
Ob durch den Klimawandel, den steigenden Meeresspiegel oder den unaufhaltsamen Massentourismus – einige der ikonischsten Ziele unseres Kontinents könnten in wenigen Jahrzehnten nur noch in unseren Fotobüchern existieren. Jetzt ist der Moment, um achtsam zu entdecken. Wir stellen dir hier sieben Sehnsuchtsorte vor, die uns eines ganz deutlich zeigen: Unsere Welt ist ebenso gewaltig wie zerbrechlich. Das Wissen um ihre Endlichkeit sollte uns jedoch nicht entmutigen, sondern vielmehr dazu inspirieren, bewusster und wertschätzender zu reisen.
Diese europäischen Orte solltest du besuchen und schätzen, solange es sie gibt
Wenn wir die folgenden Orte besuchen, während sie noch da sind, tragen wir die Verantwortung, ihren Fortbestand durch nachhaltiges Handeln so gut wie möglich zu unterstützen. Denn am Ende sind es nicht nur die Fotos, die bleiben, sondern das Bewusstsein dafür, wie schützenswert unsere europäische Heimat wirklich ist. Hier sind sieben europäische Schätze, die auf deine Bucket List gehören, bevor es zu spät ist.
1. Venedig, Italien: Die versinkende Schönheit
Es ist das offensichtlichste, aber auch traurigste Beispiel. Die Lagunenstadt kämpft seit Jahrhunderten gegen das Wasser, doch der steigende Meeresspiegel und die sinkenden Fundamente der Palazzi setzen Venedig immer mehr zu. Trotz des „Mose“-Hochwasserschutzsystems bleibt die Stadt extrem gefährdet. Wenn du das Labyrinth aus Kanälen und die morbide Eleganz des Markusplatzes noch ohne Taucherbrille erleben willst, solltest du nicht mehr zu lange warten – und bei deinem Besuch auf nachhaltige Unterkünfte setzen.
2. Der Aletschgletscher, Schweiz: Das schmelzende Eis-Riesenreich
Er ist der größte Gletscher der Alpen und gehört zum UNESCO-Welterbe, doch der Aletschgletscher schwindet in einem rasanten Tempo. Forscher sagen voraus, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts ein Großteil der Eismassen verschwunden sein könnte, wenn die Erderwärmung anhält. Wer einmal vor dieser gigantischen, blau schimmernden Eiswüste gestanden hat, spürt die Ehrfurcht vor der Natur – ein Anblick, der für kommende Generationen wohl nur noch ein Mythos sein wird.
3. Die Halligen, Deutschland: Land unter in der Nordsee
Mitten im Wattenmeer liegen die Halligen, kleine Inseln, die bei Sturmfluten regelmäßig „landunter“ gemeldet werden. Da sie keinen schützenden Deich haben, sind sie direkt vom steigenden Meeresspiegel betroffen. Es ist eine einzigartige Kulturlandschaft, in der Mensch und Natur in einem fragilen Gleichgewicht leben. Experten befürchten, dass die Halligen bis 2100 dauerhaft in den Fluten versinken könnten, was einen der magischsten Orte Norddeutschlands für immer auslöschen würde.
4. Dubrovnik, Kroatien: Das Opfer des eigenen Ruhms
Im Gegensatz zu den Naturgewalten ist es in Dubrovnik der Mensch selbst, der den Ort bedroht. Die „Perle der Adria“ leidet so massiv unter Overtourism, dass die historische Bausubstanz und das authentische Leben in der Altstadt langsam ersticken. Die UNESCO hat bereits mehrfach gemahnt, die Besucherströme drastisch zu begrenzen. Wer das echte „Game of Thrones“-Feeling noch spüren möchte, bevor die Stadt zu einem reinen Freilichtmuseum ohne echte Einwohner wird, sollte die Nebensaison wählen.
5. Das Donaudelta, Rumänien: Ein bedrohtes Paradies
Es ist das zweitgrößte und am besten erhaltene Flussdelta Europas, ein Labyrinth aus Kanälen, Schilf und seltenen Vögeln. Doch das Ökosystem ist durch Verschmutzung, illegale Fischerei und den Klimawandel extrem instabil geworden. Die einzigartige Artenvielfalt, darunter die letzten Pelikankolonien des Kontinents, droht zu kippen. Ein Besuch im Donaudelta ist eine Reise in eine fast unberührte Welt, die wir gerade dabei sind, leise zu verlieren.
6. Bordeaux, Frankreich: Das Ende der Wein-Ära?
Es klingt dramatisch, doch die berühmten Weinberge von Bordeaux sind in Gefahr. Durch die steigenden Temperaturen verändert sich der Reifeprozess der Trauben so stark, dass die klassischen Weine, für die die Region seit Jahrhunderten berühmt ist, bald nicht mehr produziert werden können. Winzer experimentieren bereits mit neuen Rebsorten, doch das historische Terroir und der unverwechselbare Geschmack von Bordeaux, wie wir ihn kennen, stehen vor einem unwiderruflichen Wandel.
7. Die weißen Klippen von Dover, England: Der bröckelnde Stolz
Sie sind das Wahrzeichen der englischen Küste, doch die Erosion nagt unerbittlich an den majestätischen Kreidefelsen. Durch heftigere Stürme und den Anstieg des Meeresspiegels brechen jedes Jahr riesige Stücke der Klippen ab und stürzen in den Ärmelkanal. Die Küstenlinie zieht sich immer weiter zurück. Wer diesen strahlend weißen Kontrast zum tiefblauen Meer noch in seiner vollen Pracht bewundern möchte, sollte sich bald auf den Weg Richtung Südengland machen.
„Als Head of Lifestyle berichte ich nicht nur über die schönsten Reiseziele und unvergesslichsten Urlaube, sondern auch über ernste Themen, die beim Verreisen auch dazugehören. Bei diesen sieben Orten ist es wichtig, auf Nachhaltigkeit zu achten und sie bestmöglich zu schützen, damit sie uns noch lange erhalten bleiben.“






