Neue Verdachtsfälle von tödlicher Kinderkrankheit Masern-Ausbruch: 400 mögliche Kontaktfälle – Kita- & Schulverbot

Masern – in Wuppertal gibt es einen neuen Verdachtsfall. Mehr als 400 mögliche Kontaktpersonen wurden vom Gesundheitsamt benachrichtigt. Nun gibt es ein Schul- und Kitaverbot für Betroffene und Nicht-Geimpfte.

 

Masern

Ernste Lage in Westdeutschland

Fast zehn Fälle sind nun in Westdeutschland gemeldet worden und das in nur drei Wochen. Obwohl die Anzahl von Infektionen in Deutschland im Laufe der letzten Jahre zurückgegangen ist, herrscht vor allem in Wuppertal eine Art Ausnahmezustand. Um die Lage in den Griff zu bekommen, hat das Gesundheitsamt in Wuppertal nun ein dreiwöchiges Betretungsverbot für Kitas und Schulen ausgesprochen – nicht geimpfte Personen dürfen für mindestens 21 Tage, der maximale Zeitraum zwischen Kontakt und Ausbruch, keine dieser Einrichtungen betreten. 

Als weitere Maßnahme hat das Gesundheitsamt über 400 Personen ermittelt, die möglicherweise mit infizierten Personen in Kontakt gekommen sind. Diese werden dringend dazu aufgerufen die gegebenenfalls erforderliche Komplettierung ihres Impfschutzes durchzuführen.

Kita- und Schulverbot in Wuppertal

In einer Pressemeldung der Stadt heißt es: "Für nicht ausreichend immunes Personal und für nicht zweimalig gegen Masern geimpfte Kinder und Jugendliche musste das Gesundheitsamt vorsorglich ein Betretungsverbot über 21 Tage für Kindertagesstätten und Schulen aussprechen. Dies ist der maximale Zeitraum zwischen Kontakt und Ausbruch der Erkrankung." Nun hofft die Leiterin des Gesundheitsamtes, dass der Masern-Ausbruch, aufgrund der anstehenden Sommerferien, zurückgeht.

So gefährlich ist die tödliche Kinderkrankheit

Was viele nicht wissen, Masern ist eine sehr ernst zu nehmende Kinderkrankheit, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Ähnlich wie bei einer Erkältung werden Masern durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen, durch Sprechen, Husten oder Niesen, übertragen. Masern beginnt mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Husten, Schnupfen und Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum. Erst später kommt es zu dem charakteristischen Hautausschlag. Weltweit sterben pro Tag etwa 400 Kinder an Masern. Damit ist die Krankheit eine der Hauptursachen für erhöhte Kindersterblichkeit. 

Masern-Partys und Impflücken in Deutschland

Das Erschreckende ist – es gibt immer noch Masern-Partys hier bei uns in Deutschland. Im Klartext heißt das, es wird ein Treffen organisiert, bei dem sich Kinder gegenseitig mit Masern anstecken sollen, damit alle Kinder in dem Umfeld "gleichzeitig durch sind". Steckt sich ein Kind nicht an, gilt die Party als Immunisierung gegen die Krankheit. Wer bereits einmal infiziert war, kann sich kein zweites Mal anstecken. 

Da es in Deutschland keine Impfpflicht gegen Masern gibt, sind gut 14 Prozent aller Kinder des Jahrgangs 2012 gefährdet, sich mit der tödlichen Kinderkrankheit anzustecken.