Liebe & Partnerschaft TIPP 3: DURCHLÜFTEN

Ein bisschen Staub hier, etwas Rost dort … Wenn die Sonne scheint, offenbaren sich oft Macken, die man monatelang übersehen hat. In unserem Reinigungsplan für Singles, Frischverliebte und Langzeitpaare lesen Sie, wie man alte Beziehungsmuster entsorgt und wieder frischen Wind in die Liebe bringt. Hier kommen 12 Wege, damit wir alle glücklich in den Sommer starten. 

Liebe auffrischen

Single

Da sitzen Sie nun, irgendwie in den besten Jahren, und mal wieder – oder immer noch – allein. Klar, kann man jetzt auf die eigenen Wunden schauen. Den riesigen Riss im Herzen, den Thomas hinterließ, als er so einfach nach München zog. Oder das kratergroße Loch von Michael, der keine Kinder wollte. Und mit der Nächsten nach einem Jahr sch0n Zwillinge bekam. Zurück bringt das keinen. Lüften Sie Ihren Kopf mal durch. Versuchen Sie, die alten Verletzungen hinauszupusten und neue Gedanken hineinzulassen. Denkmuster zum Beispiel, wie US-Erfolgsautor John Selby („Die Liebe finden“, dtv, 15 €) sie vorschlägt. Der ist nämlich sicher, dass wir unser Single-Sein auf der mentalen Ebene beenden können. Allein durch Ändern unserer Einstellung. Glauben Sie nicht? Dann denken Sie mal an die Freundin, die ihre große Liebe just traf, als sie eine Woche später zum Sabbatical-Jahr nach Brasilien startete. John Selby favorisiert die folgenden Tipps: Sich um sich selbst kümmern, um Zufriedenheit auszustrahlen. Denn nicht mal Feinrippriesenschlüpfer sind weniger sexy als Bedürftigkeit. Mehr mit dem Herzen sehen, nicht nur mit dem Verstand. Sich auch mal fragen, in wessen Gegenwart fühle ich mich wirklich wohl. Probieren Sie es aus. Wir kennen Frauen, bei denen hat ein einziger Tipp schon gewirkt …

Neu verliebt

In den vergangenen Monaten klebten Ihre Augen an seinen Lippen und Ihr Mund wahlweise kurz unter seinem Bauchnabel oder hinter seinem Ohrläppchen. Das Schlafzimmer verließen Sie nicht mal zum Abendessen. Und Ihre beste Freundin versteht ja so einiges, aber tief drinnen ist sie stocksauer, weil sie seit Wochen vergeblich auf ein Lebenszeichen von Ihnen wartet. All das erdrückt Sie noch nicht? Sollte es aber. Wenn Sie es wirklich ernst mit dem Mann meinen, müssen Sie einander auch Luft lassen. Und anderen Menschen auch wieder Platz in Ihrem Leben. Die Statistik sagt , Ehepaare, die Freunde haben, lassen sich seltener scheiden. Sie leben nämlich ziemlich gut und glücklich von Liebe, Luft und Freundschaft!

Schon ewig zusammen

Ihr Magen rebelliert auch nach 15 Jahren noch, wenn er beim Blick auf Ihren winzigen Bauch zärtlich „mein Plautzi“ sagt. Sie haben aber irgendwie den Zeitpunkt verpasst, an dem Sie leise und sanft Kritik hätten üben können. Und nun leben Sie eben damit. Stopp. Das ist schleichender Beziehungsmord. Er kann lange dauern, aber er ist wirksam. Besser, Sie machen sich Luft. So klein und unbedeutend die Dinge scheinen mögen (die Puschen mitten im Flur, der winzige Tick zu laut, den er immer den Fernseher stellt, wenn Fußball läuft …). Sprechen Sie diese Liebeskiller an, ganz gleich, wie lange Sie das alles so hingenommen haben. Es ist nie zu spät, Muster in der Partnerschaft zu kritisieren und zu ändern. US-Paarforscher John Gottmann weiß sogar, wie man liebesfördernd kritisiert. Glückliche Langzeitpaare beherrschen die 1 : 5-Regel. Will heißen: Sie geben sich fünfmal mehr positive Signale als negative. Also, Puschen im Flur endlich mal scharf kritisieren machen Sie wieder gut mit: fragen nach dem Tag und der Laune, zweimal zärtlich über den Arm streichen und sagen, dass er den Rasen wirklich toll gemäht hat. Achten Sie mal eine Woche drauf und probieren Sie es aus. Es ist echt erfrischend!

 

TIPP 4: POLIEREN

Single

Wann werden Singles wunderlich? Wann entwickelt man diese Bitterkeit, die manchmal hochblubbert? Wann sagte man das erste Mal, es gebe keine guten Männer mehr? Bah, so wollte man nie werden, eine alte Jungfer – naja, vielleicht nicht gerade Jungfer …, aber so eine verbiesterte Schachtel. Da hilft nur eins: Das eigene Image aufpolieren. Das hat nichts mit schicken Klamotten zu tun, ist keine Frage der Frisur oder der Falten. Das perfekte Putzmittel für das eigene Image heißt: leicht verstrahlte Zufriedenheit. Die bekommt man in zwei Putzgängen. Erster Schritt: Vergessen Sie die übliche „Ich bin auch ohne Kerl total froh“-Masche. Das mag Sie selbst auf den ersten Blick wie ein Schneckenhaus schützen, schreckt aber garantiert jeden Mann ab. Zweiter Putzgang: Sich selbst zum Strahlen bringen. Denken Sie nach, in welcher Situation Sie das letzte Mal so richtig froh waren. Welcher Moment war das? Gutes Gefühl? Fein. Halten Sie es ganz fest und versuchen Sie, dieses Poliermittel möglichst oft aufzutragen. Im Stau. In der Kassenschlange. An der Tanke. Bestimmt strahlt einer zurück.

Neu verliebt

So eine Politur ist eine gute Sache: Hinterher sieht man klarer, und in dem Glanz kann man sich prima eine Weile sonnen. Deswegen ist es wichtig, in dieser Phase die Weichen für die Zukunft zu stellen und sich zum Beispiel zu fragen, für wen man mit dem anderen zusammen ist. Damit die Mutti nicht mehr fragt, wann sie endlich Omi wird? Damit man bei Hochzeiten nicht mehr am Katzentisch sitzen muss? Und mit Blick auf die letzte Beziehung: Welche Fehler wollen Sie nie mehr machen? Welche leichten Schlieren sind jetzt schon erkennbar, die später zu Sondermüll mutieren? Denn auch bei Partnerschaften gilt: Lieber zu früh geputzt, als zu spät entsorgt.

Schon ewig zusammen

Her mit dem Lappen, ran an die Beziehung! Ja, auch lange Partnerschaften lassen sich aufpolieren. Man muss nur wissen, wo man hinschauen soll. Der erste Blick gilt dem eigenen Outfit. Was muten Sie dem Mann Ihres Herzens zu? Gurkenmaske mit Jogger? Weg damit. Liebe macht nicht blind. Zweiter Blick: Wie oft fassen Sie sich an? Barbara L. Fredrickson schreibt in ihrem Buch „Die Macht der guten Gefühle“ (Campus, 22,99 €): „Durch häufigen, engen Körperkontakt geht Ihnen die Liebe buchstäblich unter die Haut und macht Sie gesünder.“ Dabei geht es nicht (nur) um Sex, sondern auch um zarte Berührungen. Der dritte Blick gilt der Kommunikation. Reden Sie miteinander nur über Geld und Arbeit? Dann wird es Zeit für ein neues Thema – und vielleicht auch für eine neue Wortwahl. Gerade Jungeltern sollten aufpassen, nicht im „Mutti will auch ein Brot“- Modus zu verharren. Anstrengend? Jein. Leider ist die Liebe nicht selbstreinigend. Sie will gewischt, gelüftet und auf Hochglanz gebracht werden. Aber dann schimmert sie wie neu.

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