1. Mai 2012
Unverträglichkeiten: Ernährungs-Typen

Unverträglichkeiten: Ernährungs-Typen

Die eine nascht zu viel, die andere verträgt keine Milch – oder mag kein Fleisch mehr sehen. Fünf Frauen berichten, warum sie ihre Ernährung umgestellt haben, ohne den Spaß zu verlieren.

Ernährungstypen
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Ernährungstypen

Kekse und Kakao sind das perfekte zweite Frühstück. Jedenfalls wenn sich die süße Sünde als Ritual eingeschlichen hat und an einem blöden Bürotag zum Gute-Laune-Garanten geworden ist. Fehlt der morgendliche Zuschuss an Zucker, sinkt die Stimmung bis unter den Schreibtisch. Weil Apfelspalten und stilles Wasser eben nicht die gleiche Wirkung haben – reden wir uns jedenfalls ein. Essen ist schließlich Stresskiller, Frustverdränger, Launenschrauber – sprich: total gefühlsgesteuert. Und wenn es gerade nichts zu lachen gibt, muss es halt etwas Leckeres zu essen sein.

Wäre da nicht dieses Stimmchen, das uns ständig leise reinquatscht: „Du isst Mist! Gib mir Gesundes!“ Denn eigentlich ist natürlich klar, dass man es mit dem ollen Naschkram nicht übertreiben sollte – genauso wenig wie mit anderen Lebensmitteln, die man gar nicht gut verträgt. Das schlechte Gewissen verdirbt ja sowieso jeden heimlichen Happen. Von der knallengen Hose mal ganz zu schweigen. Aber wie fängt man an, verträglicher zu essen? Ohne dass es sich nur nach Verzicht anfühlt? Oder man zur Tupper-Tante mit spaß - befreitem Salätchen wird? „Indem man sich neue liebe Gewohnheiten zulegt“, sagt Tanja Laßbeck, die dank des ein - fachen Ernährungskonzepts Metabolic Balance binnen kürzester Zeit 17 Kilo verlor – nachhaltig und mit dem netten Nebeneffekt, dass sie sich jetzt viel fitter und vitaler fühlt. Sie hat sich beispielsweise angewöhnt, mit mehr Muße einkaufen zu gehen, auch mal eine neue Gemüsesorte auszuprobieren und im Restaurant lieber auf Qualität und Genuss, nicht auf „All you can eat“ zu setzen.

NEUE LEBENSMITTEL – NEUE GESCHMACKSERLEBNISSE

Wieder mehr aufs Bauchgefühl hören: auch so ein Ding, das dabei hilft, die Ernährung dauerhaft umzukrempeln. Warum ignorieren wir, dass es nach jedem Milchkaffee im Magen grummelt? Oder dass uns das Brot selbst vom Biobäcker zwar satt, aber total schlapp macht? „Weil wir eine Unverträglichkeit erst einmal nicht akzeptieren“, sagt Annekatrin Rauen. Wie jeder siebte Deutsche leidet auch die Lehrerin an einer Laktoseunverträglichkeit. Und ist heute froh, dass sie genau weiß, was sie verträgt.

Klar, der Schweinehund will erst überwunden werden – und neue Souveränität gewonnen, denn komplizierte Inhaltsstoffe und komische Blicke können einen am Anfang ganz schön verunsichern. Der Liebste muss sich schließlich auch erst mal daran gewöhnen, dass Sie morgens plötzlich glutenfrei, mittags fleischlos oder abends fettarm dinieren, statt wie gewohnt in die Vollen zu gehen – und eben so voll wach zu liegen, weil’s im Körper „Igittigitt“ schreit. Die Family wird gern als Alibi benutzt, zumal wenn einige Mitglieder noch wachsen. Ein Grund dafür, es mit dem eigenen Besser-Essen zu lassen, sind aber auch Kinder nicht. Wenn sie und der Partner nicht mitziehen möchten, kriegen sie eben Käse drauf oder Fleisch dazu. Doppelt kochen muss man nicht.

BEWUNDERT WIRD, WER SEINEN FOOD-STYLE FINDET

Wie auch immer der individuelle Essens- Switch aussieht: Wer sich einmal entschlossen hat, die neuen Speisen auf den Plan zu rufen, wird schnell Erfolge sehen. Weil die Umstellung garantiert leichter gelingt als gedacht. Und weil einen alle dafür bewundern, wenn man seinen eigenen Food-Style gefunden hat – und damit besser lebt als all die Verdrängungskünstler mit Bauchweh. Übrigens: Kekse und Kakao kann man sich auch weiterhin erlauben; zumindest gelegentlich nach Morgen-Meetings, die so gar nicht süß verlaufen sind.

ZU TISCH – ES GIBT INFOS!
Ob vegetarisch, zuckerfrei oder Metabolic Balance: Hier sind alle Infos über die Ernährungsmethoden unserer fünf Frauen

Wer sich bei der Ernährungsumstellung professionell unterstützen lassen möchte, wendet sich am besten an einen Ernährungsberater. Auf den Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (www.dge.de) kann man per Postleitzahl nach einem Coach in seiner Nähe suchen. Die Berater dort sind zertifiziert – das ist wichtig, weil die Tätigkeit gesetzlich nicht geschützt ist. Im Laufe einer Ernährungsberatung wird das individuelle Essverhalten analysiert und geguckt, wie es sich z. B. in Stress-Situationen, bei Frust, Ärger und Langeweile verändert. Gemeinsam werden Alternativen und gesündere Verhaltensweisen erarbeitet. Auch beim Einkaufen und Kochen kann man sich coachen lassen. Die Kosten variieren je nachdem, wie viele Sitzungen man wahrnimmt. Die meisten Krankenkassen bezuschussen sie mit 80 bis 100 Prozent, wenn ein Arzt sie medizinisch verordnet.

KRISTINA HENKEL, 30 „BEI KÄSE WERDE ICH DOCH NOCH SCHWACH“
SEIT FAST ZWEI JAHREN ISST DIE VERTRIEBLERIN KEIN FLEISCH MEHR. NUR MIT DER VEGANEN ERNÄHRUNG HAPERT ES ETWAS

Ich habe nie viel Fleisch gegessen, von ein paar Lieblingsgerichten einmal abgesehen. Aber mein Körper hat es immer schlecht vertragen, meist ist mir danach schlecht geworden. Irgendwann setzte bei mir ein Bewusstseinsschub ein, ich beschäftigte mich sehr mit dem Thema und entschied dann, gar kein Fleisch mehr zu essen. Und als ich noch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foers las, standen mir die Tränen in den Augen. Ich erzählte meinem Freund davon – und seitdem ernähren wir uns ausschließlich vegetarisch. Biofleisch esse ich deswegen nicht, weil ein glückliches Huhn ja nicht so idyllisch lebt, wie wir uns das vorstellen. Und mit Blick auf die Massentierhaltung versuche ich, meinen Konsum an anderen tierischen Produkten zu drosseln. Sahne oder Butter – das kann ich alles ersetzen. Aber ich esse supergerne Schokolade und Käse, und da würde bei mir der Verzicht beginnen. Das will ich nicht. Und besonders liebe ich Aufläufe. Da muss der Käse auf den Tisch.

FÜR EIN LEBEN MIT WENIGER ODER GANZ OHNE FLEISCH
www.vebu.de Die Internetseite des Vegetarierbunds Deutschland bietet eine Fülle an Informationen. So können Sie in Studien und Nachrichten stöbern, vegetarische Restaurants in Ihrer Umgebung suchen oder sich über vegetarische Kosmetik oder Urlaube informieren. Für Einsteiger wird ein 30-Tage-Ernährungsservice angeboten, der tägliche Tipps per Mail beinhaltet, wie man sich pflanzlicher ernährt.

Frau kocht vegan
© Digital Vision/Thinkstock
Selbstversuch: vegan leben: PETRA-Autorin Yvonne Adamek hat einen Monat lang vegan gelebt.

www.flexitarier.de Es gibt Vegetarier, Pescetarier, Frutarier, Veganer oder Freeganer – und die neueste Gattung heißt „Flexitarier“. Dahinter verbergen sich Teilzeit-Vegetarier – und laut Vegetarierbund sind es inzwischen 42 Millionen Deutsche, die nur noch ab und zu Fleisch essen. Die Seite www.flexitarier.de ist gerade noch im Aufbau, es existiert aber eine Facebook-Seite. Für Eilige Hier werden Gemüseliebhaber, Wok-, Salat- und Nudelfreunde ganz bestimmt glücklich. Martina Kittler: „20 Minuten sind genug! Vegetarisch: über 120 schnelle Rezepte aus der frischen Küche“, GU, 144 S., 16,99 Euro

SYLVIA-SAIDA ARNOLDS, 45 „MAN SOLLTE AUF SEINEN BAUCH HÖREN“
DIE QIGONG-, TAI-CHI- UND YOGALEHRERIN ERNÄHRT SICH NACH DEN FÜNF ELEMENTEN

Ich dachte immer, dass ich mich gesund ernähre. Bis ich vor drei Jahren mit einer chinesischen Ärztin bei einem Qigong-Meister in China war. Sie amüsierte sich darüber, dass ich im Winter frisches Obst aß und Orangensaft trank, was nach der traditionellen chinesischen Medizin innerlich kühlt. Nach der Reise fing ich an, mich für die Ernährung nach den fünf Elementen zu interessieren, und lernte in einem Seminar, wie man sich danach ernährt. Die Regeln klingen komplex, aber eigentlich ist es einfach: In der traditionellen chinesischen Medizin geht es darum, in der für uns optimalen Balance zu bleiben. Dabei spielen die fünf Elemente eine Rolle, denen Lebensmittel zugeordnet sind – sowie Yin als zusammen ziehendes, kühlendes und Yang als ausdehnendes, wärmendes Prinzip. Praktisch sieht das so aus: Ich esse tagsüber möglichst Lebensmittel aus allen fünf Elementen. Morgens trinke ich statt Kaffee oder Tee warmes Wasser. Das stärkt die Mitte und entgiftet. Bei Kälte esse ich danach zum Beispiel gekochten Haferbrei mit gedünstetem Obst, schwarzem Sesam und Zimt, was mir gut schmeckt. Die Lehre basiert darauf, was bestimmte Lebensmittel im eigenen Körper bewirken. Für mich ungünstige Gewohnheiten lasse ich einfach weg: Ich trinke bei Minusgraden keine Zitrussäfte mehr und kaufe weniger Milchprodukte. Das bedeutet nicht, dass ich nie mehr Joghurt esse. Ich verwehre mir nichts. Schokolade ist etwas, auf das ich in Maßen nicht verzichten würde – oder ein schönes Stück Kuchen. Man sollte einfach auf sein Bauchgefühl hören. Das sagt auch die chinesische Medizin. www.lifeartpractice.de

DIE ERNÄHRUNG NACH DEN FÜNF ELEMENTEN
Fürs Handy
Die App zur Fünf-Elemente-Lehre ermöglicht es, die Eigenschaften und Wirkungen von 240 Nahrungsmitteln nachzulesen. „QiFood Pro“, 6,99 €, http://itunes.apple.com

Für Einsteiger In dem Klassiker erklären die Autoren leicht verständlich, wie das ganzheitliche System der fünf Elemente funktioniert, und zeigen, wie einfach man es in den Alltag integrieren kann. Ilse Maria Fahrnow, Jürgen Heinrich Fahrnow: „Fünf Elemente Ernährung“, GU, 192 S., 19,99 €

TANJA LAßBECK, 41 „SEIT ICH ANDERS ESSE, KÖNNTE ICH BÄUME AUSREISSEN !“
DIE ERZIEHERIN ERNÄHRT SICH NACH DEM KONZEPT VON METABOLIC BALANCE – UND VERLOR 17 KILO

Warum haben Sie Ihre Ernährung umgestellt? Weil ich seit der Geburt meiner Tochter Gewichtsprobleme hatte, mich dauernd schlapp und unwohl fühlte. Ein großes Blutbild zeigte hohe Entzündungswerte. Und auf Fotos mochte ich mich schon gar nicht leiden.

Was haben Sie geändert? Ich habe einen individuellen Ernährungsplan von Metabolic Balance bekommen, der auf meinen Blutwerten basiert und alle Lebensmittel auflistet, die gut für meinen Körper sind und die den Stoffwechsel positiv beeinflussen. Dazu erhielt ich Motivations- und Zubereitungstipps von meiner Heilpraktikerin Freia Kabel. In den ersten Wochen habe ich auf Zucker und Weißmehlprodukte sowie in den ersten 14 Tagen auch auf zusätzliches Fett verzichtet – das ist die „strenge Phase“, in der sich der Körper komplett umstellt und in der man besonders rasch an Gewicht verliert. In der „gelockerten Phase“ kamen noch mehr Lebensmittel auf meinen individuellen Speiseplan. Nach drei Monaten bin ich nun in der „Erhaltungsphase“ und esse heute sehr viel frischer und bewusster.

Was hat die Umstellung bewirkt? Ich habe viel mehr Energie, meistere den Alltag entspannter und bin insgesamt belastbarer. Heißhunger - attacken sind passé, meine Blutwerte haben sich normalisiert, und sogar mein Heuschnupfen und die Probleme mit meiner Schilddrüse sind deutlich besser geworden. Abgesehen davon bin ich natürlich superstolz, dass ich mein altes Aussehen wieder habe und dass ich so viele Komplimente bekomme.

Fürchten Sie keinen „Rückfall“? Überhaupt nicht. Ich habe meine neuen Ernährungsgewohnheiten komplett verinnerlicht und weiß genau, wie gut sie mir tun.

DAS METABOLIC-BALANCE-PROGRAMM
www.metabolic-balance.com Die Homepage informiert über das erfolgreiche Programm zur ganzheitlichen Stoffwechselstärkung und Gewichtsregulierung. Es erklärt die Wirkungsweisen, zeigt Gesundheitsverbesserungen auf und hilft außerdem bei der Suche nach einem geeigneten Betreuer. In der Community kann man sich mit anderen Teilnehmern austauschen.

Für Berufstätige Das Kochbuch zeigt, wie man zeitsparend und effektiv einkauft sowie Speisen zubereitet, die sich praktisch an den Arbeitsplatz mitnehmen lassen oder für einen entspannten Feierabend eignen. Wolf Funfack, Silvia Bürkle: „metabolic balance. Das Kochbuch für Berufstätige“, Südwest-Verlag, 144 S., 14,99 €

Fürs Handy Die App zum Programm vermittelt alle wichtigen Infos und bietet 70 Rezepte, die an die persönliche Lebensmittelliste angepasst werden können. „metabolic balance® – Rezepte“, 2,99 €, www.randomhouse.de

Laktoseintoleranz - Darf ich noch Pizza essen?

Annekatrin Rauen, Lehrerin und Mutter: Mit einem Mal vertrug sie Milchprodukte nicht mehr.

Wie fing es an? Ich bin überhaupt kein empfindlicher Typ. Doch im letzten Sommer wachte ich immer morgens auf, mir war richtig übel, und ich hatte einen aufgeblähten Bauch.

Und dann? Mein Arzt stellte mich daraufhin auf den Kopf, zapfte Unmengen von Blut ab und fand nichts. Ich machte sogar einen Schwangerschaftstest, da ich dachte: „Kann zwar nicht sein, aber wer weiß.“ Meine Schwester brachte mich auf die Laktoseintoleranz. Ich ignorierte das erst, ließ mich doch testen – und da war die Intoleranz.

Wie reagiert man darauf? Erst mal dachte ich, ich könnte nichts mehr essen, und ließ aus Hilflosigkeit Laktose komplett weg. Im Italien-Urlaub wusste ich nicht, ob ich noch Pizza essen darf. Zu Hause fragte ich mich, ob meine Kinder es vertragen, wenn ich mit laktosefreier Sahne koche. Im Supermarkt las ich stundenlang die Inhaltsstoffe und dachte: „Hoffentlich sieht mich keiner.“

Und jetzt? Nach zwei Monaten fing ich an zu testen, was ich vertrage. Eine ganze Tafel Schokolade geht nicht mehr, ein Riegel ist okay.

Hat sich das Leben verändert? Nein. Inzwischen empfinde ich die Umstellung nicht mehr als einschneidend, weil es inzwischen viele laktosefreie Produkte gibt, die gut schmecken. Und wenn wir jetzt zu der Oma fahren, backt die uns eben einen laktosefreien Kuchen.

Laktosefrei zu backen ist zu kompliziert? Nicht mit diesen herrlichen Rezepten!

Alles zum Thema Laktose-Intoleranz

Für Besseresser
Köstliches vom Blaubeer-Muffin bis zum Zitronen- Thymian-Hühnchen für Ei-, Nuss, Milcheiweiß- oder Gluten-Allergiker. Jedes Rezept ist mit einfach zu verstehenden Symbolen versehen. Alice Sherwood: „Das Allergiker-Kochbuch. 100 Rezepte für Genießer“, Dorling Kindersley, 224 S.,

Für Betroffene
In fast allen Fertigprodukten wie z. B. Tiefkühlpizza ist Milchzucker enthalten, aber auch in Margarine, Tabletten oder Wurst. Das Buch enthält Listen laktosefreier Lebensmittel und viele Adressen. Thilo Schleip: „Laktose-Intoleranz. Wenn Milchzucker krank macht“, Trias-Verlag, 145 S.,

Die Website des Bundesverbands für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz bietet viele Links, Adressen, Buchtipps und eine PDF-Broschüre zum Bestellen.

WIEBKE BRAUER, 41 „ZUCKER VERSTECKT SICH ÜBERALL“
EIGENTLICH WOLLTE DIE PETRA-AUTORIN NUR EINEN MONAT AUF DEN DICKMACHER VERZICHTEN …
Seit September letzten Jahres wurde ich von Schoko-Weihnachtsmännern verfolgt. Sie standen im Büro, in Supermärkten, zu Hause. Ich aß sie alle, maßlos, haltlos, achtlos. Bis ich beschloss, für vier Wochen auf Zucker zu verzichten. Das erwies sich als schwieriger als erwartet. Nicht wegen eines Schmachters, sondern weil ich definieren musste, was genau Zucker für mich bedeutet. Fruchtzucker? Honig? Industriezucker? Je mehr ich über die Materie las, desto verwirrter war ich. Waren auch Früchte böse? Nein. Irgendwann entschied ich mich für das Obst und gegen raffinierten Zucker. Vom Speiseplan verbannt wurden Schokolade, Heringssalat oder leckere Dillhappen. Ich lernte: Zucker ist überall enthalten. Am meisten schmerzte der gestrichene Fruchtjoghurt, ansonsten fehlte mir nichts. Allerdings war ich nach einer Woche ohne Zucker beruflich in Lissabon und sah es nicht ein, dort auf die köstlichen Vanilletörtchen zu verzichten. Begeistert stopfte ich zwei in mich hinein – mochten sie noch so fies nach schlechtem Gewissen schmecken. Aber: Nach etwa drei Wochen griff ich morgens zu einem Smoothie, nahm einen Schluck – und verzog das Gesicht. Mir war der Saft zu süß. Wahrscheinlich war das die Sekunde, in der ich beschloss, nicht nur einen Monat auf Zucker zu verzichten, sondern ihn weiterhin zu meiden. Allerdings passiert es etwa alle zwei Wochen, dass ich Nachtisch bestelle oder die Schokolade zum Kaffee futtere. Aber es geht nicht darum, sich selbst zu kasteien – es geht um das Maß.
FÜR MICH BITTE OHNE ZUCKER

Für Wissenshungrige Umfassender und fundierter Überblick über gesunde Zuckeralternativen wie Stevia oder Honig – und ihre Wirkungen auf den Körper. Dazu erklärt das Buch Risiken des Zuckerkonsums. Dr. Andrea Flemmer: „Echt süß! Gesunde Zuckeralternativen im Vergleich“, Vak-Verlag, 109 S., 10,95 €

Für Aussteiger Das Buch beinhaltet eine kurze Historie des Zuckers, ein kleines Lexikon und ein Anti-Zucker-Programm in sieben Schritten. Franz Binder, Josef Wahler: „Zucker – der süße Verführer. Alles Wissenswerte und praktische Gesundheitstipps“, Vak-Verlag, 176 S., 12,95 €

Für Süßmäuler Der Weg in ein zuckerfreies und gesünderes Leben – mit Psycho-Tricks, wie man sich selbst überlistet. Martina Fontana: „Voll auf Zucker! Wie Sie die Sucht nach Süßem überwinden“, Kösel-Verlag, 160 S., 15,99 €

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