19. Juni 2019
Vorsicht Raupe: Eichenprozessionsspinner hoch giftig

Vorsicht Raupe: Eichenprozessionsspinner hoch giftig

Sie sehen harmlos aus, sind aber extrem giftig: Eichenprozessionsspinner! Die Raupe des Eichenprozessionsspinner-Schmetterlings verbreitet sich extrem schnell und nimmt ganze Städte in Beschlag. Bereits mehrere Kinder mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

© fotolia

Was macht die Eichenprozessionsspinner Raupe so gefährlich?

Eigentlich sehen die kleinen Insekten relativ harmlos aus – doch der Schein trügt. Die Eichenprozessionsspinner sind extrem giftig und können beim Menschen gefährliche Allergien auslösen. Wie fast jede Raupe durchlaufen auch Eichenprozessionsspinner verschiedene Stadien. Im dritten Larvenstadium entwickeln die Raupen ihre Brennhaare, welche mit Widerhaken versehen sind. In den Widerhaken befindet sich das Nesselgift Thaumetopein, was sowohl für Menschen als auch für Tiere giftig ist. Die Brennhaare dringen leicht in die Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit den Widerhaken fest.

Die größte Gefährdung besteht im direkten Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinners im Stadium von Mai bis ende Juni. Das tückische jedoch ist, dass die Häutungsnester und die Verpuppungsgespinste eine ganzjährige Gefahrenquelle darstellen. Das Toxin der Brennhaare ist über mehrere Jahre aktiv – somit kann auch Brennholz aus belagerten Regionen gefährlich werden.

Symptome bei Infektion durch Eichenprozessionsspinner

Wer in den betroffenen Regionen wohnt, sollte sich durchgehend informieren, an welchen Orten Eichenprozessionsspinner gesichtet wurden. Denn ein direkter Kontakt mit den Tieren, den Nestern oder den Gespinsten kann schlimme Folgen haben. Mögliche Folgen des Nesselgifts sind:

  • Bronchitis und/oder Asthma
  • Schwindel
  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Bindehautentzündung

Diese Regionen sind stark gefährdet oder betroffen

Wie Experten bereits im Frühjahr vermuteten, hat der Ausbruch der Eichenprozessionsspinner Raupe neue Ausmaße angenommen. Waren es im letzten Jahr noch knapp 90 betroffene Standorte in Essen, so wurden in den letzten paar Wochen bereits über 40 Häutungsnester und Gespinste gesichtet und beseitigt. Zu den gefährdeten Bundesländern zählen: Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Berlin, Hessen, Rheinland Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, und Mecklenburg Vorpommern.

Folgen der Eichenprozessionsspinner Raupe in Nordrhein-Westfalen

  • In Bochum musste eine Schule vorübergehend geschlossen werden, da Bäume auf dem Schulhof von Eichenprozessionsspinnern befallen waren.
  • In Essen wurden über 40 Nester in wenigen Wochen bereits entdeckt, im Vergleich dazu, gab es im ganzen letzten Jahr nur 91.
  • In Mühlheim gab es neun verletzte Schulkinder nach einem Sportfest. Drei der Kinder mussten sogar ins Krankenhaus kommen.
  • In Münster wurde das 24-Stunden-Rennen Münster Day & Night abgesagt, da auf dem Gelände Bäume von der Eichenprozessionsspinner Raupe befallen sind.
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