Sexuelle Fantasien Männer und ihr Verlangen nach Macht

Die Dame von heute möchte unterworfen werden, meint zumindest die Kulturwissenschaftlerin Corinna Rückert.

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Dominanz als männliches Symbol: Warum Männer kontrollieren wollen

Die Psychologie des Sadisten besagt, dass dieser durch das Dominieren eines Anderen sein Selbstwertgefühl aufrechterhalten will. Gerade im intimen sexuellen Bereich fürchtet so mancher Zurückweisung und Entwertung. Indem Unterwerfung gefordert wird, schützt er sich vor Ablehnung und kann seiner Lust freien Lauf lassen. Gerade Männer sind sowohl evolutionär, als auch gesellschaftlich zum starken Geschlecht getrimmt und verfolgen eher dominante sexuelle Fantasien. Die Jäger und Sammler müssen erobern, sich gegen Widerstände durchsetzen, Konkurrenten abwehren, den Nachwuchs beschützen und ihre Macht zur Schau stellen. Aber auch hier hat die Emanzipation ihr Übel angerichtet. In einer modernen Partnerschaft sind beide Partner gleichberechtigt, heutzutage ergreifen auch die Damen die wichtigen Schritte im Verführungsspiel und der Mann ist in seiner Dominanz geschwächt. Der Partner soll der sensible Frauenversteher sein, der die besten Freundinnen nicht mit Macho-Sprüchen verwirrt und der Dame bestenfalls jeden Wunsch von den Augen abliest. Kaum ein Mann traut sich da noch, die Führungsrolle zu übernehmen. Aber gerade der erotische Part der Beziehung sollte von diesem modernen Verständnis getrennt sein. Denn die wenigsten Frauen wünschen sich einen erschrockenen Mann, der abrupt stoppt, sobald sie ein wenig aufschreit. Im Bett solle er gefälligst Stärke beweisen und eben ganz seinen Mann stehen!

Es gibt nur eine wahre Regel – aber wer hat wirklich die Macht?

Wenn offen gesprochen wird, harmonieren Männlein und Weiblein meist gegen alle Widerstände.  Manchmal ist es nur Hingabe, manchmal leichtes Führen, aber wenn Dominanz auf Unterwerfung trifft, ist längst nicht so eindeutig, wer hier das wirkliche Sagen hat. Denn der Untergebene verströmt durch seine Hingabe eine erotische Macht, in der der Dominante mit seiner Lust gefesselt wird. Wer verführt hier dann wen? Ist es auch nicht so, dass Anastasia ihren Christian Grey zu einer ganz anderen Art von Beziehung verführt, die er ursprünglich angestrebt hatte? Mit ihrem „Nein“ hat sie jederzeit die eigentlichen Zügel in der Hand.
Letztendlich gilt in der Sexualität und in der Liebe nur eine Regel tatsächlich: Erlaubt ist, was gefällt: Wenn beide Partner Spaß daran haben und keiner ein Leid erfährt – warum sollte dann etwas Tabu sein? Nur zu, liebe Damen: Sprechen sie doch einmal über ihre heimlichen Sexfantasien. Und wer einen gleich gesinnten Partner auf der heimischen Couch findet, kann als Einstieg ein Seminar wählen. Hier werden auf Gefahren hingewiesen, wichtige Umgangsregeln gelehrt und essenzielle Grundlagen vermittelt. Denn gerade bei zu ungestümen Anfängern kommt es in den neuen Rollenspielen zu ungewollten Unfällen, die jegliche Lust auf Fortführung verderben. Und das will sicherlich keiner, oder?
 

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