Bereit für ein Kind? Was sich mit einem Baby verändert

Die Frage, ob du wirklich schon bereit für ein Baby bist, ist nicht unbedingt leicht zu beantworten. Schließlich stellt ein Baby dein Leben komplett auf den Kopf: Es wird viele Veränderungen geben – und mit denen musst du zurechtkommen. Wir verraten dir, was sich mit einem Baby alles verändert und worauf du dich einstellen musst.

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Du hast weniger Zeit mit deinem Partner

Ein Baby beansprucht den ganzen Tag deine Aufmerksamkeit, schlimmstenfalls auch noch die ganze Nacht. Der Schlafmangel trifft frisch gebackene Eltern besonders hart und macht auf Dauer beide übermüdet, gereizt und angespannt. Das kann er sogar zur echten Zerreißprobe für die Partnerschaft werden. Dazu kommt, dass du kaum Zeit mit deinem Partner verbringst, weil entweder das Baby im Vordergrund steht oder ihr beide völlig erschöpft auf der Couch döst.
 
Mach dir daher immer wieder bewusst: Irgendwo zwischen füttern, Windeln wechseln und Schlaflieder singen ist da noch eure Partnerschaft, die ebenfalls Aufmerksamkeit braucht. Damit ihr euch nicht nur noch als Mami und Papi wahrnehmt, ist es sehr wichtig, dass ihr euch bewusst Zeit zu zweit nehmt und euch zwischendurch nur mit euch als Paar beschäftigt. Selbst wenn das nur ein ausgedehnter Spaziergang ist oder ein gemütliches, gemeinsames Essen. 
 

Du kannst nicht mehr über deine Freizeit bestimmen

Ein Baby beeinflusst auch, wie du deine Freizeit verbringst. Allen voran dein Schlafpensum: Sobald dein Kind auf der Welt ist, wirst du für lange Zeit auf deine geliebte Nachtruhe verzichten müssen. Volle Windel, Hunger, Bauchschmerzen oder einfach nur das Bedürfnis nach Nähe – irgendwas ist eben immer.
 
Generell richtet sich dein Tagesablauf nur noch nach dem Rhythmus und den Bedürfnissen des Babys: Spazieren gehen mit dem Kinderwagen, sich mit anderen Müttern und ihren Babys treffen oder Aktivitäten wie die Krabbelgruppe oder das Babyschwimmen. Später kommen noch Ausflüge zum Spielplatz dazu. Auf deine eigenen Hobbys und andere Freizeitaktivitäten wirst du erst einmal verzichten müssen, solange das Baby noch klein ist.
 
Schwierig wird es auch, sich mit Freunden zu treffen. Planen und Verabredungen einhalten ist mit einem Baby einfach nicht drin oder zumindest nur selten. Noch schwieriger wird es, sich spontan auf einen Plausch zu treffen. Doch wenn das Baby abgestillt ist, wird es leichter, die sozialen Kontakte zu pflegen. Dann kann auch mal ein Babysitter einspringen.
 

Du musst die Wohnräume umgestalten

Wenn sich ein Baby ankündigt, musst du zwangsläufig deine Wohnräume umgestalten. Zumindest spätestens dann, wenn dein Kind zu krabbeln anfängt und seine Umgebung auf eigene Faust entdecken will. Denn viele Dinge, die sich in einem Haushalt befinden, können für Kinder richtig gefährlich werden. Alles, was nicht in die kleinen Hände geraten soll oder nicht kaputtgehen darf, sollte daher außer Reichweite gebracht werden.

Giftige Substanzen im Haus entfernen

In einem Haushalt lauern viele Gefahren für Kinder. Einige davon sind giftige Substanzen – und davon gibt es mehr als man meinen könnte. Achte darauf, Reinigungs- und Putzmittel so aufzubewahren, dass dein Kind nicht drankommt. Am besten in einem abschließbaren Schrank. Wegen der bunten Farben ziehen solche Mittel Kinder geradezu magisch an, doch der Verzehr kann zu Vergiftungen und Verätzungen führen. Manchmal reicht der Hautkontakt schon aus, um eine Reaktion hervorzurufen. Auch Medikamente, Kosmetikprodukte und Waschmittel sollten nicht für Kinder erreichbar sein.
Es gibt sogar einige Pflanzen, die für Kinder schädlich sind. Wenn sich Nachwuchs ankündigt, solltest du also unbedingt überprüfen, welche Pflanzen in deinem Haus und im Garten wachsen, und giftige Exemplare zur Sicherheit möglichst entfernen. So kann es sein, dass selbst deine Lieblingspflanze dran glauben muss.

Strom unzugänglich machen

Damit dem Nachwuchs nichts passiert, wenn er im Haus unterwegs ist, solltest du vor allem verhindern, dass dein Baby in Kontakt mit Strom kommen kann. Strom ist eine der größten Gefahrenquellen für Babys und Kleinkinder. Achte daher darauf, dass jede Steckdose mit einer Kindersicherung versehen ist. Sie hat eine Drehmechanik, die die Steckdose verschließt, sobald der Stecker gezogen wird. So kann nichts passieren, wenn die kleinen Finger an die Steckdose geraten.
 
Babys entdecken ihre Welt aber nicht nur mit den Händen, sondern auch mit dem Mund. Selbst Kabel knabbern sie an, was aber zu einem gefährlichen Stromschlag führen kann. Aus diesem Grund sollten in deiner Wohnung in Reichweite des Kindes keine Kabel herumliegen oder hängen. Ein krabbelndes Kind, das sich an einem hängenden Kabel hochzieht, kann elektrische Geräte herunterreißen und sich schwer verletzen. Außerdem werden Kabel auf dem Boden schnell zur Stolperfalle für kleine Kinder, die darüber laufen.  Um das zu verhindern, solltest du die betreffenden Räume mit Sockelleisten und Kabelkanälen ausstatten.
 

Verletzungen vorbeugen

Leider lauern im Haushalt noch mehr Gefahren für Kinder, die sich nur mit entsprechenden Umbaumaßnahmen bannen lassen. Die sind zwar notwendig, damit sich dein Baby nicht verletzen kann, gehen aber auf Kosten deiner Einrichtung. Nicht abschließbare Schranktüren und Schubladen solltest du mit speziellen Riegeln ausstatten. Sie verhindern, dass dein Nachwuchs den Inhalt zu fassen bekommt. Der kann nämlich sehr gefährlich werden. Etwa, weil es sich um giftige Substanzen handelt oder um zerbrechliche Gegenstände, an deren Scherben sich dein Kind verletzen kann. Auch wichtige Dokumente sollten nicht in Kinderhände geraten.
 
Wenn dein Kind anfängt zu krabbeln, solltest du die Treppenstufen unzugänglich machen. Dabei helfen Babygitter, die an jedem Treppenende angebracht werden. So kann dein Baby nicht unbeaufsichtigt auf die Stufen krabbeln und gefährlich stürzen. Sobald dein Kind an die Türklinke drankommt, ist es sinnvoll, die Türklinken so zu montieren, dass der Griff senkrecht statt waagerecht steht.  Das ist vor allem bei Türen, die nach draußen führen, wichtig und bei Räumen, die das Kind nicht alleine betreten darf. Spezielle Kunststoffaufsätze verhindern außerdem, dass sich dein Kind an scharfen Kanten von Tischen oder Küchenschränken verletzen kann.  
 

Du kannst dein Geld nicht mehr beliebig ausgeben

Ein Kind kostet ein kleines Vermögen, bis es finanziell komplett eigenständig ist. Alleine bis zum 18. Lebensjahr sind das im Durchschnitt rund 148.000 Euro pro Kind. Bis dein Kind finanziell von dir unabhängig ist, können aber noch ein paar Jahre vergehen. Oft dauert das bis zum 25. Lebensjahr.
 
Die monatlichen Ausgaben fallen unterschiedlich hoch aus, je nach Lebensphase des Kindes. Unterteilt wird bei der Rechnung in Baby und Kleinkind, Schulkind und Teenager. In der ersten Phase fallen monatlich rund 587 Euro an. In der zweiten Phase steigen die Kosten auf 686 Euro pro Monat und in der dritten Phase liegt der monatliche Betrag bei etwa 784 Euro. Noch dazu kommt, dass diese Zahlen sich nur auf die privaten Konsumausgaben beziehen. Dazu zählen die Kosten für Nahrungsmittel, Bekleidung, Gesundheit, Spielzeug und Kinderbetreuung. Sämtliche Kostenpunkte, die über die Konsumausgaben hinausgehen, sind hier noch nicht miteingerechnet.
 
Du siehst, ein Kind zu bekommen, stellt auch in Bezug auf deine finanzielle Situation eine Herausforderung dar. Es gibt zwar diverse Möglichkeiten, dir finanzielle Unterstützung zu holen, dennoch können nur die wenigsten Eltern ihr Geld beliebig ausgeben. Eher heißt es: dem Shopping-Drang widerstehen und die Ausgaben gut im Auge behalten.
 

Du trägst die Verantwortung für ein Leben

Wenn du dir ein Baby wünschst, musst du dir darüber im Klaren sein, dass die Entscheidung, ein Kind zu bekommen, weitreichende Folgen für dein Leben und das deines Partners hat. Der wohl wichtigste Punkt ist die Tatsache, dass du ab der Schwangerschaft die Verantwortung für ein Menschenleben trägst. Und das jedenfalls so lange, bis es erwachsen ist und mit beiden Beinen im Leben steht.
 
Bis dahin bist du für dein Kind verantwortlich –  an jedem einzelnen Tag und in jeder Situation. Du hast als Elternteil die Pflicht, für dein Kind zu sorgen, es zu erziehen, dich mit ihm zu beschäftigen und auf es aufzupassen. Wenn du deine elterliche Aufsichtspflicht nachweislich vernachlässigst und möglichweise sogar andere dadurch einen Schaden davontragen, kann das im schlimmsten Fall strafrechtliche Konsequenzen haben.
 
Der Kinderwunsch sollte also nicht aus einer reinen Laune heraus entstehen, sondern eine gut überlegte Entscheidung sein. Schließlich kannst du dein Kind nicht einfach wieder abgeben, wenn es dir selbst gerade nicht so gut geht oder du einfach keine Lust dazu hast, dich um dein Kind zu kümmern. Denn sind wir ehrlich, solche Phasen hat jeder Elternteil. Aber dann heißt es: Zähne zusammenbeißen und weitermachen, weil du für dein Kind verantwortlich bist.