Beziehung und Partnerschaft ich will ihn behalten

Um einen Kerl zu erobern, tun wir seltsame Dinge. Frisuren-Experimente, SMS-Feuer, verzweifelte Briefe, jedes Mittel ist uns recht – es geht schließlich um das ganz große Glück! Aber: Lohnt sich der Kampf um die Liebe? PETRA-Autorin Wiebke Borcholte machte sich dazu Gedanken.

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Das wissen wir natürlich in unserem Innersten – es fällt nur so schwer, der Wahrheit ins Auge zu blicken. „Vielleicht konnte er wirklich nicht, als wir ihn die letzten vier Male gefragt haben, ob er Zeit für einen Kaffee hat!“ Sicher. Schickt er tatsächlich mal eine SMS, wird jede Zeile und alles dazwischen über Stunden analysiert und interpretiert. Was könnte er nur gemeint haben? Unablässig reden wir uns ein, er sei mehr so der introvertierte Typ und pochen darauf, dass Männer eh nie peilen, wenn man in sie verliebt ist – hat man es nicht oft genug erlebt? Eben.

Gut, nachdem wir ihm die dritte Nachricht auf Facebook geschickt und ihn dort mit der Anstups-Funktion drangsaliert haben, könnte er schon mitbekommen haben, dass wir von ihm angetan sind. „Ach, auf der Internetplattform Xing ist er auch? Dann kann ich ihn ja gleich als Kontakt hinzufügen.“ Ja, die modernen Medien machen uns das Leben leichter: Noch nie war es so einfach, sich multimedial zum Vollidioten zu machen.

Aber sollte man das jemandem mit Herzschmerz direkt ins Gesicht sagen? Bloß nicht. Hier ist Offenheit genauso unangebracht wie Stammtischweisheiten. Sätze wie „Lass ihn zischen, nimm ’nen Frischen“, „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ oder „Andere Mütter haben auch schöne Söhne“ bleiben besser ungesagt. Mitfühlende Freundinnen dürfen maximal darauf verweisen, dass er vielleicht den Aufwand nicht wert sein könnte. Aber das haben wir erst verstanden, wenn er ein Plakat gemalt hat, auf dem in neongelben Lettern „Nein, ich will nicht“ steht. War das die Mühe wert? Irgendwie schon. Zumindest, wenn wir wieder über uns lachen können.

Ich will ihn behalten

Was tun, wenn wir um unseren Partner in der Beziehung kämpfen müssen? Eben fühlten wir uns noch sicher und geborgen, nun merken wir, dass sich der andere von uns langsam entfernt. Vom Büro kommt er immer später nach Hause, nimmt seine Sporttasche und verzieht sich sofort wieder ins Fitness-Studio. Sitzt er neben uns auf dem Sofa, fühlt es sich an, als säße man an zwei Enden eines Fußballfeldes. Verzweifelt versuchen wir, ihn aus seiner inneren Emigration wieder zu uns zu locken und ihn zu halten. Lohnt es sich zu kämpfen?

Gut, wer sich die Frage stellt, bekommt rasch die Antwort, dass man gar nicht erst ins Zweifeln gerät, wenn es sich um den richtigen Mann handelt. Aber das Leben ist nun einmal komplizierter als ein Kreuzworträtsel – es gibt nicht immer eine einzige richtige Antwort. Manchmal schreibt sich das Wort Liebe in den kompliziertesten Buchstaben- Formationen. Manche Frauen beobachten still, wie sich der Mann wie eine Schnecke in sein Haus zurückzieht, die meisten entscheiden sich für die Offensive und stellen ihn zur Rede. Aber wie verhält man sich, wenn er blockt? Elke Vesper: „Zeigt er keine Bereitschaft, mit Ihnen gemeinsam an der bestehenden Beziehung und den damit verbunden Problemen zu arbeiten, können Sie sich noch so sehr anstrengen. Es wird zu keinem Ergebnis führen.“

Autor: Wiebke Borcholte

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