Männer & Mode Theresas Meinung

Wedges, Ballerinas, Haremshosen - wenn es nach unseren geliebten Partnern ginge, würden einige der von uns so geliebten Trends sofort verbannt werden. Warum nur verstehen viele Männer Mode einfach nicht? Verraten sie uns hier! Und eine Fashionista verteidigt unser Fashion-Gen.

Schwarze Hose, rote Strümpfe

Theresa, Grafikerin aus Hamburg, erwartet gar nicht mehr, dass ihr Freund sie versteht

Mein Freund sagt manchmal Sätze, die mich irritieren. Als wir frisch zusammen waren und er mich das erste Mal in meiner Haremshose sah, fragte er mich nach meiner religiösen Ausrichtung. Wenn ich genau drüber nachdenke, war die Frage nicht ganz unberechtigt. Denn Mode ist für mich mehr, als nur auf Zara-Tischen zu wühlen oder zeitsparend im Internet zu bestellen. Mode ist Entspannung, Belohnung und das Erfinden des kreativen Ichs. Ich glaube einfach daran, dass ein Kleid von Chloé kombiniert mit tollen Peeptoes von Christian Louboutin den Tag ein bisschen heller machen.

Und trotzdem, Sätze, die er mir beiläufig zuwirft, wie: „Lustig, deine Jeans.“ Oder: „Mit diesem Einteiler kannst du gleich in die Werkstatt gehen", verunsichern mich kurzzeitig. Aber: Ich kann partout nicht sehen, was er sieht! „Schaut doch gut aus“, wispert mein modisches Ego. Ich bin nun mal ein richtiges Mädchen, das morgens vor dem Schrank steht und sich nicht entscheiden kann, was es anziehen soll. „Soll ich heute die Boyfriend-Jeans anziehen oder meinen Einteiler mit dem Blumenmuster?", frage ich meinen Freund morgens manchmal. „Ich weiß nicht, was du tust, aber ich ziehe Jeans an", kommt dann nur zurück. Ob Ballerina oder Sneakers, brauche ich dann nicht mehr zu fragen.

Für ihn sind Ballerinas eh feste Socken, Wedges isst er nur mit Sour Creme, und mit Blümchenstoff würde er Geschenke verpacken. Modetrends wie Neonfarben oder Oversized-Look kann er so rein gar nichts abgewinnen, und er hält auch fest an seiner Meinung, dass wir Mädels in einer einfachen Jeans und weißem T-Shirt am besten aussehen würden. Mein Kleiderschrank ist für ihn daher ein Mysterium, das ständig neue Klamotten ausspuckt, deren Herkunft er sich nicht erklären kann. Schon lange hat er den Überblick verloren, und somit flunkere ich auch bei der Antwort, wenn er mich fragt, ob das Teil NEU sei. „Nee, nee“, betone ich dann lässig, „das ist nicht neu, das habe ich nur lange nicht angehabt.“

Ich empfinde Kleidung als Ausdruck meiner Persönlichkeit. Ein Outfit zusammenzustellen, das sind für mich Stunden wie in Trance. Sie lassen mich in Erinnerungen und Vorfreude schwelgen. Farbkombinationen und Wohlfühlcharakter werden von mir akribisch bewertet, und aus dem Bauch heraus wird entschieden, was ich heute anziehe. Dabei ist es mir egal, welcher Modetrends ich mich bediene. Hauptsache ist, dass ich mich selbst überzeugen kann. Also, lieber Freund, ich erwarte ja gar nicht, dass du mich verstehst. Aber ich danke dir, dass du liebevoll vor der Ladentür wartest, wenn ich shoppen gehe, und meine Klamotten zärtlich „Krempel“ nennst. Und um final die Frage nach meiner religiösen Ausrichtung zu beantworten: Ich glaube diesen Sommer an Knallfarben, Keilabsätze und klassischen Dutt. Und nächste Saison? Da muss ich erst mal die Herbstschauen abwarten.

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