10. Juni 2021
Beziehung: So werdet ihr gemeinsam alt

Beziehung: So werdet ihr gemeinsam alt

„Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende“ – ein märchenhaftes Happy End wünschen sich viele Menschen auch für ihr eigenes Leben. Gemeinsam in einer glücklichen Partnerschaft zu leben bis ins hohe Alter, ist aber kein Selbstläufer, sondern ihr habt die Liebe zu einem Großteil selbst in der Hand. Wir verraten euch, wie ihr wirklich gemeinsam alt werdet.

Die einen sind noch auf der Suche nach der großen Liebe, die anderen haben sie bereits gefunden. Doch es ist ein Trugschluss zu denken, dass das ewige Glück vorprogrammiert ist, sobald ihr den Richtigen oder die Richtige gefunden habt. Die Wahrheit lautet: Wer ein Leben zusammen verbringt, stößt unweigerlich auf Herausforderungen. Menschen verändern sich, die Umstände verändern sich, die Gefühle verändern sich…aber das bedeutet nicht, dass die Liebe verschwinden muss, sondern sie kann daran sogar wachsen. Wichtig ist dafür jedoch, dass ihr stetig an der Beziehung arbeitet. Wie? Folgende Tipps helfen euch dabei:

1. Die Phasen der Liebe kennen und genießen

Wenn ihr denkt, Liebe bedeutet für immer Schmetterlinge im Bauch zu haben, das nächste Treffen nicht abwarten zu können und gefühlt auf einer rosaroten Wolke zu schweben bis ans Lebensende, werdet ihr scheitern – garantiert. Denn das Verliebtsein zu Beginn hat wenig mit echter und lebenslanger Liebe zu tun. Stattdessen verläuft diese in verschiedenen Phasen, die je nach Beziehung früher oder später eintreten und mehr oder weniger ausgeprägt sein können. Doch all diese Phasen werdet ihr durchlaufen, auf die eine oder andere Weise, und deshalb ist es sinnvoll, sich einmal mit diesen auseinanderzusetzen. Sie werden euch zum Durchhalten ermutigen, falls die Schmetterlinge irgendwann verflogen sind und es mal schwierig wird. Denn dann ist die Liebe nicht verschwunden, sondern sie kann wachsen, wenn ihr bleibt und an der Beziehung arbeitet. Als Belohnung wartet am Ende wahre Liebe und diese werdet ihr nur kennenlernen, wenn ihr realistische Erwartungen habt.

2. Sich wertschätzen; auch nach vielen Jahren

Wertschätzung ist etwas, wonach sich jeder Mensch sehnt. Schließlich sind wir soziale Wesen und von der Anerkennung anderer Personen hing früher manchmal unser Leben ab. Es handelt sich sozusagen um ein Urbedürfnis und natürlich versucht jeder, dieses auch – aber nicht nur – in der Liebe zu stillen. Ihr wollt euch von eurem Partner beziehungsweise eurer Partnerin also wertgeschätzt fühlen, das ist vollkommen normal und in Ordnung. Zu Beginn überschüttet ihr euch deshalb vermutlich noch mit Aufmerksamkeiten wie kleinen Überraschungen oder lieben Worten. Doch mit der Zeit können diese Gesten der Wertschätzung verloren gehen oder, schlimmer noch, es entsteht sogar gegenseitige Geringschätzung. In letzterem Fall ist die Beziehung zum Scheitern verurteilt. Genau deshalb ist es so wichtig, sich gegenseitig wertzuschätzen und dem Gegenüber auch nach vielen Jahren noch die eigene Anerkennung zu zeigen, sogar bei einem Streit oder in einer schwierigen Phase.

3. Eine gute Streitkultur etablieren

Mit dem Streit ist ein wichtiges Stichwort gefallen, denn jede Beziehung braucht eine Streitkultur. Eine Beziehung ohne Streit ist nämlich ebenso ungesund wie eine mit zu viel oder falschem Streit. Irgendwann wird es Meinungsverschiedenheiten geben, garantiert, und dann ist es wichtig, diese zu klären anstatt unter den Tisch zu kehren. Wenn ein Paar lernt, auf Augenhöhe miteinander zu diskutieren und dabei niemals den Respekt zu verlieren, hat es beste Chancen auf eine glückliche Beziehung bis ans Lebensende. Tabus sind hingegen Beleidigungen, Kommentare „unter der Gürtellinie“, das Ignorieren von Streitthemen oder eben Geringschätzung. Sie sind sozusagen die apokalyptischen Reiter der Liebe. 

4. Zukunftspläne schmieden – immer und immer wieder

Das „Wir-Gefühl“ ist, was Liebende auf ewig verbindet. Dieses kann gestärkt werden, indem ihr gemeinsame Pläne für die Zukunft schmiedet. Das können Hochzeitspläne sein, ein Kinderwunsch, der Kauf eines Eigenheims oder einfach ein Urlaub im Sommer. Es kommt weniger auf das „Was“ an als darauf, an einem Strang zu ziehen und gemeinsam Ziele zu verfolgen sowie zu erreichen. Allerdings kann das Leben anders verlaufen als erwartet und deshalb kann es notwendig werden, diese Pläne immer wieder anzupassen. Wo ein Zukunftsplan verworfen wird oder erreicht wurde, sollte aber keine Leere einziehen, sondern dann braucht ihr eben einen neuen Plan. Hört also niemals auf, zusammen in die Zukunft zu blicken, sozusagen in dieselbe Richtung, selbst an eurer Himmelshochzeit – metaphorisch gesprochen. 

5. Die Macht der Kompromisse kennen…

Sich auf eine Beziehung einzulassen, bringt unweigerlich Kompromisse mit sich. Welche das sind, muss jedes Paar für sich vereinbaren. In den meisten Fällen bedeutet eine Beziehung, sich nicht mehr mit anderen einzulassen, einen Großteil der Freizeit gemeinsam zu verbringen, sich eine Wohnung zu teilen oder ähnliche Kompromisse. Sie können etwas Tolles sein, eben dieses „Wir-Gefühl“, das für die Liebe so wichtig ist. Sie können aber auch zur Belastung werden und dann solltet ihr euch fragen, ob ihr diese Beziehung wirklich wollt. Denn sich zu lieben, heißt auch, gerne solche Kompromisse einzugehen und selbst manchmal zurückzustecken, um als Paar glücklich(er) zu sein. Ihr solltet Kompromisse daher als etwas Positives betrachten, dann werdet ihr für alle Herausforderungen eine Lösung finden. Allerdings ist es wichtig, dass beide Partner solche Kompromisse eingehen und nicht immer nur einer von beiden seinen Willen durchsetzt. 

6. …aber ohne Kompromisse hintereinander stehen

Keine Kompromisse sollte es hingegen bei einer Sache geben: sich gegenseitig den Rücken zu stärken. Als Paar seid ihr ein Team und das bedeutet, hintereinander zu stehen – selbst, wenn ihr mal nicht derselben Meinung seid. Denn den Partner oder die Partnerin vor anderen Personen kleinzureden, sich im Job nicht zu unterstützen, nicht aneinander zu glauben oder ähnliche Verhaltensweisen lassen die Liebe sterben. „Wir gegen den Rest der Welt“, sollte daher das Motto lauten. Immer!

7. Herausforderungen gemeinsam meistern

Diese Motto ist auch wichtig, um alle Herausforderungen als Paar zu meistern. Denn davon werden auf eurem gemeinsamen Lebensweg viele warten. Typische Beispiele sind gemeinsame Kinder, die Finanzierung eines Eigenheims, gesundheitliche Probleme oder die Pflege von Angehörigen. Herausforderungen können also positiver und negativer Art sein, sie erfordern aber in jedem Fall, dass ihr gemeinsam eine Lösung findet und euch aufeinander verlassen könnt. So kann beispielsweise eine häusliche Pflege für die Angehörigen und damit für die Beziehung zur Belastungsprobe werden. Dann gilt es, sich gegenseitig zu unterstützen und zu entlasten. Dennoch müssen die Erwartungen realistisch bleiben, sprich solche Probleme können und sollten nicht vollständig auf den Partner beziehungsweise die Partnerin abgewälzt werden. Es ist stattdessen auch wichtig, andere Möglichkeiten zu suchen, um externen Beistand zu finden – um dadurch wiederum die Beziehung zu entlasten. Das gilt natürlich nicht nur für die häusliche Pflege, sondern ebenso für alle anderen Herausforderungen, die das Leben bereithält. Liebe ist also nicht immer nur leicht und rosarot. Auch solch schwierige Phasen kann es geben, aber wenn ihr diese gemeinsam meistert, werdet ihr als Paar gestärkt aus dieser Erfahrung hervorgehen und die Liebe kann weiter wachsen. 

8. Sich Zeit nehmen für die Liebe und sich selbst

Zwischen all diesen Verpflichtungen im Alltag kann es passieren, dass ihr kaum noch Zeit für euch als Paar oder alleine habt. Beides ist aber wichtig. Nur, wenn ihr Zeit miteinander verbringt, könnt ihr die Liebe erhalten und stärken. Ihr solltet daher immer (!) einen Zeitraum für „Quality Time“ als Paar blockieren, vielleicht den Samstagabend, vielleicht die Stunde nachdem die Kinder ins Bett gebracht wurden oder vielleicht ein verlängertes Wochenende im Romantik-Hotel. Zeit ist schließlich eine Frage der Prioritäten und es gilt, eurer Liebe oberste Priorität zu geben. Ebenso ist es aber wichtig, hin und wieder auch Zeit für sich selbst zu haben, um sich nicht eingeengt zu fühlen und sich auch unabhängig vom Partner beziehungsweise der Partnerin entfalten zu können. Dann wisst ihr die Zeit zusammen anschließend wieder umso mehr zu schätzen. Auf die richtige Balance kommt es also an!

9. Intimität wieder aufleben lassen, und wieder, und wieder!

Last but not least, darf das Feuer im Schlafzimmer niemals erlöschen. Auch, wenn ihr müde seid. Auch, wenn die Schmetterlinge weg sind. Auch, wenn Sex nicht mehr das Wichtigste in der Beziehung ist – wichtig bleibt er trotzdem und deshalb solltet ihr euch immer wieder anstrengen, ihn regelmäßig und aufregend zu erhalten. Ein bisschen Kreativität reicht dafür schon aus und die körperliche Nähe wird euch auch emotional (wieder) näherbringen.
 

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