Wann sollte ich mit der Altersvorsorge starten und wie berechne ich meine Rente überhaupt?

Wann sollte ich mit der Altersvorsorge starten und wie berechne ich meine Rente überhaupt?

Wer in Deutschland arbeitet, hat einen gesetzlichen Anspruch auf die Rente. Dennoch rutschen viele im Alter in die Armut.

Grund dafür ist eine zu geringe Rente. Mit einer privaten Altersvorsorge lässt sich die finanzielle Absicherung im Alter aufbessern. Doch wann solltest du mit der Investition in die Altersvorsorge beginnen? Und welche Investitionssumme schützt vor Altersarmut? Der folgende Artikel erklärt, wann und wieviel du privat vorsorgen solltest und welche Formen der Altersvorsorge es gibt. 

Warum privat vorsorgen? 

Wer heute ein durchschnittliches Gehalt verdient, erhält später nur eine geringe Rente. Dies führt zu Abstrichen beim Lebenskomfort. Mit hoher Wahrscheinlichkeit können sich Durchschnittsverdiener im Rentenalter weniger zu essen leisten und aufgrund finanzieller Sorgen nicht mehr an der Gesellschaft teilhaben. So müssen viele Rentner einen neuen Job annehmen oder sammeln Pfandflaschen, um die gesetzliche Rente aufzubessern. Immer mehr junge Deutsche fragen sich daher zurecht: Wie kann ich meine Rente berechnen und wie hoch wird mein Anspruch auf die gesetzliche Rente sein? Online-Rechner geben einen ersten Überblick über die erwartbare gesetzliche Rente. Wer allein lebt und eine Rente unter 1000 Euro haben wird, ist mit dem Risiko der Altersarmut konfrontiert. Das bedeutet, dass Bezieher eines durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Einkommens schon früh privat vorsorgen sollten. 

Ab wann und wieviel in die Altersvorsorge investieren?

Ab 27 Jahren erhält jeder und jede in Deutschland jährlich eine Renteninformation. In diesem Dokument ist der Rentenanspruch auf Basis der bisherigen Arbeitsstellen ersichtlich. Auf Grundlage dieser Zahlen gibt die Renteninformation auch die voraussichtliche Rente an. Aber auch vor dem 27. Lebensjahr lässt sich die zukünftige Altersrente mithilfe von Online Rechentools bestimmen. Die Information über die erwartbare gesetzliche Rentenleistung bildet die Grundlage für die Berechnung der privaten Altersvorsorge. So lassen sich voraussichtliche Einnahmen und Ausgaben im Rentenalter vergleichen. Für die Miete, den Einkauf von Lebensmitteln und der Deckung der übrigen Grundbedürfnisse sind in etwa 1000 Euro pro Monat einzuplanen. Liegt der aktuelle Rentenanspruch beispielsweise bei 700 Euro, fehlen 300 Euro für die Deckung der grundlegenden Bedürfnisse im Alter. Diese beispielhaften 300 Euro sind die sogenannte Rentenlücke, sprich die fehlende Rente zur Beibehaltung der gewohnten Lebensqualität. In diesem Fall ist es empfehlenswert, eine Altersvorsorge abzuschließen, die bei der späteren Auszahlung die Rentenlücke abdeckt. 

Riester-Rente und Rürüp-Rente

Vermutlich hat jeder schon von der Riester-Rente und der Rürüp-Rente gehört. Doch wer hat eigentlich Anspruch auf diese Formen der Altersvorsorge? Die Riester-Rente geht auf den ehemaligen Bundesminister für Arbeit Walter Riester zurück. Diese privat finanzierte Rente fördert der Staat durch Zulagen und Sonderabzugsmöglichkeiten. Die maximale Grundzulage pro Jahr beträgt 175 Euro. Die Beiträge sind bei der Steuererklärung als Sonderausgaben absetzbar. Aufgrund dieser staatlichen Rahmenbedingungen für Angestellte bietet die Riester-Rente eine gute zusätzliche Vorsorge. Daher stieg die Anzahl der abgeschlossenen Riester-Verträge seit den 2000er-Jahren kontinuierlich an. Die Rürüp-Rente richtet sich hingegen an Selbstständige, Freiberufler und Gutverdiener. 2022 können Alleinstehende maximal 25.639 Euro in ihre Rürüp-Rente einzahlen. Dieses Jahr rechnet das Finanzamt 94 Prozent der Einzahlungen als Sonderausgaben an. Ab 2030 gelten die kompletten Einzahlungsbeträge als Sonderausgaben. 

Weitere Formen der Altersvorsorge

Von Trading ist als primäre Altersvorsorge hingegen abzuraten. Da das Investitionsrisiko höher liegt, kann man schlecht einschätzen, mit welcher Summe man im Alter rechnen kann. Berechenbarer sind Fondsprodukte, die Aktienanteile aus verschiedenen Branchen vereinen. So lässt sich mit Aktienfonds langfristig ein Gewinn für die Rente generieren. Darüber hinaus gibt es die Option der betrieblichen Altersvorsorge. Hier solltest du einen genauen Blick auf die Konditionen werfen. Denn die betriebliche Altersvorsorge lohnt sich nur bei einem hohen Arbeitgeberzuschuss. Gleichzeitig verringern die Sozialabgaben die Rente. Die klassische private Rentenversicherung gibt es in vielen Varianten. Hier kannst du zwischen verschiedenen Ertragsanteilen bei Rentenbeginn wählen. Auch Immobilien sind eine empfehlenswerte Anlageform. Durch eine staatliche Förderung der KfW ist der Kauf leichter umsetzbar. 

Fazit

Ein Großteil der Deutschen wird im Alter nicht mit der gesetzlichen Rente auskommen. Gegen Altersarmut hilft eine frühzeitige Investition in eine private Rentenvorsorge. Abhängig vom Einkommen und der Lebenssituation sind unterschiedliche Vorsorgeformen sinnvoll. Für alle Altersvorsorgen gilt: Je früher und je mehr du einzahlst, desto besser bist du in der Rente finanziell abgesichert. Seien es die Riester-Rente, die Rürüp-Rente, die klassische private Rentenversicherung, die betriebliche Altersvorsorge, Anlage-Immobilien oder Aktienfonds.

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