Männer und Frauen Was kommt an?

Stundenlange Experimente vor dem Spiegel, nur um „ihm“ zu gefallen: Jede Frau kennt das. PETRA fragte vier sehr verschiedene Männer-Typen, welcher Look sie anmacht – und was einfach gar nicht geht.

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Natürlichkeit kommt also gut an. Aber bitte nicht zu natürlich – wenn es nach unseren vier Männern geht. Baumwollbüxen oder Schafwollpullis in XL bieten wiederum Anlass zum Nörgeln: „Der schlimmste Lustkiller ist der Schlabberlook“, klagt Endzwanziger Christian, leicht gebräunt und echt gut durchtrainiert. Darin stimmen ihm einer Emnid- Umfrage zufolge 70 Prozent der deutschen Männer zu.  Mag sein – aber nach einem anstrengenden Tag im Büro ist die Lieblingskuschelhose nun mal Wellness für die Sinne! „Gemütlich geht in Ordnung. Aber sie sollte schon darauf achten, was sie trägt. Auch vor dem Fernseher“, findet Matthias. Und Volker könnte zwar „eine graue Baumwolljogginghose von American Apparel“ verschmerzen, aber ausgebeultes Flanell soll bitte im Schrank bleiben. Umgekehrt wäre er bereit, sich selbst auch die Schlunz-Klamotten zu verkneifen. Behauptet er jedenfalls strahlend. 

Das Gegenteil vom Schlabberlook ist das Business-Outfit. Auch das ist ein sensibles Thema: Blazer, Brille, strenge Frisur, kühles Lächeln oder gar Schulterpolster – könnte das zu viel sein für die ängstliche Männerseele? Tough und erfolgreich im Beruf sein und das auch zeigen: Das lassen wir uns nicht verbieten – oder? Leider doch! „Viele Frauen fürchten, Männer mit einem sachlich-coolen Look einzuschüchtern“, sagt Dr. Elmar Basse. „Und diese Angst ist nicht unbegründet: Seit Urzeiten orientieren sich Frauen gesellschaftlich nach oben, suchen Männer, die Macht und Einfluss ausstrahlen. Männer hingegen suchen auch heute noch tendenziell eher Frauen, die sie beschützen können.“ Im Klartext: Erscheint SIE ihm zu erfolgreich, ergreift ER die Flucht – weil er sich überfordert fühlt.

Müssen sich Frauen also tatsächlich damit abfinden, dass sie trotz aller Emanzipationsbemühungen nicht gegen die olle „Urzeit“ ankommen? Sind wir alle doch bloß grunzende Neandertaler in modernem Gewand? Doch wir dürfen hoffen: Volker aus unserer Männerrunde wird gerade beim Geschäftsfrauenlook schwach. Besonders, wenn sie ihr kühles Bürostyling mit„verspielten Elementen“ kombiniert. Matthias wiederum steht auf rote Fingernägel und Make-up – vorausgesetzt, die Frau trägt dazu sportliche Turnschuhe. Und Kosta mag bunte Shirts, dazu aber gern einen kurzen Rock. Solche Stilbrüche und Zweideutigkeiten seien typisch, betont Dr. Basse: „Was äußere Reize betrifft, läuft zwischen Männern und Frauen eine doppelbödige Kommunikation ab. Der strenge Blazer wirkt spröde, das Spitzentop aber mädchenhaft. Eindeutige Signale sind langweilig. Männer lockt die Irritation.“

Autor: Miriam Kaefert

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