfter zu wechseln, damit das getragene Paar auch Zeit zum Auslüften hat. Synthetikschuhe bzw. Synthetiksocken können Schweißfüße noch verstärken, daher sollte man auf das Tragen dieser Stoffe verzichten. Schuhe sollten zudem einmal die Woche desinfiziert werden, um Bakterien abzutöten. Fußdeos oder Gele, die Aluminiumchlorid enthalten, verringern die Schweißproduktion. Sollte eine übermäßige Schweißproduktion, eine sogenannte Hyperhidrose vorliegen, so kann Botulinumtoxin (Botox ®) für einige Zeit Linderung verschaffen. Es wird Botox in die Fußsohle gespritzt, die Reizleitung von den Nerven zu den Schweißdrüsen wird so lahmgelegt und Schweiß kann nicht mehr entstehen.“

High-Heels sind auch im Sommer für Frauen ein Muss. Wie kann das Tragen dieser Schuhe erträglicher werden?

Adrian K. Wiethoff: „Mit jedem Zentimeter Absatz kommt 10 % mehr Belastung durch das Körpergewicht auf den Fuß. Schnell entstehen so wunde Stellen, Blasen oder schmerzende Füße. Gegen Blasen kann man den Schuh vor dem Tragen mit einem Dehnungsspray einsprühen. So wird das Material geweitet und dadurch die Reibung vermindert. Gels-Sticks haben den gleichen Effekt. Damit man längerfristig von Schmerzen beim Tragen von High-Heels befreit werden kann, ist es auch möglich, die Ballen unterspitzen zu lassen. Schmerzen beim Tragen von hohen Schuhen entstehen dadurch, dass die natürlichen Fettpolster der starken Belastung nicht gewachsen sind. Eine künstliche Polsterung mit Hyaluronsäure kann Abhilfe verschaffen und hält ca. 6-18 Monate.“

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