talk about Braucht die Liebe ein Doppelbett ?

„Schlaft ihr noch zusammen oder schon getrennt?“ Während die einen nur einschlummern können, wenn sie sich an den Partner anschmusen, plädieren die anderen für das Recht auf die eigene Matratze. Schnarcher und Bettdecken-Klauer gegen Kuschelmonster. Wer gewinnt am Ende?

Müssen Paare im Doppelbett schlafen?

Gemeinsames Bett wichtig für Beziehung ?

Ist sicherlich nicht schlecht, trotzdem fragt man sich: Brauchen Paare nicht diesen intimen Moment kurz vor dem Einschlafen? Das Kuscheln, das Flüstern, die Wärme des Anderen? Ist das nicht der Kleber, der einem hilft, nervige Alltagsstreitereien zu überstehen? Diese Fragen stelle ich der Paartherapeutin und Autorin Bettina Jellouschek- Otto, die sich in ihrem Buch „Grenzen der Liebe – Nähe und Freiheit in Partnerschaft und Familie“ (Klett-Cotta, 183 S., 18,95 €) auch mit diesen Themen beschäftigt.

„Der Ursprung der Liebe besteht aus der Sehnsucht, meinem geliebten Partner möglichst nahe zu sein. Es soll keine Grenzen zwischen uns geben“, erklärt sie den Fakt, dass wir am Anfang rund um die Uhr mit Schatzi zusammen sein wollen. Und es noch süß finden, wenn er bei minus 15 Grad das Fenster im Schlafzimmer aufreißt. Irgendwann kommt bei den meisten Beziehungen der Punkt, in dem sich einer mehr Freiraum wünscht – oder manchmal eben einen extra Raum. Trotzdem müsse man keine Angst haben, dass die Intimität auf der Strecke bleibt, wenn man nicht jeden Abend Arm in Arm einschläft, erklärt Jellouschek-Otto:„ Die Gefahr besteht nur, wenn eine unbefriedigende, gestörte Sexualität der Grund für den Auszug aus dem Schlafzimmer ist. Der Zurückbleibende fühlt sich dann nicht nur verlassen, sondern auch sexuell abgelehnt.“

Getrennte Betten als Beziehungsretter

Paare, bei denen das Liebesleben nur kurz weggenickt ist, könnten durchaus von getrennten Betten profitieren: „Lust braucht Sehnsucht und Reibung“, so die Paartherapeutin, „hier kann eine zeitweilige Distanzierung helfen. Gibt es in der Beziehung jedoch ungelöste Konflikte oder tiefer gehende Verletzungen, bringt auch ein Umzug in ein anderes Zimmer nichts.“ Getrennte Betten bedeuten also nicht gleich das Ende der Liebe – das ist auch das Ergebnis unserer PETRA-Umfrage, bei der 64 Prozent der Befragten die Wahl der Schlaflocation ganz lässig sehen. So ändern sich die Zeiten. Noch 1829 schrieb der Schriftsteller Honoré de Balzac in seinem Essay „Physiologie der Ehe“ eine Hommage an das ritzenfreie Doppelbett. Er riet Paaren in den ersten 20 Jahren unbedingt zur „Grand Lit“. Getrennte Einzelbetten? Mon Dieu, auf gar keinen Fall, wetterte der Schriftsteller: „Schande und Fluch dem Erfinder!“

Am Ende ist es doch eine persönliche Entscheidung, ob man Herzschlag an Herzschlag oder allein einschläft. In Satin- oder Baumwollbettwäsche. Nackt oder im ausgewaschenen Band-T-Shirt. Hauptsache, man kriegt am nächsten Morgen eine frische Tasse Kaffee ans Bett gebracht.

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