8. April 2021
Nachhaltige Schuhe – ein Ratgeber für bewusstes Einkaufen

Nachhaltige Schuhe – ein Ratgeber für bewusstes Einkaufen

Der Nachhaltigkeitstrend zieht sich durch alle Lebensbereiche und reicht von der Auswahl der Bank über die Gestaltung des Urlaubs bis hin zum Kauf von Lebensmitteln. Auch unsere Bekleidung rückt mehr und mehr in den Fokus, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Schuhe, für die meisten Frauen das wichtigste Fashion-Piece, sind ebenso vom Nachhaltigkeitsgedanken betroffen. Der Ratgeber liefert Informationen für den bewussten Schuhkauf.

Schuhbranche wächst stetig, Arbeitsbedingungen nicht immer optimal

Die Schuhbranche boomt und wächst von Jahr zu Jahr weiter. Im Jahr 2019 wurden über 24 Milliarden Paar Schuhe hergestellt, von denen der größte Anteil in Europa verkauft wurde. Schuhe zu produzieren ist arbeitsintensiv und somit teuer, weil viele Produktionsschritte manuell erledigt werden. Aus diesem Grund orientieren sich Schuhproduzenten in Niedriglohnländer, um Kosten zu sparen.

Eines der Probleme ist, dass nachweislich nicht mehr als 2 % des Verkaufspreises von Schuhen als Lohn in die Hände der Arbeiterinnen und Arbeiter fließen. Nachhaltigkeit in der Mode hat zum einen etwas mit der Umwelt zu tun, zum anderen aber auch mit der Fairness gegenüber allen Beteiligten in der Produktionskette. Das bedeutet, dass nachhaltige Mode etwas preisintensiver ist, da alle Beteiligten fair bezahlt werden müssen. Ausbeutung von Niedriglohnempfängern ist ein k.-O.-Kriterium. Es ist in keinem Fall Bestandteil nachhaltiger Schuhproduktion.

Was sind nachhaltige Schuhe?

Nachhaltige Schuhe erfüllen verschiedene Aspekte. Zum einen sollten Sie aus umweltfreundlichen Rohstoffen hergestellt werden. Ressourcenschonende Herstellungsverfahren sind dabei optimal. Das bedeutet im Übrigen, dass natürliches Leder bei nachhaltigen Schuhen oftmals nicht zu finden ist. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen wird bei der chemischen Gerbung vielfach Chrom III verwendet. Dies kann unter Umständen zu Chrom VI oxidieren. Chrom VI ist krebserregend und hochgiftig. 

Neben den Umweltaspekten spielt das Tierwohl ebenfalls eine Rolle. Als sogenanntes Abfallprodukt der Schlachtindustrie wirkt die Verwendung von Leder auf den ersten Blick nachhaltig. Hier greift das Prinzip, dass von einem Tier möglichst alles verwertet wird. Doch die Situation hat sich inzwischen gewandelt. Die hohe Nachfrage nach Leder hat dazu geführt, dass es kein Nebenprodukt mehr ist, sondern ein Zuchtprodukt. Tierschutzaspekte spielen unter dem Druck der Wirtschaftlichkeit oftmals keine tragende Rolle mehr.

Bei der Produktion nachhaltige Schuhe sind faire Arbeitsbedingungen wie oben bereits kurz angesprochen ebenfalls relevant. Das inkludiert die Entlohnung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Arbeitsumgebung und die Rechte der Arbeitnehmer. Wer sich für Schuhwerk entscheidet, entscheidet sich auch für Produkte, die unter menschenwürdigen Bedingungen in einer sicheren Arbeitsumgebung von arbeitsfähigen Menschen hergestellt werden.

Wie können Verbraucherinnen nachhaltig produzierte Schuhe erkennen?

Firmen, die nachhaltige Schuhe anbieten, verpflichten sich dazu, nur mit Herstellern zusammenzuarbeiten, die ganz konkret definierte Standards in punkto Arbeit, Umwelt und Soziales einhalten. Nachhaltig produzierte Schuhe werden von Menschen hergestellt, die einen gesetzlichen Mindestlohn erhalten. Die Schuhe selbst werden im Hinblick auf die Umwelt aus weitgehend unbedenklichen Materialien und unter Einsatz umweltfreundlicher Zusatzstoffe gefertigt. Auch der Tierschutz findet bei der Produktion nachhaltiger Schuhe Anwendung.

Damit Verbraucherinnen ein nachhaltiges Produkt identifizieren können, können Sie sich an verschiedenen Nachhaltigkeits- und Fair-Trade-Siegeln orientieren. Zu den bekanntesten Labeln gehört das GOTS-Siegel. Das Akronym GOTS steht für Global Organic Textile Standard. Auch der internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) hat entsprechende Qualitätszeichen geschaffen, die auf nachhaltige Mode verweisen.

Tipp: Hier können Verbraucherinnen fair produzierte Damenschuhe kaufen

Wer losziehen und shoppen will, findet online bei zuendstoff-clothing.de eine vielfältige Auswahl nachhaltiger Schuhe für Damen. Im Shop gibt es einen Ethical Fashion Bereich, der alle fair gehandelten und ökologisch produzierten Damenschuhe präsentiert. Für sportliche Verbraucherrinnen gibt es ein nachhaltiges Sortiment von Sneaker. Aber auch Clogs, Sandalen und Flip-Flops sind zu haben. Das Material reicht von Echtleder bis hin zu veganen Schuhen aus Recyclingmaterialien oder Kunstleder. So lassen sich modisch topaktuelle Schuhe auswählen, die nicht nur gut aussehen, sondern auch fair produziert werden.

Vegane Schuhe bis ins Detail?

Die wenigsten Schuhe sind tatsächlich voll vegan. Das liegt daran, dass vegan bedeutet, dass Produkte tierischen Ursprung nicht verwendet werden dürfen. Dabei geht es nicht allein um das Hauptmaterial, also um das sichtbare Obermaterial oder die Sohle. Der Teufel steckt hier tatsächlich im Detail.

Veganes Leder

Veganes Leder ist synthetisch oder es ist aus pflanzlichen Bestandteilen wie zum Beispiel Apfelleder, Kork, Hanf, Bambusfasern oder Kombucha gefertigt. Die Hersteller werden sehr kreativ und finden immer neue Ansätze. Wer sich nach veganen Materialien umsieht, wird sicherlich die ein oder andere überraschende Entdeckung machen.

Innenfutter

Wärmende Schuhe für den Winter verfügen oft über ein dickes Innenfutter. Ist dieses aus Echtleder oder aus Lammfell gefertigt, ist es nicht vegan. Glücklicherweise gibt es inzwischen nicht tierische Varianten, die rein synthetisch hergestellt werden. Vliesstoffe und Teddyfutter sind adäquate Ersatzmaterialien, die sehr gut wärmen und die keinem Tier Leid zufügen.

Klebemittel

Im Klebemittel sind oft tierische Bestandteile enthalten. Dabei handelt es sich beispielsweise um Proteine oder Milcheiweiß. Dieses wird aus Knochen, Haut oder Fleisch der Tiere hergestellt. Ob und inwieweit sich Hersteller an die Vorschriften bezüglich des Schuhklebers gehalten haben, können Verbraucherinnen nicht selbst prüfen. Hier dienen die oben genannten Siegel zur Orientierung. 

Dekorative Elemente

Verzierungen und Applikationen könnten aus Materialien tierischen Ursprung hergestellt sein. Diese werden nicht zwingend durch die üblichen Nachhaltigkeits-Siegel abgedeckt. In den Richtlinien steht sinngemäß, dass Schuhproduzenten nur die Stoffe ausweisen müssen, die den Schuh hauptsächlich ausmachen. Damit sind das Obermaterial, die Laufsohle und die Fütterung im Inneren des Schuhs gemeint.

Vegane Schuhe sind nicht automatisch nachhaltig

Verbraucherinnen, die im Alltag großen Wert auf umweltbewusstes Leben legen, gehen davon aus, dass vegane Schuhe umweltbewusst und nachhaltig sind. Doch es liegt auf der Hand, dass dies nicht der Fall sein kann. Es besteht zwar ein direkter Zusammenhang zwischen veganen Schuhen und Tierwohl. Doch ob die Schuhe unter den Aspekten Umwelt, Arbeit und Soziales nachhaltig produziert wurde, geht nicht aus dem verwendeten Material hervor. Dennoch leisten vegane Schuhe stets einen Beitrag zur Nachhaltigkeit, denn die Viehwirtschaft, die für die Produktion des Leders notwendig ist, ist einer der größten Belastungsfaktoren in puncto Umwelt. Wer auf Echtleder verzichtet, senkt somit die Umweltbelastung.

Damit vegane Schuhe dem Umweltschutz und dem Klimaschutz dienen, ist es zwingend notwendig, dass bei ihrer Produktion weder Gift eingesetzt wird noch, dass sie über lange Transportwege in die deutschen Regale gelangen. Wer nachhaltig produziertes Schuhwerk tragen will, orientiert sich deshalb umfassend an allen relevanten Aspekten.
 

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