Roman Maria Koidl im Petra-Interview Interview Roman Maria Koidl

Warum ruft er nicht mehr an? Bestimmt hat er gerade viel zu tun. Nein! Pure, miese Männer-Taktik – behauptet das Buch „Scheißkerle“. Wir haben den Autor Roman Maria Koidl getroffen – und dabei viel über Frösche und falsche Prinzen gelernt. Mehr als uns lieb ist

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Herr Koidl, bevor wir zur Sache kommen – sind auch Sie ein Scheißkerl? Nein. Ich falle wohl eher in die Kategorie „schwer vermittelbar“.

Warum? Was ist faul an Ihnen? Ich neige dazu, die Wahrheit zu sagen, schonungslos und direkt. Nicht nur in meinem Buch, auch beim Flirten. Und das verschreckt einige Frauen. Viele fühlen sich mit einem Süßholzraspler einfach wohler. Frauen denken oft: Der sagt so charmante Dinge, macht so tolle Komplimente, alles total romantisch verpackt – er muss mich einfach lieben!

Und in Wahrheit…? In Wahrheit ist die Frau vielleicht genau dann an einen Scheißkerl geraten. Oft ist der ganze Herzchen-Schmu nur Taktik, um die Frau ins Bett zu kriegen und dann hinzuhalten – doch bei ihr setzt das Prinzip Hoffnung ein. Meine Recherche lief über fünf, sechs Jahre, ich habe mit an die hundert Frauen gesprochen und war entsetzt, was für einen rosaroten Blödsinn viele sich auftischen lassen. Mein Rat: Je großartiger die Sprüche gleich zu Anfang einer Beziehung, desto mehr Skepsis ist angebracht. Wenn ein erwachsener Mann schon nach einer Woche sagt, „Du bist die Frau meines Lebens, auf dich habe ich 40 Jahre gewartet“, wäre ich vorsichtig.

Aber wieso denn? Genau solche Sätze erhoffen sich doch viele Frauen. Eben! Das Prinzip Hoffnung! Genau das wissen Männer natürlich. Es gibt einige, die sich das zunutze machen, um ganz bewusst mit den Gefühlen einer Frau zu spielen. Daraus ziehen solche Männer einen Gewinn für ihr Ego. Und für die eine oder andere heiße Nacht natürlich. Viele kommen mit den billigsten Tricks wunderbar durch und brüsten sich damit vor anderen Männern. Warum sollten sie sich ändern? Das Erschreckende ist, dass ausgerechnet die attraktivsten und intelligentesten Frauen besonders willige Opfer lauwarmer Versprechungen sind.

Mit über 30 sollte eine Frau es besser wissen… Eigentlich schon. Doch die Kindheit funkt uns allen ein Leben lang dazwischen. Eine Frau mag im Job tough sein, gescheit und selbstständig – doch wenn sie eine schwierige Tochter-Vater-Beziehung hatte, ist das Risiko groß, dass sie im privaten Bereich auf einen Scheißkerl hineinfällt. Weil sie sich angenommen fühlen will, weil sie endlich einmal „gehört“ werden will.

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