Lust und Leidenschaft Viagra für Frauen

Wie soll guter Sex funktionieren - zwischen Job und Kindern, Haushalt führen und Freunde treffen und … eigentlich immer müde sein? Wir verraten euch, wie der Sex in der Beziehung heißt bleibt.

Sex in der Beziehung

Die Pharma-Industrie wittert seit Langem ein lukratives Geschäft mit der sensiblen weiblichen Lust und arbeitet an einer Art „rosa Viagra“. Ein deutscher Hersteller testete gerade ein Präparat mit dem Botenstoff Serotonin an 1400 libidoschwachen Frauen. Tatsächlich stieg die Zahl ihrer befriedigenden Sexerlebnisse von 2,8 auf 4,5 im Monat. Eine Gruppe, die ein Placebo einnahm, erlebte allerdings auch eine Steigerung auf beachtliche 3,7 Mal – was die Schlussfolgerung zulässt, dass Psyche und Erwartungshaltung bei der weiblichen Sexualität eine große Rolle spielen. US-Experimente mit Testosteron lieferten bei Frauen ähnlich diffuse Ergebnisse: Das Medikament löste bei ihnen zwar körperliche Anzeichen von sexueller Erregung aus – trotzdem berichteten viele Testerinnen, dass sie sich dennoch nicht wirklich „angemacht“ fühlten.

„Viagra für Frauen? Quatsch! Das macht uns gar nicht an“

Bei Frauen ist Erotik eben in erster Linie Kopfsache. Sexuelles Verlangen hängt bei uns von unzähligen Dingen ab: an welchem Zeitpunkt unseres Monatszyklus wir uns befinden. Davon, wie wohl wir uns gerade in unserer Haut fühlen. Und natürlich, was um uns herum passiert. „Frauen, die sagen, dass sie zu müde zum Sex sind, sind meist zwischen Ende 20 und Anfang 60“, erklärt Mintz, „und sie sind ständig dabei, die Anforderungen zwischen ihrem Job, Kindern und anderen Dingen zu jonglieren. Und alle haben abends das Gefühl, dass ihnen die Energie für Sex fehlt, wenn sie erschöpft ins Bett kriechen.“ Dazu trägt noch ein zweites typisches Frauenproblem bei: Wir sind viel besser darin, uns um andere zu kümmern als um uns selbst. „Sexuell zu empfinden setzt aber voraus, dass man sich auf nichts als auf sich konzentriert – und dazu muss man umschalten können“, weiß Mintz. Schade, dass das manchmal so schwierig ist, schließlich wissen Forscher schon lange, wie gesund ein reges Liebesleben ist: Sex ist gut fürs Immunsystem, fördert tiefen Schlaf, senkt das Risiko von Krebs, Depressionen und hohem Blutdruck. All das sollte für uns eine Motivation sein, häufiger mit unserem Partner zu kuscheln – eigentlich.

Nun ist es ja nicht so, dass wir uns selbst zu etwas überreden wollen, was uns keinen Spaß bereitet. Wenn wir von Grund auf wissen, wie verdammt schön wir die Bettgymnastik eigentlich finden, brauchen wir vermutlich einfach ein paar Denkanstöße. Denn: So geduldig unser Partner sein mag – schläft die körperliche Beziehung ein, fehlt etwas. In einer Studie der Uni Göttingen, ebenfalls für das „Theratalk“-Projekt, nannten 79 Prozent der fremdgehenden Männer „Flaute im Ehebett“ als Seitensprung-Grund. Und das, obwohl über 80 Prozent von ihnen beteuern, ihre Frau trotzdem zu lieben. Es ist also nicht Hopfen und Malz verloren, wenn man sich ein wenig Nachhilfe von Laurie B. Mintz holt.

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