Sexualität Demisexuell: Alles über die sexuelle Grauzone

Egal ob hetero, homo, semisexuell, transgender oder pansexuell: Sexualität ist vielfältig und so individuell wie der Mensch selbst. Und das ist auch gut so! Bei uns erfahrt ihr alles über die sogenannte Demisexualität – eine sexuelle Orientierung, die vielen noch nicht so bekannt ist.

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Bis vor einigen Jahrzehnten hat unsere Gesellschaft nur in homosexuell und heterosexuell unterschieden. Die Freiheit, unsere Sexualität aber auch abseits dieser beiden Orientierungen zu definieren, kam erst später. Und so machte sich auch der Begriff der Demisexualität breit. Doch was bedeutet das eigentlich?

Demisexualität: Die sexuelle Grauzone

Demi stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie "halb". Wörtlich übersetzt heißt Demisexuell also:  Zur Hälfte sexuell, zur anderen Hälfte asexuell. Wer demisexuell ist, verspürt nur dann eine sexuelle Anziehung, wenn eine tiefe emotionale Beziehung und Bindung zu seinem Partner besteht. Äußerliche Merkmale wie Aussehen und Attraktivität spielen für Demisexuelle keine Rolle, um sexuelles Verlangen zu verspüren. Es sind viel mehr die inneren Werte und ihre Gefühle, die bei ihnen den Wunsch auslösen, mit einer Person Sex zu haben.

Viele demisexuelle Menschen fühlen sich in ihrem Leben nur von sehr, sehr wenigen Personen angezogen. Erotik und Sex treten vollkommen in den Hintergrund. Oftmals kommt es in Bezug auf Demisexualität zu Missverständnissen und Vorurteilen, da sich Menschen mit dieser Orientierung mit Sex viel länger Zeit lassen als andere Menschen. Sie gelten oft als lustlos, prüde oder Spätzünder – dabei warten sie einfach nur darauf, dass sich in ihnen die nötige emotionale Bindung für Sex mit einem anderen Menschen breit macht. Wie viele Menschen so empfinden und demisexuell sind, kann man so nicht sagen – es gibt aber sicherlich viele Menschen, die sich sexuell in diese Richtung orientieren und bisher nur noch nicht wussten, dass es diesen Begriff gibt.

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Demisexualität und Asexualität

Als asexuell wird ein Mensch bezeichnet, der sich nur selten bis gar nicht für Sex interessiert. Aus diesem Grund werden Demisexuelle auch dem asexuellen Spektrum zugeteilt. Im Gegensatz zu asexuellen Menschen können sie jedoch eine sexuelle Anziehungskraft spüren. Demisexualität und Asexualität sind keine bewussten Entscheidungen, sondern Neigungen. Menschen mit diesen sexuellen Orientierungen empfinden einfach so – und das oft schon seit ihrer Jugend.

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Anzeichen für Demisexualität

  • One-Night-Stand, Cyber-Sex, Affären, Pornos – wer demisexuell ist, kann mit alldem nichts anfangen.
  • Schläft eine demisexuelle Person dann doch einmal mit einer Person, zu der sie keine tiefe Verbindung und Anziehung spürt, machen sich Orgasmusprobleme breit
  • Sex und Körperlichkeit haben für demisexuelle Menschen keinen hohen Stellenwert. Sie sprechen auch nur ungern über das Thema
  • Sex ist für Demisexuelle ein Zeichen von Intimität, nicht aber die bloße Befriedigung ihrer Lust
  • Dating und Flirten sind für Demisexuellen ein großes Angehen, da sie sich nur schwer vorstellen können, mit einer Person, die sie kaum kennen, intim und körperlich zu werden
  • Menschen mit dieser Orientierung finden daher nur sehr schwer einen Partner. Für sie ist es erfolgsversprechender, wenn sich romantische Beziehungen aus Freundschaften heraus entwickeln
  • Sind Demisexuelle verliebt, wollen sie ihren Traumpartner unbedingt näher kennenlernen – an Körperlichkeit denken sie dabei aber erst einmal nicht
  • Wer demisexuell ist, weiß nicht so recht, ob er auf Männer oder Frauen steht. Das Geschlecht ist nicht wichtig – sondern nur die emotionale Bindung und das Vertrauen zu einer Person
 
Datum: 30.09.2020
Autorin: Lara Rygielski