Tipps für Sex-Quickies Qualität ist nicht gleich Quantität

Überraschung: Schneller Sex kann die Liebe retten! Viele schwören gerade in Langzeitbeziehungen auf den Quickie. Und manchmal findet sie ihn einfach nur praktisch: „Das Leben ist kurz. Warum sollte es der Sex nicht auch sein?“

Sex-Therapie

Qualität ist nicht gleich Quantität

Dass Qualität nichts mit Quantität (gemessen in der Beischlaf-Dauer) zu tun hat, musste ich allerdings auch erst lernen. Zwischen Anfang 20 und Schwangerschaft 1 gehörte der Quickie jedenfalls nicht gerade zu dem, was ich als „guten Sex“ bezeichnet hätte. Ich hielt ihn, gelinde gesagt, für ein wenig minderbemittelt. Ordentlicher Beischlaf hatte gefälligst einen ganzen Nachmittag zu dauern – oder zumindest die halbe Nacht. Allein das Vorspiel brachte es auf Spielfilmlänge, vom Nachkuscheln gar nicht zu reden. Und zwischendrin? Mussten wir schon zwei-, dreimal kommen. Gemeinsam. Heute sehe ich das, wie erwähnt, ein wenig anders. Nach Schwangerschaft 1 war ich nämlich froh, wenn wir überhaupt kamen. Zwei- bis dreimal im Quartal. Und sicher nicht gemeinsam, weil einer von uns immer mit einem Ohr beim Baby oder beim Handy war.

Nun könnte man sagen, dass man seine Ansprüche nach ein paar Beziehungsjahren und dem ersten Kind eben ein wenig herunterschrauben muss. Doch das Gegenteil geschieht: Je weniger Sex man hat, desto schöner, länger und spezieller sollte er sein, wenn er denn dann doch mal stattfindet. Mich hat das damals ganz schön unter Druckgesetzt. Und mein Mann war auch nicht gerade unbelastet. Mit der Zeit baute sich sogar soetwas wie Performance-Angst auf, die mit jedem „Aber morgenganz bestimmt und es wird geil“-Wunschgedanken wuchs. Ein Teufelskreis, der durch die kleinen Streits über Dreckwäsche und andere Nichtigkeiten,in denen sich unsere sexuelle Frustration entlud, nicht gerade durchbrochen wurde. Da musste erst der Quickie kommen.

 

Er kam an einem Sonntagnachmittag zur Teestunde bei Schwiegermuttern. Lust hatten wir eigentlich keine, nur die Schnauze voll von ihren Belehrungen über korrektes Stillen und die Gefahren von Schnullern. Und irgendwie schrie ihr blitzblank geputztes Badezimmer einfach danach, von uns entweiht zu werden. Also zog ich meinen Rock hoch und Jörg seine Hose runter…Was soll ich sagen: Es war geil, aufregend und neu. Sowie damals, als wir es oft gar nicht aus den Kleidern und bis ins Bett schafften, sondern an Ort und Stelle übereinander herfielen – auch auf die Gefahr hin, entdeckt zu werden.

Seither machen wir es mindestens einmal in der Woche. Kurz, knapp und einfach so. Wir warten nicht mehr drauf, dass uns die Lust zwischen 50-Stunden-Woche und Rund-um-die-Uhr-Elternschaft irgendwann schon finden wird. Sie tut es nämlich nicht. Aber sie kommt, wenn man sie sucht. Man muss einfach anfangen, dann macht’s auch Spaß – ganz von selbst. Mittendrin und hinterher ist es (mir) jedenfalls völlig wurscht, ob da vorher ein sehnsuchtsvolles Ziehen im Unterleib zu spüren war oder nicht. Und am Ende fühle ich mich befreiter, energiegeladener, weil rein körpertechnisch Stresshormone ab- und Immunzellen aufgebaut werden. Laut schottischen Forschern lässt regelmäßiger Sex einen auch gleich um Jahre jünger aussehen. Was will Frau mehr?

 

Autor: Natalie Weber