Eizellenspende als letzte Hoffnung? Mit der Eizellenspende zum Wunschkind

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wenn es mit dem Wunschkind nicht klappt - zum Beispiel die Eizellenspende. Wie das funktioniert und was genau das ist, erklären wir euch hier.

Eizellenspende

Was ist eine Eizellenspende?

Mit der Eizellenspende können kinderlose Paare endlich wieder Hoffnung auf ihr Wunschkind schöpfen. Oftmals ist die Eizellenspende der letzte Ausweg. In Deutschland ist die Eizellenspende noch nicht legalisiert und somit immer noch verboten. Jedoch gibt es viele andere Länder, in denen es möglich und legal ist. In erster Linie ist die Eizellenspende für Frauen gedacht, bei der die Eierstöcke selber keine Eizellen mehr produzieren können. Das kann krankheitsbedingt oder aufrgund hormoneller Umstellung der Fall sein. Aber auch psychische Probleme oder ein hohes Alter der Frau können die Ursache sein. Bei der Eizellenspende werden der Spenderin Eizellen entnommen und diese auf künstlichem Wege, deshalb auch der Begriff künstliche Befruchtung, mit dem Sperma des Partners, oder eines Samenspenders befruchtet. Einige Tage später wird die befruchtete Eizelle direkt in die Gebärmutter gepflanzt.

Wie funktioniert eine Eizellenspende?

Bei der Eizellenspende wird die Spenderin mit Hormonen behandelt. Dieses dient dazu, dass mehrere Eizellen gleichzeitig heranwachsen. Bevor mit einer Hormonbehandlung begonnen wird, muss sich die Spenderin einigen Untersuchungen unterziehen. Die Spenderin wird auf verschiedene Krankheiten untersucht zu denen HIV, Syphilis sowie Hepatitis B und C zählen. Zudem ist sie verpflichtet, wahrheitsgemäß einige Fragebögen auszufüllen, in denen es unter anderem darum geht, ob in der Familie Erbkrankheiten vorhanden sind. Nach einer erfolgreichen Hormonbehandlung wird der Eisprung mittels einer Spritze ausgelöst. Nach ca. 36 Stunden werden der Spenderin die Eizellen via einer Eizellenpunktion entnommen. Da es für die Spenderin recht schmerzlich werden kann, wird ihr ein Schmerzmittel oder eine kurzzeitige Narkose gegeben. Die Spenderin muss sich nach der Punktion noch für etwa zwei Stunden in der Praxis ausruhen und darf dann wieder die Praxis oder das Klinikum verlassen.

Was passiert nach der Eizellenspende?

Das Paar mit dem Kinderwunsch bekommt vor der Eizellenpunktion Informationen darüber, wann das ganze stattfindet. Der Partner wird an diesem Tag in der Praxis oder Klinik ebenfalls mit anwesend sein, um dort sein Sperma abzugeben. Das Sperma wird in einem entsprechenden Behälter solange warm gehalten, bis es mit der Eizelle zusammengeführt oder direkt in die Eizelle gespritzt wird. Findet eine Befruchtung statt und somit die Zellteilung, wird das Paar gebeten in die Praxis zu kommen. Das geschieht meist drei, bis fünf Tage nach dem die Eizelle mit dem Sperma befruchtet wurde. Das Embryo wird der Frau direkt in die Gebärmutter gesetzt. Hierbei hat die Frau keinerlei Schmerzen und spürt vom Eingriff Nichts. Sie kann auch sofort wieder nach Hause gehen. Manche verlangen eine Schonzeit an diesem Tag. Andere sagen es ist gut, wenn der Tagesablauf ganz normal weiter stattfindet. Für welche Methode ihr euch entscheiden solltet, könnt ihr mit eurem Gynäkologen besprechen.

Wo kann ich Spenderin werden und wo könnte ich selber eine Eizelle gespendet bekommen?

Um Spenderin zu werden, musst du mindestens 18 Jahre alt sein. Du solltest nicht älter als 35 Jahre alt sein. Länder, in denen die Eizellenspende erlaubt ist, sind: Niederlande, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Schweden, Polen, Slowakei, Belgien, Ukraine und die Tschechische Republik. Seit 2015 ist es auch in Österreich zugelassen. Solltet ihr euch für eine Eizellenspende entscheiden, sprecht mit eurem Gynäkologen. Vielleicht kann er euch eine gute Klinik nennen. Solltet ihr nicht wissen, wo ihr die Eizellenspende durchführen lassen wollt, könnt ihr über das Internet verschiedene Kliniken kontaktieren. Viele Kliniken führen bereits über Skype Informationsgespräche. Somit ist es nicht nötig mit dem behandelnden Arzt nur vor Ort in Kontakt zu treten. Über E-Mail werdet ihr gebeten einen Termin, der Euch vorgeschlagen wird, für das Skype Informationstreffen anzugeben. Während dieser Skype Sitzungen habt ihr die Möglichkeit, den behandelnden Arzt kennenzulernen, sowie die Behandlungsmethode und alles, was ihr darüber wissen wollt, zu erfahren.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Kosten sind von Land zu Land völlig verschieden. Spenderinnen bekommen zum Beispiel in Spanien und Tschechien zwischen 600 und 900 Euro. Niederlande, Schweden, Frankreich und Großbritannien zahlen keine Vergütung für Eizellenspenderinnen. In den USA bekommen Spenderinnen sogar zwischen 5000 und 8000 Dollar als Aufwandsentschädigung. Das liegt aber wohl auch daran, dass die Eizellentnahme unter einer Vollnarkose stattfindet, die natürlich Risiken mit sich bringt. Die Preise für eine künstliche Befruchtung mit einer Eizellenspende sind sehr hoch. So zahlt man in osteuropäischen Ländern zwischen 4000 und 8500 Euro für eine Behandlung, während Spanien sogar zwischen 7000 und 9500 Euro berechnet. Unterkunft, Verpflegung, Reisekosten – all dieses kommt noch hinzu. Da könnt ihr locker mit bis zu 10000 Euro für eine Behandlung rechnen. Die meisten Kliniken akzeptieren bereits Ratenzahlungen. Am besten stellt ihr vorab Vergleiche der verschiedenen Kliniken und sucht euch so das günstigste oder das, was am besten zu euch passt, heraus. Da Niederlande an Deutschland angrenzt, ist es sogar möglich für die Tage, an denen man anwesend sein muss, hin und her zu reisen. Damit könnt ihr euch schon einiges an Kosten sparen.

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