Talk About Wie lange sollen Eltern ihr Kind finanziell unterstützen?

Zugegeben, für die Eltern bleibt man immer das Kind. Aber heißt das auch, dass wir immer länger von ihrer Kohle leben? Hier steht, was Deutschlands erwachsene Kinder kassieren – und warum wir trotz Job so happy sind, wenn Daddy zahlt.

Wie lange sollen Eltern ihr Kind finanziell unterstützen

Ein mintgrünes Mini-Cooper-Cabrio spaltet meinen Freundeskreis. Streitpunkt: nicht dessen Farbe, sondern die Art der Finanzierung. Weil bei Anne und Marc – beide Mitte 30, fester Job, nette Mietwohnung in Berlin – ein neues Auto nötig, aber finanziell nicht möglich war, spendierten Annes Eltern den Flitzer. Unter uns Freunden entbrannte eine heftige Diskussion über familiäre Finanzspritzen. Die einen finden es völlig in Ordnung, sich mit Papas Geld Wünsche zu erfüllen. Die anderen riefen empört: „Wie kann man nur seine Eltern so ausnehmen?“

Eins ist klar: Während des Studiums hingen wir alle mehr oder weniger am Tropf unserer Eltern. Weil zwischen Pflichtvorlesung und Langzeitpraktikum keine Zeit zum Jobben blieb, waren wir heilfroh, wenn Mama die monatliche Miete überwies und Papa den Beitrag für die Haftpflichtversicherung. Aber sollten wir nicht spätestens nach dem zweiten Jahr im Job wirtschaftlich in die Puschen kommen?

Finanzspritze im erwachsenen Alter

Glaubt man einer Studie des Versicherungsunternehmens Generali, dann ist es gar nicht unüblich, noch sehr lange nach der Volljährigkeit großzügig von den Eltern bedacht zu werden. 38 Prozent der 65- bis 85-Jährigen gaben an, ihre Kinder und Enkelkin- der durchschnittlich mit 157 Euro im Monat zu unterstützen. Auch bei Urlaubsreisen und der Anzahlung fürs Reihenhaus zeigt sich die ältere Generation spendabel: 30 Prozent greifen ihren erwachsenen Kindern bei größeren Ausgaben finanziell unter die Arme.

Das klingt erst mal so, als wären wir alle verwöhnte Nesthocker, die ihen Eltern selbst dann noch auf der Tasche liegen, wenn wir schon eigene Kinder haben. Aber der Reihe nach: Die Generali-Studie belegt nämlich auch, dass sich unsere Eltern die Almosen durchaus leisten können. Noch nie ging es einer Generation im Alter finanziell so gut wie den ehemaligen 68ern. Im Durchschnitt verfügen sie über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von rund 2200 Euro, mehr als jeder Zweite wohnt in einer eigenen Immobilie. Kein Wunder also, dass 63 Prozent der 65- bis 85- Jährigen ihre eigene wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut bewerteten.

 

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