Beziehungs-Tipps Pärchen-Urlaub - so gelingt er

Ihr Traumurlaub diesen Sommer? Eine gute Zeit zu zweit. Jetzt beginnen für Paare die schönsten Tage des Jahres. Oder sind es die stressigsten? Damit der Urlaub unvergesslich wird, gehören neben Sonnencreme und Bikini noch ein paar andere Dinge ins Gepäck. Wir verraten welche, und Sie kommen vielleicht verliebter zurück, als Sie je waren.

Verliebtes Paar

Auch das sei gesagt: Frisch Verliebte haben nicht nur Badesachen, sondern ebenso bislang nicht bemerkte, weniger sonnige Seiten im Koffer. In täglicher Reinkultur ist seine Morgenmuffeligkeit nicht mehr so süss und der Heli-Rundflug aus ihrer controllermäßigen Perspektive gleich weniger aussichtsreich. Bei den Statistiken kann’s einen schon frösteln: Jede dritte Scheidung wird nach dem Urlaub eingereicht, 19 Prozent in einer Gewis-Umfrage haben sogar schon daran gedacht, ihre Beziehung noch gleich im Urlaub zu beenden.

Der Druck des "Ständig-zu-zweit-Seins"

Warum nur entpuppt sich gerade die schönste Zeit des Jahres für manche als Stressmarathon? Wenn man so will, wirkt der Urlaub wie ein Vergrößerungsglas, von allem gibt es mehr: Zeit, Muße, Nähe. In der ungewohnten 24-Stunden-wir-Raumzeit des Paares wirkt mit einem Mal alles größer, die Intensität der Liebe genauso wie die Macken des anderen. Eigentlich ist es ja so toll: Endlich steht mal ohne Ende Zeit für Gespräche, für Sex, einfach ein unbegrenztes Füreinander zur Verfügung. "Nur sind viele Paare, die lange zusammen sind, diesen Zustand nicht mehr gewohnt, neu Verliebte werden mit Eigenschaften konfrontiert, die im Alltag eben verwässern", erklärt Leipold.

So wird der Urlaub zu zweit ein Erfolg:

Das Korsett der alltäglichen Verpflichtungen, welche die Paarzeit ständig unterbrechen, fehlt. Dieser "schützende" Rahmen führt ja einerseits dazu, dass man sich vermisst, anderseits entsteht nach langen Phasen ohne gemeinsame Ferien das Gefühl, dass etwas fehlt, Ruhe, nur du und ich, die Sonne und das Meer. Wie gut, dass die meisten die guten Seiten dieser sehnsüchtig erwarteten Ausnahmesituation (im wahrsten Sinne!) auszukosten wissen. Was machen die denn richtig? "Die lassen fünfe mal gerade sein, nörgeln nicht dauernd am anderen rum, was er denn jetzt schon wieder trinkt oder anhat", so Leipold. "Und sie schaffen das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz, planen auf der einen Seite Kuschelstunden oder einfach Zu-zweit-Zeit ohne Urlaubsbekanntschaften fest ein. Auf der anderen Seite unternehmen sie auch mal etwas getrennt und gönnen sich Freiräume."

Keine Grundsatzdiskussionen, bitte

Natürlich kann man den Partner bitten, hin und wieder seine Klamotten einzusammeln, wenn einen die Unordnung im Ferienapartment nervt. "Aber Grundsatzdiskussionen à la ,Was ich dir immer schon mal sagen wollte‘ haben im Urlaub nichts verloren", sagt die Paartherapeutin. So wichtig es sein mag, an seiner Beziehung zu arbeiten und Probleme anzusprechen – am Ferienort dürfen wir lieber mal beide Augen zudrücken. Hier geht es neben großen Kugeln Eis und kalten Getränken um Bedürfnisse aller Art, die sonst etwas zu kurz kommen. "Paaren, die eher etwas unterschiedlich ticken, rate ich, sich damit abzuwechseln, wer das Tagesprogramm bestimmen darf." So verkraftet man die Wanderung bei Sonnenaufgang doch viel leichter, wenn man weiß, dass morgen ein entspannter Strandtag folgen wird. Ein guter Trick, um Frust auf beiden Seiten zu vermeiden: eine kleine Zwischenbilanz ziehen. "Auch wenn es alles ganz toll läuft: Nach der Hälfte des Urlaubs sollte man die Tage mal Revue passieren lassen und schauen, wie es bisher für beide war und was vielleicht noch fehlt", sagt die Expertin. Dann gilt: Kleine Kompromisse erhalten die Liebe und sorgen für verliebte Ferien ohne Streit. Den Soundtrack dafür haben wir ja schon im Gepäck: "Es gibt im Leben viele Zeiten, das hier sind die guten, ich schnapp mir meinen Schnorchel und spring rückwärts in die Fluten."

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