Leben Paar-Battle - Partnerschaft pushen

Wir sind cooler als die! Ja, wir haben unsere Pärchen-Freunde lieb. Trotzdem fragt man sich, ob sie den besseren Sex haben, tollere Urlaube und mehr Geld. Ist man deswegen ein schlechter Mensch? PETRA-Autorin Bianka Morgen gibt Entwarnung: Sich zu vergleichen ist normal – ein Paar-Battle kann der eigenen Partnerschaft sogar gut tun.

Eifersüchtig auf andere Paare

„Menschen vergleichen sich aus zwei Gründen mit anderen. Erstens, weil sie selbst unsicher sind, ob es richtig ist, wie sie es machen. Daher schauen sie, wie die anderen es machen. Und zweitens, weil sie nach Vorbildern suchen, die schon etwas erreicht haben, was sie gerne erreichen möchten“, erklärt Diana Dreeßen-Wösten, Management-Trainerin und Autorin („Steh auf und nimm dein Leben in die Hand“, dtv, 216 S., 14,90 €). Christine könnte sich also jetzt die Beziehung ihrer Kollegin als Vorbild nehmen. Das nennt Festinger einen aufwärts gerichteten Vergleich. Der motiviert uns, etwas besser zu machen. Die Partnerschaft zum Beispiel.

Aber Vorsicht. Wichtig ist, wie genau man sich vergleicht. Ja klar, Christine hätte gerne ebenso aufmerksame Geschenke von ihrem Mann wie ihre Kollegin. Trotzdem sollte sie ich erstmal auf die guten Seiten ihres Partners besinnen, sich überlegen, warum sie sich in ihn verliebt hat. „Vielleicht hat ihr Jonas, Peter oder Tom kein Händchen für romantische Geschenke, aber dafür krabbelt er sofort unter ihr Auto, wenn etwas kaputt ist ...“, gibt die Expertin zu bedenken. Will man danach immer noch dringend etwas an der eigenen Partnerschaft ändern, sollte man eine Sache vermeiden: nörgeln. Da stellen sich die Nackenhaare jedes Mannes auf. Der arme Kerl weiß ja schließlich nicht, was in unserem komplizierten Frauenhirn vermutlich schon seit Wochen alles rattert. „Meckern ist das Schlimmste, was man machen kann“, erklärt die Expertin. „Vor allem bei Männern hat es den gegenteiligen Effekt.

Sie brauchen drei Dinge zum Glücklichsein: gutes Essen, guten Sex und Lob.“ Wenn es Sie trotzdem stört, dass er mit Laserdruckern ankommt statt mit einer Romreise, sollten Sie zu Taktik Nummer 2 übergehen: nämlich das, was Sie erreichen wollen, selbst vorleben. Dann bekommt er zum Geburtstag eben ein praktisches Geschenk (Werkzeuggürtel) und ein persönliches (ein Fotobuch von Ihrem letzten gemeinsamen Urlaub). Das ein-, zweimal vorgemacht, wird ihn wie von selbst darauf bringen, Ihnen mal etwas Persönlicheres zu schenken. Christine war damit jedenfalls ziemlich erfolgreich. Neulich bekam sie einen Wok – und den hübschesten Verlobungsring der Welt. (Der Teil mit dem Wok bleibt unter uns, meinte sie. Sie arbeite ja noch dran.)

Wenn man es richtig anstellt, kann der Vergleich mit anderen Paaren also die eigene Beziehung verbessern. Weil der Vergleich uns im Bestfall dazu animiert, uns mehr Mühe zu geben. Und wenn andere Paare uns zum Beispiel vormachen, dass man trotzdem noch auf Partys gehen kann, selbst wenn man Babys bekommt, denken wir vielleicht: „Wenn die das hinkriegen, schaffen wir das auch.“ So ein Vergleich hilft also dabei, alte Denkmuster und Vorstelungen abzulegen und sich als Paar weiterzuentwickeln. Und da wäre noch eine andere Sache, die man sich von anderen Paaren abschauen kann, meint Dreeßen-Wösten: „Wertschätzung. Sehen Sie sich mal um. Sie werden feststellen, Vorbild-Paare machen sich nie gegenseitig klein, sie schätzen sich immer wert.“

Bestes Beispiel: meine persönliche Vorbild-Beziehung, die von meinem Kumpel Martin. Er bekam neulich einen Seitenhieb von einem Bekannten: Als Martins Freundin (die einiges mehr verdient als er) im Restaurant zahlen wollte, meinte der Typ: „Na, du lässt dich auch ganz schön aushalten von deiner Frau.“ Martins Freundin konterte: „Das ist er absolut wert. Du solltest ihn mal im Bett erleben!“ Bähm. Ich gebe neidlos zu: Die zwei sind definitiv cooler als ich und mein Freund. Aber wir arbeiten ja dran ...

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