12. März 2013
Durchpusten lassen in St. Peter-Ording

Durchpusten lassen in St. Peter-Ording

„Ich bin raus“, dachte sich PETRA-Autorin Wiebke Brauer, packte einen Pulli ein und düste nach St. Peter-Ording an der Nordsee – der beste Ort, um einen klaren Kopf zu kriegen.

St.-Peter- Ording
© Jalag Syndication
St.-Peter- Ording

Der Wind pfeift um die Pfähle und scheucht kleine Sandwirbel über den Strand. Meine Ohren leuchten rot wie Hummer, heute Abend werde ich unzählige Kletten aus meinen Haaren striegeln. Genau so habe ich mir das gewünscht. Ein Wochenende in St. Peter-Ording, dem größten Seebad Deutschlands – und der Ort in Schleswig-Holstein mit den meisten Übernachtungen, auch wenn man davon heute kaum etwas merkt.

Nur wenige Menschen haben sich an diesem eisig kalten Tag an den weiten Sandstrand verlaufen. Verstehe ich gar nicht. Das Bemerkenswerte am Winterwochenende ist ja: Bei einem Sommerurlaub im Süden lässt man alle Sorgen und Nöte zu Hause, steckt seine Sonnencreme und den Bikini ein und saust einfach in die Sonne. Fährt man für ein Winterwochenende an die See, packt man alle Sorgen mit ein. Um sie mit an den Strand zu nehmen, aus der Tasche zu ziehen und wegfliegen zu lassen. St. Peter-Ording eignet sich aus zwei Gründen dafür besonders gut: Erstens weht hier immer eine kräftige Bö, die den Ort – zusammen mit Sylt – zum besten deutschen Revier für Wind- und Kitesurfen macht.

Zweitens können alle Grübelwolken unter den berühmten Pfahlbauten durchsausen. Übrigens wurde das erste Gebäude auf dem Strand 1911 errichtet und nannte sich „Giftbude“, weil es dort „wat gift“, also „etwas gibt“. Daran hat sich bis heute nichts geändert, noch immer kann man hier und da in den Stelzhäusern einen Kaffee trinken und auf die grauen Wellen blicken, während sich die Farbe der Finger wieder von blau nach rot normalisiert. Deshalb kehre ich immer wieder an diesen Platz zurück: Er ist nicht besonders schön, im Winter aasig kalt und verlassen, sogar die Muscheln sind blass. Aber St. Peter-Ording funktioniert wie eine 90-Grad-Wäsche für die Seele. Saubere Sache!

Reise-Info

Anreise: Mit dem Auto über die A 23 bis nach Heide, auf der B 5 weiter nach Tönning. Die B202 führt von Tönning über Garding bis nach St. Peter-Ording.

Unterkunft: Inzwischen schon fast ein Klassiker – Das Strandgut-Resort liegt direkt an der Nordsee, die meisten Zimmer bieten See- oder Strandblick, wer es krachen lassen will, bucht eine Suite. In der Wintersaison kosten die normalen Doppelzimmer ab 79 Euro pro Nacht www.strandgut-resort.de

Tipp: Direkt an der Seebrücke liegt das Restaurant Gosch – mitsamt Skihütten-Feeling. Dort unbedingt den Meeresfrüchteteller für zwei bestellen, dann fangen die Kellner fast an zu singen vor Freude www.gosch.de. Einen Sansibar-Ableger findet man am Ende der Seebrücke, einen Kaffee im Strandkorb draußen kann man schlürfen – für das Abendessen fährt man besser nach Sylt.

© Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording
Wochenendtipps für St. Peter-Ording: 48 Stunden in St. Peter-Ording >>

Weitere Tipps für Nord- und Ostsee

Hotel Meerlust, Halbinsel Zingst (Ostsee)

Das Wellness-Hotel im schicken Landhausstil bekommt alle paar Jahre noch ein neues Schmuckstück dazu, zuletzt ein großes beheiztes Außenbecken, in dem man auch bei Schneetreiben seine Runden drehen kann. Gutes Essen, schöne Bar, Strand für lange Spaziergänge direkt vor der Haustür. Aktuell: Arrangement „Winterzauber“, mit drei Nächten inkl. Halbpension, Wellness- Anwendung und diversen Extras ab 290 Euro im Doppelzimmer. www.hotelmeerlust.de

Hotel Cerês, Binz/Rügen (Ostsee)

Das erste Haus an der Strandpromenade hebt sich mit seinem coolen Sixties-Retrodesign ab vonder typisch verschnörkelten Bäderarchitektur Rügens (www.ceres-hotel.de). Schicke Bar, hervorragendes Restaurant und eine Reihe von Day-Spas, Bars und Lokalen in Binz sorgen auch im Winter für Abwechslung. Achtung: In den ersten zwei Februarwochen hat das Hotel nur am Wochenende geöffnet. Im Winter gibt’s das Fünf- Sterne-Ambiente zum Drei-Sterne-Preis: z. B. das Arrangement „Relax Special“, drei Übernachtungen im Doppelzimmer mit Frühstück und Abendmenü plus zwei Wellness-Anwendungen ab 398 Euro.

Klein, aber fein – Das hübsche Hotel ist ein Familienbetrieb mit individuell gestalteten Zimmern. Neben Crossgolfen am Meer kann man am Strand zur berühmten Panchos-Burg wandern, die aus altem Strandgut zusammengesetzt ist. Während des Spaziergangs sammelt man selber Strandgut und bringt es zur Burg. Im hoteleigenen Restaurant (nur für Gäste) kann man zwischen Fisch und Pasta wählen. Angebotvom 4.1. bis 26.4.2013 und vom 1.11. bis 23.12.13: sieben Nächte bleiben und nur sechs Nächte zahlen (DZ 68 Euro pro Tag und Person; www.mein-inselhotel.de).

Amrum mein Inselhotel
© PR
Hoteltipp Amrum: Mein Inselhotel, Amrum, Norddorf (Nordsee)
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