Probleme in der Partnerschaft Emotionales Feuer ist sexy – (ver-)führt aber zu Denkfehlern mit fiesen Folgen

Zuerst ist immer alles rosarot. Doch sobald die erste Verknalltheit verflogen ist, fangen wir an zu sticheln und zu meckern. Und sind ausgerechnet zu dem Menschen gemein, den wir am meisten lieben. Ungewollt gewollt – und immer wieder. Zwei Paare über ihr Streitverhalten …

Pärchen

Burns rät daher, dass wir uns bei aller Lust am Drama langfristig fragen sollten, was uns mehr lockt: Die Belohnung eines gewonnenen Machtkampfes? Oder doch das schöne Gefühl, wenn man seinen Kollegen von dem herrlich relaxten Wochenende mit dem Liebsten erzählen kann, bei dem man endlich wieder Kraft getankt hat? Immerhin ist das Leben anstrengend genug.

Emotionales Feuer ist sexy – (ver-)führt aber zu Denkfehlern mit fiesen Folgen

Forscher der Universität Washington haben herausgefunden, dass Paare in 69 % aller Fälle über die gleichen Dinge streiten. Und zwar ihr Leben lang. Bestimmte Reizwörter oder Gesten – wie dieses Schulterzucken, das er immer macht und dabei noch so dreist die Mundwinkel verzieht – führen dann innerhalb einer Millisekunde zur Eskalation. Wird dies zum jahrelangen Ritual, kann es in einer Liebesbeziehung viel anrichten. Das Schulterzucken, die falsche Joghurt- Marke, seine Unordnung werden dann zu einem Stellvertreterkrieg.

Wer über lange Zeit kultiviert hat, sich so mit seinem Schatz zu bekriegen, trägt Wunden davon: ein angekratztes Selbstbewusstsein, Vertrauensschwund, unterschwellige Rachegelüste. Oder man lauert bei jedem Satz auf die Anzeichen für einen Angriff, um gleich die Gegenattacke zu starten. In solchen Fällen ist meist schon so viel kaputt, dass es mehr braucht als die niedliche Entschuldigungs- SMS aus der S-Bahn.

Ach, bei Ihnen ist es noch nicht so schlimm? Aber ein bisschen fühlen Sie sich trotzdem ertappt? Dann versuchen Sie mal, bei Ihren Streits rechtzeitig einen „Aus“-Schalter zu finden. Indem Sie zum Beispiel kleine Mücken als solche erkennen. Und wenn weiterhin (zu viele) Elefanten auftauchen, bitten Sie gute Freunde, als Seh-Hilfe herzuhalten, um Ihr Bild zurechtzurücken. Denn das gelingt Außenstehenden meist besser. Im Übrigen fanden die Forscher der Uni Washington auch heraus, dass die immer gleichen Streits der Paare sich um Dinge drehen, die nicht zu ändern sind. Die Kunst, diese zu akzeptieren und gleichzeitig das Beste daraus zu machen, gelingt uns in Freundschaften ohne groß zu überlegen. Warum also nicht auch in unserer Beziehung? Denn ganz ehrlich: Reibung können wir uns auch woanders holen.

Autor: Tina Röhlich

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