16. März 2010
Viel Unterwegs? So organisieren Sie Ihre Zeit richtig...

Viel Unterwegs? So organisieren Sie Ihre Zeit richtig...

In der globalisierten Arbeitswelt Zeit für Freunde und Familie und auf Reisen Anschluss zu finden – gar nicht leicht. Wir haben 6 Experten-Tipps, die helfen.

Frau auf Geschäftsreise
© iStockphoto
Frau auf Geschäftsreise

Promi müsste man sein. Mit Hauspersonal, Kindermädchen, Wohnungen rund um den Globus und natürlich Privat-Jet. Nehmen wir Angelina Jolie und Brad Pitt. Muss Jolie zur Premiere nach New York, kommen Pitt und die sechs Kinder selbstverständlich mit. Und wenn Daddy in Berlin dreht, zieht die Großfamilie hinterher. Aber auch wir Normalsterblichen jenseits von Hollywood müssen ohne solchen Luxus immer flexibler und mobiler sein. Wenn wir den Job wechseln, verschlägt es uns oft in eine andere Stadt oder gar ins Ausland. Dazu kommt der Trend, dauernd für Chef und Kunden erreichbar zu sein. Doch Sie kriegen es auch ohne Millionen auf dem Konto hin, sich selbst und Ihre Lieben nicht zu vernachlässigen – versprochen!

Mehr zum Thema: Long-Distance-Freundschaft

1. PRIORITÄTEN SETZEN

„Verabredungen mit Freunden und die Familie stehen in meiner Freizeit an erster Stelle“, sagt Anke Domscheit, die sich als Director Government Relations um die internationalen Beziehungen von Microsoft kümmert. Gegen die Müdigkeit, die sich nach einem langen Arbeitstag bemerkbar macht, trinken erfahrene (Zeit-)Managerinnen lieber den x-ten Kaffee als guten Freunden abzusagen. Apropos: Zum Prioritätensetzen gehört auch, sich auf bereichernde Beziehungen zu konzentrieren. Wer aus Höflichkeit versucht, sogar Kontakte zu losen Bekannten zu pflegen, verzettelt sich. Zugunsten ihrer Familie beschränkt Domscheit Reisen möglichst auf Ein-Tages-Trips.

„Klappt nicht immer, aber mit etwas Organisationsgeschick lassen sich Termine oft straffen.“ Wochenenden und Ferien reserviert sie sowieso für ihren Sohn und den Lebensgefährten. Klar achtet die Business-Frau darauf, bei wichtigen Terminen wie Geburtstagen oder Schulaufführungen anwesend zu sein. „Kurzfristige Planänderungen werden da zu echten Herausforderungen, unsere gemeinsame Zeit zu verteidigen erfordert viel Geschick.“

2. NETWORKING ONLINE

Wenn der eigene Job immer wieder in die Ferne führt und Freunde und Familie verstreut über den Globus arbeiten, wird die Kontaktpflege schwieriger. „Alles eine Frage der Organisation“, meint Annica Thoms. Die 34-Jährige produziert Werbe-Kampagnen für Mode-Firmen auf der ganzen Welt und ist dennoch ständig in Kontakt mit den Liebsten. „Dank iPhone und Internet-Netzwerken wie zum Beispiel Facebook bin ich trotz Entfernung immer präsent“, sagt Thoms. So kann sie alle Neuigkeiten oder Reiseeindrücke online stellen und den Freundeskreis daran teilhaben lassen. „Funktioniert auch, wenn ich in Marrakesch bin, mein Freund aber gerade auf Sylt arbeitet“ (z.B. facebook.com, blogigo.com).

Kostenlose Internet-Telefonie wie Skype (skype.de) macht lange Gespräche aus dem Hotelzimmer möglich. Zeit sparender letzter Schrei unter den Social-Networking-Sites ist übrigens „Twitter“ (englisch für „zwitschern“): Die User verkünden per Internet oder SMS in so genannten „Status Updates“ von maximal 140 Zeichen, was sie gerade tun. So sind Freunde stets informiert (twitter.com). Ähnliche Services: frazr.de, sloggen.de.

Tipp: Der richtige Umgang mit Sozialen Netzwerken

3. CLEVER DELEGIEREN

Damit das Chaos trotz vieler Geschäftsreisen nicht allzu groß wird, gibt es heute viele moderne Heinzelmännchen. Die sparen Zeit und helfen, die wirklich wichtigen Dinge nicht aus den Augen zu verlieren. Wie der „Liebeswichtel“ (liebeswichtel.de), eine Idee der 36-jährigen Sandra Hillekamps. Hillekamps kümmert sich um die vielen privaten Termine und Verpflichtungen, die Berufstätige sonst oft in Zusatzstress bringen: Sie besorgt und verpackt für ihre Kunden Geburtstagsgeschenke, bastelt in der Weihnachtszeit persönliche Adventskalender oder packt im Sommer Picknick-Körbe für das romantische Dinner zum Jahrestag. Sie erinnert an Geburtstage und schreibt – im Auftrag – sogar Liebesbriefe. Doch das ist nur ein Service von vielen. Einkaufs-Dienste, die den Gang in den Supermarkt übernehmen, wenn Ihr Flieger mal wieder nach Ladenschluss landet, gibt es in vielen Städten. Oder Wäsche- und Bügel-Services, die nicht nur die schmutzigen Klamotten an der Haustür abholen, sondern auf Wunsch auch die Gardinen ab- und aufhängen oder das Chaos im Kleiderschrank beseitigen (z.B. in Hannover: putz-munter.com).

4. ALLZEIT BEREIT SEIN

Manche Abläufe sind immer gleich und erwartbar – das lässt sich zeitsparend nutzen. Fertig zusammengestellte und bewährte Outfits für jede Gelegenheit – vom Spontan-Date bis zum Geschäftsessen – beugen Panikanfällen vor dem Kleiderschrank vor. Gerade für Kurz-Trips lässt sich so vorbauen, damit Sie bei plötzlich hereinschneienden Terminen nicht die halbe Nacht mit Packen verbringen müssen. Reise-Profis haben auch immer eine gepackte Kosmetiktasche im Bad, inklusive transparentem Zipper-Beutel. Darin sind Kosmetika in der perfekten Handgepäckgröße abgefüllt – entsprechende Sets gibt’s in Drogeriemärkten. Handy und der Laptop sollten immer geladen sein und die entsprechenden Ladegeräte einen festen Platz in der Handtasche haben. Außerdem ist ein „Notfall-Kit“ sinnvoll: Mit Ersatzstrumpfhose, Nähzeug, Pflastern, Zahnbürste und – handschriftlich – den wichtigsten Telefonnummern.

5. ZEITFENSTER NUTZEN

Managerin Anke Domscheit reist seit über 12 Jahren um die Welt. Die Zeitspar-Expertin nutzt jede Gelegenheit, um von unterwegs am Leben ihrer Liebsten teilzuhaben. Wenn sie an der Supermarktkasse in der Schlange steht, beantwortet sie private E-Mails – das Smartphone macht’s möglich. Zwischen zwei Terminen ruft sie zu Hause an und bewundert das Lego-Bauwerk ihres kleinen Sohnes – das Foto des Meisterwerks hat ihr Partner per MMS geschickt. Domscheit: „Ohne Blackberry wäre ich aufgeschmissen. Mir ist es wichtig, dass ich auch im Flieger, in Miami oder nachts erreichbar bin.“

6. REALE NETZWERKE

Nicht nur Smartphones und Internet helfen, sich in der Fremde nicht so allein zu fühlen. Business-Netzwerke (z.B. victress.de, bfbm.de, successity.de) sorgen für Anschluss auf Reisen ohne lästige Anbaggerei – und nützen nebenbei dem Job. Die Managerinnen-Organisation EWMD (www.ewmd.org) organisiert Vorträge und Veranstaltungen in Metropolen, aber man kann auch einfach andere Geschäftsfrauen zum Lunch treffen. Oft entwickelt sich aus so einem losen Kontakt eine echte Freundschaft. Und mit Freunden auf der ganzen Welt hat man immer das Gefühl, zu Hause zu sein – ob nun in München, Toronto oder Neapel. Das klappt auch ohne Privat-Jet und Promi-Status.

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