Beziehung Spieleabende unter Freunden sind eine Herausforderung

Freundschaften mit anderen Paaren könnten theoretisch eines der Highlights im Beziehungsalltag sein. Warum sind sie in der Praxis dann nur oft so schrecklich kompliziert?

petra_ich_er_und2.jpg

Psychologen hingegen beurteilen dieses Phänomen weitaus wohlwollender. Wie auch andere Menschen, die viel Zeit miteinander verbringen, entwickeln Paare schnell ihre ganz eigene Dynamik. Ohne es wirklich zu merken, spielen sie sich aufeinander ein und finden ihre ganz persönliche Art der Kommunikation. Das mag auf Außenstehende manchmal befremdlich wirken, für die Beziehung des Paares aber ist dieses Verhalten unerlässlich, wenn sie von Dauer sein soll. Und man kann sogar als Außenstehender davon profitieren. Wie? Na, indem man mit seinem Partner über seine Beobachtungen spricht. Also praktisch Feldforschung am lebenden Objekt betreibt. Da kann man sich genüsslich zurücklehnen, andere Paare beobachten und hinterher diskutieren, was die denn nun ganz toll oder eher weniger gut gemacht haben.

Mein Freund und ich wissen seit diesem Wochenende in Holland zumindest, dass Pupsi-Hase und Schnatterchen nicht ganz die richtigen Kosenamen für uns wären. Wir haben uns allerdings gefragt, ob wir nicht auch öfter Händchen halten und mit einem Glas Rotwein in der anderen Hand gemeinsam Sonnenuntergänge betrachten sollten. Nach reiflicher Überlegung sind wir aber zu dem Schluss gekommen, dass das in etwa so gut zu uns passt, wie ein Superman-Anzug zu meiner Oma.

Was man bei derartigen Analysen übrigens tunlichst vermeiden sollte, ist, das andere Paar gleich noch vor Ort und möglichst lautstark auf Beziehungsfehler hinzuweisen. Besonders gern und häufig passiert so etwas nach dem Genuss des ein oder anderen alkoholischen Getränks. Wenn man so richtig gemütlich und immer sentimentaler werdend zusammenhockt und glaubt, endlich mal reinen Tisch machen zu müssen.

Erst kürzlich wies mich der Mann einer guten Freundin in bester Oberlehrermanier darauf hin, dass ich meinen Freund nicht immer so piesacken solle. Diese verbalen Sticheleien, so meinte er, würden unserer Beziehung auf Dauer nur schaden. Ich fand das schrecklich unverschämt. Zum einen natürlich, weil ich mich ein wenig ertappt gefühlt habe. Zum anderen aber auch, weil es ihn irgendwie nichts angeht. Zugegeben neigen mein Freund und ich dazu, uns in der Öffentlichkeit gerne zu necken, aber WIR sind uns danach nie böse. Es ist eher eine Art lieb gewonnenes Ritual, das eben zu uns passt. Sollen die anderen doch wegschauen, so wie wir bei … Ach, lassen wir das.

Autor: Yvonne Adamek

Schlagworte: