14. Februar 2014
Online-Shopping - schnell, sicher und garantiert stylish

Online-Shopping - schnell, sicher und garantiert stylish

Schnell mal was Shoppen und dafür noch nicht mal mehr in die Stadt fahren - Dank des Internets ist das heute Standard. Welcher Online-Shop mit einem guten Service überzeugt und wo Sie die schicksten Schnäppchen schlagen - wir verraten es Ihnen.

Frau mit Laptop auf Sofa
© DragonImages, iStock/Thinkstock
Frau mit Laptop auf Sofa

Neulich hab ich endlich mal wieder eine richtig ausgiebige Shopping-Tour gemacht. Fünf Läden abgeklappert, mir gleich zehn Kleider auf Verdacht gekauft und dann schnell noch im Sale vorbeigeschaut - und das beste daran: kein lästiges Tütenschleppen. Denn dank Online-Shopping und niegel-nagel-neuer Kreditkarte hab ich das ganze am Sonntag innerhalb von einer Stunde mit hochgelegten Beinen und Latte Macchiato in der Hand vom Sofa aus erledigt. Herrlich, das schöne neue Internet-Zeitalter. Von Asos bis Zara - kaum ein Modegeschäft kommt heute ohne Netz-Präsenz aus und mit Shops wie Zalando oder Net-a-Porter haben reine Online-Händler den Markt in den letzten Jahren noch einmal komplett umgekrämpelt. Seitdem freuen sich vielbeschäftigte Shopaholics über den 24-Stunden-Service, die Multi-Tasking-Machbarkeit und die Zeitersparnis. Allein das Neinsagen will geübt sein, denn oft ist die Versuchung, die schicke Lederjacke schnell noch mit in den Warenkorb zu legen, einfach zu groß. Und auch auf folgendes sollten Sie achten:

SICHERHEIT:

  • Auf Prüf- oder TÜV-Siegel achten, die AGBs lesen und besonders bei ausländischen Shops zweimal hinsehen und eventuell auch Kundenbewertungen lesen.
  • Im Impressum darauf achten, dass Kundenhotline und E-Mail-Adresse vorhanden sind – auch wenn das kein Garant für eine reibungslose Abwicklung ist, erhöht es die Chancen.

BEZAHLUNG:

  • Die gängigste Art der Bezahlung ist via Kreditkarte (und ist somit über das Kartenunternehmen versichert, sollte doch etwas schiefgehen).
  • Wenn „per Rechnung“ angeboten wird, unbedingt diese Variante wählen, so bezahlt man erst, wenn man sich sicher ist, dass man die Ware behalten möchte.
  • Einige bieten auch die Bezahlung via Maestro Card, Paypal (ebenfalls versichert, da man den Betrag zurückfordern kann) oder per Nachnahme an – dabei aber unbedingt auf die häufig entstehenden Zusatzkosten achten.

VERSAND:

  • Je nach Land und Shop zwischen 1 und 4 Werktagen, manchmal auch einige Wochen. Vorher die Shippingkonditionen prüfen! Dann gibt’s keine Überraschung, wenn man Teile zurückschickt, die Gebühren aber trotzdem zahlen muss! Achtung: Expressversand kostet immer extra.

STEUERN & ZOLL:

  • Vorsicht bei Onlineshops aus den USA, Australien oder auch der Schweiz: Wenn man den Freibetrag des einzelnen Landes überschreitet, erhebt der deutsche Zoll Steuern bzw. Zollgebühren – unbedingt vorher beim Zoll informieren, sonst wird aus dem vermeintlichen Schnäppchen eine Luxussendung.

...UND WAS SIND SHOPPING-CLUBS?

Hier finden temporäre Verkäufe (2–4 Tage) von unterschiedlichen Marken mit Rabatten bis zu 78 Prozent vom Originalpreis statt.

  • Wie werde ich Mitglied? Entweder man lässt sich von einem Mitglied werben (dieser bekommt dann eine Prämie), oder man meldet sich einfach selbst an.
  • Wo kommt die Ware her? Meistens handelt es sich um Überschussware oder Teile, die in der Saison nicht verkauft wurden.
  • Kann ich die Ware auch zurückgeben, wenn sie mir nicht gefällt? Wie bei fast allen Onlineshops ist es kein Problem, häufig ist der Rückversand sogar kostenlos.
  • Was sind die beliebtesten Shopping-Clubs? Z.B. vente-privee.com, bestsecret.com, zalando-lounge.de, brands4friends.de oder buyvip.com

DIE BESTEN ONLINE-SHOPS

net-a-porter.com - alle Design-Träume an einem Ort

Shoppen mal anders! Net-a-porter ist kein gewöhnlicher Online-Shop. Aufgebaut wie ein Highfashion Magazin, lässt er uns garantiert keine Mode-News verpassen. 2,5 Millionen Frauen sollen es sein, die sich hier monatlich über neueste Trends informieren. Sogar über eine Shopping-Weltkarte, auf der man die Vorlieben der unterschiedlichsten Länder beobachten kann, verfügt der Shop. Internationale Labels haben hier ihr zu Hause und können per Mausklick in die ganze Welt geliefert werden. In den begehrten Paketen erwartet uns nicht nur der luxuriöse Inhalt, sondern auch eine dementsprechend hochwertige Verpackung. Das leider nicht ganz günstige Shopping-Vergnügen lohnt sich daher in jedem Fall. Denn wer ungestört zu Hause seine Lieblingsprodukte bestellen möchte, bekommt so trotz der Online-Bestellung ein tolles Einkaufserlebnis geboten.

VideDressing.com - Second Hand mit High Fashion Anspruch

Egal, ob man gerade seinen Kleiderschrank aussortieren und seine Designerteile zu Geld machen möchte oder ob man selbst auf der Suche nach preisgünstiger Luxusmode ist - der Online-Secondhand-Shop "vide dressing" ist eine Goldgrube für Käufer und Verkäufer. Experten des Online-Portals versichern eine strenge Qualitätskontrolle und überprüfen die Markenartikel auf Echtheit. Das wird dem Käufer in Form eines Zertifikats garantiert.

Fashionette.de - Neues Lieblingsteil auf Raten

Es ist diese eine Tasche, die leider das Budget sprengen würde. Dennoch muss es dieses eine Designerteil sein! Eigentlich dürften sich jetzt alle Frauen angesprochen fühlen und genau für diesen Problemfall gibt es jetzt die Lösung. Fashionette ist Europas erstes Online-Portal in dem jeder Frauentraum wahr werden kann. Egal ob Handtaschen, Schmuck oder Sonnenbrillen, hier darf man in Raten bezahlen und dabei ohne in böse Finanzierungsfallen zu tappen. Das Portal garantiert, dass der Ladenpreis bei der Ratenzahlung nicht überstiegen wird und wirbt damit, dass Frau hier sogar noch sparen kann.

Petra Shop - im Lieblingsmagazin stöbern und gleichzeitig shoppen

Wer neben dem täglichen Mode-Update gleich die aktuellen Trends shoppen will, ohne sich dabei durch sämtliche Shops klicken zu müssen, ist bei uns garantiert an der richtigen Adresse. Unser neuer Petra Shop verfügt von A-Z über etliche Marken und Produkte, die Sie sich ganz gemütlich nach Hause kommen lassen können. Hier stellen wir Ihnen jede Woche die neusten Trend-Highlights vor und liefern zu jedem Produkt eine ausführliche Beschreibung. Unseren Shop können Sie unter www.shop.petra.de besuchen.

Lajoia.de - ein Schmuckstück im Netz

Edler Schmuck ist immer teuer? Garantiert nicht! Ein echtes Juwel unter den Online-Shops ist Lajoia. Hier lässt sich von Cocktail-Schmuck bis zu edlen Klassikern alles finden und das zu bezahlbaren Preisen. Auch können wir uns im Lajoia-Magazin über die aktuellsten Schmucktrends und Stylingideen informieren. Erstklassiger Modeschmuck von trendigen Designern aus New York, Paris, Mailand und Deutschland - nur einen Mausklick entfernt.

JimmyChoo.com - erstrahlt in neuem Glanz

Alle Jimmy Choo Fans aufgepasst. Seit diesem Winter erstrahlt der Online Shop der Luxusmarke in neuem Glanz. Neben der 360°-Ansicht der aktuellen Kollektionsteile, lockt die Marke mit innovativen Features und einem neuen Redaktionskanal „Choo World“, auf welchem wir uns diverse Geschichten rund um das Label zu Gemüte führen können. Zusätzlich haben Choo-Liebhaber die Möglichkeit, einen persönlichen Wunschzettel mit allen Lieblingsprodukten online zu erstellen und selbige von auserwählten Prominenten zu lesen.

8Select.de - Personal Shopping für ihn

Dass sich die Shopping-Vorlieben von Frauen und Männern stark unterscheiden, dürfte Ihnen vom letzten Einkaufsbummel mit Ihrem Partner sicherlich noch in Erinnerung sein. Während Frauen gerne stöbern und nie direkt kaufen, geht das männliche Geschlecht meist etwas zielgerichteter vor – im Geschäft als auch online. 8select.de, ein Style-Portal für Männer, hat sich genau diese einfache Erkenntnis zur Unternehmensphilosophie gemacht. Und so funktioniert der Online-Shop: Ihr Partner beantwortet auf 8select.de zuerst einige Fragen zu seinen Größen, zu seinem bevorzugten Stil von klassisch bis casual und zu seinen Preisvorstellungen. Auf Basis dieser Angaben stellen dann geschulte Stylistinnen kostenlos komplette Outfits zusammen, die er sich anschließend in seinem persönlichen, virtuellen Showroom ansehen kann.

Etsy.de - Unikate garantiert

Der Online-Shop Etsy bezeichnet sich selbst als einen Marktplatz, bei dem Menschen aus aller Welt verbunden werden, indem sie tolle und vor allem einzigartige Sachen kaufen oder verkaufen. Und das ganze geschieht in einem charmanten Flohmarkt-Appeal. Das Ziel des Online-Shops ist es, Menschen die Möglichkeit zu geben, die Wirtschaft zu ändern. Etsy.com will dem Kommerz eine Seele geben und so die Welt ein bisschen fairer machen, indem sie handgemachte Produkte, Vintage und Künstlerbedarf von unabhängigen Designern, Künstlern und Sammlern kaufen. Das Angebot an handgemachten Produkten umfasst unter anderem Kunst, Fotografie, Mode, Schmuck, Kosmetikprodukte und Spielzeug. Um als „Vintage“ zu gelten, müssen angebotene Artikel mindestens 20 Jahre alt sein. Hier finden Sie in jedem Fall ein Unikat nach Ihrem Herzen.

Stylebop.com - erst inspirieren lassen, dann shoppen

Sie mögen es ab und an gerne etwas luxuriöser? Dann ist der Online-Shop Stylebop.com genau das richtige für Sie. Ob Taschen, Accessoires oder Kleidung – das riesige Angebot von Balmain bis Valentino verfügt über alles, was ein Fashion-Herz begehrt. Der Mode-Newsletter von Stylebop.com informiert sie regelmäßig über die neusten Trends und hält sie somit modetechnisch immer auf dem Laufenden. Sollten Sie noch etwas unsicher sein, was genau womit kombinierbar ist, finden Sie auch dafür Hilfe in diesem Online-Shop: Unter der Kategorie „Shop by Look“ können Sie sich einige Inspirationen ziehen. Die verschiedenen Unterkategorien helfen Ihnen zusätzlich dabei, das richtige Outfit für Ihren persönlichen Stil auszuwählen. So müssen Sie nicht stundenlang vor dem Standspiegel stehen und probieren, was zueinander passt. Auf der folgenden Seite lesen Sie in Interview mit Stylebop-Gründer Mario Eimuth.

ZUKUNFTS-MUSIK

Wie werden wir künftig einkaufen? Hier die fünf wichtigsten Begriffe zum Thema, die man sich vielleicht merken sollte:

AUGMENTED REALITY

Unter „erweiterter Realität“ versteht man, dass das Leben – in diesem Fall Shopping – um virtuelle Informationen ergänzt wird. Heißt, dass wir in Zukunft Kleidung virtuell am Smartphone anprobieren können. Es wird sogar daran gearbeitet, dass man Stoffe auf dem Mobiltelefon „fühlen“ kann. Verrückte Welt.

MULTI-CHANNELING

Die Vermischung von On- und Offline- shopping. „Schon heute können Kunden Produkte im Geschäft mobil kaufen und bezahlen oder im Internet bestellen und in der Filiale abholen“, sagt Alexander Brem, Professor für Ideen- und Innovationsmanagement an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

AUGMENTED IDENTITY

Unser „virtuelles Ich“ wird immer wichtiger, in sozialen Netzwerken basteln wir immer weiter daran. Das Ergebnis: Produkte werden für uns personalisiert, Facebook versucht, uns Dinge zu verkaufen, die persönlich passen. Willkommen in der Zukunft ...

CURATED SHOPPING

Darunter versteht man einen Personal Shopper im Internet, also Kuratoren, die uns nach unserem Geschmack durch das Angebot im Netz führen.

RFID-CHIPS

RFID sind elektromagnetische Wellen, die Produkte automatisch identifizieren, lokalisieren und sich in Form von Chips künftig auch in unserer Kleidung befinden werden. Sprich: Die Suche nach dem Lieblingsstück in den unendlichen Weiten des Kleiderschranks hat ein Ende. Morgens wird dann auf einem Display an der Schranktür das Outfit – auf unsere Bedürfnisse abgestimmt – zusammengestellt, dazu werden Einkaufsvorschläge gemacht.

Extra-Tipp: Noch mehr coole Online-Shops stellen wir Ihnen hier vor.

Mister Stylebop

Taschen, Schuhe, Klamotten – dieser Mann weiß, was Frauen wollen: Mario Eimuth führt Europas größten Onlineshop für Luxuslabels. Wir sprachen mit ihm über Zukunftstrends beim Shopping – und warum wir Hosen lieber im Internet bestellen. Ein Loft mitten in München. Links neben Mario Eimuths Büro wird gerade die neue Kollektion der angesagten britischen Designerin Roksanda Ilincic fotografiert. Rechts daneben werden Pakete mit feinster Designerware gepackt und in alle Welt verschickt. 600 Stück täglich sind es inzwischen, das Geschäft floriert – und wir wollen wissen, was es so Neues gibt – bei Herrn Eimuth und im Netz.

PETRA: Herr Eimuth, Sie haben vor sieben Jahren stylebop.com gegründet, kürzlich aber einen echten Laden eröffnet. Läuft es online nicht mehr so gut?

Mario Eimuth: (Lacht) Nein, das kann man nicht sagen. Wir haben ja auch kein normales Geschäft eröffnet, sondern eine Art Showroom-Konzept.

Was genau passiert denn in diesem Shop in Koblenz?

Die Kunden bekommen die Möglichkeit, sich Sachen, die sie im Internet gesehen haben, in den Laden schicken zu lassen und dort auch anzuprobieren. Es geht darum, aus der nicht fassbaren digitalen Welt noch einmal etwas zu schaffen, was für den Kunden unmittelbar erfahrbar ist.

Es tut sich gerade eine Menge, was unser Shoppingverhalten angeht. Was hat sich verändert?

Man kann das etwa mit dem Wechsel vom Fahrrad zum Auto im 20. Jahrhundert vergleichen. Heute haben fast alle Menschen ein Auto, nutzen aber auch das Fahrrad. Das Shoppingverhalten durchläuft gerade einen ähnlichen Prozess. Es wird nicht so sein, dass es plötzlich keine Geschäfte mehr gibt, es ist nur eine Verschiebung der Akzente. Früher hatten Boutiquen ja so eine Art Trichterfunktion und haben die aktuellen Trends gefiltert. Heute funktioniert das anders, die Kunden haben einen anderen Bildungsstand, was Mode betrifft. Da schließt sich für mich der Kreis zum Onlineshopping. Im Moment sind es zwischen sieben und neun Prozent, die der Onlinehandel von den stationären Geschäften „abgezogen“ hat. Aber die Bewegung ist nicht mehr aufzuhalten.

Trotzdem sagen viele Leute, dass sie die Sachen anfassen müssen, bevor sie sie kaufen. Wie gehen Sie damit um?

Da wurden im Laufe der Jahre viele Wege gefunden. Das fängt mit der 3-D-Animation an, durch die man das Produkt von allen Seiten sehen kann, sogar besser noch als in einem Shop, wo es vielleicht nur einen Spiegel gibt.

Und der macht häufig dünner, damit sich die Kunden besser fühlen ...

Von der Ehrlichkeit der Shop-Konzeptionen möchte ich jetzt gar nicht sprechen. Es sagt ja auch nicht jeder Verkäufer immer, was er denkt. Man kann durchaus hinterfragen, inwieweit es heute noch ein authentisches Kauferlebnis in den Shops gibt.

Verkaufen sich bestimmte Dinge im Onlineshop besser?

Ich war sehr erstaunt, wie gut Hosen gehen. Das ist eine Kategorie, die im Einzelhandel sehr schwierig zu verkaufen ist. Es liegt sicherlich daran, dass unter Umständen das Verkaufspersonal größere Schwierigkeiten hat, die Hosenschnitte für den Kunden auszusuchen. Nach zwei oder drei gescheiterten Versuchen ist die Kundin frustriert und verlangt lieber nach einem Rock oder einem Mantel. Beim Onlineshopping ist das wahrscheinlich einfacher, weil man den Schnitt der Hose deutlich besser erkennen kann. Ich glaube, da ist tatsächlich die Selbsteinschätzung der Frauen treffsicherer als die des Verkaufspersonals.

Wird eigentlich wahllos und viel mehr als benötigt bestellt, weil die Versandgebühr eh immer die gleiche ist oder gar ganz wegfällt?

Das konnte ich bisher noch nicht feststellen. Wer eine Beschäftigungstherapie braucht, legt eher die Sachen in den Warenkorb und steigt dann aus dem System aus. So hat man das Shoppingerlebnis, ohne bezahlen zu müssen.

Kaufen die Menschen insgesamt mehr, seitdem es Onlineshops gibt?

Onlineshopping hat die Mode transparenter gemacht. Man kann jetzt nicht mehr nur aus 20 Outfits einer Kollektion wählen, sondern sieht, dass es bis zu 150 Teile pro Saison gibt. Außerdem trägt natürlich die permanente Verfügbarkeit dazu bei, dass im Endeffekt die Verkäufe steigen.

Ist Mode im alltäglichen Leben vielleicht auch wichtiger geworden?

Definitiv. Es geht immer mehr darum, seine eigene Persönlichkeit zu zeigen, und Mode ist der einfachste Weg. Man kann sich dadurch schnell vom Gegenüber abgrenzen.

Im Moment sieht man das ja ganz besonders am Streetstyle. Da ist alles total individuell. Was kommt als Nächstes?

Auf der einen Seite haben wir ja die Tendenz zu mehr Konformismus. Die Ausrichtung des Luxusmarktes ist global, und die Labels haben natürlich Interesse daran, dass die Markenphilosophie kontinuierlich wahrgenommen wird. Das liegt genauso im Konzept von H&M oder Zara, die Trends ganz breit spielen, damit sie sich schnell über den ganzen Globus verbreiten. Der Trend zur Individualisierung hält dagegen. Gemeinsam ergibt das eine Einheit, die sicher die nächsten 15 bis 20 Jahre weiter besteht.

Das klingt ja nicht so, als ob sich in den nächsten Jahren viel verändern wird. Stimmt das?

Nein, die Designer sorgen ja ständig für Veränderung. Und in dem Moment, in dem ich etwas Neues trage, bin ich Teil dieser Veränderung.

Metropolen wie New York, Paris oder London wird ja jeweils ein eigener Style zugeschrieben. Wird der durch die modische Globalisierung und internationale Onlineshops nicht „verwässert“?

Es kommt auf die Vielfalt der Produkte an. Bei uns gibt es im Moment rund 14.000 unterschiedliche Styles. Da ist genug Spielraum, dass sich eine Japanerin von einer New Yorkerin unterscheiden kann.

Merken Sie das an den Bestellungen?

Ja, es wird auf jeden Fall unterschiedlich gekauft. Aber nicht unbedingt bei einzelnen Produktgruppen. Es ist nicht so, dass die New Yorkerinnen mehr Taschen und die Japanerinnen mehr Schuhe kaufen. Es geht vielmehr um Marken. Ausnahme: Wenn ein Label gerade besonders hip ist, dann spürt man das überall.

Wie unterscheidet sich die Onlinekundin von der Frau in der Boutique, die am Samstagvormittag einen Pullover sucht?

Sie geht zu anderen Zeiten einkaufen: Unsere Stoßzeiten sind in der Früh, während der Mittagspause und in den Stunden nach dem Abendessen. Außerdem ist unser Geschäft wetterbestimmt: Wenn es regnet und stürmt, kaufen die Leute bei uns ein.

Was sagen Sie – was halten Männer von Onlineshops?

Es ist allgemein bekannt, dass Männer eher zu den Shoppingmuffeln gehören. Da kommt ihnen der Convenience-Charakter eines Onlineshops sehr entgegen.

Haben Sie deswegen den Onlineshop gegründet?

Nein, ich bin kein egozentrischer Mensch.

Wann waren Sie zuletzt in einem Geschäft, um zu shoppen?

Das ist schon so lange her, dass ich mich kaum erinnern kann. In den letzten zwei Jahren bestimmt nicht.

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